Portugal: Lissabon mit Apfelaugen

Lissabon. die Stadt, die – seit ich zum ersten Mal auf Instagram ein Bild der Ponte de 25 Abril und der Funiculars gesehen habe – ganz vorne auf der Wunschliste meiner Citytrips stand. Lissabon, die Stadt der verkachelten Fassaden in bunten Farben. Lissabon, wo Spanien San Francisco trifft.

Übernachtet haben wir in einer Ferienwohnung (mit Zimmerservice) zwischen dem Campo de Ourique und der Ubahnstation Rato, auf einem der vielen Hügel, auf denen die Stadt gebaut ist. Als wir ankamen erlebten wir unerwarteterweise einen kleinen Kulturschock. Alles war so eng und erstaunlich fremd, von der Sprache, die ich geschrieben zumindest sinngemäß zuordnen konnte, verstand ich gehört nicht ein einziges Wort. Als wir am nächsten Tag aufwachten und nichts als Vogelgezwitscher hörten, begannen wir uns aber schon wohlzufühlen.

Lissabon ist unglaublich bunt und farbenfroh. Die Stadt ist für mich vollständig aus Pastellfarben gezeichnet. Überall rosa, hellblau, weiß. selbst die dunklen und kühlen Farbtöne wirken zauberhaft warm (wie paradox).

Lissabon ist abgefucked. Putze bröckeln und Fliesen fehlen. Türen sind abgeschlagen und Fenster verrammelt. Allerdings bewahrt die Stadt damit eine Art morbiden Charme, der mich auf gewisse Art an Venedig erinnert, dem Verfall hingegeben zeichnet sie ein Bild der Zeit.

Lissabon ist imposant und wunderschön. Das große Stadttor, das riesige Delta, das der Téjo bildet, die unzähligen Palais mit ihren Balkonen und Innenhöfen.

Und letztlich die kleinen, schmalen Gassen, das Kopfsteinpflaster und die Fröhlichkeit, die die Menschen ausstrahlen, wenn sie sich in Massen in die beliebte Touritram mit der Nummer 28 stopfen, in die total unnötige aber zauberhafte gelbe Standseilbahn stellen, bei einer Bootstour am Téjo vor lauter Wind fast in den Fluss blasen lasen und wenn sie Zeit damit verbringen, die kulinarischen Köstlichkeiten der Portugiesen zu genießen.

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Die ersten Tage in Lissabon haben mir aufgrund der aktuellen Situation viel abverlangt. Es war auch ein täglicher Kampf mit mir selber, mich nicht von der Angst übermannen zu lassen und stattdessen rauszugehen, die Farben zu sehen und sie mit nachhause zu bringen. Aber ich konnte immer wieder für Momente das Strahlen sehen, das von der Welt ausging, die sich andernorts zur selben Zeit wieder einmal auf den Kopf stellte. Nicht zuletzt dank der besten Begleitung, die ich mir nur wünschen konnte.