Wattiges Meer in Graustufen & [Wort] Sinnige Gedanken

Von Markus bekam ich im Zuge der Aktion „Nur ein Wort“ einen Begriff geschenkt. Nämlich:

sinnig

Ein Adjektiv, das mich vor eine ganz schöne Herausforderung gestellt hat. Sinnig. Ein Wort, das sich sehr schön anhört und bei dem Assoziationen rattern. Zuerst einmal: was bedeutet es denn eigentlich? Bedeutet es sinnig, synonym zu sinnvoll, Gegenteil von unsinnig? Hat es etwas mit Wahrnehmung und unseren 5 Sinnen zu tun (ich verrate euch: nein!)? Und was gibt es sonst noch so für Bedeutungen? Meine liebste und sicherste Quelle, mir einen Überblick zu verschaffen, ist der Duden. Und der besagt, dass es für den Begriff drei verschiedene Deutungsmöglichkeiten gibt:

  1. sinnreich, sinnvoll
  2. (veraltet) nachdenklich
  3. (landschaftlich) bedächtig, langsam, vorsichtig

Dann erinnere ich mich auch wieder an die zweite Bedeutung, die mir erst gar nicht in den „Sinn“ gekommen ist. Spannend ist: ich habe Bilder gefunden, zu denen sich alle drei Bedeutungen dieses schönen Begriffs (der in meinem vor Anglizismen manchmal wackelnden Ohr noch einen ganz anderen Klang hat) zusammenfassen lassen.


Sinnig ist es, seine Zeit am Meer zu verbringen. Am Ufer oder Strand zu sitzen, dem Geräusch der rauschenden Wellen lauschen und die Gedanken ziehen zu lassen. Nachdenklichkeit zuzulassen, zu sinnieren, über das Weltgeschehen. Langsam, bedächtig und vorsichtig Abstand zu suchen, zum Lärm der Welt, zum Plappern der Medien, zum Schlagzeilenjournalismus.


In sich zu gehen, die Frage nach dem Sinn zu stellen. Die Frage nach der Wahrheit. Womit will ich mein Leben verbringen? Wie kann ich meine Zeit sinnvoll nutzen? Darüber zu sinnen und sinnieren, wo die Reise hingehen soll. Welche Richtung eingeschlagen, welche Pfade begangen werden sollen.

Ein sinniges Dasein zu führen heißt Spuren zu hinterlassen. Nicht mit Plastik im Meer. Aber mit Gefühlen in den Herzen anderer.

Life is a journey, not a race.

Das Leben ist eine Reise, kein Wettrennen. Wir haben nur diese kurze Zeitspanne auf diesem Planeten, der so wunderschön und auch so grausam sein kann. Wir leben an einem unwirklichen Ort des Frieden und des Wohlstandes. Wir nehmen es zu oft als zu selbstverständlich. Jeder von uns muss jedoch dazu beitragen, dass dies auch so bleibt.


Sinnvolles Tun schließt immer ein Ziel mit ein. Und es sollte vor allem ein Ziel geben: Frieden. Denn nur Frieden ermöglicht uns Freiheit, Selbstverwirklichung, Frieden gibt uns die Zeit, nachzudenken und unserem Dasein einen Sinn zu geben. Alles andere ist nur der Versuch zu überleben.


Danke Markus, für dieses wunderschöne Wort, das mich erst furchtbar ratlos gemacht und dann Gedanken zu Wörtern geformt hat, die in Sätzen zu diesen Bildern in den Fluss eines Textes geflossen sind.

Wer von euch möchte mir noch ein Wort schenken? Schaut vorbei auf der Seite der Aktion und füllt das Kontaktformular aus. Oder hinterlasst mir einfach einen Kommentar!

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Matt hat mich mit seinem unglaublich tollen Bild von der Ostsee auf die Idee gebracht, mir mein langzeitbelichtetes Mittelmeer in der Bucht Cala Agulla mal in Graustufen anzusehen. Auch wenn sie mangels Graufilter nicht ganz so weich sind, wie ich sie gern gehabt hätte – irgendwie sehen sie dennoch interessant aus, finde ich. Und so ganz, ganz anders, als in Farbe.