Projekt 52 – Leblos (Woche 3)

Dieses Mal musste ich mich nicht erst auf die Jagd nach einem passenende Motiv machen, da das passende Motiv mich bei meinem letzten Ausflug für Projekt 52 Woche 2 bereits gefunden hatte.

Das Thema dieser Woche lautet ‚leblos‚.

Dieses Bild war kurzzeitig in der engeren Auswahl für Wochenthema 2, ist es aber letztendlich (glücklicherweise) nicht geworden. So hatte ich schon ein – für mich – durchaus zufriedenstellendes Motiv für die Woche 3, die bei mir eine reine Lernwoche sein wird und in der ich wenig Zeit habe mich mit Kreativität auseinanderzusetzen.

Jetzt aber genug Geschwafel (seit wann gibts denn soviel Text bei mir? Will das denn überhaupt jemand lesen?) Deswegen schnell zur Hauptsache des Eintrags:

blog_blaetterschnee1

Liebe gute alte Zeit
bleib ein bisschen stehn’n
ruh‘ dich aus für eine Weile
denn es ist grad‘ so schön…

[Dritte Wahl – Zeit bleib stehen]

Es gibt Winterzeiten im Leben, wo alles erstarrt ist. Rundherum nur Kälte. Alles scheint leblos. Nur ein paar gefallene Blätter erinnern noch dunkel, als Schatten ihrer selbst, braun, vertrocknet, an die Zeit, in der alles noch voll in Blüte stand. Damals, als du noch ohne Jacke vor die Türe gehen konntest weil der Frost in deinem Herzen noch nicht Einzug gehalten hatte. Damals, als du getanzt hast bis in die Morgenstunden. Als das Lachen noch unbeschwert war.

Diese Momente scheinen ewig her zu sein. Aus einem anderen Leben, beinahe. Du kannst deine Verwunderung noch schwach fühlen als die ersten Blätter sich lösten und energielos zu Boden sanken. Du hast nicht weiter nachgedacht. Es kam dir gar nicht in den Sinn, dass der Sommer eines Tages vorbei sein könnte. Doch unweigerlich ist der Herbst gefolgt, in dem die bunten, kräftigen Farben dich von allem Sterbenden ringsum ablenkten. Dann passierte das Unerwartete doch. Die Farben wichen dem Grau und du konntest das volle Ausmaß der Leblosigkeit sehen. Alles war kahl, nichts war mehr übrig vom Strahlen der Vergangenheit. Es hat dich gepackt, es hat dich mit sich in die Katakomben gezogen. Alles war schwarz und düster, schwammig, nicht fassbar. Du hast dich mitreißen lassen in das wabernde Dunkel, das dich umgeben hat.

Aber irgendwann, da hat es ein kleiner Sonnenstrahl geschafft zu dir durchzudringen. Er hat dich im Ohr gekitzelt als er flüsterte:

Dein Leben dreht sich nur im Kreis
so voll von weggeworf’ner Zeit
deine Träume schiebst du endlos vor dir her.
Du willst noch leben irgendwann
doch wenn nicht heute wann denn dann?
Irgendwann ist auch auch Traum zu lange her…

Immer vorwärts Schritt um Schritt, es geht kein Weg zurück…

[Wolfsheim – Kein Zurück]