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Bayern Kurztrip: Herbstdetails mit Waldwasser & Gedanken zum Glück

Glück. Glücklich sein. Eine große Begrifflichkeit. Etwas, das in der westlich industrialisierten Welt inflationär gebraucht und allgegenwärtig ist. Der Sinn des Lebens, die neue Religion. „Bist du glücklich?“ – die Standard-Frage. Kannst du nicht mit ja darauf antworten, musst du etwas ändern. Dich selbstverwirklichen, den Job kündigen, die Wohnung auflösen, auf Reisen gehen, Yogi werden, dich vegan ernähren. Ihr merkt die Ironie in meinen Worten, aber ich hoffe, ihr versteht, worauf ich hinauswill.

Ich empfinde Glück als schwierigen Begriff und der permanente Druck der Gesellschaft, die mir vorschreibt, glücklich sein zu müssen, laugt mich aus. Ist der Mensch dafür geschaffen, glücklich zu sein?

Es ist eine Frage, die mich seit langem beschäftigt wohl weil ich zwar viel Glück hatte im Leben, glücklich zu sein jedoch dennoch nicht zu meinen Kernkompetenzen gehört.

Eine Weile lang verschwand dieses Thema irgendwie von meinem Radar und wich einer geschäftigen Produktivität, doch es lugt immer wieder hinter Hausecken hervor und läuft mir über den Weg. So auch letztens, als ich über eine Website stolperte, die sich voll und ganz dem Glücklichsein widmete.

Wann bin ich glücklich? Ist glücklich zu sein überhaupt ein möglicher Dauerzustand? Wird glücklich zu sein nicht vielleicht überbewertet? Setzen wir uns nicht möglicherweise selbst viel zuviel unter Druck, weil wir uns ständig fragen, warum unser Leben eigentlich gut ist, aber wir dennoch nicht wie ein lackiertes Hutschpferd durch die Gegend strahlen?

Ich komme noch einmal zurück auf diese Glücks-Website. Ich habe dort Vieles gelesen. Manches, das mich vielleicht irritierte, anderes, das ich durchaus interessant finde. Natürlich möchte ich glücklich sein – wer möchte das nicht?

Ich las von einem spannenden Ansatz: nämlich, dass es lt. aktueller Hirnforschung offenbar Erkenntnisse gibt, dass negative Gefühle auszuleben nicht – wie lange angenommen – Erleichterung bringt, sondern, dass das Ausleben von Wut und Traurigkeit eher zu einem Teufelskreis führt, der einen immer wieder in eine Negativspirale zurückkatapultiert. Das erinnert mich wieder an etwas, das eine Freundin mir schon mehrmals gesagt hat: wenn du ein negatives Gefühl spürst, dann schau hin – wenn du dich darauf konzentrierst, dann kannst du es nicht lange festhalten.

Es geht hierbei nicht um Verdrängen oder Unterdrücken, sondern sehr wohl eine bewusste Wahrnehmung des Gefühls. Diese soll dafür sorgen, dass die Negativität uns nicht unterschwellig begleitet, ohne dass wir eigentlich wissen, warum sie das tut.

Ich habe daher nun beschlossen, ein Selbstexperiment zu wagen:

  1. Ich möchte lernen, meine Gefühle genauer zu beobachten. Ich bin zwar ein reflektierter Mensch, aber meist erst in der Rückschau. Ich will aufmerksamer werden dem gegenüber, was im Moment passiert. Wie fühle ich mich und warum? Welche Emotionen begleiten mich über den Tag? Wodurch werden sie ausgelöst, wie und warum klingen sie ab?
  2. Ich möchte dem Ratschlag folgen und jeden Abend drei Dinge vermerken, die an diesem Tag wertvoll waren. Ich wähle bewusst diesen Begriff, da ich von der sehr abstrakten Glücksvorstellung ein wenig abrücken möchte. Aber Dinge, die meinen Tag lebenswert gemacht haben und die mir ein gutes Gefühl gegeben haben.

Ich habe nämlich vor einer Weile ein wirklich, wirklich sehr lesenswertes Comic, ebenfalls zum Thema Glücklichsein gefunden, das ich seit langem schon mit euch teilen will. Bisher fehlte einfach immer der richtige Moment dazu. Denn in diesem Comic wird mir so sehr aus dem Herzen geschrieben, dass ich euch wirklich nahelege, euch die zwei Minuten Zeit zu nehmen, die Bilderkurzgeschichte anzusehen.

Den Link findet ihr hier.

Der Text hinterfragt nämlich – genau wie ich das in meinem Gefühl tue, aber nie die richtigen Worte gefunden habe – was mich an der Konnotation des Glücklichseins stört.

Ich schrieb es schon vor einigen Wochen: manchmal ist das große Glück ein kleiner Sonnenaufgang vor der Türe. Es ist auch manchmal ein bunter Strauß lebloser Blätter, die in ästhetischer Perfektion auf dem Wasser treiben. Es ist manchmal das Geräusch eines kleinen Wasserlaufs, der uns an die Perfektion der Natur erinnert. Das kleine Glück liegt überall am Weg, aber das große Glück, das ist oft eine Illusion, der wir ein Leben lang nachjagen, während all das kleine unbemerkt an uns vorüberzieht.

Glücklich zu sein ist für mich eine Momentaufnahme, aber nie ein Dauerzustand. Zum Leben gehört die gesamte Bandbreite an Gefühlen. Und auch, wenn es enorm wichtig ist, das Glück wertschätzen zu können, das uns mit unserem Geburtsort und unserem Pass in die Wiege gelegt wurde, wären wir keine Menschen, wenn das allein reichen würde, um ein dauerhaft glückliches Leben zu führen. Am Glück können wir nicht wachsen. Wir wachsen am Schmerz, an der Trauer, an der Wut. Wir wachsen, weil wir uns verändern wollen und wären wir immer glücklich, wann würden wir denn dann noch nach Veränderung streben?

I claim the right to be unhappy!

Dieses Zitat stammt aus „Brave New World“. Ich las dieses Buch im Rahmen des Englischunterrichts vor mittlerweile 13 Jahren – aber diese Worte habe ich nicht vergessen. Denn in der „Schönen neuen Welt“ ist jeder glücklich, weil er das macht, wofür er geboren wurde. Niemand is über- oder untequalifiziert, niemand muss Schmerzen haben, niemand muss ums Überleben kämpfen. Sollte dennoch bei dem einen oder anderen ein negatives Gefühl auftauchen, gibt es Mittel und Wege, dieses wieder in den Griff zu bekommen. Ist das nicht nahe dort, wo wir heute von all den Gurus hingepredigt werden? Ich entdecke Parallelen und sage daher vielleicht schon aus Trotz: lasst mich doch auch verdammt nochmal unglücklich sein!
Es gehört für mich zum Mensch-sein dazu. Es ist anstrengend und mühsam und oft wünschte ich, ich könnte es abschalten, aber dennoch ist das Hinterfragen und Zweifeln ein fixer Bestandteil meines Lebens.

Ich hänge mich auf, an fixen Arbeitszeiten und Urlaubssperrmonaten, wo mir doch das Internet anpreist, dass ich theoretisch auch auf Bali meinen Job machen könnte.

Maximizing minimiert dein Glück

Schreibt die z.ett am Donnerstag.

Ich vergesse manchmal zu sehen, dass mir mein Job ein finanziell sorgloses Leben ermöglicht, das meine Heizung, meine Kletterhalle, meine Kaffeehausbesuche, das Benzin für all meine Reisetrips und meinen Shoppingspleen bezahlt.

Ich verfluche die Tage wegen kleinen Wehwehchen und vergesse dabei manchmal, dass es auch Krebs sein könnte.

Erst letztens ist mir der Wahrheitsgehalt der Floskel „jedes Ding hat zwei Seiten“ wieder bewusst geworden. Ich kann warten, bis der Sturm zu Ende ist, oder ich lerne im Regen zu tanzen. Ich scheitere grandios an diesem Zitat, seit Jahren. Aber ich erinnere mich auch immer und immer wieder daran.

Good enough is the new perfect.

64 comments on “Bayern Kurztrip: Herbstdetails mit Waldwasser & Gedanken zum Glück

  1. Guten Morgen allerliebste Paleica, ich bin ja so bei dir.
    Einige der schönsten Songs aller Zeiten wären ohne die Abwesenheit von Glück nicht geschrieben worden.
    Und gäbe es kein Unglück, könnten wir die kurzen Momente des Glücks ja gar nicht schätzen.
    Die meisten von uns wissen gar nicht, dass sie schon glücklich sein können, Morgens gesund aufzuwachen und keinen Hunger leiden zu müssen.

    Manchmal kotzt mich das an.

    Bei Frauen ist mir ein äusserst seltsames Phänomen aufgefallen: Ich glaube, Frauen verkraften es nicht, lange Zeit glücklich zu sein.
    Ich habe es selbst in vielen Beziehungen festgestellt und beobachte das bei befreundeten Pärchen immer wieder. Frauen suchen zwanghaft nach Fehlern in der Beziehung und ihrem Leben. Und wenn sie nichts finden, greifen sie gerne auf dieses „Mein Mann sagt mir nur noch einmal am Tag dass er mich liebt!“ zurück. Irgendwas lässt sich natürlich immer finden, wenn man (frau) sucht…

    Ich hatte gerade erst vor drei Tagen eine laaaange Unterhaltung mit meiner besten Freundin. Von weitem betrachtet führt sie ein traumhaftes Leben.
    Und von nahem betrachtet – auch. 😀
    Ihr Mann ist ein äusserst gut aussehender Rennfahrer mit feuchter Nase und glänzendem Fell, ihre Tochter ist super-gesund und super-süß, die drei wohnen in einem traumhaften Haus und machen – wenn sein Job es zulässt – Urlaub an den schönsten Orten. Er sorgt dafür, dass es der kleinen Familie an nichts mangelt.
    UND TROTZDEM ist meine beste Freundin gerade soooo unglücklich. 😀
    Warum?
    Er und sie lachen im Moment zu wenig miteinander.
    Da haben wir es wieder: Wen man (frau) zwanghaft sucht… 😀

    Paleica, genieß‘ jeden Moment deines Lebens – auch die vermeintlich Unglücklichen. Denn selbst dann hast du meist Glück. Du musst es nur erkennen.

    • was du über die songs sagst, kann ich absolut bestätigen. aber es betrifft nicht nur musik, es betrifft vermutlich alle künste.
      und mir geht es wie dir, ich finde das oft furchtbar aber ich kann mich dennoch nicht ganz ausnehmen. vielleicht liegt es auch in meiner österreichischen mentalität, uns liegt das jammern und granteln nunmal in der DNA 😛 dennoch soll es keine entschuldigung sein. je mehr man hat, umso mehr kann man verlieren und ich denke, das ist oft und bei vielen mitunter ein punkt.

      übrigens habe ich dasselbe phänomen, das du bei frauen beschreibst, schon bei vielen männern beobachtet (und wurde selbst schon „opfer“ davon). ich denke also ehrlich, dass die geschlechterspezifität eher eine subjektive wahrnehmungsverzerrung ist 😉 vielleicht liegt das eben gewissermaßen in unser aller mentalität. es gibt da diesen artikel aus der zeit, den ich verlinkt habe und aus dem das zitat mit dem maximizing stammt. ich denke halt, dass in unserer zeit der medialen reizüberflutung das „bessere“ gefühlt immer so nah liegt. erst gestern dachte ich lange über die trennung einer freundin von ihrem partner nach. ich verstand die beweggründe, hätte aber in der situation wohl anders gehandelt und da ist es wohle ein prioritätensetzung, die entscheidungen trifft. während mittlerweile ein großteil der menschen beim glück-denken eine „ich-tendenz“ hat gehöre ich zu der altmodischen und aussterbenden sorte, die da eine „wir-tendenz“ hat. ob das schlau ist weiß ich nicht, aber es ist halt so.

      jedenfalls erkennt mein kognitives verständnis mein glück durchaus, meine kopfchemie hingegen negiert es dennoch gelegentlich.

      • Erstaunlich, wie ähnlich wir ticken. Nur verstehst du es wesentlich besser unsere Gedanken in Worte zu fassen. Ist schon hart so als Mann.
        Wenn ich mal jemanden brauche, der meine Gedanken verständlich ausdrückt, melde ich mich bei dir. 😀

        PS: Dieses „geschlechterspezifische, subjektive Wahrnehmungsverzerrungs“ – Dings betrifft aber doch schon deutlich mehr die Frauen. Das erklärt auch warum wesentlich mehr Frauen unter Depressionen leiden.

        • ach weißt du, vielleicht übe ich das gedanken in worte fassen einfach konsequenter als du 😉 aber ja, du weißt ja, dass du das machen kannst 😉
          wirklich? spannend. aber letztens habe ich dafür gelesen, dass 75% der suizide männer betrifft. ich glaube, es gibt da halt nicht nur eine wahrnehmungsverzerrung, die geschlechterspezifisch ist, sondern auch einen geschlechterspezifischen umgang mit schlechten gefühlen – erst letztens auf der uni hatten wir das diskutiert, dass männer nach wie vor mehr darauf getrimmt sind, nicht über probleme zu reden, weil sie verinnerlicht haben, dass sie „selbst damit fertig werden müssen“.

  2. Karl Valentin und ich meinen: jedes Ding, jede Sache hat drei Seiten, eine positive, eine negative und eine komische…

    Andauernd nach Glück zu hecheln, kommt mir vor wie das Tun des Sisyphus…
    Also lasse ich das schon immer mal schön bleiben!

    Tolle Gedanken garniert mit wunderschönen Fotos!

    Liebe Frühlingsgrüße vom Lu

  3. Zwei Dinge: ich habe für mich erlebt und beschlossen, dass glücklich sein KEIN erstrebenswerter und möglicher Dauerzustand ist (und was ist schon „Glück“?) und nutze lieber den Begriff „Zufriedenheit“ als „Glück“… … zweitens: ich wünsche dir viel Spaß dabei und tolle Erkenntnisse, wenn du täglich drei wertvolle Dinge aufschreibst… Ich habe das mal eine Weile lang konsequent gemacht und ich kenne fast kein besseres Wundermittel;-)!

    • danke für deinen kommentar 🙂 und ja, ich denke das eigentlich auch. aber mit dem glück ist es wie mit dem SEO, wenn die leute immer drüber reden, dann kippe ich immer wieder hinein in die frage, ob mein weg der richtige ist oder vielleicht doch der der brüllenden masse 😛
      ich bin gespannt, ob es mir gelingt, ich hoffe es jedenfalls!

  4. feeistmeinname

    Ich bin der festen Überzeugung, dass Glück aus der Kenntnis von Unglück resultiert – wobei ich beide Begriffe jetzt sehr weit fassen möchte. Ich habe es so erlebt, dass Menschen, denen noch nie etwas Schlimmes im Leben passiert ist, das Gute oft nicht wertschätzen können. Glück als Dauerzustand ist daher für mich eine Illusion. Aber weiß man es?! Ich glaube, man kann immer nur die Antwort auf die Frage für sich selbst finden.

    • davon bin ich auch überzeugt. es ist immer individuell und als solches sollten wir es glaube ich auch sehen. ich glaube auch, dass glück für jeden etwas anderes ist und sich vielleicht sogar für jeden irgendwie ein bisschen anders anfühlt. so unterschiedlich die menschen sind, so verschieden ist wohl auch das glück. einzig sollte man bewusster mit seinen emotionan umgehen, denke ich. denn zumindest bei mir ist das nicht immer der fall und das ist oft nicht gut.

  5. Das mit den drei Dingen am Abend hab ich auch schon gemacht und auch schon anderen „verschrieben“. Ich mag die Idee dahinter sehr. Unter anderem: Sich etwas in den Kopf zu holen, was man am Tag vielleicht nur kurz wahrgenommen hat und es damit nochmals wertzuschätzen. Ich wünsch dir viel Freude damit!

    • dankeschön lieber markus 🙂 ich habe damit schon begonnen und war schon wieder inkonsequent, aber ich möchte das wirklich gerne schaffen, ich denke, das ist echt eine gute sache.

  6. Guten Morgen, liebe Paleica.
    Einen schönen Text hast Du hier wieder einmal geschrieben, auch die Fotos dazu sind wunder-voll. Ich habe auch schon des öfteren über das Glück geschrieben, auch über das Gefühl, dass es sich mitunter wie „ein Zwang“ anhört, dieses Glücklichsein. Als hätte man versagt, wenn man wütend, traurig oder unglücklich ist. Das denke ich nicht.
    Ich denke, dass Wut, Traurigkeit und unglücklich fühlen ganz „normale“ menschliche Gefühle sind und keines davon zu verteufeln ist, wie es manchmal geschieht, sondern sie anzunehmen. Sie gehören zum Menschen dazu, wie auch das Glücklichsein und fröhlich, lustig und so weiter.
    Viele Grüße und eine gute Woche Dir.

    • oh ja, ganz genau das kenne ich auch nur allzu gut. das ist doch absurd, oder? das gefühl, versagt zu haben, weil man nicht dauerglücklich ist. eigentlich finde ich einen dauerhaft glücklichen zustand unnatürlich und ich kann mir auch kaum vorstellen, dass menschen so etwas ehrlich empfinden können. es ist einfach eine gratwanderung zwischen sich in negativen gefühlen suhlen und zuzulassen, was eben da ist und es auch wieder ziehen zu lassen.

      • ja, das ist absurd. es zeigt, wie einen erwartungen, seien es fremde oder eigene, zusätzlich hindern können. „sei was du bist, gib was du hast“, das ist eine gedichtzeile von rose ausländer, die mir sehr gefällt und das erzählt, was wichtig ist – sich anzunehmen wie man (gerade) ist, ganz egal, was erwartungen, von wem auch immer, dazu meinen. die erhalten einfach mal redeverbot. 🙂
        liebe grüße und gute woche dir!

        • danke für diese schönen worte. oh ja, da hast du recht. und dieser gedanke ist zweifellos interessant und kann und sollte verinnerlicht werden!

  7. Ein großes Thema, meine Liebe. Ich glaube dauerglücklich gibt es nicht. Jedes Gefühl sollte man zulassen, aber man darf sich nicht drin vergraben, ein Gefühl ist ein Moment, kein Dauerzustand. Der Druck ist da, ganz klar. Du bist nicht immer glücklich, dann stimmt was nicht, an mir prallt so etwas ab. Ich lasse viele Gefühle zu und manchmal finde ich mich darin, dass ich mir zu viele Sorgen mache, da komme ich manchmal schwer wieder raus. Ich merke es aber und steuere dagegen, das gelingt mal gut mal nicht so gut. Das liegt daran, dass ich sehr analytisch bin, das ist manchmal kontraproduktiv. Ich mache mir keinen Stress damit, momentan ist es nicht gut, aber ich kann in einer schlechten Phase auch Glück empfinden.

    Ein schöner Ansatz mit der Reflektion, ich drücke dir die Daumen dafür.

    Ganz liebe Grüße, Bee

    • ich glaube eigentlich auch, dass das nicht sein kann, weil glück dazu etwas viel zu ungreifbares ist, etwas viel zu intensives. vielleicht ist es mit glück und zufriedenheit so wie mit liebe und verliebtheit.
      ich finde es bewundernswert, dass du dich da so abgrenzen kannst. ich tu mir da wesentlich schwerer damit. aber das bewusste umgehen mit emotionen ist sicher ein sehr wichtiger faktor und daran will ich unbedingt arbeiten.
      danke auch für deine wünsche meine liebe!

      • Zumal Glück ja auch etwas subjektives ist. Ich kann mich da abgrenzen, weil ich einfach älter bin und mich schon sehr gut kennengelernt habe mit meinen Schwächen und Stärken.

        Manchmal nimmt man das Positive gar nicht richtig wahr, daher ist ein bewusster Umgang gut, reflektieren finde ich immer gut, aber alles in Maßen. Ich tendiere zum Analysieren, das kann auch leider mal unproduktiv sein. Ich habe mir beigebracht im Moment zu leben und nicht so sehr zu grübeln. Ich habe da an ein Sprichwort im Hinterkopf, das mir jetzt nicht einfällt. Denke drüber nach und wenn ich es gefunden habe…. poste ich es hier.

        • das mit dem übeanalysieren kommt mir schon sehr, sehr bekannt vor. es ist schon gut zu reflektieren, aber man muss es nicht unbedingt übertreiben. im moment leben ist definitiv ein schöner gedanke, dessen umsetzung für mich allerdings meist ein mysterium…

  8. Ich glaube, dass das Problem darin liegt, einem von anderen vorgegebenem Glücksbegriff nachzulaufen obwohl doch glücklich sein etwas völlig individuelles ist. Was den einen glücklich macht, macht die andere unglücklich …… „Glück“ ist auch zu einem ganz ausgelutschten Begriff verkommen, als wäre es dasselbe wie ein Grinsmarathon mit viel „fun“ und Konsumzwang …. Übrigens ein sehr intelligentes Comic

    • oh dem stimme ich absolut zu. man denkt dann „aber so ist es bei mir nicht, also muss es falsch sein“. was für ein blödsinn. während sonst überall die individualität hervorgestrichen wird, soll beim glücklichsein auf einmal alles einheitsbrei sein?
      der comic ist toll, gell. ich kann ihn mir immer wieder anschauen.

  9. Ein ganz wunderbarer Text der mich mal wieder grübelnd zurücklässt… Glück… Ein Thema das sich nicht so einfach diskutieren lässt, eine Wahrnehmung die man ganz schwer an sich selbst erspüren kann. Die Frage kann man sich täglich stellen und bekommt täglich andere Antworten… Ich wünsche Dir auf jeden Fall ganz viel Erfolg bei der Umsetzung Deiner (Zwischen)Ziele…

    • oh ja, da magst du wohl recht haben. glück ist einfach ein ganz großes und schwer fassbares thema, finde ich.
      danke auf jeden fall für die gedrückten daumen. das leben ist halt für mich eine ewige reise und ein streben nach erkenntnis und wachstum und und und ^.^

  10. Schöne Fotos, liebe Paleica … und schön, dass Du achtsam mit Dir umgehst!

  11. Du Liebe, den Artikel muss ich nun rebloggen! Ich hoffe, das ist okay für Dich. Jeder findet seinen eigenen Weg, seine eigene Wahrheit, seinen eigenen Lebensteppich, der auf seine eigene Art und Weise gewebt ist. Glücklich-sein kann wirklich wie eine Diktatur wirken, wie etwas, das es zu erreichen gilt (der Comic ist wirklich genial!) und wenn man es nicht erreicht hat, na, dann stimmt was nicht mit einem. Vom Leistungsdruck zum Glücksdiktat, am Ende ist es dasselbe, nur in anderem Gewand…. War’s schön in meinem geliebten Bayern? 😉

    • natürlich ist das ok – ich freue mich darüber 🙂 ich like und teile nur auf fb den blog nicht, weil du ja weißt, dass ich diese identitäten zumindest in die eine richtung gern auseinanderhalte 😉
      und ja, in bayern wars wundervoll – wie hätte es anders sein können 😉

      • Ja, ich weiß. Verstehe ich auch bei den Inhalten die man so von sich preis gibt…. Wo warst Du denn genau? Bin neugierig. Ich mache das immer mit Bayern und Berlin, weil sich dann ein Teil von mir einbilden kann, das mitzuerleben 😀

        • 🙂 das verstehe ich!
          also wir waren in garmisch partenkirchen, weil der doktorvater meines freundes für eine veröffentlichung im rahmen seiner dissertation einen preis bekommen hat und er da als co-autor auch geehrt wurde. die zeit haben wir genützt, dass wir uns eibsee, zugspitze und am rückweg dann den königssee angeschaut haben 🙂 im dezember war ich dann ja zu meinem 30er nochmal in bayern und habe sabrina in augsburg besucht und war beim schloss neuschwanstein 🙂

  12. Hat dies auf Brainspaces rebloggt und kommentierte:
    Diesen Text von der wunderbaren Paleica muss ich unbedingt teilen. Sie hat ihre ganz eigene Art, die Dinge beim Namen zu nennen (schaut Euch bitte unbedingt den Comic an, den sie verlinkt hat. Der ist genial!)

  13. Dein beitrag hat mich sehr zum nachdenken angeregt… ich hab auch so meine ‚probleme‘ mit dem term glück bzw. glücklich sein und habe auch schon des öfteren über dessen bedeutung nachgedacht. ich habe aber für mich festgestellt, dass es mir nicht darauf ankommt, wie andere leute ‚glück‘ bezeichnen, sondern wie ich es selbst empfinde, weil ich teilweise einfach glück anders als viele andere menschen sehe. aber irgendwie ein kompliziertes thema meiner meinung nach 😀 der comic ist übrigens echt toll, danke fürs teilen 🙂

    • oh ja, glück ist ein unheimlich komplexes und vor allem – wie du auch sagst – sehr individuelles thema. wenn du diesen schritt geschafft hast, dich von der „glücksdefinition“ anderer freizumachen, dann ist dir schon ein ziemlich großer schritt gelungen! und es freut mich, dass du den comic gelesen hast. ich finde ihn einfach SO wahr!

      • ja das finde ich auch – sobald man davon ‚ausgebrochen‘ ist, irgendeiner definition nachzuleben, die eigentlich gar nicht für einen passt, ist man schon mal auf dem richtigen weg.

  14. ich glaube, ich kann es verstehen, möge es eine gute Woche werden

  15. Wie immer umwerfend geknipst 😊

  16. Mit viel Interesse habe ich Deinen Beitrag gelesen und ganz kurz (wirklich nur ganz ganz kurz) ist mir der Gedanke gekommen, dass man sicherlich ganz leicht das „Glück“ zerreden kann.
    Dabei bin ich unbedingt Deiner Meinung, Glück kann und darf kein Dauerzustand sein, das wäre der Tod des Glücks. Glück ist ein ganz besonderes Gefühl, eine unvergleichliche Empfindung des Augenblicks, des Moments, der ungeplante Wimpernschlag in unserem Gefühlschaos.

    Die persönliche Aufgabe, jeden Tag 3 wertvolle (glückliche) Momente festzuhalten, ist an sich schon Okay. Ich habe das bisher nicht ausprobiert, da ich immer sofort daran denken musste, was ich machen soll, wie tief es mich emotional treffen würde, wenn mir – ganz ehrlich und beim besten Willen – nichts einfällt. Irgendwie habe ich mich schon beim Drandenken unter Druck gesetzt gefühlt. 😉

    Angenehmen Wochenstart
    und lieben Gruß
    moni

    • liebe moni, damit hast du bestimmt recht. und genau das ist wohl auch das, was dieser comic beschreibt, den ich verlinkt habe. glück ist etwas, das flüchtig ist und kommt und geht. aber ein glückliches leben zu planen, wie es heutzutage so oft so gern in den raum gestellt wird, halte ich für nahezu unmöglich.
      mir geht es übrigens momentan auch ein wenig so. ich schaffe es nicht so gut, darüber zu reflektieren. mal sehen, wie sich dieses projekt entwickelt 🙂

  17. Wenn es sonst keine Probleme gibt, dann kann mann/frau sie sich mit der Suche nach dem (verlorenen) Glück selber machen. Ist ja inzwischen eine gut geölt laufende Maschinerie, die mit der Glücksgewinnung Gewinnmaximierung betreibt. Nichts ist einfacher, als sich selbst unglücklich zu machen. Weil…zu wenig Urlaub, zu wenig Freizeit, zu wenig Liebe, zu viel Liebe und damit zu wenig Luft zum Atmen, zu wenig Geld…irgendwas passt immer nicht und irgendwer anderer hat immer mehr davon. Und je mehr man in sich hört („bin ich jetzt glücklich?“ „bin ich jetzt glücklich?“ „aber jetzt, bin ich jetzt glücklich???“), umso mehr wird der Zustand, der vllt dem Glücklichsein entspricht, verschwinden und durch Unzufriedenheit ersetzt. Dank Konsumation kann man sich dafür eine gewisse Individualität kaufen, die möglichereweise auch Glück verspricht, da, wer individuell ist, sicher auch glücklich ist, gepaart mit der neuen Achtsamkeit kommt das große Egotripping round the world. Wir individualisieren uns zu Tode, um Neil Postman falsch zu zitieren. Ich muss mir Bedeutung geben, sonst bin ich nicht. Spuren statt Staub, ein weiteres, beliebtes Zitat aus der Küchenphilosophiestube.
    Ich denke, wirkliches Glück, wahres Glücklichsein, findet man am ehesten, wenn man aufhört, sich selbst permanent zu thematisieren und krampfhaft versucht nach etwas zu greifen, was unbegreifbar ist. Erst beim letzten Atemzug, da darf man sich die Frage stellen: war ich glücklich? Und die Antwort wird automatisch „ja“ sein, weil man sich nicht durch sinnloses Kopfzerbrechen selbst die Chance dazu genommen hat.

    • ja, damit hast du sicherlich recht, dass man diese frage erst im letzten atemzug beantworten kann. dennoch glaube ich, dass es nicht schadet, seinen lebensweg immer mal wieder zu hinterfragen, zu schauen, womit man seine zeit verbringt. mit dem rest gebe ich dir überwiegend recht. individualisierung und der zwang, bedeutsam zu sein, sind in unserer zeit weit verbreitete lebensziele.

  18. Großartig formuliert!
    Und vielen Dank für die wunderschönen Aufnahmen! 🙂

  19. Wow das ist ein echt grandioser Beitrag, dem ich total viel abgewonnen konnte! Der Comic triffts total auf den Punkt! Ich finde man sollte sich ruhig öfters herausnehmen, dass man gerade nicht „glücklich“ ist… Mir kommt oft vor, dass „Glücklichsein“ zu einem Wettrennen geworden ist, das einen schnell mitlaufen lässt :/ Danke für deine aufweckenden Worte!

    • danke liebe julia, das ist sehr schön zu hören ❤
      und JA dem stimme ich auch zu. diese glücksmaschinerie ist ja ohnehin nicht echt und es würde sicherlich vielen menschen helfen, wenn da mehr "nein" dazu gesagt werden würde. wichtig ist aber vor allem, dass man es sich selbst gebetsmühlenartig immer und immer wieder bewusst macht ^.^

  20. Hallo Paleica, wieder einmal wunderbare einfühlsame Bilder. Höre mir gerade Hermann Hesse „Über das Glück“ an, passt wunderbar zu Deinem Artikel. Jetzt suche ich mir noch Paul Watzlawick – „Anleitung zum Unglücklichsein“ für die Abendlektüre heraus; der viele Möglichkeiten beschreibt, das Glück zu vermeiden.
    Viele Grüße

    • über das glück von hermann hesse sagt mir leider nix, vielleicht sollte ich mir das auch mal raussuchen! watzlawicks anleitung zum unglücklichsein hab ich sehr geliebt und mehrmals laut lachen müssen. er hat unsere seele einfach perfekt satirisch aufbereitet. wäre wohl auch mal wieder an der zeit, das büchlein zu lesen 🙂

  21. Liebe Paleica,

    du hast ja so recht.

    Glück ist etwas schönes, zerbrechliches, starkes, wundervolles und doch nur eine Empfindung. Eine Empfindung die von Natur aus schon kein Dauerzustand sein kann. Denn Empfindungen sind mal stärker und mal schwächer, sie nehmen mal mehr und mal weniger Raum ein, wechseln sich mit anderen ab und sind nur dann vollkommen, wenn sie in der Wechselwirkung von einander profitieren.
    Auch finde ich, haben wir Menschen, alle eine unterschiedliche Vorstellung von der Intensivität eines Gefühls. Für mich ist der Dauerzustand des Glücklichseins nicht erstrebenswert. Es erscheint mir einfach unrealistisch. Lieber möchte ich alle meine Gefühl genug Raum geben, existieren zu dürfen. Und wenn eine Empfindung eine blinde Oberhand gewinnt, die ich im Grunde gar nicht sooo lange meinen ganzen Raum zur Verfügung stellen möchte, dann versuche ich zu ergründen warum dieses eine Gefühl gerade so überdimensional groß ist. Meist finde ich dann auch den Grund warum das Gefühl gerade da ist, oder so groß ist, dass hilft mir dann dabei auch wieder andere Empfindungen Raum geben zu können.
    Das ist ein ewig steter Prozess der viel Aufmerksamkeit auf sich selbst und die eigene Gefühls- und Gedankenwelt bedarf.

    Ich finde es toll, dass du dieses kleine Selbstexperiment startest und bin gespannt was du dann zu berichten hast.

    Liebe Grüße, nossy

    • oh ja liebe nossy, dem kann ich absolut zustimmen. eine empfindung kann kein dauerzustand sein und glück ist wohl auch nicht dafür „gedacht“. es wäre ja irgendwie unnatürlich auf „wie gehts dir“ „ich bin so glücklich“ zu antworten. also vielleicht in besonderen momenten, aber nicht immer.
      ich halte es auch für unrealistisch. eigentlich ist es fast ein wenig un-menschlich. aber zuviel zeit im www verbracht, glaubt man dann gelegentlich, dass unnatürlich natürlich wäre und man selber in seiner vielfältigen natürlichkeit das unnatürliche. wenn du verstehst, was ich meine 😉

  22. Glücklich sein bedeutet für mich persönlich -> mit mir und meinem Leben zufrieden und in einer gewissen Einheit zu sein.
    Mich selber annehmen wie ich bin und auch meine Situation. Und wenn mich etwas davon unglücklich macht, dann muss ich es schleunigst ändern. Ist mit Sicherheit nicht immer einfach und braucht jede Menge Durchhaltevermögen und Geduld. Aber das Resultat ist es allemal wert.Ich bin ein Mensch, der sehr humorvoll ist und auch gerne auf Menschen zugeht und mit ihnen lacht.
    Und Lachen, das tut so verdammt gut. Macht zwar Falten, aber das sollte einem nicht kümmern.
    Denn wenn die Seele lacht, dann geht es auch dem Rest gut.
    Natürlich kann man nicht 24 Stunden glücklich sein. Lol, dazu braucht man auch hin und wider einen sogenannten „Bad Day“.
    Aber dieses „mit sich zufrieden sein Gefühl“ das sollte schon oberhand haben.
    Ganz liebe Grüße
    Nila

    • liebe nila, bei dir und deinen artikeln habe ich auch immer das gefühl, dass du relativ viel kongruenz wie man so schön sagt in deinem leben hast. da hast du mir sicherlich einiges voraus, da sich meine zum teil sehr verschiedenen persönlichkeitsaspekte manchmal ordentlich in alle richtunge zersprageln. aber ich arbeite daran 🙂

  23. Du siehst mich erneut lächeln und ein wenig schmunzeln. Du weißt, Beiträge kommentieren liegt mir nicht besonders. Ich diskutiere lieber persönlich 😉 aber ich kann dir nen ganz tollen (Hörbuch-> ) Tipp dalassen: „The Power Of Now“ von Eckhart Tolle. Dem Lehrmeister bzw einer der Lehrmeister meiner Coaching Queen. Extrem spannend vor allem, weil das was du über Glück als auch „das hier und jetzt“ geschrieben hast, ja großteils ursprünglich von ihm stammt ☺️ finde es phänomensl wie er das in dem Buch erklärt und wie einfach in Wahrheit die Umsetzung ist, wenn man sich nur selbst brav in den betreffenden Momenten daran erinnert 😉 weiß nicht wie du mich wahrnimmst, aber ich trau mir zu sagen, dass ich’s großteils schaffe im bewussten „hier und jetzt“ zu leben anstatt in der Zukunft bzw Vergangenheit. Ich bin nicht mehr so rastlos sondern innerlich viel ruhiger, deutlich weniger gestresst als früher (meistens zumindest, manchmal lässt es sich doch nicht ganz umsetzen), viel resilienter und kohärenter und alles nur nicht unglücklich. Und wenn doch, dann siehe deine Worte „versuchs mal bewusst unglücklich zu sein. Es funktioniert nicht lange.“ 😉
    🙏🏻🙏🏻🙏🏻 für diesen großartigen Beitrag zum Thema Glück 😘😘🤗🤗

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