Pia sehen und sterben.

Was für ein dramatischer Titel. Aber manchmal braucht es dramatische Titel, wenn man sich dramatisch fühlt. Ich fühle mich dramatisch. Keine Hormone. Keine Chemie. Keine Modi mehr um weiter zu schlucken, zu unterdrücken. Nur ich. Pur und ungefiltert. Nach all den Jahren.

Seit meinem letzten Beitrag hat es sich tatsächlich nicht ganz vermeiden lassen, den Kopf ein wenig zuzuschalten, die Blase zu verlassen, in der ich mich seit der konzertanten Aufführung von Elisabeth befand. Ganz vorsichtig habe ich mich in den Stunden schlafloser Nächte den Gefühlen genähert und sie versucht mit Erinnerungen zu verbinden. Das ist mir manchmal gelungen. Manchmal auch nicht.

An manchen Abzweigungen, an denen ich in Gedanken wieder stand, formten sich silhouettenartige Erinnerungen, aus denen Bilder wurden. Andere blieben grau und schwammig.

Nur eines ist klar: das Atmen fällt schwer, die Luft ist schwarzer Samt, ich schwebe, ich schwimme, ich sinke, diese dunkle Materie ist immer da, gleich hinter mir, wenn ich einen Moment innehalte berührt sie mich, breitet sich über mir und in mir aus.

Darum laufe ich wenn ich kann. Manchmal schneller als ich es kann. Weil ich nur so Abstand gewinne.

Es ist alles wieder da, wie damals, als wäre es gestern gewesen, obwohl es Jahre her ist. Dieses Gefühl ist so vertraut, auf eine schräge Art ist es wohligwarm, wie es immer mehr die Luft abschnürt.

Was ist es nur? Wem gehört es bloß? Meines ist es nicht, obwohl ich es so gut kenne. Es ist nicht mein Verlust, es ist nicht mein Schmerz und doch gehört es zu mir.

Ich begrüße die Wolke wie einen alten Freund, es ist ein Nachhausekommen in eine Intensität, die ich lange vermisst habe. Es ist echt und authentisch ich, es ist das Dunkel in bunt. Ich tauche ein, ich schwimme, ich schwebe, ich sinke.