Neuerscheinung Reise

4000km USA: Bodie Ghost Town & Mädchenbuchvorstellung

Letzte Woche konntet ihr ja schon die ersten Eindrücke von der Geisterstadt Bodie erhaschen. Interessant war der Lost Place jedoch nicht nur von außen. In ein Haus konnte man hineingehen, in andere durch Fenster hineinschauen und Einrichtungs- und Wohngegenstände bewundern. Verstaubt, zerschlissen, am Zerfallen. Eine ganz eigene Stimmung, irgendwie magisch.

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Ich muss ja ehrlich sagen, als ich dort war, war die Erfahrung und das Erlebnis großteils irgendwie „normal“, so, als wenn man sonst eben auch etwas unternimmt. Natürlich mit dem Unterschied, dass ich stark versucht habe, mich auf die Eindrücke wirklich zu konzentrieren, genau zu schauen und soviel wie möglich wahrzunehmen. Aber erst seit ich wieder da bin konnten sich die wahren Gefühle entfalten, die Begeisterung, dort gewesen zu sein und diese Orte erlebt zu haben.

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buch_dasmädchendasgeschichtenfängtFür alle Lesebegeisterten (Mädchen) unter euch gibt es innerhalb kurzer Zeit schon wieder eine Buchvorstellung, die irgendwie zu einer Geisterstadt passt. Das ist ja eher untypisch bei mir, aber ich habe tatsächlich letzte Woche ein ganzes Buch gelesen. In einer ganz normalen, ganz alltäglichen Woche. Das ist glaube ich seit geschätzten 15 Jahren nicht mehr vorgekommen. Da es mir sehr gut gefallen hat, dachte ich mir, ich stelle es euch gleich vor.

Victoria Schwab: Das Mädchen, das Geschichten fängt

Ich schicke gleich mal voraus: das Buch ist höchstwahrscheinlich eher ein Mädchenbuch und nicht grade richtige Männerlektüre. Aber man weiß ja nie 😉

Es geht um die 17jährige Mackenzie Bishop, die nach dem Tod ihres Bruders mit ihrer Familie für einen Neuanfang in ein ehemaliges Hotel, das Coronado, übersiedelt, wo ihre Mutter ein Café eröffnen will. Was niemand weiß: Mackenzie ist Wächterin. Und zwar Wächterin des Archivs – des Ortes, an dem alle Aufzeichnungen über die Verstorbenen aufbewahrt werden. Diese Aufzeichnungen befinden sich jedoch in Abbildungen ihres Körpers zu ihrem Todeszeitpunkt – und manchmal wachen sie auf und versuchen, in die Welt der Lebenden zurückzukommen. Dann müssen die Wächter sie zurückbringen. In Mackenzies neuem Revier kommt es dazu, dass immer mehr Chroniken (so nennt man diese Abbilder) aufwachen und Mac vermutet, dass hier irgendetwas nicht mit rechten Dingen zugeht.

Das Buch war für mich ein totaler Zufallskauf – ich war auf der Suche nach einem Geschenk und beim Vorbeigehen ist es mir in die Hände gefallen. Das Cover hat mich angesprochen (ich gebe zu: I often judge a book by its cover) und der Klappentext eigentlich auch. Ich war neugierig, was die Autorin aus diesem Thema machen würde. Letztendlich hat mich die Geschichte sehr schnell in ihren Bann gezogen. Sprachlich ist es sehr leicht geschrieben, dass man schnell lesen kann und flott weiterkommt. Der Zeitablauf ist zum Teil gegenläufig – Kapitel werden öfter mit kursiven Teilen unterbrochen, in denen erklärt wird, wie Mac überhaupt Wächterin geworden ist – und die Erklärungen sind in sich schlüssig. Das einzige, was mich etwas gestört hat, war die Stärke und Selbstsicherheit der noch sehr jungen Protagonistin, mit der ich mich persönlich gar nicht identifizieren konnte. Davon abgesehen hat mir aber alles sehr gut gefallen. Insbesondere auch mit der Aufklärung des Themas, das ja immer der kritischste Punkt ist, war ich zufrieden.

Alles in allem kann ich sagen: wer gern Geschichten mag, in denen Realität und Fantasy verschmelzen und der einen Hang zu mystischen Erzählungen hat, ist hier gut aufgehoben. Wobei ich schon sagen muss, dass ich das Buch tendenziell eher als Jugendbuch sehen würde, was aber sicherlich auch am Alter der Hauptfigur und am Fokus auf deren Gefühlswelt und Konflikte liegt. Mein Lesevergnügen wurde dadurch allerdings nicht gemindert 🙂

47 comments on “4000km USA: Bodie Ghost Town & Mädchenbuchvorstellung

  1. ich genieße deine Bildberichte, super Tag, KLaus

    • das freut mich, klaus! ich bin ehrlicherweise überrascht, dass zu diesem beitrag sonst nur so wenig kommentare gekommen sind..

  2. Oh ich liebe ja solche Lost Places (: Die sind manchmal einfach so schön, auch wenn sie „auseinander fallen“ xDD
    Ja, ich weiß genau was du meinst, vorallem bei dem Farbkasten. Wobei ich das schon eher entspannend finde, auch wenn ich bei Wasser- und Aquarellfarben ebenfalls unbegabt bin 😀

    Liebe Grüße,
    Jenny
    http://www.imaginary-lights.net/

    • ich mag die auch total gern. dieses verlassene übt eine totale faszination auf mich aus, weil es irgendwie so spannende geschichten zu erzählen hat und es ein bisschen wie eine zeitreise ist.
      ich weiß nicht, ich hatte komischerweise nie die geduld zum zeichnen, schon als kind nicht wirklich. ich war immer schon mehr der schreiberling. die bilder sind erst mit der fotografie zu mir gekommen 🙂

  3. Das Buch klingt gut! Hast du das echt sooo schnell durchgelesen? 😀 Freut mich auf jeden Fall 🙂
    Hier bei uns hätte man die Häuser wegen Einsturzgefahr oder so vermutlich längst mit Brettern zugenagelt 😀 Muss echt ein komisches Gefühl sein, eine kleine Zeitreise..

    • das buch war wirklich super! ja, ich war glaub ich in 5 oder 6 tagen fertig. es hat sich total leicht gelesen und war wirklich spannend. ich war irre neugierig, worauf die autorin raus wollte. gleichzeitig war ich halt fasziniert, weil die, die es geschrieben hat, ein jahr jünger ist als ich und irgendwie war das dann so eine neugier, was jemandem, der aus meiner generation ist und ein gut verkauftes buch schreibt, für eine geschichte einfällt. f von daniel kehlmann hab ich ja dann gleich hinterher gelesen. das ist nicht so dick, ich bin aber auch schon durch 🙂

      ja, bei uns wäre man nie auf die idee gekommen, einen nationalpark draus zu machen. aber wir haben halt auch den platz nicht, leider. dadurch gibt es solche zeitdokumente von hier nur noch auf film.

      • Manche Bücher können einen wirklich in ihren Bann ziehen! So junge Autoren sind echt mal interssant.
        Was steht bei dir als nächstes auf der Leseliste?

        • ja, das stimmt! ich habe gestern mit „der herr der tränen“ von sam bowring begonnen – bin ich eigentlich zufällig über amazon drübergestolpert. bisher gefällt es mir gut, habe gestern so ein drittel gelesen. mal sehen, wie weit ich heute komme 🙂 danach werde ich trudi canavan in angriff nehmen – das hat mir eine freundin sehr ans herz gelegt. von der gäbe es dann viiiiel lesestoff. und werner hat mich mal wieder an michael köhlmeier erinnert, vielleicht werde ich da auch mal stöbern, was ich abseits der griechischen sagen von ihm finde 🙂

  4. Toll, toll, toll! Da kribbelt es irgendwie in mir, dass ich auch durch diese Stadt laufen möchte. Danke, dass Du mit uns Deine Eindrücke teilst!

  5. Wow, war ja schon lange nicht mehr hier, aber es hat sich ja mächtig was getan. Das beste Theme welches du je hattest, so verdammt sexy, vor allem dein Bild links oben in der Ecke! Hoffe es geht dir gut

  6. Das ist eine wunderbare Serie. Was mir besonders gefällt ist die warme Stimmung.

    Viele Grüße Jürgen

  7. Ja, genau das bringt es wohl auf den Punkt (: Die Faszination für das Geschene und womöglich Geschehene. Herrlich. Nostalgie (:
    Haha, oh, schreiben kann ich ja garnicht, also im Blog schon, aber lyrisch bin ich dann doch ein kleiner Versager (: Jeder hat da glaube ich sein Steckenpferd, was Kreativität angeht!

    LIebe Grüße,
    Jenny
    http://www.imaginary-lights.net/

    • genau – nostalgie und ein bisschen melancholie 🙂
      ach ich weiß auch nicht, ob ich es kann. also eigentlich nicht. so richtige geschichten, das konnte ich mal ein bisschen, hab es aber ganz verlernt. über die jahre hab ich nur viel „öffentliches“ tagebuch geschrieben, in allen möglichen formen – und immer wieder gehört, dass die leute sich davon ganz gut unterhalten gefühlt haben. aber vielleicht schaffe ich es ja irgendwann eines tages meinen kindheitstraum zu erfüllen und ein „echtes“ buch zu schreiben…

  8. Huch, hier ist es aber hell. Bist du schon wieder auf der Suche nach was neuem?
    Ich habe jetzt auch schon ein Layout für Schottland vorbereitet 😉

    Travemünde ist okay. Keine Ahnung, also ich fand nicht das man gemerkt hat, dass man am Meer war. Diese Strandkörbe sind schön zu gotografieren, aber sonst.^^
    Das Wasser war so still wie an einem See und es hat nicht nach Meer gerochen und es gibt keine Felsen und so. Ich bin schon eher ein Südpflänzchen, auch was Meer angeht, hehe. Oder dann lieber ne Nordseeinsel, da ists schöner. Aber Travemünde war das nächste von Hamburg.^^

    Wieso denkst du, dass meine Tiefs während der Beziehung weg waren? Nee, so war das nicht. Kann natürlich auch am Typen gelegen haben, aber im Grunde drehen meine Gedanken sich nicht darum, dass ich Single bin. Das geht alles sehr viel tiefer.

    LG

    • ich bin eigentlich immer auf der suche nach was neuem 😉 ich schaue relativ regelmäßig, was wordpress hier für neue templates anbietet und ja, das perfekte lay gibts für mich sowieso nicht und die effekte die ich gern hätt, also hab ich halt immer mal wieder was neues ^.^

      hmmm… das kann ich ja leider alles gar nicht beurteilen, ich war noch nie an der ostsee aber ich kenne auch keine nordseeinseln. irgendwann einmal 🙂

      ich wollte nur wissen, ob es mit beziehung zu tun hat oder unabhängig davon da ist. aber ich bin überzeugt davon, dass man diese dinge lösen kann. es dauert halt ewig und man braucht ewig viel energie, aber ich bin sicher, dass es besser, wenn man nur lang genug dran arbeitet, bis man irgendwann den knackpunkt verstanden hat und eines tages ändern kann.

  9. Oh wie toll – wie du weißt, liebe ich solche Orte und deine Fotos sind wunderbar !
    LG, Netty

    • au ja, das sind sie! ich bin immer noch ganz faszinirt davon, wenn ich die fotos sehe und mich an die stimmung dort erinnere!

  10. Super Fotos! Ich nag das mit dem Schaukelstuhl und die Flaschen besonders 🙂

    • dankeschön ❤ den schaukelstuhl mag ich auch besonders, vor allem, weil man den nur durch ein guckloch in der wand fotografieren konnte.

      • ja da ist die Perspektive durch das Loch total super an dem Foto. Was ganz andres und man hat das Gefühl selbst dazustehen 🙂

        • das stimmt 🙂 ich finde es immer wieder faszinierend, dass ich den schaukelstuhl so bildfüllen fotografieren konnte, wenn man bedenkt, dass das loch grade mal zwei daumennagel groß war (wenn überhaupt!)

  11. das verstehe ich auch nicht, alles Gute, Klaus

  12. Ich habe auch echt empfindliche Haut und zwischendurch richtige Neurodermitis Attacken – Solange die aber nicht eingesetzt haben, klappt das mit dem Epilieren sehr sehr gut! Solange ich die Beine und so danach eincreme hatte ich bis jetzt noch garkeine Probleme, das kann ich dir versichern (:

    Liebe Grüße,
    Jenny
    http://www.imaginary-lights.net/

    • oh, ohje! das hab ich zum glück nicht. hmhmmm, na mal sehen, vielleicht überlege ich es mir ja eines tages noch 🙂

  13. Wunderschönen Sonntag, KLaus

  14. Mir beudetet Musik auch viel. Nicht falsch verstehen. Aber die Zeit dafür, neue zu entdecken, außer die Mainstreammusik aus dem Rasio, dazu fehlt mir irgwie die Zeit. Und ich habe auch so viele Lieder die mich an Situationen etc. erinnern. So ist das nicht. Ich höre ja Musik, nur nicht so krass wie andere 😉

    Amrum ist sehr schön, also Nordseeinsel 🙂 Falls du da mal sein solltest. Sylt ist auch okay.^^ Aber da musst du alles bezahlen. Ich mag Strand lieber wo ich einfach rauf und runter kann, wann ich will. Föhr hatte glaub nicht so viel Sanstrände. Und auf dem festland war es bei mir auch eher mit so Wiesen mit Schafen drauf.^^

    Wenn du wüsstest, warum ich so bin, dann würdest du verstehen, dass sich das auch nicht so leicht „wegtherapieren“ lässt. Denn dieser Punk in meinem Leben ist noch immer lebendig 😉 Naja, mehr musst du dazu nicht wissen.^^
    Aber das lag alles zu keinem Teil an einem Typen oder meiner Liebessehnsucht. Die Liebessehnsucht entsteht eher aus diesem Lebensproblem.
    Tolles Rätsel was, lach.

    • oh, dann habe ich das wohl wirklich falsch verstanden. aber es gibt ja auch durchaus menschen, die mit musik nicht recht etwas anzufangen wissen. ist ja auch ok, muss ja auch nicht jeder. aber ich finde es halt schon schön und bereichernd! radio höre ich gar nicht, das nervt mich nur. ich stöbere halt immer wieder durch verlinkungen auf youtube oder meistens entdeckt ich bands und songs durch zufall, weil die musik irgendwo in serien oder so vorkommt und ich dann google und mich da reinhöre.

      von amrum hab ich schon gehört, ja! an die ostsee würde ich aber auch recht gerne mal – rügen zb würde mich reizen.

      das glaub ich schon. aber ich denke halt trotzdem, dass man es schaffen kann, über seine probleme wegzukommen und sie aufzuarbeiten, wenn es nicht grade schlimme krankheiten sind (was ich mal nicht hoffe!) aber es ist halt sicherlich auch ein harter und steiniger weg und vielleicht schafft man ihn auch nicht alleine. aber wenn man das bewusstsein hat, dass man eben bestimmte probleme hat und den wunsch, dass einen das irgendwann nicht mehr belastet, dann wird man garantiert einen weg finden. wenig hoffnung sehe ich nur bei den menschen, die sich dagegen sträuben zu erkennen, dass das problem des unglücklichseins vielleicht auf eine art und weise in ihnen selbst begraben liegt (wie bei meinem ex). wenn man das immer bei jemand anderem sucht, dann wird man auch nicht mit sich weiterkommen. du beschäftigst dich ja viel damit und von dem her denke ich, dass du schon ein gutes stück weg gegangen bist. das ist halt auch eine lebensaufgabe und nicht mal etwas, das man nach 2, 3 jahren „erledigt“ hat. ich weiß nicht, ins blaue geraten hängt das halt auch oft mit familie zusammen.

  15. Toll gesehen und schön festgehalten…
    >Es sieht gruselig aus…aber irgendwie faszinierend.

    • dankeschön 🙂 ja, das ist es auch – eine zeitreise in das leben von menschen, die es vermutlich alle nicht mehr gibt. wäre superspannend, ob noch jemand lebt, der damals da weggegangen ist.

  16. Du hast die Stimmung wirklich sehr schön eingefangen!

    • vielen lieben dank! aber fotos vom grand canyon sind immer nur kleine abbilder der wahren großartigkeit dieses naturphänomens!

  17. Ich liebe solche Bilder! Du hast die stimmung super eingefangen! Früher wollte ich immer mal ein shooting machen bei so einer „location“ was daran gescheitert ist das ich nie vor eine Kamera ging 😀
    Seitdem freue ich mich über solche Bilder und die Geschichten die man sich dazu ausdenken kann!

    • dankeschön 🙂 es war auch einfach toll dort und es ist halt nix so überlaufen, das ist richtig angenehm, weil man zeit und ruhe hat, sich damit auseinanderzusetzen.

  18. Uah – ich kann nicht fassen, dass ich dieses kleine Juwel verpasst habe! Hätte ich gewusst, wie cool es dort ist, hätte ich darauf bestanden, dort anzuhalten. Verflixt – jetzt muss ich doch noch mal hin 😉
    Tolle Aufnahmen – sehr beeindruckend!
    Und das Buch habe ich auf Deine Anregung hin auch schon auf dem Reader – freue mich schon darauf, wenn ich die Zeit dazu finde 🙂

    • ich hab es auch nur ganz zufällig gefunden – das ist wirklich nicht sehr bekannt! aber es zahlt sich bestimmt aus, sollte es dich nochmal dahin verschlagen. und dann unbedingt in bridgeport im wayfarer’s inn übernachten. entzückend!!
      musst mir erzählen, ob es dir gefallen hat – würde mich interessieren!!

  19. Pingback: Haus des Meeres: Zu Gast bei Arielle oder Magic Monday 49 & Buchvorstellung “Die Achse meiner Welt” | episoden.film

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