Es taucht in unterschiedlichen Fragerunden immer wieder die Frage auf, mit welcher Person, egal ob lebend oder tot, man sich gerne einmal treffen würde. Bei mir haben sich über die letzten Jahre im Grunde drei Persönlichkeiten herauskristallisiert, mit denen ich gern so einiges beplaudern und von denen ich mir gern so manches erzählen ließe. Da ich es generell eine spannende Frage finde und auch immer neugierig bin, was andere drauf antworten und vor allem: warum (dieser Aspekt kommt bei den Frage-Antwort-Stöckchen ja oft zu kurz) mache ich daraus eine kleine Blogparade, ein Stöckchen. Vielleicht mag es ja jemand aufgreifen. Sollte sich daraus etwas entwickeln, wird es am Ende natürlich eine Zusammenfassung geben. Der Zeitraum für die Parade ist gesetzt von ab sofort bis 31. Juli 2016. Solltet ihr dazu schon einmal einen Beitrag geschrieben haben, könnt ihr ihn auch im Nachhinein verlinken und dazu einreichen.

Meine drei Auserwählten, in lebenschronologischer Reihenfolge:

Platon & die Ideenlehre

Ich mag die griechischen Naturphilosophen. Meine erste Begegnung mit ihnen hatte ich im Rahmen des Philosophie-Unterrichts in der Schule. Meine zweite im Buch „Sophies Welt“ von Jostein Gaarder, das ich allen sehr ans Herz legen möchte, die eine einfache und übersichtliche Einführung in die Geschichte der Philosophie bekommen möchten. Ich fand es spannend, mit wie wenig Mitteln sich Menschen sehr detailreich und zum Teil auch sehr nah an der Wirklichkeit damals schon die Welt zu erklären versuchten. Bei all den spannenden Persönlichkeiten hatte ich allerdings immer einen Favoriten: Platon.

Platon war Schüler des Sokrates, mein zweitliebster griechischer Philosoph („Ich weiß, dass ich nichts weiß“) und Aristoteles, den ich zwar in gewissen Bereichen beeindruckend finde, in anderen dafür wieder ablehne. Platon bewundere ich vor allem für seine Ideenlehre, die für mich ein sehr psychologisches Konzept ist. Die Ideenlehre besagt, dass es von jedem Ding, jedem Lebewesen und überhaupt allem Irdischen die perfekte Ausführung gibt, nämlich die in der Welt der Ideen. Wenn also jemand sagt „stell dir ein Pferd vor“, dann siehst du deine „Idee“ von einem Pferd. Dasselbe gilt für einen Tisch, für einen Fluss, für eine Wolke. Alles, das wir Menschen kennen, ist als Form einer Idee in uns abgespeichert.

Außerdem war Platon der vermutlich erste Feminist. Im leider sehr patriarchalischen „späten“ Griechenland waren ja Frauen in etwa soviel wert wie Sklaven. Sie durfen kaum am öffentlichen Leben teilhaben, von Bürgerrechten ganz zu Schweigen. Platon hat allerdings damals schon die Unsinnigkeit dieser Tatsache erkannt und gesagt:

Ein Staat, der seine Frauen nicht ausbildet, ist wie ein Sportler, der nur seinen rechten Arm trainiert

Aus diesem Grund, weil er damit fortschrittlicher war als der überwiegende Teil aller Denker, die Jahrhunderte nach ihm lebten, hat auch er das Rennen um den Stockerlplatz gemacht. (Nebenbei beschrieb er in der Politeia ein Seelenbild, das quasi ein Vorläufer des freudianischen Instanzenmodells ist.)

"Die Idee Magnolie"

*

Sigmund Freud und das Unbewusste

Wen wundert es nach den Texten der letzten Wochen noch, dass diese Person es in den Kreis der Wunschgesprächspartner geschafft hat 🙂 ? Sigmund Freud ist für mich eine Persönlichkeit, der in der öffentlichen Meinung viel zuviel Klischee und viel zu wenig Bewunderung anhaftet. Auch ihm begegnete ich während meiner Schulzeit zum ersten Mal und warum auch immer es passiert ist, es sprang sofort der Funke über.  In seinen Konzepten fand ich soviel Erklärung und Antworten, die ich schon lange gesucht hatte. Die Faszination blieb und ich nutzte im Rahmen meiner Ausbildungen alle erdenklichen Möglichkeiten, mich auch auf wissenschaftlicher Ebene mit ihm auseinanderzusetzen.

Freud entwickelte eine systematische Traumarbeit, er erklärte das Unbewusste zur Triebfeder des Menschen, beschrieb Fehlleistungen und definierte die drei Instanzen, die den Menschen formen, im Grunde genommen ist er auch etwas wie der Urvater der Psychosomatik. Ohne seine Beobachtungen und Studien und Schriften wäre vieles, das wir heute im Bereich der Psychologie und Psychiatrie als selbstverständlich erachten, möglicherweise nicht denkbar gewesen. Er war seiner Zeit weit voraus, er nutzte keine brutalen und menschenunwürdigen Behandlungsmethoden, sondern erkannte im Gespräch und in der Kommunikation ein großes Potenzial für Heilung. Er erkannte, dass viele Menschen, die krankhafte (physische) Symptome zeigten, nicht immer (nur) körperlich krank waren und dass nicht Medikamente sie heilen konnten, sondern Selbstreflexion, das Annehmen von Bedürfnissen und Verständnis.

Die Liste der Dinge, die er erklärt, beschrieben, beobachtet und auch behandelt hat könnte noch eine ganze Weile weitergeführt werden. Die Neurosen und Psychosen, das Unheimliche, die menschlichen sexuellen Entwicklungsphasen, der Witz und so vieles mehr.

Seine (vermeintliche) Fixierung auf das Sexuelle ist letztendlich das, was in der breiten Bevölkerung von ihm angekommen ist. Jedes Mal, wenn ich das höre oder darüber lese, wie offenbar wenig informierte Journalisten sich das zum Steckenpferd machen, fühle ich mich fast persönlich gekränkt. Denn Forschung muss man immer im Kontext der Zeit sehen und ich bin überzeugt davon, dass die Unterdrückung und Tabuisierung eines menschlichen Grundbedürfnisses garantiert zu vielen unbewussten Mechanismen in der Gesellschaft geführt hat, grade in seinem bürgerlichen Umfeld. Es ist aber schlicht nicht wahr, dass für Freud alles in diese Richtung geht – und genau das ist eigentlich auch das wichtigste in seinen Erkenntnissen. Seine Psychoanalyse ist immer individuell und niemals wertend. Er war im Grunde ein großartiger und unterhaltsamer Schriftsteller, der ein immenses Talent gehabt haben musste, Menschen seine Erkenntnisse und Beobachtungen zu vermitteln.

In meinen Augen war er ein ganz großes Puzzlestein, der den Menschen in unserem Kulturkreis ihre Möglichkeit zur persönlichen Entfaltung losgelöst von gesellschaftlichen Zwängen und Mustern gegeben hat. In Freuds „Redekuren“ ging es immer darum, sich selbst zu verstehen und sich selbst anzunehmen. Und das ist für mich ein ganz wichtiger Aspekt eines freien und selbst gestalteten Lebens, in dem man Minderwertigkeitskomplexe (ich borge mir hier den Adler’schen Begriff) überwinden und unabhängig von Ethnie, Alter, Geschlecht oder sonstigen äußerlichen Merkmalen zusammenleben kann. Denn nur wenn ich mich selbst kenne, wenn ich weiß wer ich bin, muss ich mich nicht von etwas oder jemand anderem (grundlos) bedroht fühlen.

"Die Sonne des Bewusstseins, die durch das Dickicht des Unbewussten dringt"

J.R.R. Tolkien und die bunte Welt von Mittelerde

Der dritte und jüngste im Bunde, den ich sozusagen grade nur um einige wenige Jahre auf diesem Planeten verpasst habe, ist J.R.R. Tolkien, der Erschaffer von Frodo, Sauron, Gollum und dem Einen Ring. Tolkien darf hier einen Platz einnehmen, weil er mir die Freude am Lesen und an der Fantasie zurückgegeben hat, die ich so lange verloren hatte. Er hat mich in seine Welt mitgenommen und ich habe wieder spüren gelernt, wieviele Welten es durch Bücher zu erleben gibt und wie bereichernd es sein kann, wie glücklich es machen kann und wie erfüllend, die Helden und Antihelden auf ihren Abenteuern zu begleiten.

Es hat mich immerhin drei Anläufe gekostet, „Der Herr der Ringe“ zu lesen. Es fehlte die Zeit, die Ruhe, die Muße. Beim dritten Mal allerdings hat es mich verschluckt. Es hat mich eingesogen und in seinen Bann gezogen, der bis heute anhält. Tolkien muss ein geisteswissenschaftliches Genie gewesen sein und unglaubliche kulturelle Bildung gehabt haben. Er hat aus unzähligen Sagen und Mythen ein umfassendes und lückenloses Werk erschaffen, etwas, das aus der Buchstabenzusammensetzung „Hobbit“ und Erzählungen für seine Kinder letztendlich entstanden ist. Er hat Sprachen konstruiert und nicht zuletzt an der Kunstsprache Esperanto mitgewirkt. Er hat eine Welt erschaffen mit Chronologien, Schöpfungs- und Kulturgeschichten, mit Wesen, Entwicklungen und einer umfassenden Geografie. Er hatte einen für mich wunderschönen Sinn für Romantik, indem er die Geschichte von Beren und Luthien für sich und seine Frau erschaffen hat. Ich bewundere ihn und ich würde mir zu gerne von ihm selbst die Geschichte des Ringkriegs erzählen lassen, mit seiner Stimme, in seinen Worten.

"Die bunten Seiten von Mittelerde"

Ich möchte mit den dreien durch den Türkenschanzpark spazieren, den Frühling genießen, ihnen „mein Wien“ zeigen und mir von Freuds Wien, Tolkiens Oxford und Platons Griechenland erzählen lassen.

Und nun seid ihr dran! Welche Persönlichkeiten bewundert ihr? Wem wolltet ihr schon immer eine bestimmte Frage stellen? Erzählt es mir! Verlinkt den Beitrag hier bei mir oder lasst einen Kommentar mit eurem Beitrag da. Natürlich können das auch Personen sein, die ihr persönlich kanntet, die aus eurem Leben verschwunden oder die gestorben sind. Auch Großeltern können Helden und Genies sein 🙂

Tag: #blogparadeheldenundgenies

50 Comments on “Blogparade: Helden und Genies

  1. was für eine schwierige Entscheidung. An deiner Auswahl würde mich Freud ebenfalls reizen. Ich überlege wirklich wer mir sonst noch in den Sinn kommt – so spontan kann ich das nicht sagen. Aber ich mache micht an deiner Blogparade, ich bin selbst gespannt, bei wem ich lande 🙂

  2. 😉 sehr schön. Ja, das wusste ich schon, dass die drei Herren dir nahe liegen. Nachvollziehbar wird es, wenn man deine Worte dazu liest. Und spannend finde ich es ohnehin oft, in das Leben und Denken eines Menschen einzutauchen, vor allem, wenn er oder sie soviel geschrieben hat, dass sich einem da eine große Welt eröffnet.
    Lustig, ‚Helden‘ ist für mich ein schwieriger Begriff, es stilisiert einen einzigen Menschen so hoch, macht ihn zu etwas Besonderem, wo doch jeder Mensch auf seine Weise besonders ist, auch ohne Heldentaten, bahnbrechende Erkenntnisse oder Provokationen hervorzubringen, sondern einfach in dem und wie er Mensch ist. Je mehr man von ihm erfährt, desto interessanter ist es natürlich, da bieten sich Schriftsteller und Denker natürlich an.
    Aber natürlich gibt es auch für mich interessante Persönlichkeiten, die ich einfach mal näher betrachten würde, wenn ich könnte, hören könnte, wie sie sprechen, sich bewegen, auftreten und was für eine Aura sie in ‚real‘ ausströmen…

    • liebe andrea, ich denke, für alle, die hier länger mitlesen, war das wahrscheinlich keine geheimnisvolle offenbarung 🙂 aber irgendwie war mir danach, das einmal so wirklich in worte zu fassen, da dieses thema ja immer wieder auftaucht.
      ich verstehe deine zwiespältigkeit zum heldenbegriff. ich wollte das auch mit dem letzten absatz ein wenig relativieren. für mich ist das auch etwas sehr persönliches und es kann jeder mensch für den anderen ein held sein – es soll einfach darum gehen, welche personen einen faszinieren, bewegt und vielleicht sogar ein stück weit verändert haben, ganz egal, ob das bekannte persönlichkeiten sind oder die oma von nebenan 🙂

      • Ja, das habe ich auch gelesen und auch so verstanden, keine Sorge. 😉 Und ich kenne es natürlich auch, dass mich Personen bewegen, berühren, begeistern oder dazu beigetragen haben, dass ich mich mit mir oder Dingen auseinander gesetzt habe. Absolut. Und da hast du Recht, das kann eben jeder sein. ich habe nur beim Lesen gemerkt, obwohl ich verstanden habe, dass du es relativiert hast, dass sich in mir mein kleiner Widerstandsgeist geregt hat, vielleicht auch, weil es so verbreitet ist, aus allem und jedem einen Helden oder ein Genie zu machen, alles so groß zu bewerten und zu überfrachten. Als ob es Menschen verschiedener Kategorien gäbe. Ach, schwierig zu erklären.
        Jedenfalls war es gar nicht so sehr als Kritik gemeint, eher als Mitteilen meiner spontanen Gedanken, ich hoffe, du hast das nicht falsch verstanden. 🙂
        Ich kann sehr gut nachvollziehen, dass du mit diesen drei Personen gerne mal plaudern würdest und dass sie bedeutsam sind für dich. 🙂

        • ich glaube ich weiß, was du meinst. grundsätzlich geht es mir da auch ähnlich, vielleicht hat es auch mit der zeit zu tun, dass in den medien immer schnell so vieles glorizifiert wird.

          • Ja, ich denke das. Momentan ist die Neigung zum Hype extrem stark ausgeprägt ;D
            Was aber nicht dagegen spricht, bestimmte Menschen spannend und anregend zu finden!!

            • ich glaub, es hilft bei solchen hypes immer versuchen hindurch zu sehen und die eigentliche idee dahinter erkennen und den rest irgendwie beiseite lassen 🙂

  3. Ich muss sagen: bei mir ist Freud auch vor allem wegen Penis-Neid und Co im Gedächtnis geblieben. Das lag aber auch an einer Freundin, die in ihren Leistungskursen zu dem Thema wesentlich mehr gelernt hat als ich und mir immer sehr amüsiert darüber berichtet hat. Dann natürlich auch nur über die schlüpfrigen Themen… und das bleibt dann hängen… 😉 Eigentlich eine Schande!
    Mit Tolkien konnte ich leider nie sonderlich viel anfangen. Aus irgendwelchen Gründen mag ich die Herr der Ringe Reihe und den Hobbit auch gar nicht. Warum auch immer. Das hat mich damals auch sehr überrascht, weil ich eigentlich solche Fantasy-Reihen immer schon mochte. So ein Epos hätte mich eigentlich total ansprechen müssen. Aber mit den Büchern bin ich tatsächlich nie warm geworden und habe dann zwar alle gelesen, aber war nie so gefesselt wie von anderen Reihen.

    Jemand hat mir mal gesagt: Männer werden 7 und nach nur noch größer. Da ist manchmal was wahres dran. 😛
    Mit meiner Mama kann man jedes Abenteuer wagen, aber mein Papa ist da manchmal schwierig. Auch was das Reisen angeht. Meine Mama und ich sind da wesentlich lockerer. Meine Schwester und mein Papa ziehen zwar mit, haben aber manchmal so ihre Probleme sich zu akklimatisieren. 😉

    Ich kann das mit den Männern, die all die geschönten Anzeigen für Realität halten, halt irgendwie nicht bestätigen. In meinem Umfeld gibt es das nicht. Was aber vielleicht auch daran liegen könnte, dass die entweder mich und die Realität dahinter kenne oder eben mit Leuten zusammen sind, die auch in der Branche arbeiten. Ich denke da bekommen die nochmal ein anderes Bewusstsein dafür. Aber ich habe noch nie jemanden getroffen, der das für Realität halten würde…
    Allerdings ist es auch Augenwischerei es für ein Problem der modernen Gesellschaft zu halten. Zwar ändern sich Trends und Schönheitsideale, aber was schon während der analogen Fotografie getrickst wurde, ist enorm. Viele glauben, das ging erst mit Photoshop und der digitalen Fotografie los, aber das stimmt rein gar nicht. Die Techniken waren andere, aber letztlich wurden schon vor vielen Jahren Figuren und Gesichter total verändert.

    Ja, ich habe da zum Glück mittlerweile auch ein paar an der Hand. Aber ich bin in den letzten Monaten definitiv noch kritischer geworden, was Ärzte angeht. Man hat schon bei sehr vielen das Gefühl, dass sie nicht das Beste für ihre Patienten wollen, sondern ein Haus abzubezahlen haben…

    • ja klar, wenn deine infos überwiegend von der freundin kamen, ist es logisch, dass grade diese dinge auch hängen bleiben. ich finde es nur ziemlich ärgerlich, dass auch zeitungen oder medien generell und personen, die effektiv etwas über ihn schreiben/vermitteln wollen, von diesem unsinn nicht abrücken. es zeigt halt, wie wenig tatsächliche beschäftigung mit der person stattgefunden hat. und es spielt halt seine bedeutung herunter – weil ohne freud gäbe es vieles nicht, in der medizin wie in der therapie, was wir für total selbstverständlich erachten.

      ich glaube, entweder liebt man herr der ringe oder man kann einfach gar nichts damit anfangen. dazwischen gibt es wenig. mein deutsch-prof mochte die bücher auch gar nicht, was ich auch aus seiner sicht nie wirklich verstehen konnte, aber es war einfach so. es ist halt sprachlich ein bisschen gewöhnungsbedürftig und ich habe festgestellt, dass man a) die richtige stimmung dafür braucht und b) sehr viel zeit und ruhe. die ersten zwei mal, die ich es versucht habe, bin ich ja acuh kläglich gescheitert, einfach weil die rahmenbedingungen nicht gegeben waren, um in die welt einzudringen.

      das kann gut sein. wenn man damit arbeitet hat man einen anderen blick auf die sache. ich kenne halt viele männer aus der arbeiterbranche, die mir jobbedingt begegnen, und dort wird dieses „ideal“ sehr hoch gehalten und gewünscht und frauen sehr explizit danach bewertet.
      schönheitsideale gab es ohnehin schon immer und für die breite masse waren die auch nicht erreichbar – das liegt wohl in der natur des menschen.

      diese ärzte kenne ich leider auch. mögen sie irgendwann einmal ohne patienten dastehen und sich ihr haus aufzeichnen können. das ist derartig unethisch und unmoralisch wie wenig sonst.

  4. Liebe Paleica,
    ich spendiere ein extra 3fach Hoch auf Deine gelungene und sorgfältig durchdachte Begründung, warum Du ausgerechnet mit diesen drei Herren(!!!) einmal ein Gespräch führen möchtest.
    Interessant finde ich, dass Du dies natürlich während eines Spaziergangs erleben willst. Gehen regt das Denken doch an, gell.
    Deine dazugehörigen Bildercollagen passen perfekt!
    Liebe Grüße
    moni

    • oh ganz vielen dank, liebe moni! ich finde auch, dass gespräche beim spazieren gehen oft besser in gang kommen, als wenn man sich gekünstelt verkrampft irgendwo gegenüber sitzt.

      • Ach ja, ich vergaß ganz zu erwähnen, mit wem ich mit gerne mal unterhalten würde:
        Da fällt mir als erstes die Madame Curie ein, dann natürlich Francoise Sagan und – last but not least – natürlich Virginia Woolf!
        Hab einen angenehmen Donnerstag!

        • auch die personen wären bestimmt sehr spannend! vielleicht magst du ja an der parade teilnehmen und ein bisschen erzählen, warum es grade diese sind 🙂 ?

  5. Ganz ehrlich, beim lesen von Deinem Tolkien-Abschnitt hab ich eine Gänsehaut bekommen… Du triffst es auf den Punkt. Selten eine solche Faszination erlebt und noch nie wurde die so schön beschrieben! Schade das Tolkien das nicht lesen konnte 😉
    Die Idee zu Deiner Blogparade finde ich sehr spanned! Und wenn ich es zeitlich hinbekomm, werd ich mit Sicherheit mitmachen. Auch die Bilder dazu sind sehr spannend. Und ganz ehrlich, ich würd mir auch gern mal „Dein Wien“ zeigen lassen 😉 (Weil ich davon ausgeh, dass beim Bloggertreffen nicht wirklich alles davon dabei war)…

    • dankeschön 🙂 es freut mich sehr, wenn ich einen anderen tolkienisten damit ein wenig aus dem herzen gesprochen habe. es ist schon unglaublich, wie das werk eines fremden einen bewegen kann. aber ja, bücher ❤
      das freut mich! wäre schön, wenn du dabei wärst! bin ja mal gespannt, ob es ein thema ist, das aufgegriffen wird 🙂

  6. Das war sehr interessant zu lesen und macht Lust sich näher mit den Persönlichkeiten auseinanderzusetzen. Vor allem von Freud kenne ich nur die ganzen Klischees, und von der Ideenlehre höre ich überhaupt zum ersten Mal… Dein Blog erfüllt einen Bildungsauftrag 😉

    • 🙂 das ist schön zu hören! ich finde, es gibt soviele interessante persönlichkeiten… grade die griechischen naturphilosophen haben es mir ja angetan. sollte es dich interessieren da mal einen total einfachen überblick zu kriegen, dann kann ich dir wirklich nur sophies welt ans herz legen. ich fand das unglaublich spannend in einem buch innerhalb einer geschichte zusammengefasst die ganze geschichte der philosophie im überblick und leicht verständlich lesen zu können!
      und: danke! ich hoffe, das macht ihn nicht anstrengend 😉

  7. Interessanter Beitrag durch deine ausführlichen Begründungen. Sophies Welt könnte ich auch mal wieder rauskramen :-). Der Park ist sehr fotogen 🙂

    • ja, das ist er, besonders im frühling 🙂 ich habe sophies welt letztes jahr nach 10 jahren wieder gelesen und ich war nicht weniger begeistert. es ist wirklich ein wundervolles werk!

  8. Da fällt mir spontan ein Zitat von Sartre ein „Das Beste von Freud findet man schon bei Plato!“ Sartre würde wohl zu denen gehören, die ich gerne besser kennen gelernt hätte. Besser deshalb, weil ich ihn tatsächlich 1974 in Stuttgart kurz getroffen habe – aber ein längeres Gespräch war damals leider nicht möglich.

    Und Tolkien war mein ständiger Begleiter Anfang der 1970er – 1969 hab ich zum ersten Mal „The Hobbit“ gelesen, dann Lord of the Rings verschlungen – und staune immer noch, dass sich fast 50 Jahre später wieder unzählige junge Menschen für diese Bücher begeistern!

    Nur mit Freud kann ich mich – leider – überhaupt nicht anfreunden. Da denke ich immer gleich daran, dass aus seiner Sicht die Frau grundsätzlich zur Hysterie neigt usw …

    Spannend an deinen Überlegungen ist, das oder den scheinbar Bekannten mal mit anderen Augen zu sehen – Philosophen und Psychoanalytiker sind ja eher sprödes Material. Aber Sophies Welt ist hier wirklich ein grandioser Einstieg!!

    Und deine Fotos – einfach nur schön und wunderbar passend zum jeweiligen Protagonisten!

    Ein kleines bisschen schade finde ich, dass du nur Männer gewählt hast – irgendwie wäre ich, glaube ich, fast neugieriger auf eine Frau als einen Mann. Z.B. Hildegard von Bingen, Boudicca, die keltische Heeresführerin, die 60 n.C. die Kelten gegen die Römer führte, oder Alienor von Aquitanien würde ich zu gerne kennen lernen …

    • ja, da hatte sartre zum teil recht. das seelenmodell hat plato auch schon in den raum gestellt. und er war bestimmt auch eine sehr interessante persönlichkeit – obwohl ich sagen muss, dass er mir in gewisser hinsicht zu radikale ansichten hatte. ich beneide dich dennoch drum, dass du ihn einmal gesehen hast. es ist spannend, welche aura solche persönlichkeiten umgibt.

      wahnsinn, du hast das damals wirklich mitbekommen. ich bin darauf ja erst reingekippt, als die filme schon längst aus den kinos waren und jeder gesichter zu gandalf, frodo und co hatte. ich hätte sie gern gelesen, bevor sie so visualisiert wurden.

      freud hat allerdings am ende seines lebens zugegeben, dass sein fokus auf die hysterie der frau mitunter auch eine projektion von ihm selbst war. ich finde es bewunderswert, wenn wissenschaftler solche eingeständnisse machen können. ich finde übrigens auch nicht alles uneingeschränkt toll was er gemacht hat, aber seine leistungen finde ich beeindruckend und ohne ihn wäre vieles, das für mich heute spannend und wichtig ist, irgendwie nicht möglich.

      was die auswahl betrifft: es ist mir auch eingefallen, dass es nur männer in die liste geschafft haben. aber ich wollte keine quotenfrau aus zwang und irgendwie hat es keine frau von sich aus in die liste geschafft. selbst wenn ich nachdenke fällt mir keine weibliche figur ein, die mein leben/denken wirklich nachhaltig geprägt hat. meine lieblingsbücher wurden von männern geschrieben und die psychoanalyse, der bereich, der mich sehr interessiert, ist in der zeit, in der er entstanden ist, auch sehr männlich geprägt gewesen. es gäbe noch ein paar männer, die in der stockerlplatzliga mitgerungen haben, aber tatsächlich keine frau. schade eigentlich 😦

  9. „Ich weiß, das ich nichts weiß“ -> Hahaha das hat mich auch schon durch die Schulzeit begleitet.
    Herrliche Auswahl.
    Bis auf Sigmund Freud (der mir immer schon seit jeher eher unsympathisch war) bin ich mit Platon und Tollkin ganz bei dir.
    Die Bilder zu deinem Text sind wie immer sehr genial.
    LIebe Grüße
    Nila

    • sigmund freud ist dir unsympathisch? ohje! das schreit fast nach einem kaffeehausgespräch, dem würd ich gern auf den grund gehen 🙂
      es freut mich aber, dass wir zumindest bei den anderne beiden konform gehen. danke für die lieben worte!

  10. Mit Freud bzw. seiner Tiefenpsychologie habe ich mich in der letzten Zeit aufgrund meiner Ausbildung auch sehr intensiv beschäftigen müssen – leider kam das Thema in der Prüfung dann doch nicht dran.
    Anfangs war ich ihm gegenüber ebenfalls sehr skeptisch eingstellt, aber je mehr ich mich mit seinen Theorien auseinandersetzte, umso interessanter fand ich die Ansätze, insbesondere die Verdrängungsmechanismen, die wohl jeder von sich selbst kennt 😉

    • liebe netty, es ist schön zu hören, dass auch andere zugang zu ihm gefunden haben. ich kann mir schon vorstellen, dass es oft nicht einfach ist, sich auch durch die meinung, die man irgendwie so über diese person mitbekommen hat, durchzukämpfen und dahinter zu schauen. aber er gehört einfach zu den personen, die auch auf unseren alltag eingewirkt haben, ob es sich um „fehlleistungen“ handelt oder wie du sagst, verdrängung, etc. was wir heute als selbstverständliche erkenntnisse erachten, hat er da zum ersten mal wissenschaftlich beschrieben. man kann sich kaum vorstellen, dass vor ein bisschen über 100 jahren die menschen noch nicht wussten, dass es das gibt.

  11. Pingback: Coole Blogbeiträge #18 – Freude und Sonne

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  13. Pingback: Der Bleistift ruht. – zweitliebefotografie

  14. Sigmung Freud hätte ich auch gern mal getroffen – den finde ich richtig spannend, seit ich eine Klausurersatzleistung über seine Psychoanalyse geschrieben habe. Irgendwie wüsste ich gern, wie er gearbeitet hat und was ihn dazu antrieb…
    und manche Dinge würde ich mir auch gern persönlich von ihm noch mal erläutern lassen
    Liebe Grüße

    • das wäre ganz bestimmt sehr sehr spannend. ich glaube, was ihn angetrieben hat kann man nachlesen. ich hab es nur schon wieder vergessen. in jedem fall war es neugier und interesse an der funktionsweise des menschlichen gehirns. es gab aber auch persönliche aspekte.

      • Zum Nachlesen bin ich aber leider meist zu faul 😉 Und die Begeisterung in seiner Stimme höre ich dabei ja dann auch nicht… denn Begeisterung ist immer so etwas schönes, dass ich es liebe, begeisterten Menschen zuzuhören oder zuzusehen.

        • haha das kenne ich 🙂 und mit der begeisterung hast du sicher recht. obwohl ich sagen muss, dass man die begeisterung aus seinen texten schon raushört. ich habe seine bücher sehr gern gelesen und war irgendwie wirklich bestens dabei unterhalten, man glaubt das gar nicht, wenn man auf das erscheinungsdatum (1900) schaut.

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