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Glück ist unabhängig von Erfolg. Und Erfolg ist subjektiv.

Als ich letztens durch meinen Facebook-Stream scrollte, wurden mir kurz hintereinander zwei Geburtstagsposts von Schulkollegen angezeigt. Beide haben im selben Jahr im Abstand von 4 Tagen Geburtstag. Beide sind einige Jahre lang mit mir zur Schule gegangen. Fast 12 Jahre nach unseren Abschlüssen stehen wir alle an völlig unterschiedlichen Punkten im Leben und mittlerweile lässt sich schon eine gewisse Einschätzung darüber abgeben, wer welchen Weg eingeschlagen hatte und in welche Richtung die einzelnen von uns erstmal unterwegs sind.

Im Laufe meiner Schulzeit begegneten mir sehr unterschiedliche Menschen. Tolle und weniger tolle, emotional und mathematisch intelligente, Allroundgenies und Allrounddeppen. Wie immer gibt es diese Personen, die von Lehrern als begabt angesehen werden und die als intelligent gelten und prädestiniert für ein großartiges Leben. Dann gibt es die, bei denen die Lehrer sehr offensichtlich keine Hoffnung haben und relativ abgeschrieben werden. Und dazwischen gibt es alle anderen. Heute kann ich bestätigen: Ja, drei unserer „Intelligenzbestien“ sind ganz objektiv richtig erfolgreich geworden. Traurig ist nebenbei gesagt, dass für den großen Erfolg offenbar Amerika (u.A. als Land der Wissenschaft) immer noch unabdingbar ist und Österreich diese Möglichkeiten nicht bietet, weil bei uns dergleichen überhaupt nicht wertgeschätzt und gefördert wird. Aber unabhängig davon, denn das ist nicht das Thema dieses Artikels: jede dieser drei Personen hat einen Lebenslauf, bei dem einem Gegenüber erstmal die Augen aus dem Kopf fallen und man kaum glauben kann, dass ein Mensch mit 30 all das schon erreicht haben kann. Sie haben natürlich viele spannende Geschichten zu erzählen und ringen allen unseren Jahrgangseltern Bewunderung ab. Manchmal vielleicht sogar kleine neidische Blicke, dass es nicht die eigenen Sprösslinge sind, die mit dieser CV brillieren können.

Für mich war so ein Leben nie erstrebenswert oder Ziel meiner Aktionen. Ich hätte nie eine Beziehung für ein Stipendium im Ausland aufgegeben. Das mag rückständig sein und ich ernte dafür viel Unverständnis. Aber für mich war es nunmal nichts. Ich hätte mir gut vorstellen können, mal ein paar Monate weg zu sein, aber die Zelte anderswo aufschlagen hat sich bisher nicht ergeben und aktiv habe ich nicht danach gesucht.

Ich gehörte ja eher zu den „mittendrin“-Schülern. Mir wurde zumeist unterstellt, dass ich einigermaßen intelligent, aber nicht übermäßig eifrig wäre. Ich war nie ein Sorgenkind, aber auch selten ein strahlender Meisterschüler. Meine Ambitionen lagen schon immer im emotionalen Bereich und ich habe mich immer schon über die Intensität und Wahrhaftigkeit meiner Freundschaften und nicht über meine Schulnoten oder Praktika definiert. Das hat sich letztendlich auch im Beruf so fortgesetzt.

Daraus resultierte ein akzeptabler, aber sicherlich nicht sonderlich spannender Lebenslauf. Ich habe außer auf Reisen nie Auslandserfahrung gemacht und ja, manchmal frage ich mich, wie es mir dabei gegangen wäre, aber ich habe nicht das Gefühl, dass ich deswegen meines Lebens nicht mehr froh werden könnte. Ich habe studiert und zwei Abschlüsse gemacht und mache nun einen stinknormalen Job, von dem ich mir manchmal wünsche, dass er lustiger wäre, der mich sicherlich nicht mit purer Glückseligkeit erfüllt, aber das würde auch kein anderer – denn meine Interessen sind so breit gefächert, dass ich eigentlich nichts auf dieser Welt so gerne mache, dass ich es 40 Stunden die Woche machen will. Also ist Arbeit für mich ein Mittel zum Zweck, das schon okay sein sollte, aber nicht mein Lebensinhalt. Ich bin beeindruckt, wenn ich Bilder von unseren drei Genies sehe, aber glücklicherweise nicht neidisch. Ich möchte nicht tauschen. Und dafür gibt es einen einfachen Grund: jeder von ihnen ist immer noch ein Mensch und jede Erfolgsstory ist immer noch ein Leben. Ein Leben mit Hochs und Tiefs und die sind mindestens so hoch und tief wie bei meinem überschaubaren, kleinen Leben.

Ich habe wirklich ein großes Glück, wenn ich mich umschaue, denn was diese Dinge betrifft, bin ich weitgehend neidbefreit. Denn eine Sache haben mich diese drei Menschen vor allem gelehrt: Anerkennung von außen trägt absolut nichts zum Glück von innen bei. Auch wenn ihnen oft genug Anerkennung, Bewunderung und eben auch Neid entgegenschlägt: sie sind immer noch dieselben Menschen und haben weitgehend immer noch die gleichen Gefühle, die gleichen Sorgen und Zweifel.

Lebensentwürfe, wie diese drei Menschen sie leben, sind extrem energieintensiv. So ein Leben fällt einem nicht in den Schoß. Als Außenstehender sieht man meist nur das Ergebnis, doch den Weg dahin, den sieht man nicht. Entweder hat man ihn nicht miterlebt oder man will ihn vielleicht auch verleugnen. Wieviele Stunden sie einsam und überfordert waren, wieviel Arbeit hinter all dem steckte und auf wieviel sie verzichten mussten, um dorthin zu gelangen, wird selten bemerkt.

Darum gebührt ihnen allen auch meine Hochachtung, denn ich weiß, dass es oft steinige Wege waren, für die sie sich entschieden haben. Wege, die viele andere (mich eingeschlossen) nicht hätten gehen wollen. Und vielleicht auch können.

Und auch, wenn man noch so staunenden Augen gegenüber steht, wenn man von den Erfolgen auf der anderen Seite der neuen Welt spricht – für manche ist das große Glück ein kleiner Sonnenaufgang vor der Haustüre.

 

48 comments on “Glück ist unabhängig von Erfolg. Und Erfolg ist subjektiv.

  1. Wunderschön geschrieben, ich sehe das wie du…
    Karrieren sind das eine, Glück eine ganz andere, besondere Sache des Lebens…
    Liebe Morgengrüße vom Lu

  2. Ich (ca. Mitte 40 *hüstel*) gratuliere dir zu deiner Einsicht.

    Es ist schon erstaunlich, dass Erfolg auch heute noch so oberflächlich bemessen wird.
    Mein Vater ist nach den allgemeinen Massstäben auch als mega-erfolgreich anzusehen und so war er mir ein grandioses Vorbild – ich wusste bereits früh, was ich NICHT wollte. 😀

    • ^.^ dankeschön! ich finde, man sollte einfach öfter auch darüber reden, über die faktoren, die erfolg ausmachen und warum man eben dinge tut und manchmal auch, warum man jemanden beneidet.
      es ist immer gut, wenn man sieht, was nicht für einen passt und wenn man sich auch nicht irgendwo reindrängen lässt. ich kämpfe damit bei gelegenheit immer mal wieder.

      • „ich finde, man sollte einfach öfter auch darüber reden, über die faktoren, die erfolg ausmachen und warum man eben dinge tut und manchmal auch, warum man jemanden beneidet.“

        Genau. Erfolg wird immer mit materiellen Dingen in Verbindung gebracht.
        Wie oft hat man schon gehört, dass jemand sagt: „Er/Sie ist erfolgreich, weil er/sie es geschafft hat, seine/ihre Familie glücklich zu machen?

        • oh du hast sooo recht! obwohl ich schon das gefühl habe, dass es jetzt einen gewissen paradigmenwechsel gibt und „soft skills“ mehr bedeutung gewinnen. dennoch sind auch die wieder sehr vordefiniert von anderen.

  3. Was aber andersherum gesehen auch wieder nicht heißt, dass erfolgreiche Menschen nicht glücklich sein können

    • selbstverständlich nicht. darum auch „glück ist unabhängig vom erfolg“. ich denke, es sagt einfach nichts darüber aus, ob man glücklich ist oder nicht – glück liegt im gehirn irgendwo ganz anders. aber es gibt viele menschen, die das verwechseln und denken, wenn sie nur erfolgreich wären, dann wären sie endlich auch glücklich. weißt du, was ich meine?

      • Ja, ja, leider. Erfolgreich oder schlanker. Beides steht im Ruf glücklich zu machen und es ist doch völlig absurd …

        • oh du sagst es. und es passiert mir auch selber immer wieder, mich davon magisch angezogen zu fühlen. so ganz immun ist man halt doch nicht gegen all diese parameter.

  4. feeistmeinname

    Ich bin mal wieder erstaunt, wie ähnlich wir die Welt sehen. Ich kann nur nicken, selbst bei den Details…

    • es freut mich sehr, dass es dir bei mir auch so geht – und nicht nur ich bei deinen posts so oft das gefühl habe, als würde mein hirn in deinem kopf beiträge aus deinen fingern tippen 😉 dankeschön liebste fee!

  5. Ich muss sagen, dass ich immer recht froh bin, dass ich mich sowieso gleich gar nicht mit den anderen aus der Schulzeit vergleichen kann. Ich bin die einzige, die etwas kreatives macht und soweit ich weiß auch die einzige, die selbstständig ist.
    Ich habe aber eine Freundin (die mittlerweile wohl eher nur noch eine Bekannte ist), die hat auch so einen Lebenslauf, da schlackert man oberflächlich gesehen mit den Ohren und denkt sich: wow! Was für ein Leben, was die schon alles erreicht hat. Wenn man sie dann aber persönlich erlebt… dann bin ich doch ganz froh, dass ich sicherlich nicht den perfekten Werdegang und schon ihr Gehalt aufweisen kann, aber doch in vielerlei Hinsicht menschlich und beruflich wesentlich weiter bin als sie.

    Und was das mit den Auslandserfahrungen angeht: die werden meiner Meinung nach auch etwas überschätzt. Natürlich ist es eine tolle Erfahrung und verändert den Menschen sicherlich auch. Aber das muss auch nicht unbedingt zu jedem passen. Warum nicht. Ich finde es weder schlimm noch rückschrittlich, wenn man seine Beziehung über so etwas stellt.

    Oh ja, an so einem kurzen Tapetenwechsel (der ja eigentlich alles ist was ich momentan möchte/bräuchte) arbeite ich momentan. Ist nur auch so etwas, was zeitlich passen muss und ach… nicht ganz so schnell geht wie ich es gerne hätte. 😉

    • das ist dann schonmal ein großer vorteil, wenn man aus der direkten vergleichbarkeit raus ist. aber theoretisch gibt es natürlich auch andere menschen, die das machen was du machst – und auch da kann man sich mit vergleichen selbst viel leid zufügen. wenn man immer nach links und rechts linst, ist das für einen selbst meist nicht gut.

      das freut mich übrigens. ich wurde da echt schon oft schräg angeschaut. aber irgendwie denke ich mir, wenn ich mit einem menschen mein leben verbringen will, ist mir das einfach mehr wert, als irgendein job, egal wie glamourös er auch immer sein mag. ich glaube auch nicht, dass das jeder mensch unbedingt gemacht haben muss und ich finde auch nicht, dass die menschen in meinem umfeld, die es gemacht haben, sich zwangsläufig deswegen von anderen unterscheiden, die es eben nicht getan haben.

      für den tapetenwechsel sind die daumen gedrückt!

  6. Liebe Paleica,

    wunderbar was du schreibst. Und so viel ist sicher: Erfolg ist subjektiv. Ganz eindeutig.
    Am Ende muss jeder so leben wie es ihn glücklich macht. Manche brauchen dafür steile Karrieren..andere brauchen dafür ihr persönliches Freunde- und Familienglück.

    So oder so, sind die Leben nicht gegeneinander aufzuwerten. Das Leben ist wunderbar egal mit welchem Lebenslauf 🙂

  7. so sehe ich das auch, liebe Paleica, ich wünsche einen super guten Start in die Woche

  8. Oh wow, wenn ich jedes Wort das mich in dem Text berührt / betrifft hier zitieren würde, könnte ich den kompletten Text kopieren. Neidfrei war eines der wichtigsten Worte für mich. Denn das bin ich aus voller Überzeugung. Wer etwas dafür tut erfolgreich zu sein, der hat es auch verdient. Und wem das Glück zufliegt, der hat es vllt nicht immer verdient, aber so ist das Leben nunmal. Ich bin auch ein „mittendrin“, ich bin war auch eher „nicht eifrig“. Aber immerhin hab ich (hoffe ich) eins geschafft, kein „Allrounddepp“ zu werden / bleiben 😉 Toller Text!!

    • vielen dank! war mal wieder ein sehr spontaner text, der einfach aus mir rausgesprudelt ist. haha ich nehme nicht an, dass du dir den „allrounddepp“-stempel aufs hirn stempeln musst 😉 ich denke, dass es in einer so vermeintlich transparenten welt, in der man permanent zu wissen glaubt, was nachbarin a und nachbar b macht, schwierig ist, sein eigenes leben und die erwartungen von den bildern zu entkoppeln, die da ständig entstehen. darum glaube ich, dass es sehr wichtig ist, sich das rundherum eines gesamten lebens vor augen zu führen und nicht immer nur die social media verwertbaren momente…

  9. Wunderbar geschrieben. Zuerst habe ich neugierig den Text gelesen und dann den Text genauer mit den dazugehörigen Bildern studiert. Die Zusammenstellung ist echt genial. Du hast dir sehr viel Mühe gemacht. Die Bilder unterstreichen intensiv deine Gedanken
    Vielen Dank
    LG Andrea

  10. Liebe Paleica,
    ich gehöre auch zu den seltenen „neidfreien“ Menschen. Du hast wirklich gut beschrieben, wie so jedes Leben seine guten und – und das wird von neidischen Mitmenschen natürlich nicht gesehen – auch schlimmen Zeiten hat. Deinen Worten ist eigentlich nichts mehr hinzuzufügen. Jeder Mensch hat sein ganz persönliches Schicksal und wir sollten weder versuchen noch uns wünschen, ein anderes, als unser eigenes Leben zu leben.
    Trotz der vielen klugen Worte habe ich die dazu von Dir ausgesuchten Fotos nicht übersehen. Sie passen so gut, sie sind friedlich, zeigen die Schönheit im Vergänglichen…..
    Angenehmen Wochenstart und lieben Gruß
    moni

    • liebe moni, dieses fazit kann ich nur unterschreiben. wir alle können nur unser eigenes leben leben – und das so gut wie möglich. es freut mich, dass die bilder nicht ganz untergegangen sind, zumal ich sie sehr mag 🙂

  11. „Allroundgenies und Allrounddeppen“ – Ich musste sehr schmunzeln 🙂 Schöner Text mit genau dem richtigen Fazit.

  12. Du hast so recht! Leider begegnen einem immer wieder diese Menschen, die sich durch Erfolg definieren … und die anderenaran messen. Arme Würste! 😉

    • absolut. und doch muss ich ehrlicherweise sagen, dass es nicht immer ganz einfach ist, mich davon abzugrenzen. es bedarf immer wieder der aktiven reflexion darüber.

  13. Wieder sehr schön geschrieben. Das hat mir sehr gefehlt. Nun hab ich offenbar einiges nachzuholen,- nachzulesen. 😉

  14. Oh ja, ich kann das nachempfinden! Ich habe für 6 Monaten die Nähe zur Familie, den Freunden und Herrn Freund aufgegeben, aber jetzt will ich hier nie wieder weg… Klar, Reisen tun wir beide ja gerne, aber mein Leben hier aufgeben und dafür ins Ungewisse ziehen, nö, nö. In unserem Abibuch stand ich auch in den Top 3, die niemals den Ort hier verlassen werden 😀 Recht haben sie gehabt, auch wenn es damals eher beleidigend klang. Jetzt stimmt es umso mehr und macht mich glücklich.
    Mein „einfaches“ Leben reicht mir auch 🙂

    • ich versteh das gut. das war bei mir eigentlich auch immer so, aber ich habe das immer weniger schlimm gefunden als andere, mit denen ich drüber geredet hab. und ich bin ehrlich froh, dass mir manchmal auch einfach ein spaziergang mit pferden reicht, um voll und ganz zufrieden zu sein.

  15. Ich war ja nicht in Amerika, aber meine Auslandserfahrung will ich nicht missen. Für mich war sie wesentlich.
    Diese Neidfreiheit, die einem irgendwie keiner recht glauben will, kenne ich, wenn ich durch die Profile ehemaliger Klassenkameraden klicke (die ich meist nie besonders mochte) und die vielen glücklichen Familienbilder sehe. Mich lässt das völlig kalt, muss ich sagen. Schön, wenn sie darin ihr privates Glück finden, aber für mich wär das nix. Ich genieße meine Freiheit zu sehr und bin auch – das gebe ich ehrlich zu – stolz darauf, diese Freiheit mir erarbeitet und erhalten zu haben.

    Man muss einfach sein Ding durchziehen. Wenn man das wirklich tut und damit zufrieden ist, kann man andere ihr Ding durchziehen lassen, ohne sie zu bekritteln oder ihnen ihr Glück abzustreiten.

    (zum Thema Arbeit hab ich übrigens gerade das Buch „Feierabend! Warum man für den Job nicht brennen muss“ gelesen – passt genau zu dem, was du hier schreibst).

    • das glaub ich dir sofort und das ist sie sicherlich auch für die meisten. aber es passt halt einfach nicht zu und für jedem/n. ich finde das total schade und auch nervig, wenn andere leute urteilen und zu wissen glauben, wie man zu einer sache steht und wie man sein leben leben sollte. ich finde das großartig, dass du dir dein leben so eingerichtet hast und für dich weißt, was dir wichtig ist und nicht einen weg anstrebst, der nicht dein herzensweg ist.

      lustig übrigens, dass du diesen buchtipp hier erwähnst, ich habe unlängst einen auszug daraus gelesen und musste echt viele male zustimmend nicken. das werde ich mir auf jeden fall merken, das war nämlich eine sehr erfrischende ansicht.

      • übrigens hatte ich da kürzlich erst noch so ein Aha-Erlebnis. Ich unterhielt mich mit einer Frau aus meinem Französisch-Kurs und da sprachen wir natürlich auch über Sprachkurse etc. Ich erzählte ihr auch von Florenz und wie super ich das nicht alles fand. Und sie sagte dann: Ich war mal für einen Monat in Spanien für nen Sprachkurs. Das war der Schlimmste Monat meines Lebens. Mach ich nie mehr!
        Ich war total baff… ich wär nicht im Traum auf die Idee gekommen, dass jemand so einen Sprachkurs negativ sehen könnte :-O

        • oh das ist ja traurig 😦 eine freundin von mir hat sowas auch sowohl in spanien als auch in paris gemacht und die hat es auch sehr geliebt. aber vermutlich kommt es auf viele faktoren an, die da reinspielen und manchmal geht es eben auch daneben. aber das ist schon wirklich schade.

  16. Hi
    Wiedermal ein spannendes Thema…
    Was mir aufgefallen ist das in Amerika die Könnensbeweislast eine andere. Hat aber auch ein wenig mit der Mentalität zu tun. Wenn du dich dort für einen Job bewirbst und selbstbewusst auftrittst brauchst du nicht siebenhundert Praktikumsnachweise, Zeugnisse und Fähigkeitsbescheinigungen dafür sitzt du wenn dus nicht bringst schneller wieder auf der Straße als dir lieb ist…
    Bei uns hingegen bekommt in der Regel derjenige den Job der die besten Zeugnisse auf den Tisch legt, oder was noch schlimmer ist die besten Connects hat.

    Bei meinem letzten Aufenthalt in NY ist mir bewusst geworden das das dort durchaus akzeptiert wird wenn man die Frage was man denn so macht mit dem erwiedert für das man lebt und nicht das mit dem man seine Kohle verdient.
    Bei uns würde ich mich als Bühnentechniker bezeichnen, in NY würde ich schon als Fotograf durchgehen ;).

    Und vielleicht ist es gerade diese Denkweise die den kleinen Unterschied macht…

    Alles liebe Peter

    • ja, da hast du sicherlich recht. obwohl ich bemerke bei mir in der branche da schon einen wandel und dass das tatsächliche können mittlerweile schon eine sehr wesentliche rolle spielt. die sache mit den connections ist (leider) wirklich nach wie vor – besonders in bestimmten bereichen – ein sehr spezielles thema.
      man muss den amerikanern in vielem nicht zustimmen, aber gewisse lebenseinstellungen finde ich nicht so übel.

  17. Toller Wortbeitrag! Bisschen erschrocken war ich schon, weil die Inhalte fast hätten von mir kommen können. Leider kam das Ende des Artikels viel zu früh, ich hätte gerne noch mehr gelesen und gehört. Vielleicht auch davon, was aus denen geworden ist, von denen man schon zu Schulzeiten dachte „ohweh, ohweh“… Aus meinem Umfeld weiß ich nämlich, dass auch häufig eben diese heute glücklich sind. Teilweise sogar (sehr) erfolgreich. Aber wie gesagt – es ist wohl was anderes: Glücklichsein und Erfolgreichsein. Zwei Paar Schuhe eben.
    Beste Grüße!
    Mario

    • vielen dank lieber mario, es freut mich sehr, wenn du den artikel gern gelesen hast. wer weiß, vielleicht kommt eines tages ja eine fortsetzung oder so 🙂
      also ich muss sagen, dass die damaligen „wackelkandidaten“ eigentlich genauso viel oder wenig gelungene leben haben wie alle anderen. wenn ich mir das heute so anschaue ist es wohl ein beweis dafür, dass schulnoten nicht sehr viel über ein späteres leben aussagen 🙂
      und ja, das sind definitiv zwei paar schuhe und ich glaube man tut für sich auch gut daran, sie zu trennen und zu schauen, was einem wirklich wichtig ist.

  18. Wie bei Allem gibt es für Glück und Erfolg kein richtig und falsch, beides existiert aber in unseren Köpfen meistens nur im Vergleich mit anderen. Die Wahrscheinlichkeit für eine negative Bilanz scheint dabei vorprogrammiert, wenn man nach messbaren Kriterien dabei vorgeht.
    Letztlich bleibt es ein problematisches Thema, ich persönlich definiere erfolgreich sein anhand der positiven Entwicklung/Auswirkung für die Gesellschaft. Wobei das auch mit Vorsicht zu genießen ist, Adolf Eichmann hat sich und seinen Beitrag zur Gesellschaft sicherlich auch als sehr erfolgreich betrachtet.
    Persönlicher finanzieller Erfolg ist Humbug, im Angesicht der Endlichkeit der eigenen Existenz vollkommen belanglos und im Prinzip lächerlich.
    Und Glück? Ist Glück ein Sonnenaufgang vor der Haustüre? Wenn ein paar Haustüren weiter Menschen verrecken tu ich mir dabei ein bisserl schwer. Andererseits hast du recht, es sind diese kleinen Momente, wie Mosaiksteinchen, die das große Bild des Lebens ergeben, diese können einen aber schnell und unbemerkt in den Egoismus treiben, da ich und mein Glück an erster Stelle stehen. Selbst die Dankbarkeit dafür, solche Momente des Glücks erleben zu können ändert nichts an der Tatsache, dass durch mein Glück andere unglücklich werden/bleiben. Wie erkläre ich dem Minenarbeiter in Afrika, dass ich so glücklich bin, den Sonnenaufgang genießen zu können und mit der Handykamera fotografieren kann, die ich mir dank seiner Ausbeutung leisten kann, in einem Land, wo das größte Problem zu sein scheint, ob ich zum Schnitzel lieber Pommes oder Salat essen will.
    Ich bin natürlich auch kein Heiliger und glücklich, wenn ich ein Schnitzel mit Pommes UND Salat essen und es auch noch mit meinem Handy fotografieren kann, dass Glück aber unabdingbar mit Unglück verknüpft ist sollten wir dabei nicht aus den Augen verlieren…
    …und irgendwie passend zu diesem supersonnigen Freitag…
    Gruß, Arne

    • hallo arne. seinen eigenen erfolg an den auswirkungen auf anderen festzumachen ist auf jeden fall ein ansatz, den ich auch in gewissen bereichen verfolge. es bleibt natürlich dabei immer der nebensatz, dass man natürlich versuchen muss, mit seinem verhalten niemand anderem zu schaden.
      ich weiß auch grundsätzlich, was du mit dem rest meinst und ich denke, dass es durchaus wichtig ist, nicht in seiner glücklichen mitteleuropäischen blase alles andere zu vergessen. aber es nützt auch niemandem, wenn man sich selbst jedes glücklichsein verwehrt, weil es anderen menschen auf der welt schlecht geht. schließlich haben wir letztendlich alle nur dieses eine leben und können nur nach unseren maßstäben das beste draus machen.

      • Ich gebe dir recht, wir haben nur das eine leben (vermutlich) und müssen daraus das beste machen. und ich bin sicherlich der letzte, der einen gepflegten hedonismus verteufelt, nur aus den augen sollten wir es nicht ganz verschwinden lassen, dass es andere zustände auch gibt, als unsere mitteleuropäischen, die allerdings direkt von uns bedingt werden.
        ich denke, dass es durchaus auch schon sinnvoll ist/sein kann, wenn man sich darüber im klaren ist, da es meine überzeugung ist, dass der geist die taten formt. naja, recht schwurbelig, irgendwie. glück und erfolg sind so große brocken, nicht umsonst sind die buchhandlungen mit ratgebern zu diese themen vollgefüllt, da jede und jeder glücklich und erfolgreich sein will. manchmal reicht auch zufrieden sein schon…

        • ja, das denke ich auch. ich denke nicht, dass der mensch zum permanenten glücklichsein gemacht ist. zufriedenheit ist ein grundgefühl, glück nur eine momentaufnahme.

  19. Ich muss gestehen, dass ich oft etwas neidisch auf das schaue, was andere in meinem Alter, also um die 30, schon erreicht haben. Auch, wenn ich es mir nicht so ausgesucht habe, ist mein Leben anders verlaufen, als das der meisten anderen. Aber es macht mich schon traurig zu wissen, dass es bei mir ja auch anders, nämlich „normal“, hätte verlaufen können. Andererseits bin ich froh, dass ich 1. noch nicht die Verantwortung für ein Kind übernehmen muss oder gar die Verantwortung für ein Team in einer Firma und 2. den Weg, den ich schließlich gegangen bin, auch gegangen bin. Andere haben das Studium schon lange hinter sich, ich aber kann das Studentenleben jetzt erst genießen (mehr oder weniger 😉). Natürlich wäre es schön, wenn ich jetzt einen richtigen Job hätte, statt nur einen Aushilfsjob. Aber den Beruf, den ich gelernt habe, möchte ich nicht mein Leben lang machen.
    Hach, ich weiß noch nicht so recht, ob ich glücklich bin oder nicht. Sagen wir mal, ich bin stolz, weil ich mein Ziel, wenn auch mit Verspätung, erreicht habe. Und ich kann mich glücklich schätzen, jemanden an meiner Seite zu haben, der mich vom Beginn der Ausbildung bis zum Abitur und noch weiter begleitet (hat) und mich unterstützt und keinen Druck macht, sondern sagt, dass er stolz ist auf mich und ich das machen soll, was ich will. Ein anderer Mann hätte vielleicht schon das Weite gesucht (Familienplanung und so).

    • liebe verena, ich kann das durchaus verstehen. es gibt auch entscheidungen in meinem leben, die ich nicht ganz so toll finde. ich versuche mich allerdings dann daran zu erinnern, dass ich in den jeweiligen situationen die damals bestmögliche entscheidung getroffen habe und das eben auch zu meinem lebenslauf geführt hat und mich zu dem menschen gemacht hat, der ich heute bin. und du darfst nicht vergessen, dass du ganz bewusst diese entscheidung zum studieren getroffen hast mit einem sehr überlegten hintergrund und dass du damit etwas tust, das für dich dann auch wirklich passt. viele andere studieren und bemerken dann im beruf, dass sie das nicht machen wollen. ich weiß auch, dass das, was ich jetzt mache, nicht für immer und ewig der inhalt meines arbeitslebens sein soll und würde mich aus heutiger sicht auch anders entscheiden.

      und ich denke, du kannst stolz auf dich sein, weil du dich für deinen weg entschieden hast.

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