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Über das Leben und dessen Ende.

Manchmal gibt es diese Zeiten im Leben, in denen Stille einkehrt. Stille im Herzen und im Kopf. Der Trubel und die Geschäftigkeit, die um einen herum herrschen, kommen kaum an einen heran. Aus irgendeinem Grund ist diese Stille bei mir in den letzten Wochen wieder aufgetaucht. Ich kann nicht sagen, woher sie kam oder wodurch, aber sie ist da. Das sind diese Zeiten, in denen mir Fremdes fremd bleibt und nur innerste Gefühle an die Oberfläche kommen.

Die Zeiten, in denen ich den „Nerv“ habe für Bücher und Filme, die sensible Antennen und ein offenes Herz brauchen. In denen ich diese Bücher und Filme brauche, um meinen Antennen Empfang zu geben und mein Herz zum Schlagen zu bringen.

Alles begann irgendwie im November, als mein Körper gerade meinte, mal ganz fest auf die Pausentaste treten zu müssen. Als ich nach ein paar Tagen daheim auf der Couch ein klein wenig aufnahmefähiger geworden war, fand der Film „Wenn Träume fliegen lernen“ wieder Gehör und damit waren auch die Pforten geöffnet für das vielleicht schwierigste Thema, mit dem man sich als Mensch manchmal befassen muss. Das Leben. Und dass es endet. Und die Frage, was bleibt.

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Der Tod scheint mir als etwas wie unser letztes richtiges Tabuthema. Tod hat heutzutage nicht viel Platz im Leben und ich weiß nicht, ob es das einfacher oder schwieriger macht. Interessanterweise bemerke ich, dass – gerade im Bereich Film und Literatur – zunehmend mehr Werke zu diesem Thema auftauchen. Vielleicht stehen wir an der Schwelle, dieses Tabu zu brechen. Denn warum ist es eigentlich so ein Tabu?

Weil wir Angst haben vor unserer eigenen Sterblichkeit?

Weil wir vielleicht noch mehr Angst vor der Sterblichkeit der Menschen haben, die wir lieben?

Weil wir uns alle gerne fröhlich und glücklich zeigen, weil weder am Arbeitsplatz noch in sozialen Medien noch sogar in der Familie gern Negatives gesehen wird?

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Viele Menschen haben wenig Verständnis für Trauer und Trauernde. Die ersten zwei Wochen nach einem derartigen Ereignis – und dabei muss es sich schon um eine sehr nahestehende Person handeln – fühlt sich das Umfeld zur Rücksichtnahme verpflichtet. Danach soll man dann langsam zur Normalität übergehen. Aber ist das wirklich alles, was wir emotional hinterlassen? Zwei Wochen – und dann ist alles wie zuvor?

Menschen sterben. Immer. Ununterbrochen. Überall. An manchen Orten noch mehr. Das Leben ist nicht fair. Andere Menschen erleiden Verluste. Immer. Ununterbrochen. Überall. Die Zeit kann nicht stehenbleiben, die Welt kann nicht aufhören, sich zu drehen. Aber Trauer darf Platz brauchen. Und Zeit. Natürlich ist es nach einem Verlust wichtig, bald wieder in den Alltag einzusteigen, auch um nicht die Verbindung zum Leben zu verpassen. Aber niemand hat das Recht, von einem zu erwarten, dass alles ist wie immer. Niemand hat das Recht, einem vorzuschreiben, wie lange man trauern soll oder darf.

Oft frage ich mich bei diesen Menschen, ob sie selbst nie jemanden verloren haben und ob sie selbst vielleicht niemanden so lieben, dass sie einen derartigen Verlust nachvollziehen können. Ob sie sich selbst die Trauer nicht zugestanden haben und finden, dass auch andere sich „zusammenreißen“ sollen.

Doch wozu führt dieser Umgang? Zu Menschen, die verdrängen, hinunterschlucken und mit ihren Gefühlen oft alleine bleiben, wo sie sich manifestieren und zu Feuerbällen formen, die nicht aufhören zu brennen.

Ich habe die Erfahrung gemacht, dass trotz allem Leben, das weitergeht, trotz allem Lachen, die Leere bleibt, die ein Mensch hinterlässt. Dass dieses Gefühl der Endgültigkeit nicht verschwindet. Dass das Vermissen hintergründiger wird aber nicht wirklich aufhört zu schmerzen. Es bestimmt nach einer Zeit nicht mehr den Alltag. Man denkt irgendwann nicht mehr jeden Tag, vielleicht sogar nicht jede Woche daran. Aber wäre es nicht entsetzlich, wenn wir vergessen würden?

Wenn Menschen sterben berührt mich das immer. Auch wenn ich die Person gar nicht kenne. Aber wenn mir ihre Geschichte erzählt wird, dann geht es mir nahe, dann kann ich Schmerz fühlen, der vermutlich gar nicht meiner ist. Wenn ich die Person kenne, selbst wenn es nur flüchtig ist, dann hinterlässt die Nachricht einen schalen Nachgeschmack und ein Ziehen zwischen Magen und Herz. Es hinterlässt ein Gefühl, das nicht fassbar ist. Trauer wäre in diesem Fall zuviel gesagt, das ist nochmal eine andere Facette. Aber es ist unbegreiflich. Ein Mensch, der eben noch da war, ist es nun nicht mehr. Eine Person, mit der man wenige Wochen zuvor noch Nachrichten getauscht hat, ist verschwunden. Man öffnet den WhatsApp-Chat und fühlt sich nur einen Klick entfernt, doch aus einem Häkchen werden nicht zwei und aus dem grau kein blau. Die Nachricht kann abgeschickt, aber nicht mehr empfangen werden. Ich kann wieder und wieder lesen, was wir geschrieben haben und in meinem Alltag hat sich nichts verändert, dennoch ist die Person am anderen Ende des Chats nicht mehr da. Facebook wird mir in ein paar Monaten vorschlagen, ihr zum Geburtstag zu gratulieren. Solange ich ihre Nummer nicht lösche, scrolle ich in der Favoritenliste immer über ihr Bild, als wäre nichts anders. In meinem Kopf höre ich noch ihre Stimme. Eines Tages wird die Nummer vielleicht jemand anderem gehören. Dann wird auf einmal ein fremdes Foto in meiner Liste erscheinen und ein fremdes Bild rechts über unserem Chat prangen. Dann werde ich auch nicht mehr das Gefühl haben, ihr doch fast gleich schreiben zu können.


 

Jeder Mensch findet seinen Sinn im Leben anderswo und das ist auch gut so. Ich denke, viele Menschen finden ihren Sinn in der Bedeutung, die sie für andere haben (das mag hoplrig ausgedrückt und nicht ganz ausgefeilt sein und man könnte Bücher damit füllen, aber lassen wir es einmal so stehen). Wir alle wollen doch Spuren in den Herzen derer hinterlassen, die wir lieben, wenn wir einmal fort sind. Niemand will nach zwei Wochen vergessen sein.

Das Tabu um den Tod ist ein Schutzmechanismus. Wenn ich ihm im Leben keinen Platz gebe, dann ist er nicht da. Wenn ich mich abschotte gegen die Gefühle einer Freundin, die ihren Partner verloren hat, dann schützt mich das vor der Angst, wie es wäre, meinen eigenen zu verlieren. Wenn ich auf den Verlust von Elternteilen mit „so ist das Leben“ antworte, hindere ich mich daran zu denken, wie ergraut die Haare der eigenen sind oder wie es geschmerzt hat Abschied zu nehmen.

Diese Strategie funktioniert nicht für alle. Für mich funktioniert sie nicht. Und ich wehre mich dagegen, mir sagen zu lassen, dass die Zeit alle Wunden heilt. Denn erst wenn man vergessen wird, dann ist man wirklich tot.

Galerie: Blick über den Wolfgangsee von Strobl.

Zum Schluss möchte ich eine Leseempfehlung aussprechen für ein Buch, das schon länger auf meiner Leseliste steht und dem ich mich ganz am Ende des letzten Jahres gewidmet habe:

buch_zwanzigzeilenliebe „Sorg dafür, dass dein Vater sich wieder verliebt. Iss jeden Tag Gemüse. Trau keinem Mann mit übermäßigem Bartwuchs. Tanz auf meiner Beerdigung zu Dean Martin. Nacht für Nacht bringt Stella diese und andere Zeilen zu Papier. Doch es sind nicht ihre eigenen Gedanken und Wünsche. Die Hospizschwester schreibt Abschiedsbriefe im Auftrag ihrer schwer kranken Patienten und überreicht deren Nachrichten, nachdem sie verstorben sind. Bis sie einen Brief verfasst, bei dem sie keine Zeit verlieren darf. Denn manchmal lohnt es sich zu kämpfen: Für die Liebe. Für das Glück. Für den einen Moment im Leben, in dem die Sterne am Himmel ein wenig heller leuchten …“

Dieses Buch hat mich seit längerer Zeit wieder einmal wirklich tief berührt und ich habe an manchen Stellen tatsächlich geweint. Auch wenn ich die Rahmenhandlung nicht ganz perfekt fand, die Briefe und vor allem einer der Nebenhandlungsstränge haben es so lesenswert gemacht wie lange schon kein Buch davor. Weil es manchmal wichtig ist, diesen Gefühlen die Tür zu öffnen. Zu wissen, dass das Leben endlich ist, auch das eigene. Dass wir dieses Schicksal mit jedem anderen Menschen teilen. Und dass das wichtigste von allem ist, sich selbst gerecht zu werden um eines Tages ohne Reue gehen zu können.

60 Antworten auf „Über das Leben und dessen Ende. Hinterlasse einen Kommentar

  1. Ich glaube auch, dass der Tod im westlichen Kulturkreis sehr oft ausgegrenzt wird. Mit deinen ehrlichen Gefühlen die du hier über den Tod geäußert hast…hast du etwas dagegen unternommen…ein Zen Meister wird am Ende seines Lebens von seinen Schülern aufgesucht. Sie hoffen auf einen letzten erleuchtenden Satz. Bevor der Meister stirbt gibt er folgende Worte von sich: „Ich will nicht sterben!“

    • ein schlaues, wenn auch ernüchterndes bild liefert dieses kleine geschichte, die du hier hinterlassen hast. ja, so ist es wohl…
      danke auch für die lieben worte zum text. das freut mich sehr!

  2. Guten Morgen liebe Paleica,

    das ist ein wunderschöner, nachdenklicher Text, den ich jetzt in Ruhe nachwirken lassen werde.

    Ich denke auch, dass das Thema Tod an sich kein Tabuthema sein darf. Aber ich finde, dass der Tod eines geliebten Menschen etwas sehr persönliches ist, was jeder ein wenig anders und unterschiedlich tief wahrnimmt und niemand anders ist in der Lage, sich da hinein zu versetzen. Das macht es widerum schwer für Außenstehende…weil man denkt, dass man dem Trauernden in dieser Situation nicht unterstützen kann. Will er in Ruhe gelassen, in den Arm genommen, abgelenkt, … werden?

    Jana

    • liebe jana, ich danke dir fürs lesen!
      ich stimme dir auch absolut zu, dass das etwas sehr persönliches ist und es keinen allgemeingültigen umgang damit gibt. aber ich denke, dass man einfach versuchen soll, offener damit umzugehen. wenn man nicht weiß, wie man sich verhalten soll, dann kann man das ja ansprechen. ich denke, wenn man einem trauernden sagt, dass man mitgefühl empfindet aber nicht weiß, ob man ihm anbieten soll darüber zu reden oder ihn lieber ablenken oder einfach in den arm nehmen soll – das würde vielen vielleicht helfen.

  3. wundervoll geschrieben! Macht sehr nachdenklich! Du hast bestimmt recht, wir gehen viel zu schnell wieder zum Alltag über und alles was nicht ‚passt‘ wird verdrängt 😦 Lebensereignisse, die uns in unserem Innersten berühren sollten wir viel mehr Zeit und Raum geben, positive und negative……

  4. Es hört niemals ganz auf.
    Danke für diesen feinsinnigen Beitrag. Er spricht mir direkt aus dem Herzen.
    Auch für den Buchtipp. Ich kann mir vostellen, dass es mich ebenso berührt.

  5. Du hast deine Gefühle in sehr schöne Worte gefasst. Wünschte ich könnte das auch.Der Tod begleitet uns durch unser Leben. Es ist wichtig aber auch schwierig sich damit auseinander zu setzen, weil dieses Thema immer von Trauer oder traurig sein begleitet ist, und genau das löst bei mir dieses Verdrängen aus. Du hast recht, es sollte in der Gesellschaft mehr thematisiert sein. Ich werde mir auf jeden Fall, deinen Buchtipp ansehen. LG Malou

    • hallo malou, danke für deine lieben worte! manchmal hilft es, einfach ohne ziel draufloszuschreiben und die gefühle zu worten werden lassen. das tut mir immer sehr gut. und ich finde es natürlich umso schöner, wenn ich damit auch andere menschen berühren kann.
      ich denke auch, dass die auseinandersetzung auf irgendeine art wichtig ist. natürlich sollte man nicht mit der permanenten präsenz der vergänglichkeit des lebens leben, aber die gedanken nicht zu verdrängen und die gefühle zuzulassen finde ich wichtig.

      • Ich denke dadurch dass wir drüber nachdenken oder schreiben oder sprechen ist schon ein guter Anfang. Noch einmal vielen Dank für deinen Denkanstoss und die gefühlvollen worte. LG Malou

      • ja, das denke ich auch. ich habe lange überlegt, ob ich dieses thema denn hier wirklich veröffentlichen soll, weil es immer schwer ist, die richtigen worte zu finden, niemanden zu verletzen und nicht polemisch zu werden und weil es sensibel ist, denn kritik zu derlei texten ist schwer hinzunehmen. aber ich bin froh, es gemacht und auch für mich einmal diese worte gefunden zu haben!

      • Das glaube ich dir, dass es dir selbst auch gut getan hat. Es ist immer gut sich etwas von der Seele zu reden oder zu schreiben. Und du hast viele Menschen mit deinen warmen Worten berührt und zum Nachdenken gebracht, da bin ich mir sicher.Du hast alles richtig gemacht. Vielen Dank ! 🙂

  6. Schöner Beitrag! Ich glaube, der Tod ist der blinde Fleck des Menschen (in den westlichen Kulturen), ein unveränderlicher Umstand, eine Tatsache, die er zu verdrängen sucht. Denn im Angesicht des individuellen Todes entlarvt sich aller Blödsinn – von der Börsenspekulation über Esoterik, Globuli und Statussymbole bis hin zum Schwachsinn der Religionen. 😉

    • ja, da wirst du recht haben. erstaunlich für mich ist, dass andere kulturen da ganz anders damit umgehen und das irgendwie eine art zivilisationskrankheit zu sein scheint. als hätte man durch die ganze entwicklung unserer gesellschaft das gefühl, dass der tod allen fortschritt zunichte macht. dein kommentar hat mich gerade auf einen spannenden gedanken gebracht, mal sehen, ob der einmal weitergeführt werden will.
      ob sich im angesicht des todes entwas entlarvt oder einfach nur alles dunkel wird wie bei einem ausgeschalteten fernsehgerät ist dafür vielleicht wieder eine kleine glaubensfrage 😉

      • Der Tod ist belastend – eben existenziell, weshalb die meisten Menschen sich nicht damit beschäftigen wollen. Und es gibt eine Industrie, die ihnen alles verkauft, was sie dafür benötigen – von Produkten bis hin zu schwachsinnigen Theorien.
        Ich seh die eigene Sterblichkeit als Chance! Egal, was passiert, und egal, wie schlecht es einem geht; die Gewissheit des eigenen Todes bleibt, und damit auch die Gewissheit, dass Schulden, Probleme und all die kleinen „Systeme“ und Regeln, die sich die sogenannten Eliten hier so stricken, auch hier zurückbleiben. Nichts davon ist von Bedeutung im Angesicht der Sterblichkeit! Donald Trump wird irgendwann neben Putin vermodern, und das finde ich eine ziemlich tröstliche Vorstellung.

      • da stimme ich dir zu. von seiten des todes betrachtet, sind die meisten dinge doch ziemlich lächerlich klein und egal wie machthungrig und gierig, dem tod entkommt man nicht.

  7. Der Text hat mich traurig gemacht und tief berührt. Ich habe oft den Eindruck, dass du Dinge aussprichst, für die andere Menschen (ich zum Beispiel) keine Worte finden und triffst den Nagel auf den Punkt. Schreibst aus dem Herzen in das Herz.

    Tod und Trauer liegt so dicht beieinander und finden nur wenig Raum – dabei ist es doch genau, dass was gebraucht wird. Raum – damit die Erinnerung weiter besteht. Ich denke auch nicht, dass die Zeit alle Wunden heilt. Der Schmerz findet nur den richtigen Platz im Herz – einen Raum in dem er seine Daseinsberechtigung hat und es irgendwann nicht mehr ganz so doll schmerzt.

    Ach, es ist ein schwieriges Thema, aber man sollte sich nicht davor verstecken und verschließen.
    Das Buch kenne ich nicht, werde ich mir aber gleich notieren. Tatsächlich habe ich schon häufig Bücher gelesen, die sich mit den Thema „Sterben“ und „Krankheit“ befassen und auch wenn sie mich am Ende immer ein wenig traurig stimmen, so haben sie mir doch immer wieder dabei geholfen, Gedanken zu diesen Themen Raum zu geben.
    „Sehen wir uns morgen?“ fand ich unglaublich schön. (Es geht um eine Mutter-Tochter-Beziehung und wird im Buch nur über Post-It Zettel dargestellt)

    Ich drück dich aus der Ferne und denke sehr fest an dich. ❤
    Lass diesen Gedanken und Gefühlen ein wenig Raum, das ist ok. ❤

    • meine liebe heldin, ganz lieb danke für deinen kommentar. es ist sehr schön, wenn mir das gelingt, denn dann erfüllen die worte ihren zweck: sie verbinden uns menschen. denn manchmal habe ich das gefühl, dass uns in der welt der kommunikation die verbindung über die wahren dinge ein wenig abhanden kommt.

      ich denke auch, dass der schmerz sich an einem gewissen ort einrichten muss und dort als teil von einem selbst weiterlebt. solche erlebnisse verändern uns, mit verlusten fertig zu werden prägt uns und macht uns wohl am ende am meisten zu den menschen, die wir sind. umso mehr überrascht es mich, dass es bei vielen anscheinend keinen solchen platz gibt.

      das buch hört sich auch spannend an. ich hab es auf meiner leseliste vermerkt. ob ich mich einmal drüber traue weiß ich aber noch nicht. ich habe vor einiger zeit einen artikel gelesen in der welt über ein mädchen, das an krebs gestorben ist und diese geschichte hat sich so sehr in mir festgesetzt, dass sie mich immer noch manchmal sehr traurig macht. ich weiß nicht, ob du es lesen magst, ich hab ihn tatsächlich wieder gefunden. aber achtung – das ist wirklich schwere kost.
      http://www.welt.de/vermischtes/article13839051/Mami-kannst-du-mich-loslassen.html

      alles liebe und danke für deine gedanken, ich drück dich zurück! ❤

      • Ich musste den Artikel lesen. ;_;
        Traurig, schön, tragisch. So endgültig.
        Es gibt so sehr viele schöne Bücher, die auch dieses schwere Thema abbilden und ich hab schon unglaublich viele davon gelesen. Die meisten sind immer schwere Kost.

      • ja. der hat mich echt so ganz besonders ergriffen, vor allem weil es sich um eine echte geschichte handelt. wie sie das schreibt, zum schluss… einfach so heftig.

  8. Von Anfang bis Ende war das ein sehr schwerer Beitrag. Toll ge- und beschrieben. Aber schwer. Mir fehlt diese von Dir beschrieben Stille und wahrscheinlich kann ich daher dieses thema aktuell auch überhaupt nicht in mich aufnehmen. Man liest aber raus das sich in Dir was tut… Und das bringst Du mit jedem Wort rüber. Gar nicht so einfach…

    • lieber markus, auch mir ist der beitrag irgendwie schwergefallen, obwohl er sich gleichzeitig „von selbst“ geschrieben hat. paradox ich weiß auch gar nicht so wirklich, woher er gekommen ist, aber offensichtlich waren die worte und gedanken irgendwo da und mussten ihren weg finden. bei mir war letztes jahr auch ein irrer trubel und die stille hat sich quasi durch meinen systembreakdown in mein leben reklamiert. im moment fährt das system noch mit angezogener handbremse und lässt zuviel lärm einfach nicht zu (trommelfellriss kann ja durchaus auch symbolisch interpretiert werden…), wohl weil für all das irgendwie lang kein platz war.

  9. Ich finde es erstaunlich, dass Du trotz der Stille so viele Worte für Deine Beiträge findest und überhaupt über all das schreiben kannst. Bei mir ist es in den letzten Wochen bzw. Monaten auch ziemlich still geworden, das sieht man entsprechend auch im Blog. Im letzten Jahr habe ich nur etwa halb so viele Posts veröffentlicht wie in den Jahren davor und aktuell sitze ich meistens nur vorm Bildschirm, starre ein bißchen vor mich hin und beschließe dann, wieder nichts zu schreiben. Ähnlich ist es mit Kommentaren, aber heute mache ich mal eine Ausnahme 🙂

    Januar ist für mich ein etwas heikler Monat, weil ich in den letzten 9 Jahren 3 Menschen zu dieser Zeit verloren habe. Wenn dann auch noch plötzlich so viele berühmte Menschen auf einmal sterben und man überall mit öffentlicher Trauer konfrontiert wird, macht es einem das nicht unbedingt leichter und man erinnert sich an Gefühle, die man eigentlich lieber irgendwo verschlossen halten möchte. Gleichzeitig habe ich das Problem, dass die meisten Menschen verstehen können, das man einen Verlust betrauert, auch wenn man den Menschen nie getroffen hat, aber kaum jemand begreift, wie schlimm es sich anfühlt, wenn man scheinbar grundlos traurig ist, weil die Gehirnchemie verrückt spielt und/oder es eben auch andere Arten von Schmerz und Traurigkeit gibt, die nichts mit der gegenwärtigen Situation oder den Lebensumständen zu tun hat. Und auch wenn man weiß, dass es irgendwann wieder vorbei sein wird, tut es trotzdem weh und man sieht sich zurück, in die Stille.

    • liebe viola, dieser erste satz hat mich kurz ein wenig nachdenklich gemacht und ich muss dir zustimmen. ich glaube, dass die stille weniger stark in mir drin ist denn mehr das außen betrifft. ich nehme die umwelt eher als hintergrundrauschen wahr und bin nicht wie sonst sehr aufmerksam was das um-mich-herum betrifft. obwohl auch meine gedanken grade weniger durcheinanderplärren. wenn ein strang allerdings an die oberfläche kommt, dann mit einem ziemlich ausgeprägten semantischen netz, woraus diese texte entstehen. aber sonst schießen die themen ja permanent quer durch meinen kopf, das ist es derzeit gar nicht der fall. das in-den-bildschirm-starren geht mir ähnlich. aus 5x in-den-bildschirm-starren entsteht also im besten fall ein text 😉

      wow, das ist dann ja ein ganz schön negativ konnotierter monat 😦
      das was du über die scheinbar grundlose traurigkeit schreibst kenne ich auch sehr gut. ich glaube, dass ich aus dem unverständnis heraus angefangen habe, mich so sehr zu analysieren, weil ich immer das gefühl hatte, mir selbst und anderen gründe liefern zu müssen, dass ich nicht mit strahlendem lächeln herumlaufe. das wichtigste ist dennoch, sich selbst zu kennen und zu wissen, wo man steht – und sich darauf verlassen zu können, dass man von dem gefühl nicht eingesaugt wird und es wieder vorbei geht.

  10. Ein wirklich schöner Text, den ich sehr sensibel geschrieben finde. Trauer, Verlust und Sterblichkeit sind heute noch immer ein Tabu, aber ich merke auch, dass es mir als Trauender sehr schwer fällt, über Dinge zu sprechen, weil mich meine Trauer auch ein ganzes Stück weit sprachlos hinterlassen hat und ich nicht das Gefühl habe, anderen mit meinen Worten die unterschiedlichen Facetten meiner Trauer oder die Emotionen, die Trauer begleiten, verständlich machen zu können. Also ziehe ich mich zurück und rede nicht drüber. Ein sehr schöner Beitrag von dir, der mich zum Nachdenken anregt.

    • ja, das kenne ich auch. mir geht es da ähnlich. oft finde ich auch, dass man gar nicht drüber reden muss, vielleicht auch nicht will oder kann, aber einfach das gefühl zu haben, dass das gegenüber wahrnimmt, dass man selbst gerade schmerz empfindet und einem zeigt, dass er/sie weiß, dass man sich gerade in einer ausnahmesituation befindet. nicht so tun, als wäre alles normal.

  11. In letzter Zeit denke ich auch oft über das Thema Tod nach. Eigentlich macht das Leben ja nicht viel Sinn, solange man ihm keinen Sinn gibt.

    Zu dem Thema Schmerz, habe ich vor kurzem eine nette Anekdote gelesen, ich kann sie nicht mehr finden aber sie ging ungefähr so:
    Der Schmerz ist wie eine Welle, am Anfang ist sie mehrere Meter hoch und überschwemmt dich, du hast keine Luft zu atmen und gehst unter vor Trauer. Mit der Zeit ändert sich die Welle, sie ist nicht mehr konstant und hoch doch nach bestimmten Eindrücken (Gerüchen, Musikstücken, etc.) schwappt sie wieder über dich. Man kann nicht vor dieser Welle rennen aber man kann damit lernen zu leben und zu schwimmen.

    • das stimmt. obwohl ich denke, dass viele menschen einfach so dahinleben und darüber gar nicht so groß nachdenken. oder erst, wenn es vielleicht zu spät ist.

      die analogie von der welle gefällt mir sehr. ja, das stimmt definitiv. am anfang ertrinkt man fast darin und später überschwemmt sie einen manchmal noch, während man sonst gelernt hat drin zu schwimmen…

  12. Das Buch steht auch noch in meinem Regal. Werde ich auch demnächst noch lesen. Dein Text ist unfassbar traurig und so wahr! Musste weinen über die Emotionen die hinter den Zeilen stehen. :‘-( Verlust ist scheiße. Das Sterben geliebter Menschen, ich denke genau das ist es wovor allen am meisten graut. Ich denke kaum einer möchte erleben wie irgendwer gehen muss, man hadert mit sich, möchte man doch am liebsten feilschen, mit wem auch immer, nur dass der andere nicht geht. Denn wenn man selbst nicht mehr ist muss man den Schmerz des Vermissens nicht mehr erleiden, die unglaubliche Leere, die einen ein Leben lang begleiten wird, das Gefühl schwindet nie, auch wenn die Zeiger für einen selbst nicht stehen bleiben.
    Ein Wahnsinns Beitrag. Vielen Dank dafür! Und du hast so Recht, damit, wie du sagst: „Nur wer vergessen wird ist wirklich tot!“ :‘-( Ach man, es tut so weh! Ich drück dich von Herzen.

    • ich weiß nicht, ob das buch in der jetzigen situation nicht zuviel für dich ist. sei ein bisschen vorsichtig, überfordere dich nicht. ich weiß nicht, wie du damit umgehen kannst aber vielleicht ist es besser, noch ein wenig zu warten, weil insbesondere die briefe einem schon sehr nahe gehen.
      ja ich sehe das genauso. ich hab mit 5 mal zu meiner oma gemeint, dass ich von meiner familie als erstes sterben will. sie hat mich damals total entsetzt angeschaut. aber ich meinte ja nicht, dass ich früh sterben will sondern nur, dass ich sie alle nicht verlieren will. und ehrlicherweise geht es mir heute damit nicht anders.
      danke für deine lieben worte und ich drück dich auch. ich musste an dich denken als ich ihn geschrieben hab.

  13. Der Tod hinterlässt Wunden. Klar, reißen sie ab und an wieder auf. An bestimmten Tagen. Zu bestimmten Zeiten. Aber im Endeffekt hinterlassen sie diese Narben, die auf immer bei uns bleiben. Vielleicht verblassen sie ein wenig, aber die Menschen, die für sie stehen, werden immer bei uns bleiben….
    Auch nach 1,5 Jahren spüre ich noch den Verlust..

      • Es wird wohl auch noch so weitergehen, aber es wird besser. Und im Endeffekt wäre Leiden schlimmer gewesen. Das weiß ich jetzt, aber vor 1,5 Jahren hätte mir das nicht geholfen..

      • mit der zeit finden sich dinge, die das akzeptieren etwas erleichtern, zumindest dann, wenn nichts außergewöhnliches passiert ist. am schmerz ändert es jedoch nicht viel, finde ich.

  14. Liebe Paleica. Was soll ich sagen? Wie immer hast du so schöne Worte gefunden.
    Trauer vergeht nie. Immer wieder wird es Momente im Leben geben die an den Verlorenen erinnern oder die man gerne teilen möchte.
    Mehr als 10 Jahre ist einer der liebsten Menschen nun schon fort und es gab nicht ein einzigen Monat in dem ich nicht an sie gedacht habe. Jahr für Jahr trage ich sie bei mir, streiche ich über ihr Foto. Rede zu ihr.
    Verlust von geliebten Seelen ist so unendlich traurig. Ja, die Welt dreht sich weiter, aber sie dreht sich für mich anders weiter.

    • danke für deinen kommentar, liebe janine. ich bin auch irgendwo froh, von euch zu lesen, dass ihr diese gefühle kennt. es tut immer gut zu sehen, dass man nicht alleine ist mit solchen gedanken.

      mir geht es übrigens auch da ähnlich. die welt ist irgendwie nicht mehr die gleiche. egal wie „normal“ es auch sein mag.

  15. Das ist so traurig und berührend. Ich erwische mich selbst hin und wieder bei dem Gedanken, dass ich wahrscheinlich eines Tages Abschied von meiner Familie nehmen muss, und das fühlt sich schrecklich an. Zum Glück bin ich bis jetzt mit Verlusten in meinem engeren Umfeld verschont geblieben, deshalb kann ich nur erahnen was das für ein Schmerz sein muss. Ich hoffe du findest bald die richtige Balance zwischen der Stille und das Leben mit all seinen schönen Seiten 🙂

    • je länger es dir erspart bleibt, umso besser. ich bin mit der angst vor dem verlust aufgewachsen, vielleicht ist es deswegen ein thema, das mich irgendwie immer so sehr begleitet. ich denke schon, dass bald wieder ein bisschen mehr farbe auftauchen wird, aber ich spüre einfach, dass ich dem grau im moment ein bisschen nachgeben muss. es klopft schon länger an und ich hab es immer weggeschickt – damit es weiterzieht muss es sich aber erstmal ein klein wenig niederlassen.

  16. Irgendwie muss ich an eine Ausgabe von einer Begleitzeitschrift zu einem freien Radiosender denken: „Der Tod ist ein Skandal!“
    Er konfrontiert uns mit den Lügen, die wir uns irgendwie vormachen wenn wir denken, es würde alles so wie immer weiter gehen.
    Sehr interessant, es jetzt noch einmal hervor zu holen, ich werfe mal einige -durchaus heftige und gedankenanregende- Zitate in den Raum:
    „Leben heißt sterben lernen.“ (Roger behrens über die Überwindung des Todes)
    „Der Satz, der Tod sei immer dasselbe, ist so abstrakt wie unwahr, die Gestalt, in der das Bewusstsein mit dem Tod sich abfindet, variiert samt den konkreten Bedingungen, wie einer stirbt, bis in die Physis hinein. Neues Grauen hat der Tod in den Lagern: Seit Auschwitz heißt den Tod fürchten, Schlimmeres fürchten als den Tod.“ (Adorno)

    Ich hoffe, dass das nicht zu viele Fässer öffnet, dennoch finde ich diese Denkanstöße nicht ganz uninteressant..

    Und zur Stille denke ich, dass sie etwas Heilendes, Lebensnotwendiges hat, sie ergänzt die „lauten“ Zeiten ganz wunderbar – einfach indem sie überhaupt Raum bietet für etwas Neues. wie eine leere Schale 🙂

    • ich finde diese aussagen auch durchaus interessant. besonders das mit dem sterben lernen. da wird wohl was wahres drin sein. nicht umsonst ist das etwas, mit dem sich die menschheit seit ihrem gedenken auf unterschiedliche arten damit auseinandersetzt.

      mit der leeren schale hast du bestimmt recht. obwohl ich festgestellt hab, dass die stille weniger eine echte stille ist als ein leiser drehen der umgebung durch eine fokussierung auf die eigene mitte. aber das ergebnis ist wohl hoffentlich dasselbe ^.^

      dass der mensch sich vormacht, es würde ewig so weitergehen, ist zwar vermutlich die größte illusion des lebens, aber auch die notwendigste.

  17. Ich musste mich voriges Jahr von einer engen Freundin verabschieden, die viel zu früh starb. Ich habe ganz bewusst die Begleitung zum Ende, das Trauern erlebt und bin auf ihre Beerdigung gefahren. „Ach, Du bist das“, sagten viele, als ich mich vorstellte. Das tat gut und die Beerdigung war, zeitweise, dann fast so ausgelassen wie eine Hochzeit. – Ich habe keine Angst vor dem Tod, nur davor, in dem Augenblick ganz allein zu sein. Ich musste in den letzten Jahren immer wieder lernen, wie unausweichlich das alles ist. – Was andere üebr Dein Trauern denken, ist irrelevant, so einfach ist das.

  18. Du hast wundervolle Worte für ein großes und trauriges Thema gefunden. Dafür möchte ich erst mal Danke sagen!
    Warum der Tod immer noch ein Tabuthema ist? Vielleicht weil wir alle ein wenig Angst davor haben und es nicht zugeben wollen?
    Vielleicht hätten wir weniger Angst wenn wir schon zu Lebzeiten mit unseren Lieben viel mehr darüber reden würden? Erst wenn man einen geliebten Menschen verloren hat, denkt man darüber nach was man versäumt hat.
    Und was machen wir dann? – Wir ziehen uns wieder in ein Schneckenhaus zurück und sprechen nicht über das, was uns gerade bewegt.
    Mir ging es auch nicht anders. Ich habe auch sehr lange getrauert und mich zurückgezogen.
    Jeder Mensch ist anders und jeder empfindet Trauer anders. Es soll sogar Menschen geben, die lächeln, weil sie sich an die schönen Augenblicke mit dem geliebten Menschen erinnern. Warum sollten sie weniger trauern? Haben wir das Recht über diese Leute die Nase zu rümpfen nur weil sie nicht unserem Idealbild von einem Trauernden entsprechen?
    Wenn also für Dich die Stille und das GRAU im Moment das Richtige ist, dann bleibe darin solange Du es für richtig empfindest. Egal was andere sagen oder denken,
    Ich wünsche Dir viel Kraft und hoffe dass Du bald wieder Farben sehen wirst. Nach jedem Winter kommt ein Frühling.
    LbG Isi

    • hallo isi! auch ein danke an dich – fürs lesen und kommentieren!
      das tabu kommt bestimmt aus der angst und der machtlosigkeit dem thema gegenüber. ich glaube aber auch, dass die angst durch das schweigen nur noch größer wird. aber ich weiß ebenfalls, dass man mit manchen menschen und in vielen situationen nicht drüber sprechen kann.
      ich denke, niemand sollte für die art seines trauernd verurteilt werden. die farben kommen übrigens denke ich langsam zurück.

  19. Das ist wirklich kein leichtes Thema und ich muss wirklich sagen, dass ich persönlich mich damit auch schwer tue, umzugehen. Und mit Menschen umzugehen, die vor kurzem einen Verlust erlitten haben. Aber vielleicht lernt man das, wenn man häufiger mit solchen Situationen zu tun hat…

    Deine Bilder in diesem Post sind wirklich fantastisch.

    Liebe Grüße
    Judith

    • mir geht es auch so, dass ich das schwierig finde. ironischerweise wird es schwerer, je näher einem die person steht, die jemanden verloren hat. zumindest kommt es mir so vor. ich weiß nicht, ob es mit der zeit und der erfahrung leichter wird, ich denke, es hängt auch viel von den betreffenden personen ab.

      vielen dank für deine worte zu den bildern! ❤

  20. Schöne und leider auch sehr wahre Worte, untermauert mit tollen Bildern. Der Tod selbst ist für mich wirklich ein Tabuthema, weil ich ihn noch immer nicht akzeptieren kann. Weder kann ich akzeptieren, dass andere Menschen sterben, noch kann ich akzeptieren, dass ich selbst irgendwann nicht mehr existieren werde. Dass irgendwann alles vorbei sein soll. Aber jeder sollte sich die Zeit zum Trauern nehmen, die er braucht. Ich denke auch, dass der Schmerz über einen solchen Verlust nie vorübergehen wird. Man kann nur lernen, anders mit ihm umzugehen.

    • liebe ginni, kann man denn den tod überhaupt akzeptieren können? ich fragem ich, ob das geht, weil es alles auslöscht, was uns definiert. ich glaube, das nicht akzeptieren zu können ist sowas wie der grundlegendste selbsterhaltungstrieb…
      ich glaube, man lernt damit zu leben, aber ich glaube auch, dass das spüren des ersten richtigen verlustes einen für immer verändert, weil die blase platzt in der wir versuchen zu leben und dieses wissen ausblenden.

  21. Es ist schön zu lesen, dass auch andere Menschen über dieses Thema nachdenken. Auch mir geht es oft so, dass ich nicht verstehen kann, wieso man das Thema Tod so klar aus unserer Gesellschaft ausgrenzt. Ich finde es wichtig darüber nachzudenken und auch darüber zu sprechen, um zu verarbeiten. Du hast recht, die Zeit heilt nicht alle Wunden, aber sie hilft einem zu lernen mit derartigen Schicksalsschlägen umzugehen. Ich habe auch vor einem Jahr einen sehr wichtigen Menschen verloren und schau mir immer noch Videos und Fotos von ihm an, denk so gerne an die Zeit zurück, als er noch da war. Es ist schwierig immer wieder den Punkt zu erreichen, an dem man realisiert, dass es keinen Weg mehr zurück gibt. Aber ich weiß, dass nichts im Leben einfach so passiert, dass all die Dinge, die geschehen nicht aus purer Willkür geschehen, sondern, dass alles seine Berechtigung hat. Das gibt mir dann manchmal Kraft mit all dem umzugehen. Ich hoffe, dass auch du einen Weg gefunden hast/einen finden wirst mit deinem Verlust umzugehen. Ich wünsche dir dabei auf jeden Fall viel Kraft. P.S. Toller Post und danke für den Buchtipp 🙂
    Ganz liebe Grüße
    Walli von http://www.everyonestarling.com

    • liebe walli, erstmal herzlich willkommen auf meinem blog und danke fürs lesen des beitrags. ich freu mich sehr zu hören, dass meine worte ankommen und auch, dass andere menschen meine gedanken teilen. ich denke, der weg geht weiter, immer weiter – wichtig ist, dass man nicht stehen bleibt. ich denke in diesen situationen auch an die person und wie traurig sie wäre, wenn ich wegen ihr zu sehr stehen bleiben würde. das hat mir besonders in den anfangszeiten sehr geholfen.

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