28 Jahre meines Lebens war ich durch und durch Herbstmensch. Jedes Jahr umfing mich eine Art wohliges Gefühl, wenn die Tage kürzer, dunkler und kühler wurden. Im letzten Jahr war es anders. Ich wollte den Sommer nicht loslassen. Es graute mir vor den langen, tristen und grauen Monaten. Ich vermisse die Sonne auf der Haut, im Gesicht, im Nacken, die Lichtreflexe in den Haaren. Ich liebe die Momente dieses letzten Sommers, es waren soviele wunderschöne dabei und viele davon hatten mit Sonne zu tun. Bei vielen war nur der Apfel dabei, weil es um das Leben und nicht um das Zeigen ging und deswegen gibt es jetzt einige von diesen, um euch daran teilhaben zu lassen und um mich von einem wohligen Gefühl der Erinnerung umspülen zu lassen.

Wer bei schönem Wetter die Stadt Triest besucht und ständig das Meer vor Augen hat, entwickelt irgendwann (meist sehr bald) das Bedürfnis, zumindest seine Füße auch einmal INS Meer zu stecken. Zumindest ist das bei mir so und ich bin nicht einmal eine ausgeprägte Wasserratte.

Im Vorhinein wurde mir von mehreren Seiten gesagt, dass ich mir für Baden in Triest keine allzu großen Hoffnungen machen sollte, wenn ich ins Meer käme, dann eher in Slowenien. Aber ist es wirklich so? Ich spoilere hier schon und sage: nein.

Mit Schrecken habe ich festgestellt, dass ihr von Venedig außer den Bildern vom Landeanflug zum Wort „Unort“ ja noch gar nichts gesehen habt. Allgemein hinke ich ganz schrecklich hinterher, weil derzeit so viele Gedanken auftauchen, die Bilder brauchen, die irgendwie so gar nicht chronologisch zum Reisejahr passen. Ich hoffe, ihr seht mir das nach und genießt den Aufenthalt hier trotzdem 🙂 Diesmal habe ich aber einfach eine ganz klassische Galerie an Sehenswürdigkeiten aus der Stadt am Wasser für euch!

Nachdem der November nun mit all seiner Tristesse Einzug gehalten hat, habe ich das Bedürfnis nach Träumereien… Ich habe euch ja vor einiger Zeit schon über den Beginn meiner Begeisterung für das Reisen erzählt, die in Italien ihren Anfang genommen hat und aus alten Posts ein paar Fotos zusammengesucht. Aus diesem und ein paar anderen Gründen habe ich meine alten Fotos einmal wieder durchstöbert und gefunden, ein paar davon hätten es verdient, „vernünftig“ bearbeitet zu werden .

Ein Stöckchen von isaverdicht, das ich hier mit etwas zusammenbringe, das ich schon seit langem plane: meine eigene „Places to see before you die“-Liste. Ich hole etwas weiter aus, denn diese Idee hat länger gebraucht, um Form anzunehmen. Ich bin nämlich nicht, wie die meisten, immer schon ein besonders reiseaffiner Mensch gewesen. Für mich war reisen gleichzusetzen mit Urlaub = sich einige Tage im Jahr außer Landes aufhalten, unbedingt mit Strand und Meer, Rätselblock und Büchern. Darum fanden die ersten Urlaube nach dem damaligen Superklischee statt: Griechenland, All-inclusive. Sehr viel mehr oder weiter hatte keine Priorität, meistens bin ich vor allem gern wieder nachhause gekommen. Doch dann hat mich irgendwann die Fotografie zu begeistern begonnen. Die kleine Lumix fuhr mit nach Italien und auf einmal sah ich Dinge mit anderen Augen.