Happy Birthday, Episodenfilm!

Es ist wieder einmal soweit: mein Blog feiert Geburtstag. Wir haben miteinander das verflixte 7. Jahr überstanden. Eigentlich ist es mir ziemlich unheimlich, dass seit den Anfängen schon 7 Jahre vergangen sind. So kommt es mir gar nicht vor, einerseits. Andererseits ist es „wie aus einem anderen Leben“. Nichts war damals wie heute. Ich wohnte noch bei meinen Eltern, ich hatte noch eine andere Beziehung, ich stand kurz vor meinem ersten Berufspraktikum und war noch Vollblut- und Vollzeitstudentin. Ich hatte schon einiges hinter, aber noch verdammt viel vor mir, auch wenn ich das zu dem Zeitpunkt noch nicht kommen gesehen hatte. 7 Jahre begleitet mich der Episodenfilm also schon. Vor 7 Jahren schrieb ich den ersten Beitrag. Als „Logbuch meines Lebens“. Als Erinnerungssammler. Als Gedankennotizbuch. Als Lebenswertmomentealbum. Es ist der Ort, an dem ich Paleica bin – das leicht abgewandelte Anagramm der Muse Kalliope, entlehnt aus Steinhöfels wundervollem Jugendbuch „die Mitte der Welt.“ Der Ort des Brückenschlags, der mein Jetzt-Ich mit meinem Damals-Ich verbindet. Das noch Spuren meiner Teenagerzeit enthält, weil sich in den Seiten noch Elemente meiner ur ur alten Websites finden. Weil es etwas ist, das sich seit Jahren mit mir entwickelt. Danke an dieser Stelle an WordPress, das sich freundlicherweise seit vielen Jahren mit dem Internet mitentwickelt und es möglich macht, diesen Ort hier nicht übersiedeln zu müssen. Danke an meine Leser, die das Leben hierherbringen, ohne euch würde es diese Präsenz schon lange nicht mehr geben. Und danke an meine Lebensumstände, die es mir ermöglichen, mein kleines Zuhause im WWW zu befüllen und betreuen. Und nach diesem sehr kurzen Laudatio gibt es für euch heute Buntes: eine Bildergalerie, die sich durch die Jahre zieht, mit sommerlichen Momenten zum Träumen und einige Empfehlungen, wie ihr bereichernd Zeit vergeuden könnt 🙂 * Während meinem Aufenthalt im Weißkittelland Mitte Jänner hatte ich Gelegenheit, Archive zu durchstöbern und habe ein paar Bilder gefunden, die bisher unbearbeitet auf der Festplatte geschlummert haben. Bisher wusste ich nicht so ganz, wann ich sie denn wohl verwenden möchte, aber für den Geburtstagspost eignen sie sich doch perfekt 🙂 Hier für euch Makro, Bokeh und Sommerfeeling. Nachdem der Frühling immer wieder Anlauf nimmt, zeitweise in der Luft liegt und dann doch wieder vom rauchigen Geruch nach Winter zurückgedrängt wird, träumt man gern von früh- und spätsommerlichen Licht- und Farbspielen. Ihr nicht auch?

Ich merke es immer wieder – das Stöbern im Archiv ist wie ein Stöbern im Gedächtnis, das Erinnerungen aktiviert und Verblasstes wieder nachvorholt. Ein Prozess, der für mich grade schön und anstrengend, manchmal ein bisschen schmerzhaft und ernüchternd, immer aber sehr emotional ist und auch mit meiner Rückenthematik zusammenhängt. Manchmal spielen auch eingefrorene Erinnerungen eine Rolle, die blockieren können. *** …und zum Abschluss „schenke“ ich euch noch einen bunten Haufen Empfehlungen (es sind übrigens, tatsächlich zufällig, 7! 🙂 )! Hier also ein kurzer Tipp-Exkurs. Etwas zum Lesen, zum Anschauen und etwas zum Spielen, ich hoffe, da ist für alle was dabei 🙂 Über die letzten Monate der kalten Jahreszeit haben sich in der Freizeit einige Erlebnisse angesammelt, die ich mich euch teilen will.

Bücher:

Der Herr der Tränen & Wächter der Lüge (Sam Bowring)

Ich war mal wieder im klassischen Fantasy unterwegs und bin ganz zufällig bei der Suche nach etwas ganz Anderem (keine Ahnung mehr wo ich eigentlich hin wollte) bei der Duologie (wie nennt man denn einen Zweiteiler?!) von Sam Bowring gelandet. Klappentext von Amazon: Ein alter Krieger darf nicht auf Frieden hoffen Rostigan ist des Kämpfens müde. Den Ruhm, den er in zahlreichen Schlachten erworben hat, hat er nie gewollt. Dennoch weicht die Bardin Tarzi, die ein Lied über seine nächste Heldentat verfassen möchte, nicht von seiner Seite. Da erreichen sie das einst so prächtige Silberstein, doch die große Stadt mit den weißen Türmen wurde vollständig vernichtet. Rostigan erkennt, dass Tarzis Wunsch erfüllt werden wird. Er wird sich einer neuen Gefahr stellen müssen, der größten überhaupt vorstellbaren. Die Wächter sind zurückgekehrt! Ich möchte nicht zuviel verraten, um Interessierten nicht den Lesespaß zu spoilern. Jedenfalls geht es um die Geschichte der „Wächter“, die die Welt heilen wollten, nachdem sie ein großer Zauberer verwundet hat. Mir hat die „Saga von Rostigan und Tarzi“ gut gefallen, es hat sich sehr flüssig gelesen und ich fand die Zusammenhänge sehr schlüssig. Ich war ziemlich schnell durch mit beiden Bänden, da die Kapitelenden immer gut gecliffhangered wurden und ich so dauernd wissen wollte, wie es weitergeht. Wieder mal ein Lesevergnügen, das mich leicht traurig hinterlassen hat, als es zu Ende war. Wer Fantasy mag, ist bei diesen beiden Bänden sicherlich gut aufgehoben!

Filme:

Boyhood (Richard Linklater)

Um den Film Boyhood vorzustellen reichen eigentlich zwei einfache Wörter: unbedingt anschauen! Ich wollte euch schon so lange von diesem wunderbaren Artwork erzählen, hatte aber einfach noch keine Gelegenheit dazu. Zuerst, zum Regisseur: Richard Linklater ist wohl vor allem bekannt durch die „Before Sunrise“ & Co-Reihe, die ich als Wien-Bewohnerin selbstverständlich gesehen habe. Mehrmals. Und einfach entzückend finde (vor allem natürlich den ersten Teil). Boyhood steht dem jedoch in nichts nach und ist aus cineastischer Sicht den früheren Werken um Längen voraus. Das besondere an diesem Film ist, dass Linklater ihn über 8 (?) Jahre hinweg gedreht hat – immer mit denselben Protagonisten. Es geht also um das Erwachsenwerden von Mason, der mit seiner Mutter und seiner Schwester ein vermutlich nicht ganz untypisch amerikanisches Leben führt. Der Film ist sehr liebevoll gemacht, er enthält viele emotionale Feinheiten und Charakterentwicklungen und ist außerdem mit einem wundervollen Soundtrack hinterlegt. Ich kann ihn kaum in ein Genre einordnen, ein Episodenfilm natürlich. Aber sonst ist er einfach nur schön. Es hat mich sehr geschmerzt, dass er bei den Oscars gar so kurz gekommen ist, aber Patricia Arquette hat ihn wirklich verdient erhalten!

Die Fälscher

Aus emotionaler Sicht ein krasses Gegenstück zu Linklaters Meisterwerk. Die Fälscher ist der Film, der dem österreichischen Film endlich wieder internationale Berechtigung gegeben hat. Der Film, der unserem „Stockinger“ (Karl Markovics), den wir österreicher als schrägen Partner von Tobias Moretti im Ur-Kommissar-Rex lieben gelernt haben, den Ruhm eingebracht hat, den er eigentlich verdient hat (auch wenn er am liebsten in Persona unerkannt bleibt). Die Fälscher ist ein irgendwie ganz anderer Film über Nazis, Juden und das Konzentrationslager. Mitreißend, spannend und gegen Ende zutiefst berührend, ohne dabei in Pathos zu versinken. Ich sags gleich, lest nicht den Klappentext auf Amazon, der verrät viel zu viel. Glaubt mir lieber, dass es sich lohnt, ihn anzusehen.

Spiele:

Auch die Playstation ist dieser Zeit wieder heiß gelaufen. Irgendwie waren wir ein wenig filmmüde, nach all den Dokus und deprimierenden (wenn auch grandiosen) Werken, mit denen wir über Monate viele unserer Abende verbracht haben. Es war viel wirklich Beeindruckendes dabei, aber irgendwann ist die Aufnahmefähigkeit begrenzt und es ist Zeit, das Medium zu wechseln, um ein bisschen Pause zu machen. So fanden wir:

Ni No Kuni – der Fluch der weißen Königin

Ein Anime-Adventure – obwohl ich sonst nicht viel für die japanischen Zeichentrickserien übrig habe, hat mich Beschreibung und Bild irgendwie angesprochen. Letztendlich haben wir auch fast 55 Stunden in der magischen Welt verbracht und Katzbuckel, Al-Kuhweid, Laguna, Schweinfort und Co erkundet. Es gab viele Aufgaben zu lösen und Monsterjagden zu absolvieren, Vertraute zu füttern, Edelsteine zu finden, und und und. Ein wirklich umfangreiches Game, das uns viele Stunden wunderbar beschäftigt und vom Alltagsstress abgelenkt hat. Zugegeben haben wir es nicht ganz zu Ende gespielt, da uns die Story schon vor der letzten Kampfepisode verraten wurde und dadurch der Endgegner mangels unseres Ehrgeizes halt an Reiz verloren hatte. Liegt aber nur daran, dass wir mehr Spaß an den anderen Aufgaben als an den Schlägereien im Spiel hatten.

Syberia

Das aller wunderbarste Point-and-Click Adventure, das mir bisher auf der PS3 untergekommen ist (auch für PC erhältlich). Ein Spiel ganz nach meinem Geschmack, denn es gab keinen Stress und keine Kampfszenen, sondern einfach nur viel Herumlaufen, fantastische Welten erkunden, mit Avataren sprechen, Objekte finden, Rätsel lösen und Aufgaben erfüllen. Wir mussten nur ein einziges Mal in der Komplettlösung nachsehen und das auch nur, weil wir einfach etwas, das wir im Inventar hatten, vergessen haben. Genial aufgebaut und immer genau das richtige Maß an Herausforderung und Schwierigkeitsgrad erwischt. Ich hatte noch nie soviel Spaß und Erfolgserlebnisse mit einem Computerspiel und freue mich einfach nur wie blöd, wenn wir die Fortsetzung spielen. Dazu muss man sagen, dass das Spiel bereits aus 2002 ist, aber selbst auf unserem riesigen Fernseher durchaus gut spielbar ist. Für die damalige Zeit muss es ein grafisches Meisterwerk gewesen sein. Wer auch immer Point-and-Click Adventures mag, sollte sich Syberia auf keinen Fall entgehen lassen!

Brothers – A Tale of two Sons

Zuletzt haben wir im PS Store ein Spiel entdeckt, das vermutlich sogar in die Kategorie „Jump and Run“ eingeteilt werden könnte – ein Genre, mit dem ich Zeit meines Lebens mangels eigenartiger Informationsverarbeitung in meinem Gehirn wenig anfangen konnte, weil ich zu ungeschickt, zu ungeduldig oder einfach sonst nicht gemacht dafür war. Dieses Spiel ist aber irgendwie anders. Es hat eine wunderschöne Grafik und eine sehr eigenwillige Steuerung – großen und kleinen Bruder steuert man gleichzeitig mit links und rechts und irgendwie hat diese Interaktion gepaart mit wundervoller Atmo Ehrgeiz bei mir angestachelt. Die Aufgabe ist es nämlich, mit den beiden durch fantastische Welt-Abschnitte zu laufen, um Lebenselexier für den kranken Vater zu holen. Dazwischen wird die Geschicklichkeit auf die Probe gestellt, wie die vielen liebevoll und rätselhaft gestalteten Pfade durchwandert werden sollten. Es ist ein recht kurzer Spielspaß von wenigen Stunden, aber ich kann es wirklich sehr empfehlen.

*

Und: hups, Nachtrag!! Pünktlich zum Geburtstag habe ich dem Episodenfilm ein Logo geschenkt. Es ist ganz anders, als das, das ich ursprünglich immer umsetzen wollte, was eigenartig ist, weil „Paleica“ ein Logo hat, seit der Nickname im Jahr 2001 kreiert wurde. Aber hier passt eben etwas anderes besser, also ist es das geworden. Viele von euch haben es vielleicht schon in der linken oberen Ecke des Designs gesehen. Aber hier nochmal, in voller Pracht 😀

logo_pastell