„Geschichten von unterwegs“ oder wie ich zum Reisen kam.

Ein Stöckchen von isaverdicht, das ich hier mit etwas zusammenbringe, das ich schon seit langem plane: meine eigene „Places to see before you die“-Liste. Ich hole etwas weiter aus, denn diese Idee hat länger gebraucht, um Form anzunehmen. Ich bin nämlich nicht, wie die meisten, immer schon ein besonders reiseaffiner Mensch gewesen. Für mich war reisen gleichzusetzen mit Urlaub = sich einige Tage im Jahr außer Landes aufhalten, unbedingt mit Strand und Meer, Rätselblock und Büchern. Darum fanden die ersten Urlaube nach dem damaligen Superklischee statt: Griechenland, All-inclusive. Sehr viel mehr oder weiter hatte keine Priorität, meistens bin ich vor allem gern wieder nachhause gekommen. Doch dann hat mich irgendwann die Fotografie zu begeistern begonnen. Die kleine Lumix fuhr mit nach Italien und auf einmal sah ich Dinge mit anderen Augen.

Italien war hier ein bisschen der Knackpunkt, deswegen möchte ich darüber kurz erzählen, auch wenn der eine oder andere, der schon ganz früh hier angefangen hat mitzulesen, das noch „live“ verfolgen konnte. Denn nach 2x All-inclusive auf Kos und Maturareise in einem Club in der Türkei entschied ich mich der Abwechslung wegen für das Land im Mittelmeer. Die Erwartungshaltung war ursprünglich dieselbe, das Outcome jedoch ein ganz anderes. Schuld daran war – das Wetter. Denn Ende August heißt es an der Adria nicht zwangsläufig „pack die Badehose ein“, sondern manchmal auch „zieh‘ die Wollweste an.“ Dieser „Zwischenfall“ war jedoch eigentlich mein großes Glück, denn da wir ohnehin mit dem Auto unterwegs waren, waren wir flexibel und konnten auch etwas unternehmen. Genau das taten wir dann auch – und ich begann am Erkunden fremder, neuer Orte Interesse zu entwickeln. In diesem Jahr sollten wir nur in der näheren Umgebung bleiben – die Bezirke von Lignano haben wir besucht und einen Ausflug nach Grado (eine wirklich hübsche kleine Stadt, für nähere Infos könnt ihr hier klicken), sowie einen nach Venedig gemacht. Reisen in Italien ist angenehm unkompliziert (wenn man sich erstmal an den etwas forscheren Fahrstil der Italiener gewöhnt hat). Aber die Orte sind gut beschildert, die Straßen gut ausgebaut und die Italiener im Falle von Navigationsproblemen sehr hilfsbereit (auch ohne Sprachkenntnisse. Ein weiteres italienisches Phänomen: ich kenne kein anderes Volk, mit dem man sich ohne gemeinsame Sprachkenntnisse so wunderbar verständigen kann).

Im Jahr darauf fand der Ausflugs-Erholungskombinationsurlaub schon geplanter statt. Diesmal sollte es die Toskana werden, jedoch mit Hotel bei Pisa am Strand; zu wagemutig wollte ich dann auch nicht sein und das Meer ganz weglassen ;). Unsere Halb- und Tagestouren nach Pisa, Lucca (sehr bezaubernd!) und Florenz (bis heute eine meiner liebsten) haben mich letztendlich zu einem bekennenden Italien-Fan werden lassen.

Seither habe ich auch noch einige andere italienische Flecken erkunden können. Im Jahr darauf stand die Emilia Romagna (im Vergleich zur Toskana gefühlt unbekannt, also wer mehr erfahren will: klick) mit Zwischenstopp in Padua am Programm, stationiert in Rimini kann man von dort aus wunderbar Ravenna, San Marino und noch Vieles mehr kennenlernen. Von der mittelitalienischen Küche ganz zu schweigen ^.^ Vor 2 Jahren habe ich es endlich in den Süden geschafft und den lang ersehnten Ausflug zum Vesuv gemacht und Pompeji gesehen. Auch Palermo hat einen eigenen Charme  und sogar ein Tag Rom war im Laufe dieser Reise drin (viel zu kurz! Ich komme wieder!). Fast vergessen hätte ich unseren Wanderurlaub letzten Sommer in Südtirol. Traumhafte Dolomiten! Anbei ein kleines, buntes und altes Fotopotpourri (ich habe übrigens nun im Nachhinein betrachtet einen unglaublichen Qualitätsunterschied in den Lumix-Bildern im Vergleich zur Nikon gesehen, der mir früher nie so aufgefallen ist – und auch eine deutliche Veränderung dessen, was und wie ich etwas als Fotografierenswert empfunden habe).

Für all jene, die nun auf den Geschmack gekommen sind, ein kleiner Tipp bezüglich der Suche nach Unterkünften: auf HouseTrip.de findet ihr jede Menge Ferienhäuser und Ferienwohnungen in Italien! Besonders in der Toskana ist diese Art zu wohnen übrigens sehr beliebt.

Soweit so gut nun aus dem Nähkästchen geplaudert – warum erzähle ich das grade jetzt? Weil ich ohne diese „kleinen Abenteuer“ niemals angefangen hätte, mich so sehr für die Welt zu interessieren und was es so zu sehen gibt. Und weil ich dieses Interesse heute nicht mehr missen möchte.

Nach und nach kam eins zum anderen und heute bin ich Fan von zig Facebookseiten, die mir Plätze auf dem Globus vorschlagen, die man unbedingt einmal gesehen haben müsse. Durch die Faszination Naturfotografie hat sich über die Jahre auch bei mir ein Interesse herauskristallisiert, Orte zu besuchen, von denen ich irgendwann selbst gern „mein eigenes Foto“ haben möchte. Ich habe mich davon verabschiedet, dass es „das beste“ Foto dieses Motivs sein soll, denn das ist praktisch unmöglich, wenn man als Tourist 1, vielleicht 2 Tage dort verbringt, aber zumindest mein eigenes, denn das will ich am Ende meines Lebens haben: eine Bildergalerie einer ausgewählten Handvoll Orte. Fotos, die beim Betrachten Geschichten auslösen. „Not all those who wander are lost“, sagte eins Tolkien. „Die Welt ist ein Buch. Wer nie reist, sieht nur eine Seite davon“, bebildsprachte ein antiker Italiener.

Langer Rede, kurzer Sinn, hier sind sie, meine derzeitigen persönlichen Top 10 „Places to see before you die“ (die wichtigsten, von denen ich glaube, dass eine Reise dahin in machbarer Reichweite liegt). Sehr persönlich und exklusiv für euch (und nicht unbedingt in priorisierter Reihenfolge):

  1. Amerikas Westen (mit Golden Gate Bridge und Grand Canyon)
  2. Kanada (von West nach Ost, aber zumindest die Niagara-Falls)
  3. Nordlichter (am Nordkap, auf den Lofoten, in Tromsø)
  4. Alaska (Kreuzfahrt, Yukon)
  5. Yellowstone Nationalpark
  6. Neuseeland (Herr der Ringe-Drehorte ^.^)
  7. Schottland (Edinburgh, Loch Ness) & die schottischen Hebriden
  8. Island
  9. Santorin
  10. Amalfiküste (there are still things to do in Italy 🙂 )

Die Liste der Orte, die ich generell gern mal sehen will ist natürlich noch viel länger – diese hier sind jedoch die Hauptdestinationen, die ich am Ende meines Lebens unbedingt bereist haben will. 2014 war für mich dahingehend ein ganz großer Meilenstein: ich habe begonnen, diesen Traum umzusetzen und meine erste große, individuelle Fernreise geplant – und dabei die ersten beiden Punkte abgehakt. Es war superanstrengend aber wunderschön und ich freue mich schon, euch von unserer Tour von San Francisco nach Arizona und wieder zurück zu berichten. Viele werden jetzt vielleicht die Nase rümpfen oder mit der Schulter zucken, ich erwarte auch nicht, dass das jeder in der Form verstehen kann – aber Wünsche und Träume sind nunmal subjektiv und jeder muss selbst entscheiden, was davon wichtig genug ist, um es Realität werden zu lassen.

Um euch hier nicht ganz ohne neuen visuellen Inhalt versauern zu lassen, gibt es hier die Fotos von Miss Paleica mit ihren beiden ersten Hakerln auf der Liste und noch ein paar anderen „Beweisfotos“, wo ich in diesen 2 1/2 Wochen so rumgekommen bin: