Mobile Memories of America: Ein Roadtrip im Zeitraffer & Blogparade: was bedeutet reisen für dich?

Christian und Carina von Travelography wollten in einer Blogparade gerne wissen, was reisen für uns bedeutet. Leider konnte ich aus verschiedenen Gründen den Artikel nicht zeitgerecht veröffentlichen, möchte aber trotzdem erwähnt haben, dass die Inspiration dafür von den beiden ausging.

Untermalt wird sie mit den „mobile memories of America“ – einfach, weil diese Zeit DIE Reise für mich war, weil das Smartphone Momente mitgenommen hat, an denen die Kamera nicht dabei war und an die ich so oft und gerne liebevoll denke und weil es alles hatte, was Reisen für mich bedeutet.

Ich habe mittlerweile schon an mehreren Blogparaden zum Thema „Reisen“ mitgemacht und dachte im ersten Moment, dass ich darüber bestimmt schon mehrmals geschrieben habe. Dann warf ich jedoch einen genaueren Blick ins Archiv und stelle fest, dass die Themen doch alle etwas enger gefasst waren und ich mir eigentlich über die Bedeutung dieser Leidenschaft noch keine so reflektierten Gedanken gemacht hatte.

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Was macht sie aus, diese Leidenschaft? Was hält sie am Leben? Was ist es, das ganz tief in einem drinnen diese kleine Flamme der Sehnsucht immer am Leben erhält? Was bedeutet es, seine Sachen zu packen und immer wieder einen neuen Flecken Erde kennenzulernen?

Natürlich spielt Neugier eine Rolle. Immer nur denselben Wald, dieselbe Stadt vor der eigenen Haustüre zu sehen, wird mit der Zeit langweilig, so schön es da auch sein mag.

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Wer im Leben nicht abstumpfen und gleichgültig werden will, der benötigt neue Eindrücke, neuen Input. Reisen bereichert.

Gleichzeitig ist es auch immer ein Schritt heraus aus der Komfortzone. Man wird mit ungeplanten und unvorhergesehenen Situationen konfrontiert und lernt viel über sich selbst, wenn man diese meistern muss.


Egal, ob es darum geht, dass Menschen andere Sprachen sprechen, andere Dinge essen oder überhaupt ein ganz anderes Leben führen – man sieht etwas Neues und das bringt Spannung ins Leben. Man kann Teil von etwas anderem werden, sich einsaugen lassen von exotischem Zauber und den Gewohnheiten anderer. Man kann neue Gewürze und Zutaten kennenlernen und sieht Menschen einen anderen Alltag leben.


Und dann: die Natur. Die Flora und Fauna. Ich lebe in einem traumhaften Land, das gesegnet ist mit allem, was man sich für sein Leben so wünschen kann. Viel besser hätte man es vermutlich nicht treffen können. Dennoch – wir haben kein Meer, keine Wüsten, keine unendlichen Weiten, keine wilden Tiere, keine Eisberge und Nordlichter. Die Natur ist magisch und verzaubert und sie ist überall anders. Manchmal ist sie wie zuhause und auch das hat seine eigene Faszination.

  
  

Man steht am Fuße des Teide und fühlt sich als wäre man in Mordor, rundherum getrocknete Lava und toter Stein – ein Ort, der aussieht, als könnte es ihn nicht geben. Man zieht seine Schuhe aus um die Füße in den Merced River zu stecken und glaubt fast, gerade in einer Kärntner Klamm zu wandern. Man fährt mit dem Auto über die Golden Gate Bridge, steht unter dem Eiffelturm, betrachtet das Kolosseum, fliegt über den Grand Canyon, schwimmt im Mittelmeer und man spürt das Leben, den Herzschlag der Erde. Es ist unwirklich und surreal und gleichzeitig echter als irgendwann sonst. Nie ist das Leben so unmittelbar, so jetzt, so greifbar als an den Punkten einer Reise, die man lange vorher geplant und sich so sehr gewünscht hat.


Und dann: Reisen bedeutet Freiheit. Ich glaube, das ist daran fast der wichtigste Aspekt für mich. Reisen zu können bedeutet, dass ich ein – im Rahmen der Gesellschaft möglich – freier Mensch bin.

Ich kann und darf mich auf diesem Planeten bewegen, ich kann mich in Wahrheit jederzeit umdrehen und gehen, Altbekanntes hinter mir lassen und zu neuen Ufern aufbrechen. Ich kann mich entscheiden.

Natürlich ist diese Freiheit üblicherweise begrenzt, bis an den Tag, an dem das Rückflugticket fällig wird. Aber auch das ist wiederum – meine Entscheidung. Denn ich könnte auch gehen – und einfach nicht mehr wiederkommen.

Reisen bedeutet: den Stunden Leben geben. Erinnerungen schaffen. Das Leben nicht zu verpassen. Seine Zeit genutzt zu haben.   
  

Allerdings gibt es auch immer wieder eine Kehrseite: zu reisen bedeutet sich bewusst zu werden, dass man niemals alles kennenlernen kann, was man möchte. Dass das Leben kurz und endlich ist. Dass man vielleicht Entscheidungen im Leben trifft, die einen einschränken und die das Reisen verknappen und damit auch die Freiheit verringern. Dass man älter wird und nicht mehr alles machen kann, was man einmal machen konnte. Reisen macht ihn fühl- und sichtbar, den Kreislauf des Lebens und hilft einem auch vielleicht dabei, sich darauf zu besinnen, was einem wirklich wichtig ist.

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