Gedanken Neuerscheinung

Ein Gradmesser fürs Leben

Wie einfach wäre es manchmal, verliefe das Leben nach mathematischen Regeln.

Wie erhellend könnte es sein, müsste man nur ein Geodreieck benützen, um eine Entscheidung zu treffen.

blog_geodreieck

Man legt an bei Fakt eins und misst die Gradanzahl zu Fakt zwei. Aus der Differenz des Winkels ergäbe sich ein Handlungsspielraum, in dem man sich bei seiner Entscheidung bewegen sollte. Man könnte den Abstand messen, zwischen zwei Menschen und sich die Wahrscheinlichkeit und Dauer berechnen, mit der man viel und wie viel Zeit mit der anderen Person verbringen würde. Der stumpfe oder spitze Winkel in der Distanz zweier Ansichten gäbe eine Antwort, ob sich Gegensätze anziehen oder gleich und gleich sich gern gesellte. Die Zentimeteranzahl zur Spitze sagten mir, wie nah meine Vorstellung, Einstellung und Erwartung an den Tatsachen lagen.

Ich müsste nicht ungeduldig ausharren, warten, hoffen, auf ein LED-Display starren und mich fragen: ‚Soll ich? Oder soll ich nicht?‘. Ich müsste mich nicht fragen, was richtig und was falsch sei, denn ich könnte es mir errechnen. Die Korrektheit oder der Irrtum lägen in der Genauigkeit meiner Berechnung und daher in meinem Ermessen.

24 comments on “Ein Gradmesser fürs Leben

  1. Ohja liebe Paleica, das wäre wirklich eine gute Sache und würde so vieles erleichtern.
    Leider ist es nicht so einfach und immer wieder stehen wir vor der Wahl und müssen entscheiden.
    Ich wüsste auch manchmal gern, was mir letzendlich gut tut und wie ich mich entscheiden soll.
    Ich drück Dich mal!
    Liebe Grüße und ein schönes Wochenende
    Katinka

  2. Endlich mal wieder ein philosophischer Text zum Bild 🙂

    Es wäre wirklich vieles einfacher. Auch wenn ich ne Mathe-Null bin. 😉
    Und es stellt sich die Frage, ob wir nicht sehr schnell die Unberechenbarkeit und die Spannung, gerade das Zittern und Bangen, vermissen würden.

    Achja…das Foto mag ich auch. Der Paleica-Winkel stimmt 🙂

    • Juhu, wie schön dass du wieder da bist! und gleich mit Kommentar 3000 =D

      ich bin auch eine mathe-null. wahrscheinlich könnte ich es selbst wenn man es könnte nicht besser, hihi. und JA, natürlich würd ich es auch vermissen. aber manchmal, hin und wieder, da denke ich drüber nach, ob das nicht angenehm wäre.

      Der Paleica-Winkel? das gefällt mir (=

  3. Ein netter Gedanke…
    Rationale Lösungswege abseits oder zur Überbrückung jeglicher Emotionen mit dem Ziel, sowas wie glücklich und zufrieden zu sein ( oder mit gegen Null gehender Wahrscheinlichkeit einen Weg einzuschlagen, der nicht glücklich macht…)?
    Ein Traum manchmal, wenn es schwierig wird.
    Und trotzdem: wir würden ersticken in unserer Gefühlswelt und wir würden etwas verlieren, das das Leben so lebenswert, wenn auch manchmal extrem schmerzhaft macht: Leidenschaft 🙂

  4. Meine Sysse,
    einerseits richtig – das hätte was. Andererseits, möchte man das Ergebnis denn immer so genau wissen?
    Oder anders gefragt, ist das Leben durch die alltägliche Wahrscheinlichkeitsrechnung nicht „spannender“, lebenswerter?
    Wenn ich alleine überlege, was mir schon gesagt wurde, womit ich zu rechnen hätte – in sechs Monaten, in einem Jahr – Ich wäre nicht hier und könnte dir auf diesen tollen Beitrag schreiben. Danke dafür – Gedanken, die ich mir mitnehme.
    Es drückt dich mal ganz lieb
    bigi

  5. Ist das Leben, ist die Liebe berechenbar?
    Und noch wichtiger: Würden wir das überhaupt wollen?

    John Green hat sich dieser Frage auch angenommen, zwar nicht mit einem Geodreieck, aber mit einer Formel für die Liebe… und einem Jugendbuch. Ich hatte es ja bei mir mal vorgestellt (http://nancy.nur-zu-besuch.net/2009/01/27/ist-liebe-berechenbar).

    …und ich glaube, nach längerem Nachdenken, nicht, dass ich mein Leben errechnen wöllte. Er ist wie mit diesen Prophezeiungen (Ödipus & Co.), wo der Betroffene einen Schritt tut, bei dem er denk, er würde das vorhergesehene Schicksal abwenden und es damit erst auf den Weg bringt.

    Wäre es nicht eine Qual sein Schicksal zu kennen? Zu wissen, wann die Wege mit einem geliebten Menschen auseinander gehen? Zu wissen, wann man stirbt?

  6. So ich lerne und lerne. Hab schon fast das ganze Übungsbuch für die Matheprüfung durch ^^ Naja, mal sehen, ich muss unbednigt die 2 halten. Ja, ich schaff das, hehe.
    Mein großes Ziel ist das nichtstun, darauf muss ich jetzt hinarbeiten, hehe. Noch 11 Tage und dann ist auch schon die letzet schriftl. , dann noch mündl udn dann hab ich’s hinter mir (: Und noch 40 Tage bis zum Uuurlaub ❤

    Und was machst du so schönes?

    Frames sind blöd xD Des muss ich in der schule machen. Aber wir haben da auch mit CSS angefangen, also langsam entwickelt sie sich wieter, die schule xD
    Aber ich finds gut, wenigstene auf einen Prüfung muss ich sogut wie nichts lernen, weil ich das ja kann (:
    So kurse sind bestimmt gut, vll mach ich sowas auch mal, weil ich kann ja auch nich so sachen, die so schwer sind udn würd schon mla was hochwertigeres herstellen xD aber alleine beibringen ist immer so ne sache.

    <33

  7. Hm, leichter?
    Ja vielleicht.
    Weniger Risiko?
    Wahrscheinlich.
    Wo bleibt der lerneffekt?
    Nirgends.
    Wo das Glücksgefühl, die Emotionen?
    Ne, dann hab ich lieber die Berg- und Talfahrt.
    Das ganze wär ja dann ziemlich statisch und wo bleib dann das lebendige? Das bewegliche das unberechenbare?
    Mir wäre dass dann doch zu einfach. Es gäbe keine Überraschungen mehr.
    Also ich empfinde Menschen die berechnend sind als als kalt, arrogant. Sie sind lieblos weil sie einfach nur auf genau ausrechen was es ihnen bring.

    Nein ich bin froh ist alles so wie es ist, auch wenn mein Leben viel „negatives“ für mich parat gehalten hat und ich bin erst 38 und wer weiss was noch kommt…

    In dem Sinne ein wunderschönes Wochenende mit vielen schönen Überraschungen 😉

    Alexandra

  8. In einem meiner Lieblingslieder heißt es: „Nur wer sich öffnet für den Schmerz, lässt auch die Liebe mit hinein.“

    Ich glaube, dass es kein Licht ohne Schatten gibt. Und weil ich das pure Licht erleben will, muss ich auch durch die Schattenzeiten. Aber hey: Immerhin bleibt es spannend 😉

    Ich hoffe, dass du es auch bald (wieder) so sehen kannst!

  9. Womit wir wieder bei meinem Lieblingsthema Yin und Yan wären.

    Yippie…ich hab den 3000sten geschrieben. Wieviel Gummipunkte bekomme ich dafür? 🙂

  10. Oh je, liebe Paleica, berechenbar …
    … hmmm …
    Immer wissen welche Folgen dies oder das hat?
    🙄
    Viel Schmerz könnte man da vermeiden … in der Tat …
    🙄
    Heute beim Abendessen sprach ich mit meinem Mann über das Thema … und zwar in Verbindung mit unserem Nachwuchs. Denn eine Lektion habe ich gelernt – es gibt nichts Sicheres im Leben außer den Tod. Nichts lässt sich berechnen – oder wie der verstorbene Kabarettist Hanns Dieter Hüsch sagt: es kommt immer was dazwischen.
    Manche können diese Ungewissheit ertragen – manche nicht …

    Samstägliche Nachdenkgrüße
    von
    Sabine

    • oh wow, dass es das thema zum familienessen geschafft hat… im grunde denk ich eh nicht dass das erstrebenswert wäre. eigentlich. nur an manchen tagen, wenn ich so gar nicht weiß sollichodernicht oder wassollichüberhaupt, da wünsch ich mir, dass ich es einfach wissen könnte.

  11. Ja, wenn man das alles berechnen könnte, wär man in manch einer Situation sicherer und könnte sie einfach bewältigen … aber ich stimme meinen Vorrednern auch sonst zu: Es würde etwas fehlen –
    Das ERLEBEN würde fehlen.

  12. Praktisch wäre es schon, aber nicht schön. Da sind wir uns wohl alle einig.

    Ein schöner Eintrag mit einem tollen Bild!

    (Was war denn jetzt bezüglich des Bildschirm richtig? Solltest du oder solltest du nicht? 😉 )

  13. Nun ja, der Kommunikation zwischen Lebenden haftet eine gewisse Klarheit an. Ist die nicht gegeben, wird sie verunmöglicht.

  14. Tach, ich nochmal so ganz ins Unreine geschrieben. Es könnte sein, dass sich dieser Text auf ein ganz bestimmtes Verhältnis bezieht. Auf ein Verhältnis zweier Leute, die einiges gemeinsam haben, insbesondere einen recht ähnlichen Humor; die aber in etlichem anscheinend auch recht gegensätzlich sind. Wenn ich die im Text angesprochene Frage bedenke, ob ich mit der betreffenden Person überhaupt direkt Zeit verbringen würde, würde ich sie zum jetzigen Stand eher verneinen. Ich kenne sie „nur“ aus dem Fernsehen und habe über sie in einem Blog geschrieben. Das war der meinige verträgliche Abstand. Jemandem mittlerweile fast ein halbes Jahr schwerstens auf den Beutel zu gehen, um darüber hinaus gehende bzw. überhaupt Distanzen klarzustellen, verdient leider nur noch Bezeichnungen, die in einem Blog wie diesem ungeeignet sind und anderweitig geklärt werden müssen. Habe die Ehre, danke für die Aufmerksamkeit.

  15. Interessant.
    Wäre vielleicht einfacher, ja.
    Aber dennoch nicht Wandelbar.
    Das was Geschehen wird, wird so oder so geschehen.
    Ob vorrausberechnet oder nicht.

    Aber wie kommt man auf sowas?

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