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Mele Kalikimaka is the thing to say on a bright Hawaiian Christmas day

Jetzt ist er da, der Dezember. Mein Lieblingsmonat. Diese dunklen 31 Tage, erhellt von Kerzen und Straßenbeleuchtung, manchmal auch von viel zuviel blinkenden und grellen „Kauf mich“-Aufforderungen und am Ende: von Feuerwerk. Durch diese muss man hindurch oder darüber hinwegsehen, dass man ihn sieht, den Dezember. Den echten, den wahren. Meinen Dezember.

This is my december. This is my time of the year.

…schrieb Chester von Linkin Park vor vielen Jahren. Das war immer ein bisschen mein Dezemberlied, weil es ist MEIN Dezember. Es ist MEIN Monat. Ich bin ein Dezembergeburtstagskind und eine Geburtstagszelebriererin. Ich liebe Geburtstag zu haben und auch am 32. ist es mir nach wie vor wichtig, den Tag mit Menschen zu verbringen, die mir nahe stehen. Es ist ein Ausnahmezustand, wo es plötzlich ein bisschen ok ist, irgendwie doch im Mittelpunkt zu stehen, auch wenn ich das sonst nicht ganz so mag. Da stehe ich verschwitzt und zerzaust in der Küche und rühre im Nudelsalat, im Glühwein und verbrenne mir die Finger an der Quiche im Ofen, während ich darauf warte, dass meine Freundin A. den Schokokuchen bringt.

Jedes Jahr gibt es bei mir zuhause einen Adventteller. Das ist mir heilig. Das ist die einzige Deko, die ich besitze und die, die ich zelebriere. Dafür wird sogar der das restliche Jahr völlig be- und überlagerte Esstisch, der eigentlich nur dazu da ist, um Zeug abzulegen, das sonst nicht so recht Platz hat, abgeräumt. Es ist auch die Zeit, in der ich wieder CDs höre. A very Ally christmas ist meine liebste, vom Ally McBeal Soundtrack. Und Christmas for all, von der Kelly Family und Christmas Time von Boney M. Letztes Jahr hat eine Neuentdeckung Einzug gehalten, die es bisher allerdings für mich nur auf Spotify und nicht zum Anfassen gibt: White Christmas von Bing Crosby mit dem Song aus der Titelzeile.

In den letzten Jahren gab es außerdem sogar ein kleines Christbäumchen. Dafür haben wir eigentlich wirklich überhaupt keinen Platz. Aber es ist einfach das schönste im Jahr. Auch, wenn ich Weihnachten nicht zuhause bin, weil meine Familie seit langem die Feiertage im Salzkammergut verbringt. Das Bäumchen aufputzen und danach nachhause kommen und Weihnachten noch um ein paar Tage verlängern, das ist das schönste Geschenk, das ich mir selbst machen kann.

Ich liebe sie über alles, diese Tage, wenn die Welt dann WIRKLICH ruhiger wird. Im Advent ist der Trubel groß, alle wollen noch Projekte beenden, jeder will noch jeden treffen und überhaupt, kennst du schon den Schilcher Glühwein vom Christkindlmarkt am Hof? Es gibt soviel zu probieren zu erleben und ich will nichts versäumen in diesen besonderen 3 1/2 Wochen, darum renne ich bis zum Stichtag 23.12. noch ein wenig schneller als sonst.

Doch dann ist er da. Der Tag davor. Der Tag an dem ich vollgepackt mit tollen Sachen bei meinen Eltern im Garten ins Auto einchecke, es mir auf der Rückbank bequem mache – wie früher, nur ohne das Gefühl des „müssens“ – und mich ganz und gar dem Zauber dieser Anderswelttage hingebe.

Vermutlich habe ich das von meinem Papa, weil er mit 59 Jahren immer noch aufgeregt ist wie ein kleines Kind wenn es Richtung Weihnachten geht. Auch wenn das „wegfahren“ anfangs seltsam war, seit wir unser Weihnachtszuhause am Wolfgangsee gefunden haben, haben wir auch da unsere Weihnachtsrituale und es ist vertraut und gewohnt und vor allem eins: ruhig. Am 24.12. stürzen wir uns noch 2 Stunden in das „Getümmel“ von Bad Ischl, besorgen noch Kleinigkeiten, nicht, weil wir es brauchen, sondern weil es schön ist. Es ist immer derselbe Juwelier und immer dasselbe Hutgeschäft und vor allem: immer dieselbe Konditorei. Denn um 12:00 ist Treffpunkt in der Konditorei Zauner und dann gibt es Zaunerstollen. Man könnte auch welchen kaufen und mitnehmen, aber das wäre nicht dasselbe. Der Zaunerstollen schmeckt nur am 24.12. an einem mit Händen und Füßen ergatterten Platz „richtig“.

Und dann gibt es Zeit für mich. Stunden im Hotelzimmer, wo man nichts hört außer Kirchenglocken. Mit Blick auf den See. Mit Sonnenaufgang, Nebel und Morgenfrost, weil ich meistens nicht so lange schlafen kann, weil das Kind in mir aufgeregt ist. Fotoprojekte und Seenrunden für den stillen Tag danach, denn am 25., das ist der ruhigste Tag im Jahr. Es ist der Tag, an dem alles in mir wieder eins werden kann, weil es nichts gibt, das heute muss. Gleichzeitig ist es auch ein wehmütiger Tag, weil es nun maximal lang dauert bis zum nächsten Mal. Und man nie weiß, was kommt.

Ich freue mich so sehr, dass mein Herz klopft. Weihnachten steht vor der Türe!

17 Antworten auf „Mele Kalikimaka is the thing to say on a bright Hawaiian Christmas day Hinterlasse einen Kommentar

  1. Alles Liebe von Herzen Wie begeistert du das geschrieben hast. Da spürt man die innere Freude, das Brennen im Herzen. Dafür wünsche ich dir gutes Gelingen und dass diese Zeit immer so bleibt, wie du sie beschrieben hast.

    Alles Liebe von Mathilda ♥ ♥

  2. Du schaffst es mit Deinen Bildern den von mir so geliebten goldenen Herbst kurzzeitig zu vergessen und das positive am Dezember und dem Winter/der Weihnachtszeit zu sehen 😉 Und das muss was heißen 😉 Genieß die Zeit und mach weiter so stimmungsvolle Fotos!! Am besten einmal pro Woche, dann gleite ich ganz entspannt durch den Dezember 😉

  3. Ach ja, da schlagen unsere Herzen in die gleiche Richtung. Auch, wenn ich nicht im Dezember geboren bin (bin trotzdem ein Winterkind), ist er mein Lieblingsmonat und seine Qualitäten sind mir wohl bekannt und ich liebe sie auch. Ich wünsche Dir, dass er wunderschön wird! Und mir und allen anderen natürlich auch 😉

  4. Liebe Paleica ♥
    Deine Worte, Deine Bilder….sie haben mich verzaubert und lassen mich ein wenig erahnen, von einem Weihnachten wie im Märchen.♥♥♥ Danke Dir für diese wunderbare Beschreibung einfach herrlicher Weihnachtstage.
    Ich wünsche Dir von Herzen, dass es auch in diesem Jahr wieder so wundervoll wird, wie Du es erwartest und ersehnst.
    Liebe Grüße
    moni

  5. Wenn ich das lese werde ich richtig neidisch 🙂 so habe ich die Weihnachtszeit schon lange nicht mehr erlebt. Aber genau darauf sollte frau sich besinnen…
    Danke für die Anregung ❤ Ich werde es versuchen, wenigstens ansatzweise, so für ein kleines bisschen Deiner Ruhe, Deiner vorfreunde nachzuspüren 🙂 Ich fahre dieses Jahr auch mit den Kids zu meinen Eltern und darauf freue ich mich schon riesig! Es geht nichts über Familie an Weihnachten….dort wartet alles auf uns, der Baum, das leckere Essen, Menschen die man liebt ❤
    Deine Deko ist übrigens wunderschön! Sehr stilvoll
    Eigentlich brauche ich Dir gar keine schöne Adventszeit mehr zu wünschen 🙂 die hast Du schon ❤ alles Liebe!

  6. Mein Herz klopft mit :). Du beschreibst Weihnachten und die Adventszeit so wunderschön und so wie auch ich sie mag. Es ist ein schöner Monat. All dem Trubel zum Trotz. Und ja, eine Herausforderung, die stade Zeit zu finden, aber möglich ist es. Ich bewundere wie du die Kugeln auf ein Foto bannen konntest. Ich kann es nicht und habe aufgegeben. Lieber schaue ich die meinen am Baum an oder eben hier bei dir. Das kleine Bäumchen aus Holz habe ich übrigens auch – so ähnlich. Es steht in meinem Adventskranz.
    Ich wünsche dir einen wunderschönen Dezember :-*

  7. Liebe Paleica, es ist schön, deinen Artikel zu lesen. Eine Menschin, die nicht über alles stöhnt, was mit Weihnachten zusammen hängt, die es genießt und Rituale feiert. Ich bin auch ein Dezember-Kind (26.12.) und fest davon überzeugt, dass wir Winterkinder ihn deswegen nicht so furchtbar finden wie andere Menschen ;-). Zwar weiß ich nicht, wann genau du Geburtstag hast, aber ich wünsche dir einen wunderschönen Geburtstag.

    Liebe Grüße, Conny

  8. Da hast Du eine wirklich bezaubernde Liebeserklärung verfaßt. Ich bin ganz gerührt und mitgerissen, obwohl ich dem Monat und Weihnachtstrubel ziemlich wenig abgewinnen kann. Dein Beitrag gefällt mir aber sehr und nur wegen dieses Beitrages mag ich den Monat nun ein bißchen mehr. Danke!

    LG Annett

  9. Grüße aus dem „richtig“ dunklen Dezember!
    Als Kind aus einem Pastorenhaushalt habe ich eine etwas andere Perspektive auf Weihnachten. Wegfahren ging nie, feiern mit der Familie erst am 25. nachmittags und die ganzen Feiertage waren nach dem väterlichen Terminkalender auszurichten. Dafür war die Zeit nach den Feiertagen bis ins neue Jahr meist sehr entspannt.
    Die Gemütlichkeit, die in der Adventszeit immer mehr zunimmt, die du schön beschreibst, genieße ich natürlich auch, doch der dahinter stehende Konsum frustriert manchmal gewaltig. Was ist da vom eigentlichen Gedanken hinter dem Weihnachtsfest noch übrig.
    Es kursiert der schöne Witz über zwei Frauen im Einkaufszentrum in der Adventszeit. Beim Anblick eines Plakates „große Weihnachtsgottesdienst mit Chor und Krippenspiel“ der lokalen Kirchengemeinde hört man die eine zur anderen sagen: „Jetzt mischt sich die Kirche auch noch in Weihnachten ein!“

    LG
    Jakob

  10. Ich bin auch ein Dezemberkind :-)…und ich kann dich sooo gut verstehen. Genieße den Monat, genieße die Weihnachtszeit und lasse dich zur gegebener Stunde hochleben! Liebe Grüße, Lotta.

  11. Rituale sind etwas ganz tolles, die man erst mit zunehmendem Alter so richtig zu schätzen und auch zu genießen weiß. ❤

    Für mich als Auch-Dezember-Geburtstagskind hat der Dezember leider keine so große Faszination. Es ist ein kalter Monat. Und dunkel dazu. Noch mehr Stress auf der Arbeit, weil so vieles fertig werden muss. Erholung ist es für mich dann auch (abgesehen von meiner einen Woche Urlaub in der 1. Dezemberwoche, die ich mir niemals nehmen lassen werde – auch, wenn es danach um so stressiger ist) erst ab dem 24.12., oder wie in diesem Jahr vermutlich schon ab dem 22.12., da dies ein Samstag ist.

    Ich wünsche dir einen zauberhaften Dezember und eine tolle Zeit im Salzkammergut, mit euren lieb gewonnenen Ritualen, die auch mir beim Lesen ein Lächeln auf die Lippen gezaubert haben. ❤

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