Fotografie Natur Neuerscheinung

Eine Wanderung durch Bruchtal – Wasser & Lebenseinstellung: Slow Living

Inspiriert von der „Slow Travel“-Kategorie auf 1Thingtodo habe ich festgestellt, dass es dieses Konzept ist, das ich seit einiger Zeit versuche, auf mein Leben zu übertragen. Mein Leben war bisher von verschiedenen Phasen geprägt. Begonnen in der Pubertät, als ich wollte aber nicht durfte, über die Jahre danach, als ich das Gefühl hatte, alle Zeit der Welt zu haben und mit dieser höchst verschwenderisch umging, indem ich sie einfach ungenutzt verstreichen ließ, über den Knack- und Wendepunkt, an dem ich angefangen habe, jede Minute mit Lebenswertmomenten vollzupacken, um Verlorenes aufzuholen und ja nichts Weiteres zu versäumen, das mehr an bulimisches Erleben erinnert hat als an das Leben an sich, bin ich nach einer ziemlichen Notbremse meines Körpers an dem Punkt angelangt, an dem ich versuche, mein Tempo zu finden und auch zu respektieren.

Slow Travelling bedeutet im Endeffekt nichts anderes, als sich für kleinere Räume mehr Zeit zu nehmen, anstatt von Sehenswürdigkeit zu Sehenswürdigkeit zu hetzen. Es geht vom Sehen und Abhaken weg zum Erleben und Empfinden. Diese Strategie lässt sich genauso auf das tägliche Leben anwenden. Der Körper und die Seele brauchen Ruhephasen, sich jeden Tag strikt durchzuplanen, um seine Zeit zu nutzen, lässt irgendwann einmal die Sicherungen durchbrennen.

Ich will wieder lernen, bewusst zu leben. Nicht immer drei Sachen gleichzeitig machen, jeden Moment mit dem Auge auf dem Smartphone. Hinaus in die Natur gehen, den Durft von Flieder und frisch gemähten Wiesen einatmen. In mich hineinhören: „Was gibt mir ein gutes Gefühl?“ und weg von der Frage: „Was sieht gut in meinem Instagram-Stream aus?“. Ich gebe es nicht gerne zu, aber meine Besessenheit vom Wegfahren, die ich im vergangenen Jahr an den Tag gelegt habe, hatte auch damit zu tun, dass es mir ein gutes Gefühl gab, zu wissen, dass andere mich darum beneideten. Nicht jeder Trip kam von Herzen, obwohl alle tolle Erfahrungen waren, aber es war soviel, dass ich das Erlebte kaum verarbeiten konnte, bis schon wieder das nächste Erlebnis anstand. Ich will die Ausflüge, in die nähere und fernere Fremde wieder in vollen Zügen genießen und nicht aus Bestätigung tun.

Der Wert meines Lebens lässt sich nicht an der Anzahl der Grenzüberquerungen innerhalb eines Jahres messen.

Mein Jahr 2015 war aufregend, rückblickend gesehen fühle ich mich wie Super Mario in einer der vielen Jump and Run-Welten. Die vielen Trips waren wichtig, um mir trotz meines Rückens das Gefühl zu geben, etwas erleben zu können. Jetzt bin ich an einem anderen Punkt – an einem Punkt, an dem ich vor allem von dem Stress wegkommen will, den ich mir selbst gemacht habe. Die Welt hat soviel Schönes zu bieten und etwas davon möchte ich sehen. Aber es muss nicht immer so weit weg sein. Vor der Haustür wartet so vieles, das ich noch nicht kenne. Wie zum Beispiel die Myrafälle, die wir an einem traumhaften Herbsttag letztes Jahr besucht haben.

57 comments on “Eine Wanderung durch Bruchtal – Wasser & Lebenseinstellung: Slow Living

  1. sehr schöne bilder…und ich denk jeder macht dinge bei denen er gerne von anderen beneidet werden würde…die meisten merken das aber nicht…daher stört es sie auch nicht…

    • ja, da magst du allerdings recht haben. ich denke, dass sehr viele menschen einen großen fremdgesteuerten antrieb in sich tragen. ich frage mich allerdings, wie man damit gut leben kann. ich würde es manchmal gern, weil es soviel einfacher wäre – aber ich kann es nicht.

      • wir sind eben alle miteinander verwoben…ich glaube niemand kann das fremdgesteuert-sein abstellen… 🙂

        • nein, da hast du sicherlich recht. aber ich glaube trotzdem, dass es wichtig ist, sich das anzuschauen und zu bemerken, wo und wie wir aufgrund von fremdsteuerung agieren. manche aspekte daran sind ja auch gar nicht zu vermeiden, was zB den job angeht.

  2. Wunderschöne Bilder! Mein Gedanke war: nachdem Du äußerlich so oft aufgebrochen bist, scheint es, als wärest Du jetzt innerlich aufgebrochen… Ich drücke Dir die Daumen und freue mich auf das, was Du dann mit uns teilst.

    Slow Traveling…. voll mein Ding, schneinbar 😉

    • danke meine liebe 🙂 ja, ein bisschen kommt es mir so auch vor. das beschreibt die sache irgendwie gut. als hätte ich letztes jahr die dinge „außen“ gesucht, von denen ich dann festgestellt habe, dass ich sie nur „innen“ finde. allerdings hoffe ich trotzdem, dass die unternehmungslust auch langsam wiederkehrt…

      • Bestimmt! Im Leben verläuft doch alles irgendwie in Phasen. Die Abenteuerlust gehört zum Menschen, glaube ich. Die Ruhephasen aber auch. Wo soll sonst die Kraft herkommen…?

        • da magst du recht haben. warum ist es nur so schwierig, darauf zu hören?

          • Na ja, wir verfügen ja über sowas wie Angst… und glauben unseren negativen Gefühlen mehr als unseren positiven… da machen wir es uns schon ganz schön schwer mit…

            • oh wie recht du hast. „entdramatisieren“ sagt mein arzt immer wieder. ich werde mir das wohl demnächst auf hirn tätowieren ^.^

  3. Ich liebe Wasser-Bilder, sehr schön, Paleica 🙂 Ich bin auf keinen Fall jemand, der im Urlaub nur unterwegs ist und die Sehenswürdigkeiten abhakt. Ich will Ruhe und die Kleinigkeiten entdecken, ich kann das sehr gut. Durch einen hektischen Alltag wertschätze ich das Langsame im Urlaub bzw freier Tage. Auch, wenn das vielleicht einen faulen Anstrich hat, ist mir egal, ich will entspannen und genießen.

    Und ja, manchmal muss man gar nicht weit fahren um das Schöne zu sehen 🙂

    • ich denke auch, das wichtigste ist, dass es für einen selbst passt und man sich wohlfühlt. wenn andere das als faul erachten ist das ja zum glück nicht dein problem 🙂 für mich ist das oft schwer und bei reisen, auf denen cih bestimmte dinge sehen will gelingt es mir oft gar nicht. darum genieße ich solche urlaube wie den letztes jahr in spanien oder auch den trip nach budapest sehr, weil ich ohne große erwartungen losziehen und den ort auf mich wirken lassen kann.

  4. Das Wasser, das von Fels zu Felsen springt und keinen Halt kennt, illustriert Deinen Text großartig! Und auch das Wasser sammelt sich immer mal wieder in ruhigen Teichen…

    Ich freue mich übrigens, dass es für meine „lahme“ Art des Reisens offenbar auch einen Namen gibt. „Slow Travel“ ist so viel cooler als einfach nur Seele baumeln lassen.

    • danke lieber tobias, es freut mich sehr, wenn diese verbindung ankommt!
      haha 🙂 ja, es gibt doch für alles einen namen 😉 aber wichtig ist ja vor allem, dass es einem dabei gut geht!

  5. Dein Beitrag hat mich grad sehr zum nachdenken gebracht… wieder einmal. 😉 Er trifft ziemlich den Nagel auf den Kopf was schon seit geraumer Zeit in mir brodelt… dieses „nimm endlich den Stress raus bzw den Druck von dir und hals dir nicht immer so viel auf“… das berühmte „weniger ist manchmal mehr“ 😉
    Ich liebe deine Bilder zu dem Beitrag. Die Quelle des Lebens einmal „langsam“ festgehalten. Weich… Fließend… anstatt hart und klar. Passend zum innehalten und genießen. Wunderschön. ❤
    Vielleicht statte ich dem Ort ebenfalls wieder einen Besuch ab sobald mein Graufilter geliefert wird 😉

    • das ist schön zu hören ❤ ich glaube, du kannst das mindestens so "gut" wie ich – das reinstopfen von dingen in einen tag. und es tut dir glaube ich genauso wenig gut wie mir. besser: ein samstag nachmittag in der kanzlei in mödling 😉
      dann drücke ich dir die daumen, dass die graufilter bald kommen, jetzt in der vollen belaubung ist es sicher auch schön da! meine bilder sind übrigens alle ohne graufilter und stativ entstanden 😉

      • Du sagst es! Zwei Daumen für mehr Kaffeeplauschs im Leben! 👍🏻👍🏻😉
        Ehrlich? Ohne die Filter? Dann umso genialer! 👍🏻👍🏻

        • ab-so-lute-ly!!
          hehe danke! ja, dort ist es recht dunkel und es gibt ja immer diese geländer, wo man die kamera auflegen kann, von dem her geht das erstaunlich gut!

  6. was für eine Ruhe in diesen Bildern liegt. Schön!

  7. Mir gefallen vor allem das erste Foto (der Opener des Posts) und das erste Foto im Foto „Block“ total gut.
    Generell bin ich auch ein Fan davon einen Mittelweg zu finden. Ich will beim Reisen zwar schon einiges sehen und habe mich im Vorfeld auch schon viel mit einem Ort beschäftigt, gelesen was es gibt, was ich sehen möchte usw. Aber ich bin dann für einen Plan mit Zeit zum Genießen.
    Allerdings auch kein Fan von Leuten, die in fremden Städten nur Shoppen gehen. ^.^ Das empfinde ich dann auch schon wieder als verpasste Zeit…

    Also die Kameras von Fujifilm sind toll! Gerade bei den kleinen Polaroidkameras kann man echt zuschlagen und nicht viel verkehrt machen. Die Filme sind halt auch etwas günstiger und man produziert definitiv nicht so viel Ausschuss wie mit alten Kameras.

    Das liegt sicherlich auch daran, dass irgendwelche Sendungen im Fernsehen oder Klatsch-Zeitschriften sich auch nur gewisse Teile bei Freud herauspicken. Eben Penisneid und andere Dinge in der Richtung. Tiefer ging da eigentlich noch nie ein Artikel, den ich gelesen habe…

    Ich habe es sogar schon drei Mal mit den Hobbits und Co versucht. Und bin irgendwie immer noch nicht damit warm geworden. Vielleicht ergibt sich wirklich mal die richtige Stimmung etc. dafür, aber momentan muss ich sagen, dass ich zu den wenigen gehöre, die kein Fan dieser Reihen sind.

    Ich denke auch, dass das ein generelles Problem ist und schon immer in der ein oder anderen Form da war. Die Ideale haben sich halt geändert und werden sich auch wieder ändern, aber meistens strebt man dahingehend ja nach Dingen, die man nicht leicht erreichen kann…
    Ich habe da zum Glück noch keine seltsamen Erlebnisse mit Männern gehabt. Wobei man ja mal ganz ehrlich sagen muss (jetzt wird’s gemein!): zumindest männliche Models gehören nicht unbedingt alle zu den größten Leuchten im Universum. 😛
    Und bei allen anderen geht es dann wieder (weil sie beispielsweise Designer sind) nur um Maße, damit die Kleider passen. Das hat dann wiederum auch wenig mit dem zu tun, was sie im Privatleben suchen/haben.

    • für shoppen habe ich auf reisen meistens keine zeit – das kann ich eh daheim auch machen. da interessieren mich üblicherweise ganz andere dinge. außer lebensmittel. supermärkte im ausland mag ich gern. ansonsten ist es bei mir schon stark abhängig davon, wo ich bin. in amerika war wenig zeit für erkundung, weil man ja nie weiß, ob man da nochmal hinkommt und da fällt mir das treibenlassen schwer. letztes jahr in spanien hatte ich wirklich gar nichts geplant – außer, dass ich in den 4 tagen mallorca gern valldemossa besuchen wollte. ich hab das unglaublich genossen und das gefühl gehabt, auch mehr zu spüren.

      das glaub ich. es reizt mich ja total, mir so eine kleine fuji zu kaufen, aber es ist halt nicht notwendig ^.^ gestern war ich zum ersten mal wieder mit der alten polaroidkamera draußen, eigentlich hatte ich einen bestimmten plan, geworden ist es nur ein testfoto aber ich LIEBE es.

      nein, selbst hochwertigere medien fokussieren sich immer auf den sexuellen aspekt. ich finde das halt traurig, schade und armselig, weil es einfach einen falschen eindruck vermittelt und das so bewusst, das ärgert mich. aber was soll man machen, man kann nur daraus schlüsse ziehen, wie wertvoll informationen in zeitungen generell sind und die bilanz ist tatsächlich trist. und dass halbwissen gefährlich ist, ist ja an sich nicht neu.

      wow, dann ist tolkien vielleicht auch einfach nichts für dich. kann ja auch sein. manchmal liegt es auch im detail, an der sprache oder an einer figur und der funke springt einfach nicht über.

      das ist gut 🙂 ich habe halt schon öfter die erfahrung gemacht, dass männer als „frau an ihrer seite“ eine kleine zierliche ruhige suchen und dann aber tendenziell mit jemandem wie mir untreu sein wollen. betrifft allerdings einen recht speziellen männertyp, von dem man besser die finger lassen sollte 😛

  8. Gar nicht so leicht die richtige Balance zwischen Stillstand und Bewegung, Innehalten und Erlebnis zu finden – ich kann das nur zu gut nachempfinden! Und obwohl ich relativ viel unterwegs bin, spielt der geographische Standort für mich nur eine untergeordnete Rolle (da war ich doch angeblich in der aufregendsten Stadt der Welt und habe fast jeden Abend auf der Couch verbracht ;)) – dabei freue ich mich wieder mehr darauf meine Heimat zu erkunden 🙂 Und Wasserfälle übten schon immer eine Faszination auf mich aus!

    • ja, du sagst es. im grunde gibt es auch kein richtig oder falsch, sondern nur das, womit es einem selbst gut geht. die großen abenteuer warten ja nicht immer in weiter ferne, manchmal erlebt man sie vor der haustüre. und je öfter man an einem ort war, umso mehr hört zum glück dieser drang auf, da und dort hinzumüssen. nur in wien habe ich das interessanterweise immer noch immer mal wieder – besonders in schönbrunn, was aber auch schön ist, wenn einem das bekannte nicht allzu langweilig wird.

  9. Das ist eine sehr aktuelle Frage: lebt man so wie man das gerne möchte oder so, wie man glaubt, dass alle anderen es cool finden und einen darum beneiden. Wenn man ehrlich ist, muss man ja zugeben, dass Instagram, facebook, blogs …. im Grunde in sehr hohem Ausmaß der selbst-publicity dienen.

    • oh ja, das tun sie. und es ist nunmal einfacher, zustimmung aus likes zu erlangen als aus der eigenen zufriedenheit – wobei zweiteres natürlich wesentlich nachhaltiger ist. ich muss es aber auch erst lernen und ich glaube, es geht vielen wie mir. man weiß oft gar nicht, wo man selbst steht, was man selbst will, weil die welt so laut ist und so schnell und man nie wirklich gelernt hat oder die möglichkeit hatte, auf sein tempo zu hören.

      • Das Lebenstempo ist wahrscheinlich ein unterschätzter Baustein für die Zufriedenheit …

        • oh ja, ein sehr großer. ich merke auch immer mehr, wie sehr stimmen von außen dieses tempo beeinflussen. es ist nicht einfach, das irgendwie alles auseinanderzusortieren.

  10. Hallo, liebe Paleica, wünsche eine gute Restwoche-!!!

  11. Das lebendige quirlige Wesen des Wasser ist so schön auf deinen Bildern zu sehen. Langsamkeit, Ruhe und Zeit das sind Qualitäten die in der heutigen Zeit mehr wert sind als alles Geld, du machst es ganz richtig, weit wegfahren ist oft gar nicht nötig um sie zu finden.
    Liebe Grüße, Patricia

    • liebe patricia, du sagst es. die frage ist immer, wonach man sucht und erst, wenn man darauf eine antwort hat, weiß man, was das richtige für einen ist. momentan suche ich die ruhe, die mir verloren gegangen ist oder die ich nie hatte und diese art von ruhe, die gibt es nur in der nähe.

  12. liebeinunschuld

    Hallo Christina, die virtuellen Wanderungen „Eine Wanderung durch Bruchtal“ begeistern mich sehr. Dir kann folgende Seite „https://www.andreashurni.ch/aesthetik/wabisabi.htm“ helfen, weitere Trips in vollen Zügen zu genießen. Henry

  13. DIe Wasserbilder? Grandios! Ich glaube diese Leidenschaft teilen wir zu 100% 😉 Und auch Dein Text gibt wieder einiges an Denkanstößen… Und ich glaube über Bruchtal brauchen wir uns erst gar nicht unterhalten 😉 Wundervoll!!!

    • ja, das glaube ich auch 🙂 das waren echt für mich DIE herbstbilder letztes jahr. danke für die lieben worte 🙂

  14. Heute hat aber auch alles einen Namen…. 😉 Im Moment in „slow“ voll angesagt. Slow Food, Slow Travel, Slow Design…… Der Wunsch nach Entschleunigung und Nachhaltigkeit steht für viele im krassen Gegensatz zum Alltag, zumindest derjenigen, die Anschluss an das Internet haben. Denn das scheint mir ein wesentlicher Faktor für das Gefühl der Beschleunigung zu sein.

    Ich bin gespannt, wie sich das bei dir weiter entwickeln wird, denn wenn man deinen Post liest, könnte der nächste Schritt eine vorübergehende Abstinenz vom Internet sein, von der Selbstdarstellung, den Gedanken daran, was du posten könntest, welche Bilder oder welchen Text. Das Risiko eingehen, Follower zu verlieren. Sich bewusst den Likes zu entziehen wäre ein erster Schritt. Nicht mehr von Sehenswürdigkeit zu Sehenswürdigkeit zu hetzen lässt sich auch gut auf das Verhalten im Internet übertragen. Leben, reisen und fotografieren nur für dich, ohne einen Gedanken daran zu verschwenden, was andere darüber denken oder ob sie es mögen, dich beneiden, whatever. Vorübergehender Entzug tut manchmal gut. 🙂 Aus eigener Erfahrung kann ich berichten, dass die ersten Tage komisch sind, aber nach 2 Wochen kompletter Abstöpselung fiel es mir dann schwer, mich wieder ins Netz zu begeben. Es ist nicht so wichtig, wie wir alle glauben :-).

    Sich dem Ganzen bewusst zu sein (und es kritisch zu hinterfragen) ist aber auch schon ein Schritt :-).

    LG, Conny

    • 😀 ja das stimmt. die menschen haben sichtlich einen großen drang danach, dingen einen namen zu geben. aber ja, es ist kein wunder in dieser hektischen welt, in der morgen nichts mehr so ist wie es gestern einmal war.
      zum internet hab ich halt ein ambivalentes verhältnis. ich war früher ein durchwegs sehr trübsinniger mensch und durch das teilen habe ich das achten auf kleine schöne momente geschult. sobald ich den veröffentlichungscharakter entferne, verschwindet das und ich versinke wieder ein bisschen in dem alten muster. allerdings habe ich schon länger mit dem gedanken gespielt, mein privates fb mal wieder lahmzulegen, weil ich abstand zu den ganzen nachrichten brauche, die ich über die timeline konsumiere und weil ich einfach nicht mehr sehen will, welchen schwachsinn menschen, die ich eigentlich zu kennen glaubte, teilen. leider kann ich mich nicht ganz zurückziehen, ich habe einen bürojob und ein teil davon ist online marketing, ich brauche sowohl facebook als auch instagram und alles andere, von dem man manchmal einfach nur ganz weit weg möchte.

  15. Das sind wirklich so wunderschöne Bilder. Ich mag es so gern, wenn Wasser so weich und fließend aussieht.

    Insgesamt konnte ich während des Lesens eigentlich nur immer wieder nicken.

    Es ist so wichtig, zuweilen die Bremse im Leben zu betätigen. Ich schaffe es immer und immer wieder aufs Neue, mir zu viel aufzubürden. Eigentlich sollte ich dafür sorgen, dass es überhaupt gar nicht erst soweit kommt, aber sei es drum – vielleicht ist es manchmal nötig um wieder das richtige Maß an Bewusstsein und Langsamkeit für sich zu entdecken.
    Den geschäftlichen Stress habe ich in der Regel schon relativ gut unter Kontrolle, versuche mich auch immer wieder aufs neue zu organisieren, Listen dafür zu schreiben, Tabellen anzulegen. Das macht mir ein gutes Gefühl und wenn ich meine Projekte gelistet habe, entspanne ich mich auch wieder etwas.
    Privat ist das auch immer schwer, ich will so oft so vieles – will am liebsten alles auf einmal anpacken, niemanden vernachlässigen, für jeden da sein und alle unterstützen. So sehr, dass ich darüber hinaus oft vergesse, dass ich selbst der wichtige Mensch in meinem Leben bin. Auch wenn das vielleicht egoistisch kling. Ich glaube manchmal muss man egoistisch sein und sich wieder auf sich selbst berufen – Für sich selbst schöne Momente schaffen und für sich da sein.
    Und zum Thema Reisen finde ich das auch sehr schön was du schreibst, nicht alles auf einmal sehen wollen sondern Kleinigkeiten dafür viel intensiver auskosten. (Auch hier hilft mir ja doch oft die berühmte Liste und mein Kerl, der mich dann und wann in die Schranken weist, wenn ich mal wieder zu viel will.)

    Fazit – Mach es genauso wie du schreibst, achte auf dich. Schaffe dir schöne Momente, Erlebnisse und Erfahrungen – denk in aller erster Linie an dich selbst, damit du glücklich und zufrieden bist und überfordere dich nicht mit dem berühmt-berüchtigten „Zuviel / Alles wollen“.

    Ich denk so sehr an dich und hoffe wir sehen uns bald wieder – und zwar dann wenn es richtig ist und nicht zu viel 🙂

  16. Ich liebe solche Aufnahmen, dieses weiche Wasser. Leider habe ich es bisher noch nicht hinbekommen, es selbst umzusetzen …. irgendwann mal 😉

    • bei mir hat es auch ewig gedauert, bis ich zum ersten mal dazugekommen bin damit zu experimentieren – aber seither hat es mich voll und ganz in seinen bann gezogen ❤

  17. Liebe Paleica,

    ich liebe deine Bilder! Die Wasserfälle sehen so klasse aus! Die Bewegungsunschärfe des Wassers ist einfach klasse aufgenommen! Ich bin immer wieder hin und weg von deinen Bildern. Du bist eine echte Inspiration. Danke für deine Bilder und dass du uns immer mitnimmst an so schöne Orte!

    Liebe Grüße
    Judith

    • dankeschön 🙂 die wasserfälle sind aber auch wirklich schön. wasser ist ja sowieso mein liebstes fotografisches element. und danke gleich nochmal für dieses wundervolle kompliment ❤ danke, dass ihr mich begleitet!

  18. Also ich hab irgendwann damit aufgehört alles gleichzeitig zu machen bringt bei mir nix, bin absolut nicht multitaskingfähig, wenn ich die Sachen aber nach einander abarbeite geht alles super… da mach ich mir dann so kleine Listen… ja ein wenig Nerding aber es hilft.
    Was das Reisen betrifft bin ich durch die Fotografie um einiges entspannter unterwegs als früher… wenn auch mit mehr Gepäck, weil ich ja meist mit Fotografieren beschäftigt bin was durchaus mal länger dauern kann… nicht immer zur Freude meiner Reisebegleiter 😉
    Alles Liebe Peter

    • ich glaube, in wahrheit bringt das bei niemandem wirklich was, das glauben wir nur. ein schritt nach dem anderen ist das wesentlich bessere konzept, das seit der ära smartphone bei mir aber leider überhaupt nicht mehr funktioniert. listen sind übrigens tolle helferlein, sowas brauche ich auch immer.
      und das finde ich toll. bei mir ist immer soviel programm, dass das genießen oft zu kurz kommt.

  19. Ein wirklich wundervoller Beitrag. Regt mich gerade sehr zum Denken an und ich vermute ich habe ihn nicht zum letzten Mal gelesen. 🙂 Ich kann sehr gut nachvollziehen was du meinst, auch wenn ich natürlich nicht so viel rumkomme. Bei mir sind es dann eher die Dinge an sich die ich machen möchte. Hobbies und Co. Alles was man erst ewig aufgeschoben hat, weil man keine Zeit mehr fand und dann hatte man so viel, dass man zu locker damit umging. Ja. Zumindest auf der Basis, kann ich es nachempfinden. ^^

    Ich wollte bei uns immer mal in die Partnachklamm gehen und mir das anschauen, Fotos machen und einfach mal ein wenig durchatmen, Bewegung in der Natur. Ich glaube ich rufe morgen meinen Dad an und frage ihn ob er Lust hat. Ist ja nicht weit weg. 🙂

    *

    Ich dachte mir schon fast, dass dir das Buch ins Auge springen wird. 😉 Ich denke wir haben einen recht ähnlichen Geschmack was Bücher angeht. Bin gespannt ob es dir auch gefällt. 🙂 Ich kenne das sehr gut, wenn einem die Zeit zum Lesen fehlt und es ist unerträglich, vorallem wenn man unbedingt weiterlesen will. Ich hoffe du bist mittlerweile mit dem ursprünglichen Buch wieder voran gekommen. ^^

    Ja klar, ist ja in München auch nicht anders. Man versucht auch hier einfach um die Touri-Hotspots herum zu kommen. Aber ich bin doch recht froh, dass ich nicht IN München lebe. Wien ist auf jeden Fall eine sehr schöne Stadt und ich denke, wenn wir an einem weniger Touristenbehafteten Zeitpunkt da gewesen wären (gibt es den überhaupt), dann wäre es wohl auch so schon um einiges ruhiger gewesen. 😉

    Ja darüber habe ich auch schon nachgedacht, aber ich merke schon an meinem Kunstblog, dass ich mir schwer damit tue, beiden Blogs gerecht zu werden. Wobei ich natürlich auch sagen muss, dass mir in letzter Zeit auch die Kreativität fehlte. Ich habe mich aber jetzt entschieden, auch Essensfotos zu posten – also auf Instagram – aber am Anfang erst mal, wenn ein neues Rezept online kommt. Mein Insta-Account gehört ja auch irgendwie zum Blog dazu. ^^

    Da bin ich absolut deiner Meinung. Und mal eine Frage am Rande: Hast du mal Lust, dass wir uns Treffen? Wir könnten den Weg aufteilen und uns auf einen Kaffee treffen. *haha*

    Auf meinen ersten #travelathome-Beitrag freue ich mich auch. Vielleicht komme ich sogar schon dieses Wochenende dazu ein paar Fotos zu machen. 😀

    „[…] weil das schlechte gewissen und sich verbieten einen auch nicht mehr erledigen lässt.“ Da bin ich absolut deiner Meinung. Es ist nur schwer es abzustellen. Aber ich kämpfe und arbeite daran. Eigentlich bin ich viel lieber glücklich und freue mich über Dinge, die ich geschafft habe. 😀 Auch wenn es Tage gibt, an denen es vielleicht nicht viel sein mag.
    Ich hoffe wir beide finden bald den Weg aus diesem Dilemma und können dann unsere Wünsche und Ziele mit vollem Elan verfolgen! ♥

    WOW! Deine Therapeutin ist wirklich gut. Ja das hilft tatsächlich ein wenig. Ich glaube das schreibe ich mir gleich mal in mein Journal. Muss ich festhalten, damit ich es immer wieder lesen kann, wenn ich wieder „am Tiefpunkt“ bin. Ehrlich gesagt weiß ich nicht, warum ich mich so „krass“ verurteile, wenn ich etwas nicht schaffe. Darüber muss ich mal nachdenken. Ernsthaft! Danke. ♥
    Tatsächlich habe ich mir auch schon überlegt, wieder eine Gesprächstherapie zu machen. Aber irgendwie denke ich mir dann immer: „Meine Problemchen sind so unwichtig im Vergleich zu so vielen anderen und dann nehme ich den wirklich wichtigen Fällen den Platz weg!“ Blöd oder? -.-“

    Viele liebe Grüße und fühl dich gedrückt meine Liebe!

    • hallo meine liebe, wie schön, dich hier wieder zu lesen! ❤
      ich habe gesehen, dass du dir den ausflug zur klamm nun wirklich vorgenommen hast! das finde ich super! und wie du sagst – das muss ja nicht unbedingt dasselbe thema betreffen, es geht wohl nur im allgemeinen darum, dinge zu tun und um die gründe sie zu tun (oder auch nicht). ob das hobbies oder reisen betrifft, freunde, familie, sport, ist glaube ich ganz gleichgültig.

      dank meiner nebenhöhlen gab es in den letzten wochen gar keine lesezeit. ich hatte jetzt 4 wochen lang durchgehend kopfschmerzen, ich glaube, ich brauche dir wohl nciht mehr dazu sagen 😦 langsam wird es nun besser, denke/meine/hoffe/glaube ich.

      ach, in wien ist immer viel los. klar. allerdings natürlich vorrangig zu bestimmten zeiten und an bestimmten orten. samstags am naschmarkt zum beispiel. durch zufall sind wir dieses wochenende da durch, da bin ich auch schnell genervt. meistens meide ich diese spots aber einfach oder ich gehe halt durch kleinere seitengassen, da ist das dann alles halb so schlimm.

      klar, wenn wir es mal zustande bringen wäre ein treffen sehr schön. ich würde dich gern kennenlernen, ich glaube, wir hätten einiges zu beplaudern 🙂

      das wichtigste an diesem kommentar ist mir aber dein vorletzter absatz. ich musste ein bisschen schmerzlich lächeln, als ich das gelesen habe. das sind praktisch meine worte. vielleicht magst du ja auch mal den artikel "der kampf der instanzen“ lesen. da habe ich nämlich genau darüber geschrieben. ich mache dasselbe. ich empfinde es genau gleich wie du. und einerseits ist es glaube ich wichtig und gut zu wissen, dass es uns IM GRUNDE gut geht. das bedeutet aber noch lange nicht, dass wir kein recht auf schmerz und traurigkeit haben. oder ein recht darauf, uns hilfe zu suchen. man kann schmerz nicht messen, es ist immer etwas individuelles und jeder geht anders damit um. und wenn man die möglichkeit hat, sich unterstützen zu lassen, dann sollte man das auch tun. ich sag dir das, weil es genau das ist, was cih dabei bin zu lernen.
      ich denk an dich meine liebe!

      • Es ist auch unglaublich lecker! Ach du schreck… da fällt mir gerade was ein. Oh nein Paleica! Ich hab den Brief total verschwitzt. Es tut mir sooooooo leid. Ich bin auch echt ein Hammel mit drei Beinen. Ich such mir morgen gleich nochmal die Mail raus und dann mach ich das endlich! Das darf doch nicht wahr sein. -.-“
        Wirst du uns von deinem Salat auch noch erzählen? 🙂 Bin schon gespannt!

        Ja das habe ich. Auch wenn ich den Ausflug zur Klamm leider schon zwei Mal absagen musste. Sowas blödes! Aber das nächste Mal klappt es. Es muss einfach. Gut, dass mein Papa da sehr geduldig ist. 🙂 Stimmt, es muss nicht das selbe Thema sein. Dein Beitrag hat mich jedenfalls SEHR beeindruckt und motiviert mehr in mich zu gehen. 🙂

        Ohje!!! Du arme. Ich hoffe es geht dir jetzt besser? Sowas lästiges! Das wünsche ich wirklich keinem.

        Stimmt. Das dürfte dann München doch recht ähnlich sein. Ich geh an Wochenenden ungern nach München rein, weil da immer so unglaublich viel los ist. Dafür ist Wien aber auch schöner. 🙂

        Ich glaube auch, dass wir einiges zu plaudern hätten. Wie lang brauchst du denn nach Salzburg (wäre das ungefähr mittig)? ^^

        Ob du es glaubt, dieser letzte Absatz hat mir sehr geholfen. 🙂 Vielen Dank und den Artikel werd ich auf jeden Fall auch noch lesen. Hab ihn mir schon aufgemacht. 😀

        • 😀 😀 stimmt, ich hab es auch schon ganz vergessen! sowas! aber vielleicht kommst du ja noch dazu! ist aber auch nicht sooo dramatisch!

          wenn ich es dann mal koche und es schmeckt werde ich es ziemlich sicher am blog zeigen. noch ist es aber im kopf, weil ich irgendwie nie abends daheim war und platz gewesen wäre, was bisschen größeres zu kochen!

          ohje 😦 hattest du wieder soviel migräne? das tut mir ja leid. aber es klappt bestimmt bald!

          es freut mich, dass dir der beitrag gefallen hat ❤ dann hat er definitiv sein ziel erreicht!

          ich brauche nach salzburg etwa 3 stunden, ich kann da sogar bequem mit dem zug fahren. also wenn wir beide etwas fitter sind können wir das glatt in erwägung ziehen. ich fände das echt sehr schön!

          oh das ist schön!! ich plane übrigens grade noch eine weitere serie zu dem thema, vor allem in bezug auf therapie. mal sehen, ob das klappt und wie das ankommt. heute hab ich erstmal einen arzttermin. mal sehen was da rauskommt…

  20. Der Wasserfall passt wunderbar zu deinen Gedanken: Erst durch die Ruhe (die Langzeitbelichtung) kannst du die volle Schönheit wahrnehmen und zeigen.

    Wenn ich auf das letzte Jahr zurückblicke: Die Aufnahmen von meiner Reise nach Kroatien: Ok, schön. aber für mich wert waren die Seeadler: bei mir vor der Tür, bei einer Radtour gefunden und immer wieder besucht.

    Bei manch einem Ausflug habe ich es gar nicht geschafft, die geplante Sehenswürdigkeit „abzuhaken“, weil der Wegesrand interessanter war, als das Ziel. Ich finde es immer wieder schade, mich zum Gegenteil zu zwingen. Viele Kilometer habe ich dieses Jahr schon meine Kamera spazieren gefahren, und immer wieder gedacht: Das ist echt schön hier, um dann doch ohne Aufnahme weiter zu fahren.

    Ich wünsche dir die Freiheit, genau das zu tun, was ich dort stets dachte, aber nicht tat: Stehen zu bleiben und in Ruhe wahrzunehmen!

    Liebe Grüße
    Dein Jakob

    • du hast so recht. ich kann das gut nachvollziehen. man nimmt sich etwas vor und verfolgt das dann zielstrebig, es fällt schwer, spontan änderungen zu machen und wenn doch, ist man auch oft unzufrieden, weil man sich vom weg abbringen hat lassen. dabei ist es doch genau das. sich auf den weg machen. life is a journey, not a race…

  21. Pingback: #travelathome: Österreich Highlights in a nutshell oder Superlative in Panoramen – episoden.film

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