Herbstliche Gartenblicke & „das zweite Gesicht“

Nächte, in denen man jäh aus dem Schlaf gerissen wird, in denen kurz der Schreck in die Glieder fährt und einen völlig verwirrt, enden bei mir meist nicht damit, dass ich sofort wieder friedlich einschlafe und mich morgens kaum noch erinnere, ob das wirklich passiert ist. Nein. Nächte, in denen etwas Derartiges passiert enden meist mit endlos langem Herumwälzen von links nach rechts und von rechts nach links und einem geöffneten Portal an Gedankenströmen, das ich versuche zu schließen, indem ich meine Atmung zähle. Bis es hilft können allerdings Stunden vergehen – vermutlich weil die Tage zu kurz sind, um alle Gedanken zu denken, die gedacht werden wollen. Und wenn sich dann einmal ein Spalt in der Türe öffnet, drücken, drängen und strömen sie heraus.

Ende Jänner war so eine Nacht.

Ich verfluche diese Nächte, weil die Tage danach, 9 Stunden am PC, regelmäßig qualvoll sind. Dennoch sind sie wichtig für mich, weil ich sonst meist nicht die Ruhe finde, Dinge zu Ende zu denken. Diese schlaflosen Stunden sind anstrengend, aber oft eine gewisse aussagekräftige Inspirationsquelle und haben auch kathartisches Potenzial, denn sie zeigen mir die Schatten – und manchmal auch einfach nur die Wahrheit.

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Eine dieser kleinen Wahrheiten fand ich in dieser Jännernacht.

Es steckt mit dir unter einer Haut
Und du weißt es will raus ans Licht
Die Käfigtür geht langsam auf und da zeigt es sich
das zweite Gesicht

Peter Fox singt über „das zweite Gesicht“. Er singt über die dunklen Seiten, die man unterdrückt, über die lügen, die man anderen auftischt, um sich keine Feinde zu machen und darüber, dass dieses Konstrukt aufbricht. Aber ich sehe das als nur eine Seite der Medaille. Ich denke, jeder Mensch hat „zwei Gesichter“ und jeder Mensch hat mit Sicherheit auch dunkle Seiten – aber für mich bedeutet dieses zweite Gesicht das Potenzial, das dem Menschen mitgegeben wurde und von dem so viele nur einen kleinen Teil nutzen.

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Jeder Mensch kommt auf die Welt und wird mit seinen Anlagen in ein Umfeld hineingeboren. In eine Familie, eine soziale Schicht, eine Gesellschaft. Innerhalb dieser Rahmenbedingungen wächst er auf und entwickelt sich. In den meisten Fällen wird es Situationen geben, in denen der Mensch sich anpasst, sein impulsives Verhalten ändert, um ein bestimmtes Ergebnis zu erzielen. Wir lernen früh, uns im Kontext unseres Umfelds zu bewegen und sind geprägt von den Vorgaben, die uns unsere Erziehungsberechtigten machen. Und abhängig von diesen Rahmenbedingungen entwickeln wir uns zu erwachsenen Menschen, wir entwickeln Handlungsschemata, Denkmuster und Gefühlsregungen die davon abhängen, was wir erlebt haben. Oft, nur allzu oft, wird der Lebensweg unbewusst von außen vorgezeichnet. Wir gehen ihn eine Weile und kommen vielleicht irgendwann an den Punkt, an dem wir uns fragen: wollen wir hier eigentlich gehen, oder sollten wir besser abbiegen und einen anderen Weg nehmen?

Das ist zumeist der Punkt, an dem bewusstes Auseinandersetzen mit sich selbst anfangen kann. Wo wir unser „zweites Gesicht“ kennenlernen können und die beide vereinen – im Optimalfall, wenn wir Glück haben.

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blog_gartenblick8Viele Menschen haben dieses Glück nicht. Sie spüren, dass etwas nicht stimmig ist. Sie sind unglücklich und unzufrieden, in ihren Beziehungen und Jobs, sie wechseln beides und landen letztendlich doch immer wieder in derselben Bredouille. Sie wechseln nichts davon und die Gedanken drehen sich immer wieder im Kreis. Ich kenne so jemanden. Ich kenne sogar mehrere Menschen. Menschen, die sich selbst von einer unglücklichen Situation in die nächste stürzen, weil ihr Unterbewusstsein sie daran hindert, zu erkennen, wo das Problem liegt. Menschen ruinieren sich selbst, weil sie permanent gegen ihre Natur arbeiten. Manchmal ruinieren sie damit auch jemanden an ihrer Seite, der ihr Potenzial sieht und daran glaubt, und der sich immer wieder wegstoßen und enttäuschen lässt, weil er weiß, dass der andere nur Angst hat.

Trotzdem glaube ich fest daran, dass man nie aufgeben sollte, einen Menschen an seine Fähigkeiten zu erinnern, die er selbst vergessen hat. Denn selbst, wenn diese Hinweise in der Gegenwart nicht angenommen werden können, pflanzen sie manchmal Saatkörner für die Zukunft, in denen sie dazu bereit sind. Und irgendwann, Jahre später, sagt dann einer: „Manchmal frage ich mich, ob mein Beziehungsbild zu sehr von Hollywoodfilmen und Serien beeinflusst ist.“

Gleichzeitig lohnt es sich auch, sich selbst zu hinterfragen. Was können wir nicht ertragen, wenn es zu uns gesagt wird? Woran liegt es? Was sagt es über uns aus, was hat es mit uns zu tun?

Veröffentlicht von

Internetmethusalem. Schütze Aszendent Jungfrau, Freudianer, Tolkienist, Freizeitfetischist, zwanghaft neurotisch, begeisterungsfähig, Kommunikationsjunkie, Träumermädchen. Ein Kopf voll Gefühl, ein Herz voll Gedanken.

49 thoughts on “Herbstliche Gartenblicke & „das zweite Gesicht“

  1. Feine, tiefgehende Selbst-Psychologie, garniert mit schönen Fotos, die zur hellen Seite des Menschen gehören…

    Wenn ich plötzlich in der Nacht aufwache und merke, dass der Schlaf nicht mehr kommen will, stehe ich auf und lese und schreibe, denke mir die Gedanken, die gedacht werden wollen, von der Seele…
    Hin und her wälzen war früher, das frustriert nur…

    Liebe Morgengrüße vom Lu

    1. vielen dank fürs lesen und deine worte ❤ ich habe den text schon vor ein paar wochen geschrieben und manchmal ist man dann unsicher, ob man zufrieden genug ist, ihn zu veröffentlichen, weil man dran feilt und doch noch ecken und kanten findet, die man nicht recht auszubessern weiß. es freut mich aber, dass er dennoch gelesen wurde und zustimmung findet.

      ich sollte das vielleicht auch mal versuchen, mit dem aufstehen. aber die hoffnung, dass der schlaf schnell wieder kommt, ist meist zu groß…

  2. Puh was für ein Beitrag ! Haben alle mit Sicherheit schon persönlich erlebt und die Erfahrungen gemacht. Wem passiert das nicht dass man sich bei Nacht hin und her wälzt und die Gedanken durch den Kopf schießen und plötzlich klingelt der Wecker und man ist völlig erledigt. Vom Arbeitstag rede ich gar nicht denn der ist dann wirklich nur eine Katastrophe ! Man kann nur hoffen, dass diese Nächte eine Ausnahme sind und auch bleiben. Was kann man dagegen tun ? keine Ahnung !!!!
    Wir sind im Leben der heutigen Zeit einfach zuvielen Eindrücken ausgesetzt im privaten wie auch im Berufsleben. Stress und auch die sozialen Medien zähle ich heute dazu. Immer zu funktionieren und immer Erreichbar sein können auf Dauer sich nur negative auswirken.
    ps: zum wieder einschlafen hat man früher den Ratschlag gegeben: “ schäfchen zählen“ !!! Hilft manchmal ! Die Fotos passen übrigens sehr gut zu deinem Beitrag ! Manni

    1. ja, schlaflosigkeit ist wohl ein nicht allzu selten verbreitetes phänomen… schäfchen zählen hilft bei mir leider gar nicht, aber mit atmung zählen klappt es oft ganz gut.

    1. danke liebe annette. es schwirrt mir schon lang im kopf herum und endlich haben mal einige worte ihren weg nach draußen gefunden. vielleicht war es aber nicht das letzte mal, dass ich dieses thema „angeschrieben“ habe. ich fühle mich, als wäre dazu noch nicht alles gesagt.

  3. Kennst Du die Geschichte von Innanas Weg in die Unterwelt? Die passt hier sehr schön. Es geht darum, die strahlende Lichtseite mit der dunklen Schattenseite zur Vollkommenheit zu vereinen. Die Erkenntnis, dass die Schatten sehr wichtige Aspekte von uns sind, gehört zu den Befreiendsten überhaupt. Dann können wir sie annehmen und ihre Kraft auf die Straße bringen… Toll geschrieben!

    1. nein, die geschichte kenne ich leider nicht – aber es hört sich nach einer tollen geschichte an!
      danke für deine lieben worte ❤ schatten sind ein wichtiges thema. aber nicht nur die schatten, auch die potenziale die man hat und die man oft vor sich selbst verleugnet, aus angst vor veränderung.

    1. das ist schön zu hören, liebe patricia, dass mein thema mit in den tag genommen wurde. wenn du magst freu ich mich, wenn du deine gedanken dazu teilen magst.

  4. Mal wieder ein toller Text, tiefsinnig und bewegend. Bleibt auf jeden Fall erstmal haften. Und daran mekrt man ja auch, dass ein Text ne gewisse Aussage hat. Von daher ist Dir das wunderbar gelungen! Zusammen mit den traumhaft tollen Farben Deiner Bilder ergibt das wieder einmal eine rude Sache. So wie wir Leser das gewohnt sind 😉

    1. vielen dank, das freut mich zu hören. er kam auch aus tiefstem herzen zu einem thema, das mich seit ewigkeiten beschäftigt und war daher auch nur ein ganz kleiner, vorsichtiger abriss. vielleicht gibt es irgendwann nochmal was dazu.
      ich kann nicht sagen warum, aber die bilder haben aus dem gefühl heraus irgendwie dazu gepasst. lustig, wie manchmal unbewusste assoziationsketten laufen..

  5. Ach, ich habe mich in das Foto mit den roten Efeublättern verliebt <3<3 leider kann ich es – wie immer- nicht groß sehen. Ist das ein Problem auf meiner Seite, oder geht es anderen auch so ??

    1. das ist komisch :/ was passiert denn, wenn du es anklickst? Normalerweise sollte es dann in einer Galerievollbildansicht auf 1000x7irgendwas Pixel aufgehen…

      1. Ja sag, wie machst du das ??? Jetzt gerade hat es das erste mal funktioniert !! Sonst lande ich immer auf deiner Startseite und weit und breit kein vergrößertes Bild. Sehr seltsam ….

        1. 😉 das weiß ich auch nicht. aber wenn das problem jetzt behoben ist, dann ist ja alles gut 😀 allerdings finde ich das sehr sehr schräg, dass das bis dato bei dir überhaupt so passiert ist…

          1. Ich habe es gerade bei mehreren Beiträgen versucht. Es geht immer noch ! Die einzige mögliche Erklärung, die mir einfällt ist, dass es vielleicht von dem Weg abhängt über den ich auf deinen blog komme, über die Kommentare, über den reader, aus einem anderen blog heraus ….. Wenn es das nicht ist, ist es ein elektronisches Wunder 🙂

            1. das ist zwar ebenfalls eigenartig, aber möglich. browser verwendest du immer denselben? und gehst du auf meinen blog, oder schaust du dir die bilder direkt im reader an?
              ein mysterium!!

              1. Ah ja, ich verwende abwechselnd firefox und chrome. Ich gehe immer auf deinen blog, aber auf verschiedenen Wegen. Die Sache mit den browsern muss ich noch ausprobieren. Sonst nehme ich es halt als Geschenk der Fotoschauabteilung des Universums 🙂

              2. 🙂 hauptsache es klappt jetzt 😉 aber verschiedene browser sind immer mal wieder verantwortlich für rätselhafte verhaltensweisen ^.^

  6. Ich habe das Glück meine Eltern in meinem Leben zu haben. Wir haben hier gerade so eine Situation in der Familie, in der ich merke, dass es ganz gut ist, dass die uns in vielerlei Hinsicht etwas von unseren Großeltern weg gehalten haben. So können wir jetzt an Familienessen und Feiertagen ganz unbeschwert zusammen kommen und unseren Spaß haben. Was ansonsten sicherlich nicht möglich wäre, da die recht eingefahrene Denkmuster haben. Obwohl gerade meine Oma ja noch gar nicht alt ist. Aber die funktionieren sehr nach Schema F und nach außen gedacht. Der Schein ist ihnen (und auch dem anderen Teil der Familie; also meiner Tante etc) so unendlich wichtig! Sie neigen dazu es immer allen recht machen zu wollen… und mit anderen meine ich vor allem der Gesellschaft und den Leuten außerhalb der Familie. Das nimmt gerade momentan erschreckende Ausmaße an (da meine Schwester mit einem Ausländer zusammen ist…).
    Ich bin also froh, dass meine Eltern mir bei gebracht haben, dass ich niemandem gefallen muss. Ich muss es niemandem recht machen und vor allem nicht der breiten Masse der Gesellschaft was vormachen.
    Es gibt schon zu viele, die unglücklich in der momentanen Situation verharren, weil sie glauben in irgendwelche Schemata zu passen, die andere vorgeben.

    Das richtige Gruppenfoto ist aber auch nicht besser… 😛

    Heroes mochte ich ehrlich gesagt am Anfang gern, aber die Serie hat sich auch schlecht entwickelt. War dann leider am Ende gar nicht mehr meins! Da war The Man in the High Castle besser! Wobei ich da einfach auf den Mystery-Aspekt verzichten könnte und es lieber als reines Drama gehabt hätte.
    Ich muss mir definitiv mal Brothers anschauen. Falls meine Schwester und ich jemals mit Final Fantasy durch kommen! Wenn wir RPGs spielen, dauert das öfter mal ganz schön lang. Viel Zeit ist dafür ja nicht.

    1. oh, na das klingt ja echt nicht schön, wenn es in der eigenen familie ist. da ist das sicher nochmal schwieriger, damit umzugehen.
      den schein nach außen zu wahren ist glaube ich sehr oft ein großes problem, das die eigene entwickelung behindert – und menschen, denen das besonders wichtig ist, schränken auch andere in ihrem umfeld ein, was ich besonders schlimm finde.

      wir kommen momentan mit unseren unwritten tales auch nicht wirklich weiter, weil wir nicht viel daheim sind und wenn meist so müde, dass wir echt früh ins bett fallen…

  7. Liebe Paleica,
    tiefsinnige Gedanken kombiniert mit wunderbar strahlenden, leuchtenden und farbintensivsten Bildern, Ich nehme die Blüten, Blätter und Früchtchen mit, vertreibe damit alle belastenden Gedanken und lebe im Jetzt und Hier!
    Angenehme Wochenmitte und liebe Grüße
    moni

    1. liebe moni, das ist bestimmt eine gute entscheidung mit dem jetzt und hier. leider funktioniert das in schlaflosen nächten meist nicht 😉 aber für mich ist reflektieren, analysieren und sinnieren auch sowas wie ein hobby, ich kann ja gar nicht anders, als gewisse themen des lebens auseinanderzunehmen.

  8. Du bringst es wieder auf den Punkt, ohne zu sehr ins Detail zu gehen. Du bringst dich micht ein, ohne zuviel Einblick zuzulassen. Wunderbar dargestellt, eine Problematik, welche sehr viele von uns kennen. Das Einschlafen ist das erste der Probleme, ich versuche es mit Selbsthypnose und es gelingt meist. Das zweite Problem, die zweite Seite, ja, wenn man sowohl vorne als auch hinten einen Spiegel hätte, dann vielleicht würde man sie anerkennen und auch erkennen müssen oder können. Darüber grüble ich wohl noch ein wenig nach. Mit den tollen Bildern wieder ein runder Beitrag.. LG von Marion

    1. liebe marion, ich danke dir herzlich für die lieben worte. ich freu mich grad sehr, über diese analyse, weil genau das meine absicht war. ich wollte bei dem thema nicht zu konkret werden, weil ich glaube, dass das für viele leute wichtig sein kann und da sollte man nicht zu sehr in eine persönliche geschichte gezogen werden, die davon ablenkt, aber man braucht grade genug information, um sich was darunter vorstellen zu können.
      selbsthypnose? wo lernt man denn sowas?

  9. Liebe Paleica,
    das zweite Gesicht erscheint mir wie die zweite Seite einer Medaille. Diese gehört zum Leben dazu, wie Licht und Schatten, Sonne und Mond, aufwachen und einschlafen. Wir alle haben ein zweites Gesicht. Manche kennen es, manche nicht. Wichtig ist, dass wir das zweite Gesicht, die zweite Seite, kennenlernen und lernen sie zu akzeptieren. Nur so können wir lernen uns selbst zu akzeptieren und uns selbst zu lieben. Ob eine Tat schlecht, böse oder nevativ ausgelegt wird hängt oft vom Blickwinkel ab. Vielleicht ist dem Handelndem nicht bewusst, wie seine Taten auf andere wirkt?
    Ich gebe dir Recht, dass ein großer Schritt dorthin davon abhängt, wie wir erzogen wurden, wie wir aufgewachsen sind und wie die Gesellschaft mit uns umgegangen ist. Die Verantwortung liegt dennoch in jedem selbst. Diese Erkenntnis zeugt von Weisheit. Und einem Menschen auf diesem Weg zu unterstützen von Großmut.
    Alles Liebe,
    nossy

    1. da hast du absolut recht. es ist wohl ein weiter weg, bis man es akzepzieren kann, oft vermutlich auch, weil der weg den man geht, von seiner allumfassenden persönlichkeit abweicht und man sich eingestehen muss, dass veränderungen notwendig sind, wenn man nach sich selbst leben will…

  10. Liebe Paleica, ein wundervoller Text!

    Ich kenne auch solche wachen Nächte, aber die sind stark geprägt von Ängsten und Zweifeln. Am nächsten Morgen kann ich mit den Gedanken der Nacht nicht mehr viel anfangen, sie erscheinen mir dann recht pathetisch… Und ja, der Tag am PC danach ist schlimm!

    Über das von dir angesprochene Thema denke ich im Moment auch viel nach… Eigentlich ist sehr traurig, wie wenige Menschen die Möglichkeit nutzen oder überhaupt haben, ihr Potential auszuleben und stattdessen z.B. beruflich in irgendwelchen Routinen landen, die gar nicht zu ihnen passen. Ich sehe mich momentan leider auch zum Teil in diesem Muster gefangen… Leider bekommt man vieles einfach so „eingetrichtert“ im Laufe seines Lebens, viele Dinge, die ich mit 25 noch als selbstverständlich empfand, stelle ich erst jetzt in Frage…

    Liebe Grüße,
    Heike

    1. diese nächte mit ängsten und zweifeln kenne ich auch gut. in der nacht sind nunmal alle schatten schwarz und diese gedanken oft weit düsterer, als sie im grunde unseres herzens wirklich sind.
      liebe heike, ich denke, dass es bei den meisten von uns so ist, oder zumindest bei vielen. es ist auch sehr schwierig, das eigene potenzial mit dem rad des alltags in einklang zu bringen und es bedeutet oft auch einen schwierigen weg und manchmal wohl auch verzicht auf gewisse bequemlichkeiten und sich dafür zu entscheiden ist nicht immer leicht…

  11. Man verändert sich im Laufe der Jahre, lernt sich in verschiedensten Situationen kennen. Wenn man sich dann selbst gut kennengelernt hat und sich einfach als Mensch akzeptiert hat, mit Macken und Stärken, dann ist es eigentlich ganz einfach. Ich muss mich nicht allen anpassen, es liegt an mir inwieweit ich mich anpassen möchte. Profil zeigen, so bin ich und das passt für meine Umwelt, oder nicht so. Für mich hat das etwas mit Selbstbewusstsein und Stärke (besonders charakterlich) zu tun. Leider ist das ein Prozess, der manchmal schmerzhaft ist, aber gerade die negativen Erfahrungen bringen einen weiter und zeigen einem, was man nicht möchte im Leben.

    Ich kenne viele, die nicht stark sind, die ihren Weg im Leben nicht finden, auch in meinem Alter noch. Selbstkritisches Beleuchten des eigenen Weges ebenso wie der Menschen, die mich begleiten, hilft da. Aber manche können genau das nicht aus Angst einen langjährigen Pfad zu verlassen, was kommt da in dem Bereich, den ich nicht kenne…

    Liebe Grüße, Bee

    1. ja das stimmt. es ist glaube ich auch schwierig, man möchte als kind seine persönlichkeit durchsetzen und lernt, dass man sich den erwachsenen anpassen MUSS und als erwachsener soll man dann wieder lernen, sich frei zu entfalten. kein allzu einfacher prozess.

      ich glaube auch, dass es für viele schwierig ist und dass es einfach mit viel schmerz verbunden ist, sich selbst zu erkennen. auch weil es zeigt, welche entscheidungen man im leben getroffen hat, weil man eben in seinen mustern gehangen ist. je später man diesen prozess beginnt, umso schwieriger ist es, glaube ich.

      1. Ganz genau, man muss aus seinen Entscheidungen lernen. Ich sehe es bei meiner Tochter, sie ist in dem Alter, dass sie mit den Konsequenzen Ihres Handelns leben muss und daraus lernt, dass das die richtige oder falsche Entscheidung war. Früher hätte ich sie vor einer solchen Erfahrung bewahrt, aber so wird man leider nicht groß.

        Manche kommen aus ihrem Trott nicht raus, können nicht außerhalb ihrer Komfortzone sein – hier meine ich jetzt Erwachsene. Es ist die Aufgabe der Eltern, Kinder zu ermutigen, loszulassen, bestärken und nicht zu bevormunden. Sonst wird das nichts mit der Selbstständigkeit und dem Lebensmut für das weitere Leben.

        1. nein, da hast du recht. man muss irgendwann anfangen, seine erfahrungen zu machen und lernen, dass jedes handeln immer konsequenzen hat. viele menschen haben das aber glaube ich nie gelernt. zumindest kommt es mir oft so vor…
          leider ist die unreflektiertheit und das verhaftetsein in eigenen themen oft so groß, dass es für viele schwierig ist, kindern einen leitfaden zu geben, den grat zu finden, sie zu unterstützen, aber nicht ihre entscheidungen abzunehmen.

  12. Hallo,

    fange wir damit an das deine Bilder wirklich toll sind und ein wenig von zwei Gesichtern haben, das farbenfrohe und das dunkle. Aber die Situation schreckhaft wach zu werden und es dann einige Zeit dauert wieder einzuschlafen, kenne ich vereinzelt auch. Aber es stimmt es ist nicht mehr unbedingt das man jedem seine Meinung sagen kann bzw kritisieren, für denjenigen bricht dann meistens eine Welt zusammen. Und das selbst hinterfragen sollte man manchmal wirklich machen, alleine für sich selber auch finde ich. Ich kann jetzt nicht klagen ich bin im Beruf zufrieden sowie privat, wünsche hat jeder dann immer noch :-). Deswegen sage ich mir es gibt immer zweierlei viel Geld und unzufrieden oder etwas weniger aber dafür zufrieden.

    Viele Grüsse
    Andreas

    1. schön, dass du die „zwei seiten“ in den bildern entdeckt hast 🙂
      und ja, ich denke, man muss aufpassen zwischen notorischer unzufriedenheit und unpassenden rahmenbedingungen des lebens zu unterscheiden…

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