Metaphern in Graustufen

Dieses Mal habe ich nur eine ganz kleine Galerie für euch. Letztes Wochenende war ich bewaffnet mit dem Tele und dem Pentacon im Kurpark Oberlaa unterwegs, fest entschlossen, an meine Swirlbokeh- und Detailliebe anzuknüpfen. Zu spezielle Erwartungen sind nie günstig, sie bevormunden manchmal das Auge. Als ich bemerkt habe, dass die Umgebung anders ist als bei meinen letzten Ausflügen, habe ich versucht, mich auf das einzustellen, was es zu sehen gab und es sind immerhin doch drei kleine Serien draus geworden. Mit der farblosen möchte ich beginnen.

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Die Wege, die man geht, die Kurven und Biegungen machen anstatt gerade zu verlaufen.

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Verblasste Erinnerungen, die wie Flaumfedern aus der Vergangenheit geflogen kommen und sich zwischen den Gehirnsynapsen verfangen, kitzeln und kaum erfassbar sind.

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Einsame Gegenstände, ehemals Lebewesen, die fern von ihrem ursprünglichen Lebensraum angekommen sind und eine Reise antreten, von der niemand weiß, wohin sie führt.

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Aus der Nähe wirkt das Muster chaotisch. Um zu erkennen, muss man einen Schritt zurückgehen.

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Kennt ihr diese Situationen – ihr denkt, es läuft grade alles eigentlich ziemlich rund im Leben, bis auf diese eine Sache eben. Aber wenn es diese Sache nicht geben würde, dann wäre eigentlich alles ziemlich perfekt. Und dann wacht ihr eines Tages auf und bemerkt: diese eine Sache ist nicht nur eine Sache für sich. Sie ist eine Verkettung vergangener Sachen, ein Symptom, ein Ergebnis. Man bekämpft diese Sache und auf dem Weg, den man vorwärts geht, begegnen einem Dinge, die man für längst vergangen gehalten hat. Und dann bemerkt man vielleicht, dass man sich selbst gegenüber nicht immer ganz ehrlich war. Vielleicht weil es zu schwierig gewesen wäre, weil man festgestellt hat, dass es offenbar nicht als sozial erwünscht wahrgenommen wurde, weil man findet, dass es an der Zeit gewesen war, die Dinge anders zu sehen oder aus einem von Millionen anderer Gründe.

Aber dann stellt man fest, dass es nur eine Lösung gibt: sich selbst, seine Gefühle und Gedanken wieder ehrlich kennenlernen. Sich auch mal eingestehen, dass dieses oder jenes nicht perfekt ist und es auch sein darf und trotzdem gut sein kann. Und gut werden kann.