Winterknistern in der Morgensonne & [Wort] Selbstermächtigung

Vor einer Weile schenkte mir David das schöne, aber auch schwierige Wort: Selbstermächtigung. Zugegebenermaßen war mir dieser Begriff zuvor nicht wirklich bewusst begegnet und erst einige Zeit später kam er mir dann auch in einem Zeitungsartikel unter.

Wikipedia sagt:

Mit Empowerment (von englisch empowerment „Ermächtigung, Übertragung von Verantwortung“) bezeichnet man Strategien und Maßnahmen, die den Grad an Autonomie und Selbstbestimmung im Leben von Menschen oder Gemeinschaften erhöhen sollen und es ihnen ermöglichen, ihre Interessen (wieder) eigenmächtig, selbstverantwortlich und selbstbestimmt zu vertreten.

Meinem Gefühl nach ist dieses Wort – pragmatisch gesehen, und auch, wenn es heute oft anders verwendet wird – der ganz eigentliche Prozess des „Erwachsenwerdens“. Es bedeutet für mich, Verantwortung für sein eigenes Leben zu übernehmen un sich bewusst werden, dass Fremdbestimmung oft dadurch zustande kommt, dass man sie zulässt. Es ist der Zeitpunkt, sich zu fragen: in welchem Maß akzeptiere ich das, welche Konsequenzen hat das, es nicht zu tun und wie finde ich den besten Weg, in meiner Gesellschaft und in meiner Welt zu leben und ich zu sein, zu bleiben und zu werden.

Sich seiner selbst zu bemächtigen, nachdem man ein Leben lang fremdbestimmt war – von Eltern, Lehrern, Auszubildenden, Vorgesetzten, ist ein Prozess wie ein Sonnenaufgang an einem von Tiefnebel verschleiertem Tag. Ich erahne das Licht dahinter und eine Zeit lang steht es auf der Kippe, wird die Sonne durch die Nebel brechen oder bleibt der Tag wolkenverhangen?

[Zum Abschluss noch eine Seifenblase, die an diesem Wintermorgen auf einem Teppich von Schneekristallen entstanden ist und eben nicht zum vorigen Beitrag gepasst hat, auch wenn sie ebenso ramponiert und unperfekt ist.]