50f – gefühlt

Lange wusste ich nicht, wie ich das Thema „gefühlt“ umsetzen wollte. Doch dann war ich shoppen und machte ein Foto eines neuen Parfumfläschchens. Und dann passte es perfekt. Warum? fragt ihr euch vielleicht…nun, das ist ganz einfach: Miss Paleica ist ein kleiner Geruchs-Fetischist. Das bedeutet, dass ich jeden Duft, der sich mir einmal eingeprägt habe, wiedererkenne. Vielleicht geht es schon in die Richtung Synästhesie, jedoch nicht im Bezug auf Klänge und Farben, sondern hinsichtlich Gerüche und Emotionen. Wenn ich heute das Parfum meiner schrecklichen Kindergartentante rieche, bekomme ich Magenschmerzen. Ein bestimmtes Waschmittel versetzt mich lächelnd in den Sommer 2003. Hugo Boss Dark Blue geht leider gar nicht, weil aua. Ich empfinde „sich (nicht) riechen können“ als eines der relevantesten Kriterien in zwischenmenschlichen Beziehungen. Jedes Parfum, das ich besitze, hat eine emotionale Assoziation/Komponente/Geschichte und so sehr ich viele Düfte mag, so kann ich sie nach einer Zeit nicht mehr verwenden, weil ich sie mit etwas verbinde, das nun einmal nicht mehr passt.

So musste ich mich schweren Herzens von meinem Coco Chanel „Mademoiselle“ (Schulepaleica) trennen, genauso wie von Armani „elle“ (Maturavorbereitungszeitfreiersommerpaleica), Gucci „Eau de Parfum II“ (Praktikums- und Trennungspaleica), Hugo Boss „Deep Red“ (Teeniepartydepripaleica) und Jean Paul Gaultier „Classique“ (FHpaleica), denn sie gehören zu vergangenen Versionen von mir, mit denen ich mich nicht mehr identifizieren kann oder will. Jedes hat seine Geschichte, jedes hatte seine Zeit. Genauso kann aber kein neuer Lebensabschnitt beginnen, ohne eine neue Geruchswolke, die frisch und frei ist für neue Erinnerungen, mit denen sie aufgeladen werden kann.

Langer Rede kurzer Sinn, nach 4 (!!!) nervenraubenden Besuchen in zwei verschiedenen Parfumerien und einer Unmenge an überstrapazierten Nasennerven später hatte ich endlich etwas gefunden, das zu mir passen könnte. Ich bin gespannt… (manchmal greife ich auch sehr daneben – wie mit Yves Saint Laurent „Parisienne“. Das musste ich dann verschenken, weil es doch so gar nicht zu mir gepasst hat.)

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Für alle, die neugierig sind: in meinem Parfumschrank befinden sich mehrere Fläschchen von wunderbaren Duftwässerchen, von denen jedes seinen eigenen Zweck erfüllt. Ein paar stehen (mehr oder weniger leer) noch herum und werden kaum oder nicht mehr verwendet (oben genanntes Gucci – fast leer, Jean Paul Gaultier – zum schönessengehen und Hugo Boss – tanzen im U4), andere sind für bestimmte Situationen: Armani „Code“ ist mein aktuelles Winter-Alltags-Parfum (zumindest war es das diesen Winter, mal sehen, ob es  nächsten noch passt ^.^), Bulgari „Jasmin Noir“ ist mein Sommerparfum. Chanel „Chance“ war mein erster-fixer-Job-Parfum (nur durch Zufall auch vom Titel her wunderbar passend). Mal sehen, was damit jetzt passiert 🙂 Gucci „Flora“, mein diePeanuts-Beziehungs-Parfum. Und dann, mein ureigenstes, mein liebstes und doch so selten verwendetes: „WOOD“ von Dsquared. Das verwende ich nur zu Anlässen, an denen nichts schiefgehen kann, damit ja kein einziger schlechter Gedanke daran haftet. Es ist das Parfum meines „Ich-Ideals“ um es freudianisch auszudrücken 🙂 Vermutlich haltet ihr mich jetzt für wahnsinnig, aber tja, ich kann nunmal nicht anders 😉 und wer weiß, vielleicht war ja bei all diesen Vorschlägen für jemanden das neue Lieblingsparfum dabei ^.^

Verwendet ihr Parfums? Wenn ja: welche? Wechselt ihr oft, oder tragt ihr jahrelang denselben Duft? Jeden Tag, oder nur zu besonderen Anlässen?

PS: wie versprochen, mehr persönlicher Inhalt… und viiiiel zu Lesen für eure armen Augen!

PPS: Mit nur einem einzelnen Foto und dafür viel Text verabshiede ich mich für einige Tage. Wo ich unterwegs bin, erfahrt ihr später 🙂 Für alle, die es noch nicht gesehen haben und die noch mehr von mir lesen wollen, weise ich nochmal auf Karstens tolles Magazin „SHOOT“ hin. Über Feedback und Sternchen freue ich mich wie immer!