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Werden, wer man ist. [Kroatien/Istrien Unterwasser 2018]

Hallo ihr lieben, tollen, wunderbaren Menschen, seid ihr noch da? Ich hoffe es, auch wenn ich es euch nicht verdenken könnte, bereits anderswo zu sein in dieser Schnelllebigkeit, die sich schneller überholt als ich „schnell“ auch nur aussprechen, geschweige denn schreiben kann.

Ich bin wieder da. Erstmal. Mal sehen. Zumindest tippe ich die ersten Zeilen seit, nunja, etwa zwei Monaten. Das heißt nicht, dass in meinem Kopf währenddessen nicht unendlich viele Zeilen entstanden sind. Aber es war nunmal nicht die Zeit, sie niederzuschreiben. Der Sommer wollte einfach weitgehend im Hier und jetzt sein. Den Moment entdecken, wahrnehmen, annehmen. Ohne darüber zu sinnieren. Spüren ohne sofort zu denken. Mein großes Defizit. Mein großes Ziel.

Denn nichts ist so schwer im Leben wie der Mensch zu werden, der man ist.

Aus: Thomas Sautner, Fuchserde

Ich habe lange Zeit gespürt, dass mir die Art, wie ich mein Leben lebte, es mir unmöglich machte, der Mensch zu werden, der ich bin. Ich hatte aber das große Glück, dass ich zumindest die Verbindung zum Kern meines Wesens nie ganz verloren habe. Ich wusste zumindest noch, dass das, was ich da tat, das, was ich da lebte, mir nicht entsprach und durch diese Inkongruenz (um es in der Sprache der Systemik auszudrücken), dass mein Tun und mein Sein nicht stimmig waren, entstand soviel innere Unruhe und Auflehnung, gegen Vieles, gegen alles. Und obwohl ich das wusste, war ich nicht bereit und in der Lage, die Verantwortung dafür zu übernehmen und die Konsequenz daraus zu ziehen. Es war ein langer Weg von der Erkenntnis, bis zum Eingeständnis und zum Entschluss, mich zu verändern. Ein langer und schmerzlicher Weg, den ich zum Glück nicht alleine gehen musste.

Alles begann damit, meine Schmerzen zu bekämpfen. Die Defizite meines Körpers nicht einfach hinzunehmen und mich von ihnen definieren zu lassen, sondern mir meine Soma wieder zurückzuerobern, mit meinem Körper zusammenzuarbeiten und ihn nicht alleine für und gegen mich arbeiten zu lassen. Es ging darum, mich zu fragen, womit ich meine Zeit verbrachte. Mit welchen Aktivitäten, mit welchen Menschen. Es ging darum, Energiespender zu finden, die mich füttern konnten, wenn ich vom Arbeitsalltag leer war. Ich ging kleine und große Schritte, nach vor und fiel wieder zurück. Ich war müde und kraftlos und verzweifelt und fand doch wieder den Faden zu kämpfen, denn all das war es die ganze Zeit: ein Kampf. Ein Kampf gegen die Resignation, die Komfortzone anzunehmen, die die Verbindung zu mir selbst irgendwann kappen würde. Ich erklomm so manchen Gipfel. Das Amphitheater in Cartagena, die Bucht in Mallorca, die Ponta da Piedade in Portugal. Sie alle waren Bergwertungen und Etappensiege am Weg zu mir selbst, auf dem Kurs Selbstvertrauen.

Ich entschied mich, Dinge zu tun, vor denen ich Angst hatte, die man mir nicht zugetraut hatte, die mir lange nicht erlaubt waren. Ich formte meine Zeit und erkannte, dass ich selbst wirklich und wahrhaftig die Architektin meines Lebens sein konnte. Dass die Grenzen dessen, was mir möglich war, viel weiter außerhalb meiner Vorstellungskraft lagen.

Heute habe ich mich befreit aus dem Familiensystem, in dem ich defizitorientiert sozialisiert wurde. Ich habe den PADI Open Water Diver erfolgreich absolviert. Ich bin Studentin des Propädeutikums für Psychotherapie. Ich treffe Entscheidungen aktiv und nicht aus der Gelegenheit heraus, auch wenn sie sich falsch anfühlen. Mein Element ist das Feuer und meine Leidenschaft das Wasser. Ich bin noch lange nicht am Ziel, aber ich bin am Weg. Ich entscheide mich jeden Tag. Ich verändere mich  jeden Tag. Und ich weiß, ich habe jetzt die Chance, die Fremde hinter mir zu lassen und endlich die zu werden, die ich bin.

(Unter anderem bin ich eine sehr schlechte Unterwasserfotografin. Das tut mir leid, aber ich finde es macht auch nicht so viel. Die Bilder sollen nur zweierlei übermitteln: die Ruhe und die Kraft, die in diesem Element liegen.)

97 Antworten auf „Werden, wer man ist. [Kroatien/Istrien Unterwasser 2018] Hinterlasse einen Kommentar

  1. ICh freue mich, wieder von dir zu hören!
    Was du berichtest klingt nach einer Richtung zum besseren, als hätte sich die Pause sehr gelohnt!
    Und nein, so eine schlechte Unterwasserphotographin bist du nicht!
    Sehr schön finde ich die Motive, mit der Wasserlinie im Bild.
    LG
    Jakob

    • oh ja lieber jakob, das hat sie wirklich. es war eine wichtige und tolle zeit und ich hab den analogen sommer sehr genossen. aber jetzt freue ich mich auch sehr auf den herbst und hoffe auf mehr zeit für introspektion, mehr innere ruhe, mehr wörter zum tee und alles das.
      danke auch für deine lieben worte. ich glaube langsam auch, dass ich mich unterwasser eher auf landschaften fokussieren werde, für die fische bräuchte es wohl auch ein bisschen ein professionelleres equipment.

  2. Manchmal muss man erst durch so eine wirklich schlimme und anstrengende Zeit durch, um die Kraft zu finden, etwas zu ändern. Man hat oft einfach zu viel Angst vor so etwas und merkt doch irgendwann, dass es sein MUSS. Schön, dass du die Kraft gefunden hast! Es scheint sich ja doch so einiges bei dir verändert zu haben. Wow, das war sicher nicht einfach!
    Und schön hier wieder davon zu lesen!

    Solche Vorfälle können halt auch einfach passieren. Das wäre gar nicht so sehr das Problem. Was ich echt blöd fand, war wie damit umgegangen wurde. Gerade, dass am gleichen Abend nicht mehr kontrolliert wurde… da verliert man dann halt ernsthaft das Verständnis. Wahrscheinlich war das alles viel gefährlicher als die eine Frau am Morgen.
    Und dann soll man noch selbst für alle Kosten aufkommen…

    Oh ja, klar. Mindhunter ist schon lange komplett durch. 😉
    Momentan läuft hier die zweite Ozark Staffel. Fand die erste schon sehr gut.

    • oh ja, du sagst es! die angst ist echt eine bösartige komponente und es hat mich viel zeit, geld und kraft gekostet an diesen punkt zu kommen. heute bin ich aber unendlich froh, dass ich den weg gegangen bin, weil ich einfach nicht immer so hätte weitermachen können.

      ich versteh absolut was du meinst. was da passiert ist und wie der umgang damit war, steht einfach in absolut gar keiner relation.
      ozark? das kenne ich gar nicht! wir sind grade bei elementary 🙂

  3. Willkommen zurück und dann direkt mit sooo tollen Bildern des tollsten Elements überhaupt 😉 Ich freu mich!! Schön das sich was getan hat, auch wenn es mich nicht wirklich wundert, dass Du einmal mehr auf Dich hörst und achtsam mit Dir umgehst… Das sollten die Menschen auch mal mit den Meeren und der Umwelt tun, wäre an der zeit!!

    • lieber markus, du hast so recht. es bricht mir unendlich das herz, wie die meere unter der belastung des menschen leiden und ich denke mittlerweile viel darüber nach, was man tun kann um diese situation zu verbessern und unterstütze auch organisationen wie 4ocean. es ist nur ein tropfen auf den heißen stein, aber irgendwann habe ich einmal ein zitat gelesen, das ich selbst für sehr klug empfunden habe „jeder sollte dort ein guter mensch sein, wo er es kann“. und das versuche ich.

  4. Ich mag Deine Bilder; und freue mich, von Dir zu lesen.
    Dass Du schreibst, dass Du es schaffst, Dich zu finden und Deinen Weg zu gehen, freut mich sehr. Für Dich und, zugegeben, auch für mich und ganz viele andere – denn es ist immer schön zu lesen, dass Veränderung wirklich gelingen kann, dass man sich und zu sich finden kann, dass man auch die physische Kraft erlangen kann für diesen Weg (Psychosomatik, Schmerzen, fehlende Kräfte – oh, wie ich das kenne, und zwar schon viel zu gut und viel zu lange).
    Ich wünsche Dir Kraft, Energie und Freude weiter auf Deinem Weg, Deine Psychotherapeutinnen-Ausbildung und überhaupt – für Dich!
    Herzlichst
    Agnes

    • liebe agnes, ich verstehe so gut was du meinst und es ist wohl auch ein grund, der mich antreibt. ich kenne die verzweiflung, wenn man im dunklen loch sitzt, ich weiß wie es ist, wenn man das gefühl hat, man ist so alleine mit dem was man erlebt. aber man ist es nie und wenn ich die chance bekomme, durch meinen blog vielleicht auch nur einer person mut und zuversicht zu geben um weiterzukämpfen und wieder auf die beine zu kommen, dann hat sich alles gelohnt, dann ist es alles wert.
      vielen vielen dank für deine worte! ❤

  5. Schön wieder von dir zu hören. Du bist einer der wenigen Lichtblicke am (an meinem) Bloggerhorizont. Immer mehr schreiben immer weniger und die Interaktion wird immer geringer. Das finde ich schade. Umso schöner, wieder von dir zu lesen und auch die Reaktionen auf den Beitrag zu sehen.

    • lieber marcel, diese entwicklung nehme ich auch wahr und finde sie sehr schade. auch wenn ich sie oft verstehen kann, einfach weil das angebot an contentproduzierenden orten so groß geworden ist und weil sich im internet sovieles verändert hat. ich bin aber wieder da und fungiere auch sehr gern als dein lichtblick 🙂 zumindest gebe ich mir mühe, das auch weiterhin sein zu können ^.^
      die reaktionen grade auf die letzten beiden beiträge haben mich wieder einmal wahnsinnig überwältigt. es ist unglaublich, was ich hier noch für eine tolle community habe.

  6. Huch – jetzt biste wieder da und bist ganz nass 😉 – das freut mich (also das Du wieder da bist – nicht das Du jetzt nass bist 😉 )

    Freut mich auch, dass Du Deinen Weg gefunden hast und Deine Fehler machen darfst und Deine Ziele erreichst oder auch nicht und es wirklich nur Dich kümmert. Wir leben ja alle nur einmal … und da sollte man sich nicht die wenige Zeit, die man hat von anderen versauen lassen!

    Die Bilder Unterwasser hängen wohl auch sehr viel mit dem was sich da bietet und dem Wasser an sich zusammen. Ich finde die jetzt völlig normal.

    Bis neulich …
    Liebe Grüße
    Birgit

    • ach, wenn ich auf diese art und weise nass bin, dann stört mich das gar nicht 🙂 es war allerdings auch ein bisschen was los dort im wasser, aber um das sinnvoll einzufangen habe ich auch nicht das equipment. und auch nicht den ehrgeiz. es ist nicht das, was ich empfinde, wahrnehme, was mir wichtig ist. es ist das licht, das blau, die stille. und irgendwie werden meine bilder immer so wie meine wahrnehmung ist, glaube ich 🙂
      danke für deinen kommentar und JA, ich sehe das auch so!

    • vielen dank liebe andrea, ich freue mich auch ❤ ich schaffe es zwar nicht in der gleichen intensität wie es mal war, aber ich werde ganz bestimmt wieder einen gewissen regelmäßigen platz dafür in meinem neuen alltag finden.

      • Eigentlich habe ich die Farben der anderen Bilder gemeint. du hast in letzter Zeit immer Bilder mit blassen, pastelligen, verwischten Farben gezeigt. Diese sind kräftig und vital

      • „in und um das wasser“ hätte ich vermutlich schreiben sollen 🙂
        ich denke, meine art der bildbearbeitung hat auch immer mit einem gefühl zu tun und dadurch ändert sich auch mein geschmack immer mal wieder…

  7. Wow – Feuer und Wasser … Da brodelt und kocht es garantiert öfter mal! Man kann sich gnadenlos verbrennen, aber es ist auch heilsam, tötet Keime, die potenziell lebensbedrohlich sein können.

    Für dich als Feuerzeichen ist die Bewältigung/Beherrschung des scheinbar feindlichen Elements offenbar nicht nur eine Herausforderung geblieben, sondern eine, die du bravourös gemeistert hast! Die dir Erfolgserlebnisse beschert hat. Und dich auch dazu gebracht hat, für uns wieder sichtbar zu werden.

    Ich freu mich sooo – dass du kämpfst gegen das, was dich manchmal mutlos macht, dass du den Mut hast, Dinge zu probieren, die dir Angst machen – dass du einfach Lust, Mut und Kraft hast, dich zu der tollen starken Frau zu entwickeln, die du bist.
    Weiter so!!!! U+1F497, U+1F497 , U+1F497

    • 😀 du sagst es. aber die gegensätze sind meine innere mentalität und sie machen das leben interessant, spannend, aufregend. und ich habe endlich wieder die herausforderung lieben gelernt, was für mich definitiv eine der wichtigsten entwicklungen war.
      ganz vielen lieben dank für deine worte! ❤

    • ❤ ganz vielen dank! und ja, das stimmt vielleicht! aber ich glaube, weil viele auch gar nicht die möglichkeiten haben, die ich zum glück bekommen habe. unterstützung von freunden, unterstützung in der therapie – ohne all das hätte ich es nicht geschafft.

  8. Schön einmal wieder was von dir zu lesen ❤
    Es ist immer wieder wunderbar wie du mit Worten spielst.

    Außerdem bin ich froh, dich zu kennen und deinen Weg der Veränderung immer ein wenig zu begleiten ❤ Du bist großartig, fabelhaft, wunderbar – Geh weiter deinen Weg ❤

    • ach meine liebe, ich möchte dir am liebsten ganz viele herzen schicken! ❤ ❤ ❤
      ich kann es nur zurückgeben! und es hilft und tut gut, dass du mich begleitest und mir hilfst, meinen maßstab realistisch zu halten!

  9. Zwei Monate sind schon vergangen?!
    Irre.
    Die Zeit rennt.

    Schön mal wieder von dir zu lesen. ❤

    PS: Ich muss ja gestehen noch nie in Kroatien gewesen zu sein, aber irgendwie hört man in letzter Zeit andauernd von Menschen die in Kroatien Urlaub machen – ist das gerade trendy?
    UND: Muss ich mich mal auf den Weg dorthin machen?

    • kaum zu glauben, oder? ich finde das auch mal wieder ziemlich gruselig. aber danke, für das kommentieren. ich sehe, ich muss einfach meine posting-frequenz arg runterschrauben, dann kann ich unter jeden post einen kommentar von dir einsammeln 🙂
      also bei uns in Ö ist kroatien schon seit jahren so ziemlich das urlaubsland nr.1, wohl auch durch die geografische nähe und es hat (ober)italien sicherlich abgelöst. wir fahren hier alle irgendwie ständig und dauernd dahin 🙂 aber ich muss echt sagen, bei mir war letztes jahr mit dem roadtrip ja das erste mal und JA ich habe definitiv mein herz daran verloren. an den ruppigen charme, an die karstigen felsen, an das türkisblaue wasser. kroatien ist kantiger kitsch und du solltest da unbedingt hin – wenn aber irgendwie nicht unbedingt im Juli oder August 😉

      • Okay, hab’s auf meine Roadtrip-Bucket-List gesetzt. 🙂

        Danke dir! 😉

        PS: Ich habe dich ja abonniert und bekomme deshalb jeden deiner Posts mit. Und ich lese sie auch alle. Zu manchen habe ich nur einfach nichts zu sagen und dann halte ich auch die Klappe. 😀 😉

  10. Ach, Wasser, ein wunderbares, aber eben auch starkes Element. Kann einen mitreißen und umhauen, umschmeicheln und tragen, faszinieren und beängstigen.
    Wie das Leben. 🙂 Tolle Bilder. Nur Mut, und Geduld, Schritt für Schritt dahin, wohin es dich zieht. Du wirst immer weiter zu dir kommen.

    • du sagst es! S.T.S. haben darüber ein wunderbares lied geschrieben, besonders über das meer und so heißt auch der song. wasser ist so faszinierend, so weich, so stark und wie du sagst: wie das leben.
      ich denke, man selbst zu werden ist auch eine lebenslange reise, denn ich bin schon ein befürworter des zitats „wer glaubt etwas zu sein, hat aufgehört, etwas zu werden“ und ich denke, wir sollten immer im werden bleiben. aber manchmal, da ist man so weit von sich weg, dass die entwicklung so stark ist und soviel kraft braucht und dann wieder gibt es zeiten, wo das alles ein klein wenig im Hintergrund abläuft und weniger „weh tut“.

  11. schön wieder von dir zu lesen. Ich war vorerst auch eher stumm, habe aber jeden Beitrag mitgelesen. Gratuliere, dass du deine Angst in manchen Dingen besiegt hast. Ich vermisse deine so gedankenvollen Posts. Deine Bilder sind wunderbar. Wie herrlich das Wasser perlt.

    • ach meine liebe, danke für deine worte, das macht mir soviel freude und gibt mir soviel motivation! ich vermisse das schreiben und den austausch auch und ich freue mich darauf, dass nun eine zeit kommt, in der zuhause sein hoffentlich wieder mehr am plan ist und daher auch mehr zeit für diese dinge bleibt.
      wasser ist einfach mein allerliebstes element. es gibt niemals zweimal dasselbe wasser, auch wenn es zweimal das gleiche ist. vielleicht ist es das, was mich daran so anzieht.

  12. Verrückt: Gerade denke ich an Dich, schaue in meinen Reader, finde diesen Post. Sehr schön. Dass er da ist, Deine Bilder und wie Du von Dir erzählst! Ja, der werden, der man ist, darüber lese ich gerade… Muss mir aber noch über diese Lektüre klar werden: „Das intensive Leben“ von Tristan Garcia. – Willkommen zurück!

    • lieber tobias, wie schön, wieder von dir zu lesen, sind wir uns doch ein weilchen nicht über den weg gelaufen. und wie schön, dass jemand auch abseits des www an mich denkt. spannend, dass du gerade ein buch aus diesem kontext liest. es ist denke ich ein sehr interessantes thema, zu dem man seinen eigenen zugang finden muss, ein filigranes konstrukt, mit dem man vorsichtig umgehen muss. danke für deine worte!

    • liebe nadine, ich freu mich auch sehr, dass ich die ruhe gefunden habe, wieder zu schreiben. es hat mir gefehlt und ich spüre, wie sehr es mich wieder in den fingern juckt.
      danke dass du diesen satz bemerkt hast. er war mir beim schreiben ganz besonders wichtig ❤

  13. Oh, wow… Ich hab mich so sehr selbst in diesem Text gefühlt, so viel erkannt, und es ist so viel passiert (wann hab ich hier das letzte Mal kommentiert? Himmel, Ewigkeiten her), und trotzdem hab ich oft an dich gedacht und regelmäßig mal über deine Beiträge gelinst, lächelnd, mich freuend, dass du die Welt immer noch mit so schönen Fotos und Texten versorgst.
    Ich glaube, irgendwie wachsen wir immer weiter, und in ein paar Jahren schon kannst du einen Artikel verfassen, der diesen hier nochmals in den Schatten stellt. Gerade dieses Loslassen einengender Strukturen und der Verlust lähmender Ängste sorgt dafür, dass man das Leben freier ausnutzen und genießen kann… Und dafür, dass es sich auch wirklich erst wie Leben anfühlt. Es ist komisch, eigentlich war ich mein Leben noch nie so weit unten wie dieses Jahr, aber gleichzeitig sorgt das jetzige Hochrappeln auch dafür, dass ich viel Ballast abwerfe und erstmals richtig so lebe, wie ich es für richtig halte. Es geht eben weiter.
    Alles, alles Liebe!
    Eine Stimme aus der Vergangenheit 🙂

    • LAURA! Ja, ich schreie dich grade aus der ferne an, denn ich kann gar nicht glauben, hier von dir wieder zu lesen! ich freue mich so sehr dass du mich nicht vergessen hast! danke danke danke für deine worte, es ist so schön, sie zu lesen! ich habe dich übrigens auch nie vergessen und immer gehofft, dass du mir wieder einmal hier über den weg läufst.
      2018 ist ein hartes jahr für so viele von uns. es ist nicht mein schwierigstes aber sicher eines davon und ich sehe das auch im umfeld meiner freunde, es gibt so viele hindernisse, soviele herausforderungen, soviel schmerz. ich glaube, die sterne stehen komisch, es kommen so viele dinge zutage, die jahrelang unter der oberfläche geschwelt sind, aber damit kommt auch die chance, sie hinter sich zu lassen. ich hoffe für dich, dass das auch bei dir möglich ist, auch wenn ich natürlich gar nicht weiß, womit du zu kämpfen hattest und hast.

      es geht weiter, das ist manchmal der traurigste, aber oft der tröstlichste gedanke. und schreibe mir bitte immer, wenn du lust hast!

  14. Liebe Paleica,
    gerade den ersten Block Unterwasserbilder finde ich ziemlich faszinierend. Es ist eine mir unbekannte Welt, da Wasser so überhaupt nicht mein Element ist.
    Deine Gedanken und dein Tun finde ich sehr inspirierend. Ich finde, du machst es genau richtig. Wo die Angst ist, ist der Weg. Ich denke aber, dass es Situationen im Leben gibt, wo die blöde Angst sich so quer und gewaltig vor einem aufbaut, dass ein paar Hände im Rücken gut tun würden, um die Herausforderung anzunehmen.

    Liebe Grüße

    Conny

    • Weil es gerade so gut passt, LInkin Park:

      I will never know myself until I do this on my own
      And I will never feel anything else until my wounds are healed
      I will never be anything till I break away from me
      I will break away, I’ll find myself today

      • ja, chester hat sehr oft wunderbare worte zu diesen themen gefunden… dankeschön dafür! (auch an dich, fürs dran erinnern, natürlich!) 🙂

    • liebe conny, auch für mich ist das was ganz neues. mich hat wasser immer schon fasziniert, aber die angst, es selbst zu erleben, war zu überwältigend. aber auch da war genau das der punkt, wie du sagst: „wo die angst ist, ist der weg“. Angst hat immer soviel mit einem selbst zu tun und vermeidungsstrategien funktionieren bis zu einem gewissen grad, schränken irgendwann aber viel zu sehr ein und dann gibt es nur mehr einen weg und der geht mitten durch. ich denke auch, dass man sich dazu nicht zwingen kann, irgendwann kommt das bedürfnis und der wunsch, die angst hinter sich zu lassen und den weg zu gehen wird so groß, dass man die herausforderung annimmt. die geduld, darauf zu warten, muss man leider haben. und das vertrauen in sich selbst, dass man den weg gehen wird, wenn man soweit ist… und das fand ich immer das schwierigste daran.

  15. Willkommen zurück Liebes! 💋

    Ich stimme Thomas Sautner absolut zu, das ist wirklich sehr schwer, aber es ist es wert. Ich mag übrigens die Unterwasserbilder. Vorallem das dritte (in der zweiten Gruppe) mit dem Splash finde ich soooo unglaublich schön. 😍

    Ich kann das so gut nachempfinden. Ich befinde mich, wie du ja weißt, noch mitten auf diesem Weg und es ist manchmal unglaublich schwer, aber ich möchte nicht aufgeben. Denn jeder Schritt zu meinem wahren Ich, war bisher definitiv der richtige und ich möchte einfach ich selbst sein und mich mehr entdecken und kennenlernen. Und du bist definitiv auf einem guten Weg, wenn er zeitweise auch schwierig sein mag, du weißt – genauso wie ich – dass es das wert ist. 😉
    Wir müssen uns selbst glücklich machen und nicht alle anderen. Und wenn wir selbst glücklich sind, dann sind auch die Menschen die uns lieben ein Stückchen glücklicher, denn sie werden sich mit uns freuen.

    Es ist wirklich so schön das alles zu lesen und erinnert mich einfach immer wieder an eigene Etappenziele. Wie unterschiedlich man doch sein kann, die Reise unterschiedlich antritt um am Ende dem gleichen Ziel entgegen zu streben. 😊

    Die Bilder vermitteln nicht nur Ruhe und Kraft. Du hast sie sehr passend zu diesem Thema gewählt. Denn wenn man in das Wasser nicht eintaucht, wird man nie erfahren, was sich darin verbirgt. Du bist eingetaucht und hast Facetten davon festgehalten. Und wie ich dich kenne, werden es nicht die letzten Bilder sein, die wir aus der Unterwasserwelt und vielleicht von deiner Suche zu dir selbst sehen/lesen werden. 😘

    Bleib dran Liebes. Ich bin furchtbar stolz auf dich! 💕

    • ❤ ❤ danke meine liebe!
      ich will auch gar nicht behaupten, dass ich mit diesem weg "fertig" bin, ich glaube, das sind wir ohnehin nie und das ist irgendwie auch ganz ok und gut so. es ist einfach nur wichtig, ihn zu gehen, in kleinen etappen, schritt für schritt. die hauptsache ist einfach, dass wir unser leben als "unseres" annehmen und die verantwortung für uns und unsere entscheidungen übernehmen, dann kann schon nicht mehr alles schiefgehen denke ich 🙂

      es tut übrigens so gut, unterstützung von außen zu bekommen, zuspruch, es macht mut, es hält die motivation hoch, es beruhigt, zu wissen, dass auch andere da unterwegs sind. dafür ein danke an dich ❤

      und ein danke an deine worte. ja du sagst es, das wasser hat mich immer magisch angezogen und jetzt saugt es mich ein, es ist der ort, an dem es nur das hier und jetzt gibt, an dem ich eins bin mit der welt und an dem ich die bedeutung der gegenwart in ihrem vollen ausmaß spüren kann. das ist so besonders für mich und ich bin unheimlich dankbar, dass ich die möglichkeit habe, diese erfahrung immer wieder zu machen.

      • 💕
        Ich glaube mit diesem Weg werden wir an sich auch nicht so schnell fertig sein, sofern man je fertig werden kann. Aber es wird besser und mit jedem Meter fühlt es sich richtiger an. 🙂 Sehe ich genauso wie du. Wir müssen unser Leben nur vor uns selbst rechtfertigen, vor niemand anderem. Und wenn wir einen Partner gefunden habe, der auf diesem Weg bei uns bleibt, können wir uns zu den glücklichsten Menschen zählen. 😉

        Gerne. Dieses Danke kann ich nur zurückgeben. 😘

        Das freut mich zu lesen. Endlich jemand, der versteht wie ich mich mit Wasser fühle. Irgendwie komme ich im Wasser zur Ruhe. Ich lege mich still hinein und lass mich einfach an der Wasseroberfläche treiben. Alles um einen wird still und irgendwie finde ich dabei zu mir. Ich freue mich auf mehr Wasserbilder und mehr tiefgründige Texte. 😉

      • da hast du recht. aber ich denke, das ist auch gut so. immerhin braucht der mensch ja immer eine aufgabe 😉 wozu wäre man denn auf der welt, wenn nicht, um sich immer und immer wieder zu verändern, neu zu erfinden, zu hinterfragen?
        und ich denke auch, dass jemand, der uns begleitet und unterstützt, der uns kennt aber nicht blockiert eine ganz wichtige ressource ist.

        oh ja, genau das was du schreibst kann ich mittlerweile in diesem element auch erleben. das ist so wundervoll. und es ist mir so lange verwehrt geblieben – umso mehr genieße ich es jetzt und habe das gefühl, ich muss es nachholen, wo auch immer es geht.

      • Da kann ich dir nur zustimmen!
        Ich wünsche dir ganz viel wundervolle und entspannende Wasserzeit. 💗 Übrigens solltest du mal schauen ob es so ein Floating-Dings bei euch gibt. Weißt du was ich meine?

  16. Da bist du ja wieder! Das freut mich! Und dann auch noch mit Unterwasser- Fotos! Ich find es klasse das du deine Ängste überwunden hast um im Wasser zu spaddeln… Deine Fotos gefallen mir – das soll ja auch kein Wettkampf ala *wer macht das schönste Foto* sein.
    Dein Schritt wegen der Familie – es wird sich zeigen das du viel entspannter wirst, und auch so manch getragene Bürde von deinen Schultern fällt…

    Liebe Sonntagsgrüsse zu dir sende,
    Britta

    • jaaa, da bin ich wieder! nicht voll und ganz, aber zumindest wieder ein bisschen und es ist richtig schön!
      und danke für deine worte, damit hast du definitiv recht, aber manchmal fällt es schwer, das nicht zu vergessen, im sich immer optimierenden und perfektionierenden internet.
      alles liebe aus dem endlich herbstlichen wien! ❤

  17. Ich finde deine Unterwasserbilder besonders gelungen! Keine Ahnung wie du darauf kommst, dass sie nicht besonders gut sein sollen. ❤️
    Ja, dieses Jahr hat auch mir und meiner Familie große Steine in den Weg gelegt. Manche konnte ich beseitigen und andere werden wohl für immer liegen bleiben, sollte nicht ein Wunder geschehen und die Strecke sich mit bewegen (höhere Gewalt sozusagen)…daher freue ich mich sehr, dass sich bei dir wenigstens was getan hat und du nach zwei Monaten wieder ein Lebenszeichen von dir gibst. Das ist ein gutes Zeichen.

    Ich freue mich auf deine großartigen Bilder und auf deine tiefsinnigen Gedanken, die so langsam kommen werden. ❤️

    • ach danke du liebe ❤ ich finde, sie sind halt einfach nicht so mächtig und beeindruckend wie bilder, die man sonst so zu sehen bekommt. aber so ist das halt mit der verrückten surrealen welt des internets…
      dass auch bei dir soviele stolpersteine herumliegen tut mir sehr leid – vor allem jene, die nicht einfach wieder verschwinden. ich hoffe, dass du – frei nach dem sprichwort – dennoch etwas schönes daraus bauen kannst.

  18. Liebe Christina,
    ich habe mich so gefreut, wieder von Dir zu lesen und zu sehen. Mein doch etwas längerer Urlaub hat sich natürlich auch auf meinem Blog bemerkbar gemacht, denn ich war wieder auf meiner Lieblingsinsel Lanzarote. Dort ist das Internet leider nicht so dolle und so ist das für mich jedesmal eine kleine Auszeit, die ich aber sehr genieße.
    Mir gefällt das Zitat sehr gut und ich finde es gut, wenn Du selbst sagst, dass Du jetzt wieder „auf dem Weg“ bist. Freie Entscheidungen treffen, zu denen man steht, egal wie es aus- bzw. weiter geht, dass ist eine ganz besondere Art von Freiheit, ein echter Schatz, der immer wieder aufs Neue erorbert, gesucht und gefunden werden will.
    Was die Unterwasserfotos angeht, ich finde gerade die nicht ganz perfekten Bilder vermitteln ein wenig vom Elementaren des Wassers. Ist das Foto zu perfekt, sieht es nicht mehr nach „unter Wasser“ aus, gell.
    Hab weiterhin eine gute Zeit, ich freue mich auf Deinen nächsten Beitrag schon jetzt,
    herzlichst
    moni

    • ach liebe moni, lanzarote ist so eine schöne insel. da muss ich auch irgendwann eines tages nochmal hin und etwas mehr zeit verbringen.
      danke für deine lieben worte zum rest ❤

  19. Also mir gefallen die Fotos sehr gut 😉 Unglaublich was für eine Wandlung du durchgemacht hast! Wenn ich da an deine älteren Beiträge und deine Beziehung mit dem Wasser denke, kommst du mir wie eine neue Person vor! Gratuliere zum PADI Tauchschein, ich wünsche dir dass du noch viele schöne Gewässer damit erkundest 😉

    • ❤ du kannst mir glauben, es fühlt sich auch an, als WÄRE ich tatsächlich eine andere person. das ist echt wahnsinn. und auf das erkunden von anderen gewässern freu ich mich schon, obwohl ich dafür noch ein bisschen mehr wohlfühltauchen im see brauche, um wirklich save mit dem umgang mit der ausrüstung und allem zu sein.

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