Wer hat meine Zeit gefunden
die ich irgendwie und -wann verloren?
Tage Wochen oder Stunden
heute kommt’s mir kostbar vor…

[Udo Jürgens]

Mal wieder bin ich etwas spät dran (ich bitte dies zu entschuldigen) aber ich habs erst gestern geschafft ein – für mich – zufriedenstellendes Foto zu schießen und bin dann nicht mehr dazugekommen es hochzuladen und einen Text dazu zu finden. Das zweite Wochenthema hat meinen Ehrgeiz ziemlich angestachelt, da das Thema ‚Zeit‚ eines ist, das mich seit Jahren begleitet, dem sogar monatelang meine Website gewidmet war und das eines ist, das mich nach wie vor intensiv beschäftigt.

Was ist Zeit…?

Es gibt Sekunden, die dauern endlos lang
und manche Stunde endet bevor sie je begann
Manch ein Kapitel ist keinen Herzschlag wert
und manches Wort wird nicht einmal gehört!

Doch die Zeit ist wie ein Gaukler
ein Kind der Illusion
vor denen die sie lieben
läuft sie nie davon…

[Udo Jürgens – Champagner regnet vom Himmel]

blog_spurenamsee

Dieser kleine See in dem verträumten Park ist beinah‘ ganz zugefroren. Doch die Fußabdrücke darauf lassen ahnen, dass schon viel Leben darüber gewatschelt ist.
Oft kann man die Dinge selbst nicht sehen, doch die Spuren, die sie hinterlassen haben, die bleiben.
Für immer. Endlos. Zeitlos.

Some people come into our lives and quickly go.
Some stay for a while and leave footprints on our hearts
that we never, ever are the same again
(das wurde hier schon einmal besprochen, für die, die sich erinnern wollen…)

Man sagt, die Zeit heilte alle Wunden. Ich habe diesbezüglich einmal einen – in meinen Augen – klügeren Spruch gelesen: sie rückt sie nur beträchtlich aus dem Mittelpunkt.

Die Zeit.
Der Beitrag ist lang und wirr, ich weiß. Doch auch die Zeit ist ein langes und wirres, ein nie endendes, einen immer beschäftigendes Thema. Sehr empfehlenswert dazu ist ‚Die Frau des Zeitreisenden‘ von Audray Niffenegger oder auch ‚Momo‘ von Michael Ende, nur um hier dezent auf zwei ganz wunderbare Bücher aufmerksam zu machen.
Ach und hierzu noch ein kleiner Nachtrag: gerade diese Woche ist ein Mail in meinen Posteingang geplumpst. Das mit dem ‚Konto‘, auf dem man jeden Tag 86.400 Euro bekommt, von denen man nichts sparen und aufheben kann. Es ist unbefristet, man weiß nicht wie lang man das bekommt. Ergo sollte man dieses Geld bedächtig nützen. Diese 86.400 Euro stehen für die Zeit, die 86.400 Sekunden, die man pro Tag geschenkt bekommt. Man sollte sich ab und zu in Erinnerung rufen, ob man die Zeit, die man bekommt und die man nicht sparen kann, verantwortungsvoll verwendet…

Die Zeit.
Die Zeit ist alles und nichts. Man kann sie nicht angreifen, nicht sehen, nicht riechen, nicht einmal fühlen. Man erkennt nur ihre Spiegelung in unseren Augen und in den Blicken derer, die uns lieb waren, sind, und vermutlich auch ein Leben lang bleiben werden. Zumindest im Herzen.

27 Comments on “Projekt 52 – Zeit (Woche 2)

  1. das ist eine wunderbare, einfühlsame und nachdenkliche Umsetzung.
    Manchmal muss man sich Zeit nehmen, um sie festhalten zu können.

    Sehr, sehr schön!

  2. Uns gehört nur die Stunde. Und eine Stunde, wenn sie glücklich ist, ist viel.
    Theodor Fontane

    Sehr schönes Bild !

  3. Die letzten paar Minuten meiner Zeit habe ich gut genutzt und Schönes gesehen und gelesen – dank dir!

    Alles Liebe, liebe Grüße!!
    Eveline

  4. eine wirklich fesselnde verarbeitung des themas… und so wahr.

    na hoppla, war schon ganz verwundert, wo mein kommentar geblieben ist. *lach* dachte dann aber irgendwie, dass der vielleicht erst freigeschaltet werden müsste, und ich komm mir immer so blöd vor, wenn ich sowas nicht merke und dann ganz verdattert dasselbe nochmal schreibe… xD

    dein winteroutfit klingt klasse. ein farbtupfen im grauen alltag! ^^

    meine lernfreude hängt auch immer sehr vom umfeld ab, ich lerne auch viel lieber, wenn draußen die sonne scheint, überhaupt geht’s mir dann mental viel besser und meine altbekannte panik prallt einfach von mir ab und ich kann mich mal konzentrieren. werd aber vermutlich nicht das glück haben, viel sonnenschein vor meinen prüfungen genießen zu können, also muss das ganze eben auch so irgendwie gehen.

    viel glück für deine diplomprüfung! =)
    alles liebe
    laura

  5. GÄNSEHAUT.

    Das Foto ist wunderschön – kann ich mich gar nicht dran satt sehen. *schmunzel* Stimmt, unsere Texte haben Schnittpunkte. Wie Du schreibst, es ist ein langes, wirres vorallem fesselndes Thema…es ist schwer in wenige Zeilen zu packen. Aber sehr gelungen.

    Das Buch „Die Frau des Zeitreisenden“ habe ich gelesen – Prädikat sehr empfehlenswert – hat mich arg berührt und zum Nachdenken gebracht.

    Tolles Blog, nehm Dich mal in meinen Feed-Reader und schau wieder vorbei.

    Liebe Grüße
    evo

  6. Ja wenn man 13 Tage frei und nix zu tun hat kommt schon langeweile auf, da freut man sich wenn man wieder arbeiten geht die zwar auch nicht große Abwechslung bietet aber jedenfalls ist man für einige Stunden am Tag beschäftigt xD

    Dankeschön, das hoffe ich auch 😉

    Die Arbeit im Mutter-Kind-Kurheim ist wohl keine ideale Referenz für eine Ausbildung zur Krankenschwester ^^ Mach aber evtl im Februar so einen 7 Wöchigen Lehrgang (Helferin in der Pflege) mit, muss da morgen aber erstmal hin um mich darüber weiter zu Infomieren.

    Wie ich gerade auf den Beruf komme? Hab 2006/2007 ein FSJ gemacht und dort mit Behinderten Kindern und Jugendlichen gearbeitet und mir macht die arbeit mit Menschen total viel Spaß xD Vll bin ich etwas Familiär vorbelastet meine Tante hat früher als Krankenschwester und meine Mum als Arzthelferin gearbeitet, mein Cousin ist auch in der Krankenpflege tätig und möchte Medizin studieren ^.^

    LG

  7. Ein bemerkenswert einfühlsamer Beitrag zum Thema Zeit. Das Foto drückt die Stimmung aus, die man beim Lesen empfindet. Sehr schön.

    Beide Bücher sind wirklich lesenswert. Danke für die Erinnerung daran.

    Liebe Grüße
    Gaby

  8. Wunderbarer Text. Melancholisch und tiefgreifend.

    Monde und Jahre vergehen, aber ein schöner Moment leuchtet das Leben hindurch.
    Franz Grillparzer

  9. Das ist mal wieder so ein berührender Eintrag. Da bekomme ich immer dieses Gefühl, dass ich quasi nicht beschreiben kann, eine Mischung aus .. hm, Sehnsucht und Liebe und .. wie gesagt, ich kann es nicht erklären.

    Und zu dem ‚Die Zeit heilt alle Wunden‘ Spruch, da gibt es ja auch einen Gegenspruch.

    Die Zeit heilt nicht alle Wunden, sie macht nur, dass man den Schmerz vergisst.

  10. Mit das Schönste an dem Projekt 52 ist, dass man dadurch ein paar schöne Blogs und sehr interessante Menschen kennenlernt.
    Ich freu mich, dass Du auf meine Seite gefunden hast 🙂

    Lieben Gruß,
    Meg

  11. ja, besser, ich probier’s aus und bilde mir eine eigene meinung darüber, als dass ich mich von vornherein abschrecken lasse. und wenn’s mir nicht gefällt… dann eben nicht, ich glaube, man kann nicht von einem menschen erwarten, auf anhieb die perfekte entscheidung für den rest seines lebens zu treffen.

    die struktur des entrys spiegelt aber auch wieder das wirrwarr des themas wieder, denke ich. 🙂 zeit hat so viele facetten, die sind sehr schwer in wenigen sätzen auszudrücken.

    mit winteroutfit meinte ich den im vorletzten kommentar beschriebenen roten mantel mit passender mütze und die rosafarbenen handschuhe. 🙂 schön farbig, ein kontrast zum grau in grau, das der himmel uns derzeit hauptsächlich bietet.

    mit der müdigkeit hab ich momentan auch immer zu kämpfen… dabei hab ich diese woche schon das glück, morgen nochmal frei zu haben. die lehrer haben da irgendeine konferenz oder so. ^^ den berg von hausarbeiten nehm ich in kauf, hauptsache ich kann ausschlafen…

    alles liebe!
    laura

  12. Wunderbar! so schön.
    Zeit als Geschenk, aus dem man alles mögliche machen kann, als chance sozusagen, das gefällt mir, dieses Bild.
    Meistens hängt man sich ja doch panisch an die Zeiger, um sie nicht vergehen zu lassen oder versucht sie Runde für Runde weiter zu drücken. Bestimmt wäre man glücklicher weniger oft überhaupt über sie nachzudenken.

    Bei mir wird das langsam mit der Arachnophobie, was ich nie für möglich gehalten habe, also vielleicht wirst du das auch noch los 🙂

    Klar, Freud ist prima.

    Ich war auch lange Zeit absolut auf der Musik-, Literatur-, und Philosophieschiene, erst im letzten Jahr hat sich plötzlich so eine naturwissenschaftliche Leidenschaft entwickelt… Genforschung, Tumorforschung, sowas will ich machen.

  13. da hast du echt was zum nachdenken geschrieben. sehr schön formuliert—so poetisch 🙂
    und das bild ist einfach wunderschön

  14. Ich hab dafür zuviel Frei aber naya das ändert sich auch bald wieder xD Am Mittwoch wieder arbeiten und dann wieder nächste Woche …

    LG

  15. Wundervoll, wie du mit dem Thema umgegangen bist. Und man kann jede Zeile deines Beitrages genießen – ich habe ihn jedenfalls genossen, dafür möchte ich mich bei dir herzlich bedanken. Auch das Foto ist wahnsinnig schön *schwärm*

    Besonders beeindruckt mich deine Sammlung von Texten, du hast dir sehr viel Mühe gemacht und wirklich schöne Zeilen, die zum Nachdenken anregen, ausgesucht.

    Chapeau!!

    Viele Grüße von Kerstin

  16. heeey hey, mich gibts noch =) nichts schlimmes oder derartiges passiert (ein glück), nur brechen demnächst (in knapp 2 wochen) die prüfungen über mich herein.
    das ist kein zuckerschlecken ^^ drum investier ich meine kostbare zeit ins lernen, und belege fertigen und programme schreiben: sprich ins studium.
    das ist der grund warum man jetz schon länger nichts mehr von mir gehört/gelesn hat und auch der grund, warum das noch einen ganzen monat anhalten wird (wow, heute in einem monat hab ich alle 5 prüfungen hinter mir =D)
    is nich schön, aber wer gut sein will, muss leiden *g* (mir kribbelts un brennts zwar undauernd unter den fingerchen irgendwas so zu schreiben, aber wenns um die prüfungen geht, bin ich ziemlich strikt)

    ein schönes bild =D lädt zum träumen ein.
    das mit den spuren hinterlassn erinnert mich nur wieder an diese geschichte mit dem jungen, der für jede schlechtigkeit seinerseits einen nagel in einen zaun schlagen muss, und als er später alle nägel zieht, bleiben dennoch spuren seiner taten, so wie auch bei den menschen, denen er das schlechte angetan hat.

    verglichen mit dem leben eines sterns, leben wir menschen nur einen augenblick. dann müsste sich so ein stern ja eigentlich denken (mal davon ausgegangen, dass ein stern denken kann), dass der mensch sein „kurzes“ leben ausschöpfen sollte, jede einzelne sekunde genießen und vor allem schätzen sollte. aber mal ehrlich, ich glaube, das haben viele aus den augen verloren. die kindheit, die viel zu schnell vorbeigeht, das jugendalter rennt auch nur so dahin, dann steht man in der mitte seines lebens, man wird älter. aber ist auch nicht leicht, sich „einfach mal die zeit zu nehmen“ wenn man z.b. erfolgreich sein will.

    mit dem „die zeit heilt alle wunden“ und „sie rückt sie nur beträchtlich aus dem mittelpunkt“, stimme ich zu, zweiteres ist um einiges klüger ^^ (oder vllt doch eher was für pessimisten, oder eher vertreter der realisten? naja)

    lg die chiby

  17. Bild und Text gefallen mir. Die zwei von Dir erwähnten Bücher zum Thema Zeit mag ich ebenfalls, aber noch ergiebiger zu dem Thema finde ich das Buch „Schwarzer Rücken der Zeit“ (von J. Marías). Kennst Du das?

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