Beauty just waits to be found Pt. II „Der Gradmesser fürs Leben“ & die großen Themen der 7er-Abschnitte

Ich stelle soeben fest, dass ich mich neuerdings geirrt habe, als ich behauptete, die geheimnisvollen wären die letzten Pentacon-Bilder aus dem Winter. Hier habe ich eine kleine Serie übersehen, die ich besonders mag. Wie konnte das nur passieren… Ich hoffe, ihr verzeiht, dass ihr sie erst jetzt zu Gesicht bekommt, die kleinen vergänglichen zauberhaften Schätze der Winternatur!

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Und dann noch der letzte „alte“ Text, den ich hier einbinden wollte. Ein Text über die Unsicherheit von Entscheidungen. Die Schwierigkeit, nicht zu wissen, was noch auf einen zukommt. Damals war es die Liebe (heute ist es die Gesundheit). Das sich-nicht-darauf-einstellen-können. Zwanghafte Optimisten mögen nun sagen „aber das ist es doch, das Leben, die Essenz von allem!“. Ja, das mag sein. Aber es ist dennoch manchmal sehr schwierig, damit zurechtzukommen.

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Der Gradmesser fürs Leben

Wie einfach wäre es manchmal, verliefe das Leben nach mathematischen Regeln.

Wie erhellend könnte es sein, müsste man nur ein Geodreieck benützen, um eine Entscheidung zu treffen.

Man legt an bei Fakt eins und misst die Gradanzahl zu Fakt zwei. Aus der Differenz des Winkels ergäbe sich ein Handlungsspielraum, in dem man sich bei seiner Entscheidung bewegen sollte. Man könnte den Abstand messen, zwischen zwei Menschen und sich die Wahrscheinlichkeit und Dauer berechnen, mit der man viel und wie viel Zeit mit der anderen Person verbringen würde. Der stumpfe oder spitze Winkel in der Distanz zweier Ansichten gäbe eine Antwort, ob sich Gegensätze anziehen oder gleich und gleich sich gern gesellte. Die Zentimeteranzahl zur Spitze sagten mir, wie nah meine Vorstellung, Einstellung und Erwartung an den Tatsachen lagen.

6.6.2009

Damals habe ich mir nichts mehr gewünscht, als zu wissen, welche Entscheidung die richtige ist. Kämpfen oder loslassen? Heute weiß ich, dass ich es immer wusste, die Antwort aber lange nicht akzeptieren wollte, nicht akzeptieren konnte. Dass der „Gradmesser fürs Leben“ das Bauchgefühl ist und dass dieses durchaus sehr gut funktioniert. Und dass es nichts nützt, sich dagegen zu sträuben, auch wenn es noch so sehr schmerzt. Es geht immer weiter und so banal und abgedroschen die Floskel klingt – wo sich eine Tür schließt, öffnet sich ein Fenster. Zumindest so lange wir atmen.

Rückblickend gesehen – ich beziehe mich hier auf die These „alle 7 Jahren erneuert sich der Mensch“ – kann ich zumindest von den letzten 2 7er-Perioden sagen, dass sie völlig unterschiedliche Themen hatten:

Während die Jahre von 14 bis 21 von den Themen „Selbstbewusstsein“, „Liebe“ und „Verlust“ geprägt waren, ging es von 21 bis 28 (zumindest vorerst mal, man weiß ja nie, was die nächsten Monate bringen) vorwiegend um schwerer greifbare Themen wie „loslassen“, „abgrenzen“ und „annehmen“. Es hat sich immer viel getan, es war immer viel los – aber die Dinge, die sich entwickelt haben, waren total unterschiedlich.

Nach der Theorie beginnt Ende des Jahres, mit meinem nächsten Geburtstag, ein neuer Abschnitt. Ich bin gespannt, was die nächsten 7 Jahre für mich bereithalten. Jedenfalls hoffe ich, dass ich die Rückenschmerzen nicht in den neuen Zyklus mitnehme und ich am Ende des nächsten genauso klar auf diesen zurückblicken kann.