Fotowalk im Oktober: Wien wie damals & ein polemischer Text über das Heute

ACHTUNG: mit“polemisch“ möchte ich auf überspitzte Formulierungen hinweisen, die bitte niemanden persönlich angreifen , aber dennoch zum Nachdenken anregen sollen, mit offenen Augen Entwicklungen um sich herum zu betrachten, denn Geschichte kann sich wiederholen – auch dort, wo man es am wenigsten erwartet.

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Lange, sehr lange habe ich darüber nachgedacht, ob ich überhaupt einen derartigen Beitrag schreiben soll oder will oder nicht. Ich fange nun an damit, unsicher, ob ihr ihn jemals lesen werdet. In die Veröffentlichung hat er es dennoch geschafft, denn der aktuelle Wahlkampf und die Situation drumherum haben mir dieses ganze Szenario noch einmal deutlicher werden lassen.

Der Episodenfilm ist ein harmonischer Ort, ein stimmiger, ein Ort des Schönen und Guten, der Freude, des Genusses, der Ruhe und Nachdenklichkeit. Das sind die Eigenschaften, die das Leben so lebenswert machen. Darum (und nicht, weil ich keine Meinung habe oder mir nicht den Kopf darüber zerbreche) ist hier kein Ort für Politik, Religion oder anderes, das Zerwürfnisse fördert. Ich will, dass meine Leser hierherkommen und sicher sein können, dass sie hier nicht bombardiert werden mit tragischen Bildern und Zahlen und fürchterlichen Schlagzeilen und wettern gegen diese oder jene, auch wenn es mir gelegentlich noch so sehr auf der Zunge läge. Diese Themen sind heikel und es gibt selten schwarz oder weiß. Es würde also weder Sinn machen noch passen, mich hier großartig zu äußern. Ein Thema gibt es aber doch, über das ich nicht länger schweigen mag und es ist eines, das nicht ganz so weit weg ist vom Inhalt dieser Seite, denn es betrifft alles das, worauf es mir ankommt.

Es gibt nämlich eine Sache, die ich schon länger, verstärkt aber in den letzten Monaten beobachte. Das Internet hat sich verändert. Während es lange Zeit gepriesen wurde als Medium, das die Öffnung der Informationen ermöglicht, das jedem eine Stimme gibt, das die Vielfalt unterstützt, ist sichtlich die Flut an Informationen und relevantem Content so groß geworden, dass genau das Gegenteil passiert ist. Während die Hoffnung die war, dass nicht mehr nur die politisch bestimmte Blattlinie eines Mediums eine Rolle spielt, dass man der Vorgabe des öffentlich rechtlichen auskommt, dass man sich eine umfassendere Meinung bilden kann, bilden sich durch die nicht bewältigbare Flut an Informationen stattdessen Inseln, zwischen denen kein Dialog stattfindet. Viele User versammeln „ihre“ Medien um sich, Blogs, Twitteraccounts, Zeitungen, Magazine, Youtube-Channels, die Meinungen wiedergeben, die sie ohnehin kennen. Die der eigenen entspricht. Exkurse in andere Bereiche werden nur gemacht, um sich selbst zu bestärken und sich über das Gegenüber zu stellen, anstatt im persönlichen Gespräch zu argumentieren. Dies schwappt oft auch auf das reale Leben über. Anstatt zu hinterfragen weicht man der Konfrontation aus, redet lieber von vornherein nur mit Gleichgesinnten – und driftet so weit auseinander. Gegeneinander statt miteinander.

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Durch die Unzahl an anderen Usern, die eine gleiche Meinung haben und mit denen man sich immer austauscht, erlangt man das Gefühl, in einer überwältigenden Mehrheit zu sein und recht zu haben – denn man sieht überall nur Informationen, die das bestärken. Dies ist jedoch nicht die Realität – es ist das personalisierte Internet, das vorzugsweise die Informationen ausspielt, die einem gefallen und „zu Gesicht stehen“.

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Dieses Internet führt mittlerweile – seit es ein Massenmedium geworden ist – dazu, reale Bekanntschaften, sogar Freundschaften zu entzweien, weil auf Facebook jemand etwas geliked hat, das man selbst ablehnt. Obwohl man den Menschen vielleicht schon lange kennt und es besser wissen müsste.

Es wird face to face nicht mehr darüber gesprochen. Warum demjenigen das gefällt, was er mit diesem daumenhoch bezwecken wollte, was für ihn dahinter steht. Das Urteil ist gefällt, der Person haftet ein Stigma an.

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Außerdem wird das Gefühl in mir immer stärker, dass Gewaltbereitschaft wächst. Auf allen Seiten. Es wird verallgemeinert (überall) und Menschen Tod und Verderben gewünscht. Öffentlich. Schriftlich. Vermeintlich anonym. Fast persönlich.

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Ich bemerke all dies und mache mir mehr und mehr Sorgen, was mit unserem höchsten Gut, der Demokratie, passiert. Ich beobachte das schon seit langem. Immer, wenn in unserem Land gewählt wird, wird schnell vergessen, dass Demokratie nunmal bedeutet: ich darf wählen, was ich will. Ich kann privat zu jemandem sagen: „Wie kannst du auf so etwas hereinfallen?“ aber viel Geld und Medienpower zu investieren, um die anonyme Masse zu ent-anonymisieren, finde ich persönlich sehr fragwürdig. Was bedeutet es für die Demokratie, wenn das Wahlgeheimnis zu lüften versucht wird?

Ich sehe unsere Werte in Gefahr. Meine Werte. Alles das, was das Leben in diesem Land, in dieser Region so lebenswert macht. Meinungsfreiheit. Gleichberechtigung. Frieden.

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Manchmal habe ich Angst. Wenn die Generation „Zweiter Weltkrieg“ ausgestorben ist, ist mit ihr die Angst vor dem Krieg gestorben? Das Wissen um den Horror, um den Alptraum und um das eine Bemühen, das alle eint: das Bemühen nach Frieden, vor allem anderen. Und das Wissen, dass Frieden niemals selbstverständlich ist, sondern Arbeit, harte Arbeit und viel Kompromissbereitschaft.

Manchmal habe ich Angst. Wenn jede Gruppe ihre Meinung als die einzig richtige erachtet. Als richtiger und besser als die der anderen. Argumente dagegen werden lauthals nichtig geschrien, geschrieben, geshitstormed. Manchmal, da habe ich Angst – dass jede Insel nur darauf wartet, dass endlich jemand kommt, der diese vermaledeiten anderen Meinungen endlich verbietet. Manchmal fürchte ich mich – dass jede Insel nur wartet: auf ihren Führer.

55 Replies to “Fotowalk im Oktober: Wien wie damals & ein polemischer Text über das Heute”

  1. Wow, da lieferst Du Gesprächstoff für mindestens zwei Stunden. Ich will daher nur Punkte die mir extrem wichtig erscheinen ansprechen.

    Das Internet ist daran nicht Schuld, genauso wenig wie das Küchenmesser mit dem jemand erstochen wurde.

    Hinterfragen – Das halte ich für das größte Problem. Bei uns im Land hinterfragen die Menschen prinzipiell nichts. Daran hat sich seit 60 Jahren nichts geändert. Was Politik, Medien und Propaganda sagen wird für bare Münze hingenommen, egal in welche Richtung und Form. Darin sehe ich unser Größtes Problem.

    Meinumgsfreiheit haben wir hier nur Theoretisch oder solange wie man sagt was den Medien und politischen Leitrichtungen entspricht. Kritik die ein heiles Wunschbild unserer Welt in Frage stellt darf nicht geäußert werden und ist in manschen Dingen sogar verboten. Das führt dazu, dass die Mehrheit i.d.R. den Mund hält und nur hinter vorgehaltener Hand spricht. Aber darin hat meine Nation ja leider Übung.

    Gruß
    Oli

    1. „Meinumgsfreiheit haben wir hier nur Theoretisch oder solange wie man sagt was den Medien und politischen Leitrichtungen entspricht. Kritik die ein heiles Wunschbild unserer Welt in Frage stellt darf nicht geäußert werden und ist in manschen Dingen sogar verboten.“

      Das ist völliger Mummpitz. Es steht Dir doch völlig frei zu äußern, was Du willst, solange es nicht strafrechtlich relevant ist. Aber was möchtest Du gerne äußern, was gegen das Grundgesetz verstößt?

    2. hallo oli!
      ich habe da wohl etwas nicht gut ausformuliert – nein, natürlich ist das internet nicht „schuld“ daran. „schuld“ als solche hat immer die person mit freiem willen (nagut, auch darüber lässt sich ja streiten, aber du weißt schon), die das werkzeug nutzt. aber es gibt eben werkzeuge die entwickelungen bedingen.

      das mit dem hinterfragen sehe ich auch so. das merke ich ganz extrem – informationen werden gelesen und abgespeichert, selbst von den gebildetsten menschen.

      meinungsfreiheit per gesetz haben wir natürlich schon – immerhin wird man ja nicht eingesperrt. aber gesprächskultur gibt es halt offenbar keine mehr und die vielgepriesene toleranz ist, wie soll ich sagen – offenbar eine sehr individuell auslegbare sache. die tendenz, „hinter vorgehaltener hand“ zu sprechen sehe ich auch als eher gefährlichen faktor an.

  2. Ich verstehe sehr gut was du meinst.
    Sowohl was das Internet, als auch das reale Leben angeht.
    Das Internet hat schon auch seine großen Nachteile. Durch die Anonymität meinen viele wohl, einfach alles raushauen zu können, was sie wollen. Ohne groß nachzudenken. Während sie im realen Leben wohl nie den Mut hätten so etwas jemanden ins Gesicht zu sagen. Ich finde es schon schwierig, was man da zum Teil liest… nicht nur, was aktuelle Probleme angeht, auch generell. Was sich manche Menschen unter youtube Videos usw. anhören müssen… das ist schon extrem. Obwohl das Medium zur Unterhaltung dient und das Zeug niemand anschauen muss…
    Im realen Leben hört man natürlich auch so einiges. Gerade hier. Da kommt man sich manchmal wirklich noch wie im tiefsten Bayern des 18. Jahrhunderts vor… wir haben hier natürlich auch einige Flüchtlinge und manche Menschen meinen „vor denen Angst haben zu müssen“ oder das wären alles „Verbrecher“…
    Was soll man dazu noch sagen?

    Vielen lieben Dank! Freut mich wirklich sehr, dass etwas so einfaches so gut ankommt. 🙂

    Also Abschiede mag ich generell nicht so gern. Viele enge Freunde wohnen auch mittlerweile durch’s Studium ganz wo anders usw. Damit komme ich eigentlich ganz gut klar.
    Ich finde es eher traurig, wenn man sich leider persönlich in eine ganz andere Richtung entwickelt. Ich hatte das leider mit einer sehr engen Freundin, die einfach überhaupt kein Verständnis für meine Arbeit aufbringen konnte. Das war schon schwierig und hat mich auch oftmals traurig gemacht. Aber wenn jemand noch total in diesem Studentending drin ist und nicht verstehen kann, dass man viel Zeit und Mühe in etwas investiert (ohne aber, dass es Auswirkungen auf sie selbst gehabt hätte), hilft halt nichts.

    Also vorm fliegen habe ich auch Panik… ^.^
    Und Spritzen…

    Ich nutze auch keine cloud oder so, bin da voll altmodisch. Könnte man machen, aber na ja.
    Ich finde vsco an sich irgendwie ein wenig unpraktisch… andere Apps finde ich besser aufgebaut und praktischer zu nutzen. Ich weiß auch nicht so ganz, ich kann mich wohl nicht so gut damit anfreunden.
    Ich mag es halt auch bei Afterlight zum Beispiel lieber, dass man mehrere Filter in verschiedener Intensität ganz einfach anwenden kann. Bei vielen Apps kann man nur einen Filter anwenden und müsste theoretisch das Foto speichern und noch mal öffnen um einen weiteren Filter drüber zu legen. Das nervt mich total schnell.

    Wir waren in Japan dann auch nicht Sushi essen.
    Der Freund meiner Schwester ist Russe und die essen auch viel mit rohem Fisch, aber selbst dem war das halt dann suspekt. Man weiß dann halt im Ausland nie wirklich, ob man dem Restaurant echt vertrauen kann…

    1. ja, diesen aggressiven umgangston meine ich. viele lassen online einfach ihren negativen gefühlen freien lauf und greifen sofort alles und jeden an, was ihnen in die quere kommt. ich finde das echt unmöglich. was du ansprichst, mit youtube&co ist zwar nicht das, was ich hier jetzt im konkreten angesprochen hab, aber das ist auch ein punkt, der mir im magen liegt und der mir schon viel freude an diesem medium vergällt hat.
      im großen und ganzen ist halt immer die verallgemeinerung ein problem. das wäre zwar vom inhalt her schon fast ein gesonderter beitrag, aber meine theorie ist halt: wenn alle menschen begreifen würden, dass man ein gegenüber erst einmal neutral ansehen sollte und dann nach seinen handlungen, worten und einstellungen beurteilen sollte, ganz egal welche parameter „von außen“ sichtbar sind, wäre denke ich die eine große errungenschaft. wenn du ein guter mensch bist ( = niemand anderem schadest), dann mag ich dich, wenn du ein schlechter mensch bist, dann mag ich dich nicht. es hat niemand ein vorschussmisstrauen verdient, aber es muss auch nicht aus prinzip jeder ein vorschussvertrauen genießen. meiner meinung nach würde das viele probleme lösen. aber ich hab ja keine ahnung 😉

      wenn sich die einstellung in freundschaften so entzweit, ist das halt besonders traurig. überhaupt bei so dingen, wo man nichtmal groß was tun muss – immerhin: wie sehr tangiert sie denn deine arbeit? aber vielen menschen fehlt halt leider im endeffekt die empathie 😦

      ja das stimmt. im ausland bin ich bei fleisch und heiklen lebensmitteln nochmal panischer als bei uns.

  3. Liebe Paleica,
    lesenswert, nachdenkenswert, diskussionswert….
    Dem Internet, dem WorldWideWeb geht es wie (fast) allen Erfindungen:
    Sie wurden erfunden, um dem Menschen zu dienen, zu helfen, zu unterstützen, also lauter moralisch hehre Ziele. Entweder schon während der Erfindung bzw. spätestens nach Veröffentlichung sprudelten die Geldquellen derjenigen, die mit der menschlich guten Erfindung das Möglichst-Machbare-Böse im Schilde führten.
    Lieben Gruß
    moni

    1. liebe moni, danke für deine worte! da hast du bestimmt recht. der mensch muss meist erst in einem langen prozess lernen, mit so großen veränderungen umzugehen und sie zu nützen ohne sich selbst zu schaden. seit der industriellen revolution scheint mir aber, dass diese entwicklungen alle einfach viel zu schnell gegangen sind und sich das alles noch lange nicht eingependelt hat.

  4. Ich empfinde die Lage genauso wie du obwohl ich mich nur minimal in sozialen Netzwerken und in den Leserforen der Tageszeitungen bewege. Im realen Universum schaut es ganz genauso aus.

    Die Metapher mit den Inseln finde ich sehr sehr zutreffend. Es ist alles extrem emotionalisiert, der kleinste Unterschied in der Meinung zu den derzeit dominierenden Themen führt sofort zu Vulkanausbrüchen und gegenseitigen Beschuldigungen und Anwürfen.

    Ich denke das liegt nicht zuletzt daran, dass wir in Österreich einfach nicht gewohnt sind, nüchtern zu argumentieren. Entweder man verschweigt seine Meinung und alle schwelgen in (falscher) Harmonie oder es wird der Krieg erklärt und alle befetzen sich. Ich bin immer ganz neidisch wenn ich politische Diskussionen in anderen Ländern sehe, da kommt es doch glatt immer wieder vor, dass es um Argumente und begründete Meinungen geht. Bei uns geht es um Emotionen, wer die seinen am besten verkaufen kann. Ich kann in letzter Zeit in der Form der Rhetorik von Strache und Vassilakou kaum mehr einen Unterschied erkennen: hochemotionale Einleitung, die andere Seite für alles Unglück der Welt verantwortlich machen, einander auf keinen Fall zu Wort kommen lassen oder womöglich zuhören, den Kopf schütteln über soviel Mangel an Einsicht…… Ach ich könnte mich ja stundenlang aufregen ….. 🙂

    Und bevor ich´s vergesse: die Fotos vom Flakturm im Augarten finde ich ganz toll und äußerst passend zu der Thematik. Die Bank vor dem alten Gemäuer ist auch sehr stimmungsvoll, Josef Roth läßt grüßen ……

    1. liebe myriade, danke für deinen kommentar! ich bin immer sehr erleichtert, wenn es doch noch menschen aus meinem regionalen umfeld gibt, die diese dinge ähnlich wahrnehmen wie ich. manchmal fühle ich mich ja wie ein alien, ein schwarzmaler oder sonst psychotisch, weil die meisten fröhlich auf ihren inseln leben und vom außenrum nix mitbekommen.
      ich hab mich mittlerweile sehr aus sozialen medien verabschiedet – genau aus diesem grund. aber das bisschen, was ich noch auf twitter und facebook mitbekomme reicht oft, um mir den magen umzudrehen. und das betrifft – genau wie du sagst – sowohl die maria, als auch den HC. denn propaganda macht keinen unterschied, von welcher seite auch immer sie kommt und extremismus ist – das zeigt ja die weltgeschichte mehr als deutlich – auch farbneutral. auch wenn das bei uns gern sehr anders dargestellt wird.

      mit den politischen diskussionen geht es mir ähnlich. habe irgendwann einmal am schweizer rundfunk etwas gehört und war total perplex. da saßen doch glatt menschen zusammen, die miteinander diskutiert haben, ohne sich gegenseitig anzugreifen und zu beschuldigen und ins wort zu fallen. und ein moderator, der tatsächlich wertneutral moderiert hat. ich muss nur ehrlich sagen: wohin unsere inselstrategie hier noch führen wird? ich weiß es nicht. aber es macht mir bauchschmerzen.

      1. Ich denk mir, wir werden´s schon überstehen, nach dem Motto „hoffnungslos aber nicht ernst“ 🙂 Schließlich ist das alles nicht neu, es war in diesem Land ja noch nie anders. Es kann natürlich auch sein, dass es doch irgendwann zuviel wird und dass dieser Moment kurz bevorsteht …

        1. grundsätzlich hast du wahrscheinlich recht. und vermutlich kann ich das aufgrund von alter und lebenserfahrung auch nicht objektiv genug beurteilen. aber ich habe schon ein wenig das gefühl, dass der kessel grade deutlich mehr raucht als ich es bisher gekannt habe…

          1. Sind dir schon die neuesten Plakate aufgefallen, die von dieser Woche. Die haben offenbar eine ähnliche Linie „Es ist eh alles nicht so schlecht“ Wahrscheinlich ist das eine gemeinsame FPÖ_Wähler-Rückeroberungskampagne …

            Aber ja, ich merke schon auch, dass der Kessel raucht und pfeift …..

            1. ja, mir ist auch aufgefallen, dass dieses mal zum ersten mal das plus von strache totgeschwiegen wurde – zumindest seitens der tv medien. heute habe ich auf twitter eine sehr, sehr interessante gegenüberstellung der standard- und kronenheadline gesehen, die meiner meinung nach extrem deutlich macht, wie „objektiv“ unsere medien agieren. Während der Standard titelte: „rote retten hauchdünne Mehrheit im Gemeindebau“ schreibt die Kronenzeitung „FPÖ eroberte den Gemeindebau“. Anhand der Wahlergebnisse sind beide Überschriften berechtigt und doch kommunizieren sie im grunde genau das gegenteil.

  5. Manchmal hab ich Angst …. schreibst du, und du hast absolut recht damit! Nur weiß ich nicht, ob das Internet wirklich daran schuld ist, dass alles so desolat wirkt, oder ob wir dadurch nur einfach mehr über die Gedanken und Gefühle anderer – auch über die total perversen, bösen, hasserfüllten – erfahren.
    Es ist wie früher mit dem Fernsehen – da hat man auch überlegt, ob wirklich mehr Schlimmes auf der Welt passiert oder ob wir nur mehr und schneller darüber informiert werden.

    Aber vermutlich ist es beides – in Web findet durch die große Anonymität kaum noch eine soziale Kontrolle statt und – wie du richtig feststellst – es bewegen sich immer mehr Menschen auf „Inseln“, wo sie nur noch mit Gleichgesinnten ihr Süppchen kochen.

    Und was die Meinungsfreiheit angeht, lieber Oliver – sie besteht zwar durchaus, wird aber oft wegen der Schere im eigenen Kopf gar nicht mehr wirklich wahrgenommen. Man traut sich oft einfach nicht, was zu sagen, was nicht dem allgemeinen Konsens in der Gruppe, der man sich zugehörig fühlt, entspricht – das ist im Grunde die echte Tragödie.

    Abweichende Meinungen werden schon in den Schulen mit Mobbing bestraft. Oder künftig bei Facebook mit Daumen nach unten.

    Aber – liebe Christina – so lange es auch Blogs wie deines gibt, so lange es Menschen gibt, die reflektieren, auch bereit sind, die andere Seite zu sehen, ist noch nicht alles verloren. Ich weigere mich jedenfalls, wegen ein paar Spinnern wie die von Pegida & Co. die Hoffnung völlig aufzugeben.

    Und auch deine Bilder wirken ja auch durchaus nicht pessimistisch – ich mag das Fahrrad, dass in der weichen Herbstsonne ausruht und die Dahlien, die sich tapfer rot gegen die Herbstblässe stemmen!

    1. weißt du, ich glaube nicht, dass das internet „schuld“ ist im eigentlichen sinne. aber offenbar gesellt sich der mensch halt doch eher gleich zu gleich und lässt sich weniger von gegensätzen anziehen. wenn man also diese überwältigende auswahl an informationskanälen hat, wählen die meisten dann doch die, die präsentieren, was ihnen am nächsten kommt. und natürlich gab es dieses böse, perverse und hasserfüllte immer. ich glaube nur, dass es durch die derzeitige medienlandschaft einfach mehr nährboden bekommen hat. früher hatte man nicht die möglichkeiten, sich konkret menschen zu suchen – auf der ganzen welt – die genau gleich denken wie man selbst und sich dadurch darin über die maßen zu bestärken. man musste mit dem „realen“ umfeld vorlieb nehmen. und auch, wenn natürlich immer schon selektiert wurde, ist man glaub ich doch mehr mit „anderen“ in kontakt gekommen, ganz zwangsläufig und war damit konfrontiert, dass andere menschen die welt anders sehen – und hat mehr zeit investiert einander zuzuhören. zumindest ist das meine persönliche empfindung. dazu kommt noch das „infotainment“ der medien, die immer wilder und reißerischer sein müssen. wenn man in rückblickssendungen nachrichten aus den 60ern und 70ern sieht oder auch diskussionen – da ist der ton schon ein ganz anderer und die gesprächskultur. aber schlagzeilen machen quote – allerdings zerstören schlagzeilen offenbar die möglichkeit auf ein miteinander in der kommunikation.

      danke für deine lieben worte. ich war schon sehr nervös und hab diesen beitrag lange vor mir hergeschoben. kommentare wie deine bestärken mich aber darin, dass es richtig war! und das bild mit den dahlien vor dem flakturm ist mir aus metaphorischer sicht für diesen beitrag besonders wichtig…

  6. Mal wieder überrascht du uns.
    Sehr interessante Gedanken. Ich gebe dir in vielen Dingen recht. Ich bin der Meinung, dass manche sehr oft dem Mainstream und dessen Meinung folgen. Das war aber auch vor Facebook, Twitter und Co. so. Manchmal ist es auch gut seine Meinung und Haltung zu überdenken und vielleicht ist es manchmal auch gut andere unkonventionelle Meinungen und Gedanken aus dem eigenen Ich zu betrachten. Denn das Ideal ist meist unrealistisch, also muss man manchmal auch mal die häßliche Seite des Lebens betrachten und akzeptieren. Und manchmal darf man auch zugeben, dass man dazu schwer eine eigene Meinung bilden kann, weil man zu wenig weiß. Danke für deine Gedanken.

    1. lieber jürgen, vielen dank für deinen kommentar und deine worte! und natürlich auch: danke fürs lesen!

  7. Ein wirklich kritischer Text der Stoff für stundenlange Gespräche liefert. Macht mich nachdenklich… Schön das Du Deine Gedanken mit uns teilst und sie so wunderbar aufschreibst. Eine Gabe um die ich Dich bewundere…
    Und die Bilder? Kommen mir bekannt vor 😉

    1. danke fürs lesen! es sind einfach diese worte, die nicht drin bleiben können und nach draußen müssen. ich kann ja gar nciht anders 😉 auch wenn ich manchmal eine längere zeit an überwindung brauche um sie dann auch tatsächlich für alle zugänglich zu machen. in zeiten wie diesen weiß man ja nie, wie andere drauf reagieren, leider.
      und ja, die bilder kommen dir sehr wahrscheinlich bekannt vor 😉

  8. Liebe Christina
    Ich habe es schon am gleichen Tag gelesen.
    Die Entwicklung InterNet etc kontra reales Leben hast du völlig Recht. So gut beschrieben..

    Und besonders die beiden letzten Abschnitte – ich gehöre ja noch zur Generation “Zweiter Weltkrieg” und kann es folglich teilweise real nachvollziehen. Auf jeden Fall die Nachkriegsjahre.
    Ich befürchte sogar das das Risiko vor einen Krieg auch in Europa sehr nah ist, wenn wir nicht alle mit offenen Augen täglich Acht geben.

    Das Bemühen nach Frieden, vor allem anderen darf niemals aufhören. Und wie du schon schriebst, das Wissen, dass Frieden niemals selbstverständlich ist, sondern Arbeit, harte Arbeit und viel Kompromissbereitschaft, ist genau das was wir immer vor Augen halten müssen.

    Zitat: „Manchmal habe ich Angst. Wenn jede Gruppe ihre Meinung als die einzig richtige erachtet. Als richtiger und besser als die der anderen. Argumente dagegen werden lauthals nichtig geschrien, geschrieben, geshitstormed.“

    Das schlimme daran ist, das viele wie eine Herde den Mainstream und dessen Meinung folgen.

    Da ich ca 5 Sprachen spreche, halt ich mich so weit nur möglich à jour was in der Welt „passiert“ etc…

    Danke dir herzlich für diesen Post.
    Liebe Grüsse
    Elke

    1. liebe elke,
      einerseits ist es immer irgendwo auf eine art beruhigend, wenn andere menschen die eigenen bedenken und gedanken nachvollziehen können. grade in diesem bereich hoffe ich aber, dass wir alle unrecht haben 😦
      ich sehe es auch, denn wie du sagst „wenn wir nicht mit offenen augen täglich acht geben“ – mein eindruck ist, dass „frieden“ für die jetzt bestimmende generation so selbstverständlich ist, dass eine gefährdung davon vermutlich nicht einmal wahrgenommen werden würde, wenn sie vor ihnen steht und sie anschreit. die medien treiben einen keil in die bevölkerung und die bevölkerung lässt das nur allzu gerne zu. und ich hoffe so sehr, dass die masse, der „mainstream“, wie hier schon öfter geschrieben wurde, bald einmal aufwacht und das bemerkt und zurück zur vielgepriesenen menschlichkeit findet. auch für seinen nachbarn, mit dem er in manchen belangen vielleicht nicht einer meinung ist.

      1. Ja liebe Christina,
        das hoffe ich auch, das wir alle unrecht haben in diesen Bereich.
        Und genau diesen Eindruck habe ich auch schon länger das “Frieden” für die jetztige Generation so selbstverständlich ist. Hoffen wir das beste..

        1. ja, was anderes kann man ohnehin nicht tun. hoffen und reden, reden, reden – und weiterhoffen, damit etwas zu bewirken.

  9. Sehr tiefsinniger und feiner Beitrag, liebe Paleica. Ich nehme diese Veränderung der „social-media-Welt“ auch wahr und verfolge die (politische) Debatte hier in Deutschland über Datenschutz und über den SChutz vor Gewalt und Hetze sehr intensiv.
    Ich sehe das Problem -wie du – vor allem aber auch darin, dass die „Pöbler/Hetzer/Gewaltbereiten“ den Eindruck bekommen, sie seien in einer Mehrheit und leiten daraus das Recht zur „richtigen Meinung“ ab. Eine ganz gefährliche Entwicklung.
    Um so wichtiger sind die vielen kleinen Blogs, Posts und andere Beiträge, die unser friedlliches Gemeinwesen und das freiheitlich- demokratische Mteinander unterstreichen.
    Danke für deine Gedanken
    Werner

    1. danke für deine worte lieber werner! so nervös ich im vorhinein war, den artikel zu veröffentlichen, so froh bin ich im nachhinein, es gemacht zu haben. es tut gut, wenn man diese dinge auch mal ausspricht.
      das ist nämlich das problem. auch die tendenz – denn erst einmal schweigt die mehrheit, während sich der streit an den rändern zuträgt. aber irgendwie rückt das mehr und mehr in den mittelpunkt, jede seite fühlt sich von der anderen angegriffen und so schwappt das irgendwann auf die breite masse über – zumindest ist das derzeit mein gefühl.

  10. Zum größten Teil ist das Internet eine Scheinwelt. Man findet nur das, was man finden will. Man baut sich seine eigene Ecke und stößt man auf etwas, dass einem nicht gefällt, löscht man es auf dem Feedreader und sucht an einer anderen Stelle weiter.
    Ich weiß auch nicht, was das hier werden soll alles in 10 Jahren. Aber ich hoffe, es wird nicht ausarten und die Menschen lernen damit umzugehen… Na ja.
    Die Bilder sind im übrigen toll – sehr bekannte Motive ❤ 🙂

    1. du sagst es. man findet, was man finden will.
      dankeschön 🙂 die sind ja leider irgendwie ein wenig im text untergegangen -.-

  11. Dankeschön für dein Lob! 🙂

    Das Internet ist halt an sich mittlerweile ein seltsames Medium geworden. Ich finde auch viele Dinge die Facebook macht nicht okay… Wenn man da mal was meldet, dann dauert es eeeeewig bis jemand reagiert. Das ist schon an sich total nervig, aber gerade momentan, wo ja wirklich viel Fremdenhass im Internet unterwegs ist, fände ich es schon angebracht, dass die mal etwas flotter reagieren. Auf Instagram wird jeder Nippel innerhalb von Sekunden entfernt (nicht, dass ich so ein großer Fan von Aktfotos auf diesem Medium wäre, aber es gibt halt auch solche und solche Fotos in dieser Richtung), aber wenn es um aktuelle Probleme mit Flüchtlingen etc. geht, dann liest man da Kommentare, dass einem schlecht wird…
    Natürlich wird es auch unter den Flüchtlingen aggressive Menschen geben, aber die gibt es in Deutschland auch. Diese Verallgemeinerungen immer finde ich sehr, sehr schwierig.

    Ich schätze schon, dass es ihr an Verständnis gefehlt hat. Leider. Letztlich hatte ich halt oft das Gefühl, dass sie es auch provoziert mir in die Schuhe zu schieben, dass ich keine Zeit für sie hätte. Aber sie ist nun mal Studentin und hat ein ganz anderes Leben als ich. Ich kann nicht vormittags stundenlang telefonieren und Jungsprobleme klären. Abends wäre ich jederzeit dafür zu haben, aber es wurde halt immer schwieriger ihren Ansprüchen zu genügen. Und ich habe mich deswegen schlecht gefühlt, was auch nicht gerade einfach war.
    Letztlich war es halt auch ein Problem, dass sie wenig Verständnis für meine viele Arbeit hatte. Und ich konnte es dann nicht haben, wenn sie über schlechte Noten geschimpft hat (wobei sie sich auch nicht mal angestrengt hatte)… wahrscheinlich laufen unsere Leben momentan viel zu unterschiedlich ab.

    1. ja das ist wohl leider so eine art paradepolitik der usa, die alles, das in den bereich des sexuellen fällt, ein viel stärkeres tabu empfinden als zu gewalt. und ja, wie du sagst – problematisch sind immer verallgemeinerungen. allerdings muss man halt sagen: menschen (also die breite masse) sind dumm. also auch wenn das jetzt herablassend klingt, aber es ist nunmal leider eine tatsache, dass selbständiges denken für viele einfach außerhalb ihrer möglichkeiten liegt. hier wird aufgenommen, was in der zeitung gelesen wird. da zeitungen/medien aber halt sehr profitorientiert sind und ihren „bildungsauftrag“ meiner meinung nach sehr eigenwillig interpretieren, werden diese nicht selbständig denkenden menschen halt mit informationen gefüttert, die ihr weltbild stärken. das ironische ist nur, dass das – zumindest in Ö – sowohl links als auch rechts passiert und menschen, die ich eigentlich sehr schätze, wirklich wirklich wirklich dumme dinge von sich geben, die mich einfach nur schockieren. was offenbar an der indoktrinierung der medien UND (und das ist noch wesentlich schlimmer) bildungsinstitutionen liegt.

      es gibt halt leider diese menschen, die nicht für immer in das eigene leben passen. das tut weh, vor allem, wenn man das gefühl hat, dass der andere einfach keine lust hat, sich ein bisschen in einen selbst reinzuversetzen und einfach total unempathisch auf seine bedürfnisse pocht. ich find das immer schwer, loszulassen, aber manchmal nutzt es nix. wenn es mehr energie kostet, die beziehung zu jemandem aufrecht zu erhalten, als sie zu beenden, dann muss man da vermutlich einen schlussstrich ziehen :/

  12. Habe mir deinen Post als Lesezeichen gespeichert, was meine späte Reaktion erklärt.
    Die Realität ist natürlich nie schwarz und weiß, genau so wie das Internet und so sollte Politik auch nicht geführt werden. Durch meine Großeltern und den zweiten Weltkrieg den ich durch sie mitbekommen habe, bin ich auch mitgeprägt aber was es für die kommende Generation bedeutet, darüber habe ich noch nie nachgedacht. Ohne wirklichen Bezug, wird es für sie nur trockene Geschichte sein die vor einiger Zeit passiert ist und nicht mehr aktuell?
    Statt dem abschotten im Internet und dem aufsuchen von Plattformen von bestimmten Meinungen, fehlt es an Austausch und Kommunikation, die doch so wichtig wäre.
    Es sind viele unsicher, wie sich unsere Gesellschaft entwickeln wird aber ich finde es gut, dass man das Internet trotzdem als Medium hat um sich mit anderen auszutauschen und sich an eine Bandbreite an Informationen zu besorgen (so lange diese nicht zensiert werden, wie in anderen Ländern der Welt).

    1. hallo meine liebe, danke fürs speichern und später antworten!
      ja, wir sind die letzte generation, die quasi einen „direkten“ bezug zu dieser zeit hat, weil wir die letzten sind, denen persönlich von menschen erzählt wurde, die es erlebt haben und wir haben es in ihren augen gesehen und in ihren stimmen gehört, was es für sie bedeutet hat – für menschen die wir kennen (kannten) und lieben (liebten). ich habe in einem geschichtsbuch eine aussage gelesen, die sich mir irgendwie tief eingebrannt hat und die ich nie vergessen konnte: „frieden ist die zeit zwischen zwei kriegen“. und wenn man die menschheitsgeschichte ansieht, dann bekommt man das gefühl, dass das zu stimmen scheint.

      das internet per se ist ein tolles medium, das ist gar keine frage. ich glaube, es fehlt „nur“ an bewusstsein. an so etwas wie „quellenkritiK“, weil dieses in der schule nicht geschaffen wird – die schule ist eigentlich auf unser digitales zeitalter nicht eingerichtet. kinder müssen heute vor allem lernen, informationen immer kritisch zu betrachten. heute muss man vor allem ins wissen: es gibt NIE nur schwarz oder weiß. und wenn es einem so präsentiert wird, dann sollte man misstrauisch werden und selbst aktiv nach der anderen seite suchen.

  13. Liebe Paleica, auch ich möchte dir in weiten Teilen zustimmen. Zwar bin ich kaum in den sozialen Medien im Internet unterwegs und kann daher nur bedingt aus eigener Erfahrung sprechen. Aber ich denke, dass genau diese „Inseln“ von denen du sprichst, vorhanden sind, vermutlich immer schon waren, aber durch das Internet eine neue Qualität bekommen. Angst kann man wahrhaftig bekommen. Deshalb ist es wichtig, dass die schweigende Masse im richigen Moment aufhört zu schweigen und sich in friedlicher Art gegen Gewalt und Hass richtet. Es könnte sein, dass es in der nächsten Zeit wichtiger wird denn je, denn gerade in Deutschland wird der Flüchtlingsstrom uns noch vor einige Herausforderungen stellen.
    lg Lucy

    1. ja, da hast du sicher recht. das potenzial für diese inseln war immer vorhanden, aber es ist, als hätte es brücken gegeben und sandbänke, zwischen den inseln, die jetzt durch die emotionalität und die intensität der „überschriften“ überschwemmt sind…

  14. Wie so oft, so bin ich auch hier „fortschrittskritisch“. Nicht, weil früher alles besser war. Nicht, weil (technischer – von dem rede ich) Fortschritt per se schlecht wäre. Sondern weil so ziemlich alles, was eigentlich mal eine gute Idee war, irgendwie ausartet. Das Internet, das uns allen die Möglichkeit bietet, sämtliches Menschheitswissen ständig verfügbar zu haben, sich fundiert und tiefgehend zu informieren – führt eben zu diesen Dingen, die du nennst. Weil Menschen nun mal sind, wie sie sind… Und wie sie immer waren. Ich glaube nicht daran, dass Menschen besser oder schlechter werden. Ich glaube, dass sie nur immer neue Wege zur Verfügung haben, das Gute, wie das Schlechte auszuleben.

    1. ja, so seh ich das auch. dinge werden erschaffen und es steht ein super gedanke dahinter. und dann kommt der mensch…
      deinem letzten satz stimme ich uneingeschränkt zu.

  15. Sehr, sehr schöne Bilder und ein absolut spannender Text.
    Es ist auch etwas worüber ich in letzter Zeit viel nachdenken muss. Internet ist nach wie vor Fluch und Segen.
    Ich glaube das schlimmste daran ist, dass der Mensch dazu neigt, zu liken und zu teilen – ohne zu überlegen. Man sieht ein Bild, eine vorgefertigte Meinung und teilt ohne zu hinterfragen, nur mit Scheuklappen. Ach ich weiß auch nicht. Ich wünsche mir manchmal, dass man auch einmal nachdenkt, bevor man irgendwo einen Daumen hoch hinterlässt. Einen Text auch mal kritisch hinterfrägt, vielleicht sogar weitere Recherchen anstellt und sich informiert. Ein Thema hat immer viele Seiten und man sollte sich nicht dazu hinreißen lassen, engstirnig nur eine einzige zu betrachten. Eigentlich würde uns doch das Internet viel Raum und Möglichkeit geben, sich viele verschiedene Informationen zu holen, stattdessen bringt es uns dazu, nur noch vorgefertigte Meinungen wiederzukäuen.

    Ach, ach, ach…
    Danke für den Text 🙂

    1. ❤ danke mal wieder fürs lesen und kommentieren! ich bin ja irgendwo doch froh, dass offenbar auch andere menschen diese entwicklungen wahrnehmen, in meiner umgebung herrscht dazu ja gefühltes schweigen und eher erstaunen darüber, wie ich mir denn sorgen machen kann.
      das gedankenlose sehe ich auch als das größte problem an der sache. insbesondere, wenn es von einem "medium des vertrauens" kommt. diese scheuklappen, die sind ein riesenproblem. es ist einfach, natürlich, aber es ist einfach nicht richtig.

  16. Hehehe … sadly stupid shit always seems to remain stupid shit! Nothing stupid about these photos though … adore the processing and emotional feel of them. 🙂

    1. yes, it really is.
      but thanks for recognising my photos, seems like my words made it difficult to really see them for most of my readers ^.^

  17. Danke, für den Link.
    Ich lasse deine Worte noch sacken und werde sie sicher noch ein zweites oder drittes Mal lesen. Aber schon jetzt weiß ich, dass du da etwas anrührst – eine Sorge und eine Angst – die ich nachvollziehen kann und die ich teile. Sacken lassen, also deshalb, weil es mir schwer fällt zu einem so gut ausformulierten Text einen sinnigen Kommentar zu schreiben. Vielleicht ist das aber auch gar nicht nötig. Denn eigentlich hast du schon alles gesagt. Ich würde dir gerne widersprechen und sagen, dass man sich keine Sorgen machen muss. Man muss aber und deshalb ein herzliches Danke für diesen Text.
    Es wird schon werden, sagte meine Oma. Das glaube ich auch. Aber wir müssen uns Sorgen machen und hinterfragen. Dann wird es schon werden. Hoffentlich.

    Liebe Grüße

    1. ich danke dir erstmal, dass du dir die zeit genommen hast, das zu lesen. es war für mich fast ein wenig komisch, den alten text wieder rauszukramen aus einer zeit, in der mir das alles so furchtbar nah ging. ich glaube halt, dass wir grade auf einer ziemlichen gratwanderung unterwegs sind und dass es grade viel drauf ankommt, wie öffentlichkeit und medien mit der situation umgehen, um das ruder wieder herumzureißen und in eine andere richtung zu steuern. im moment sehe ich es so, als wäre so ziemlich alles möglich – und das noch ein wenig krasser, als es mir zu diesem zeitpunkt vorgekommen ist, als ich den text geschrieben habe.
      allem voran dürfen wir uns glaube ich nicht hineinziehen lassen in die parolen, uns ergeben in dem umfeld dessen, was wir richtig halten, sondern einfach an allen ecken und enden versuchen, verhärtete fronten wieder aufzuweichen, auch wenn es wie mühsame sisiphos-arbeit erscheint.

      1. Besonders deinem letzten Absatz stimme ich zu. An manchen Tagen möchte ich von all dem nichts sehen und nichts hören, meine kleinen Geschichten schreiben und einfach „wird schon“ murmeln. Aber wie du schreibst, wir wandern auf einem Grad. Auch jeder persönlich und sollten uns deshalb weder verschließen noch hinein ziehen lassen.
        Das Mühsame und die Frustration bekämpfen wir schon irgendwie. Ich immer wieder gerne beim Betrachten deiner Bilder, die mir so große Freude machen.

        1. auch für mich ist das fotografieren von den kleinen und großen schönheiten dieses planeten ein ganz wichtiger aspekt wenn es darum geht, die hoffnung nicht zu verlieren und das gute zu sehen. es ist sowas wie der kern, um den all das entstanden ist. Wir können nur in unserer kleinen Welt versuchen, das bestmögliche zu machen.

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