Ein metaphorisches Gedicht über Mohnblumen.

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Vor knapp zehn Jahren schrieb ich einen Text. Er handelte von Mohnblumen. Seither begleiten mich diese roten, filigranen Frühsommerwiesenfarbtupfer und bedeuten für mich etwas Besonderes.

Mohnblumen zwischen den Gleisen.

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Sie vermitteln ein Gefühl von Natur und der damit verbundenen Freiheit.
Sie sind wunderschön und gleichzeitig vergänglich. Wie das Leben.

Alle siebeneinhalb oder fünfzehn Minuten, je nach Tageszeit, brettert ein Zug über sie hinweg. Aber sie richten sich danach immer wieder auf. Sie blühen, weil ihr Samen dorthin getragen wurde. Sie blühen und machen Freude weil sie da sind obwohl sie sich nicht ausgesucht haben da zu sein, nicht gefragt haben ob sie da sein wollen. Aber sie sind da – und sie sind schön.

Irgendwann werden sie ihre strahlend roten blütenblätter verlieren. Irgendwann wird ein Zug kommen und sie werden sich nicht wieder aufrichten. Irgendwann werden sie fort sein, und es bleibt nur noch die Erinnerung an den glänzend roten Farbklecks zwischen den Gleisen.

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Eines Sommers war es soweit. Als ich kam, waren die Mohnblumen verblüht.

 


 

Dieses Mal sind die Mohnblumen nicht nur der ursprünglichen Bezugsperson gewidmet. Diese Mohnblumen blühen auch für Chris, den ich als Chris von Luxuskrümel kennenlernte und der dann zu Chris von Linsensicht wurde. Chris war lange ein treuer und begeisterter Teilnehmer meiner magischen Projekte, solange es seine Gesundheit zuließ. Als er seine Krebserkrankung öffentlich machte, war ich erschüttert, aber immer überzeugt davon: wenn’s einer schafft, dann er. Er hat es nicht geschafft. Zurück bleiben seine Frau und drei Kinder, die sein Lebensinhalt waren.

Das schöne am Bloggen ist ja, dass man in Kontakt mit vielen Menschen kommt und viele Menschen kennenlernt, die man sonst nie getroffen hätte. Das beschissene am Bloggen ist, dass es sehr betroffen macht, wenn diese Menschen gehen müssen.

Chris hat viel Farbe in meine Projekte gebracht, er war lange Zeit hier sehr präsent. Einmal hat er sogar eines der magischen Montags-Themen vorgegeben und uns damit sein Lieblingswort geschenkt. Ich mochte seine Lebensfreude, die er versprühte und ich fand es immer wundervoll, dass es Menschen gibt, die ihre Elternrolle so lebten wie er das getan hat. Wer ihn nicht gekannt hat, kann den Beitrag über den Guglhupf-Battle lesen und sich so gewiss ein Bild machen.

Den letzten Beitrag, den Chris für die magischen Buchstaben eingereicht hat, war der zum Thema Licht. Mögen all diese Lichter nun für seine Frau und seine Kinder leuchten.

Chris, du hast eine ganz große Sache in deinem viel zu kurzen Leben geschafft: du hast Spuren hinterlassen.

 


 

35 Replies to “Ein metaphorisches Gedicht über Mohnblumen.”

    1. ja, das ist es. besonders schlimm finde ich es, dass sich seine kinder vermutlich, nachdem sie noch recht klein sind, später an nicht viel mehr als die Zeit wo er krank war erinnern werden können 😦

    1. ja das ist es 😦 aber ich bin überwältigt, wieviele seiner twitterfreunde reagiert haben und auch in Kontakt mit der familie stehen und dort zu helfen versuchen.

    1. ich finde es immer wieder erschütternd, wenn man durch die blogosphäre das schicksal von menschen mitbekommt, die einem sonst nie begegnet wären…

    1. ich hab einfach gefunden, dass chris es verdient hat, verabschiedet zu werden. die online-welt dreht sich so schnell, es wird so schnell alles vergessen, es war mir wichtig einen kleinen platz des andenkens zu schaffen.

    1. ja, es ist schwer, die richtigen worte zu finden, aber ich denke, dass jeder, der zeit und liebe in die online-welt gesteckt hat, es verdient hat auch verabschiedet zu werden.

  1. Liebe Paleica,
    ein trauriger aber sehr schöner Beitrag und die tollen Mohnblumenfotos hätten Christ bestimmt auch sehr gut gefallen! Vielen Dank für das Teilen deiner Gedanken sowie Erinnerungen an Chris!

    Alles Liebe
    Nachtpoetin

  2. Ich mag Mohnblumen, die sind einfach so schöne Farbtupfer in grünen Wiesen!
    Und ein Nachbar hat wirklich mutierte Mohnblumen im Garten… ich wusste gar nicht, dass die so gigantisch groß werden können (wie Sonnenblumen…). 😉

    Der Fuji war auch ein sehr besonderer Ausblick. Vor allem waren wir happy, dass wir ihn sehen konnten. Im Sommer kommt einem da meistens Luftfeuchtigkeit und Wolken in die Quere…

    Den Film schaue ich mir also erst an, wenn mir mal gar nichts anderes mehr einfällt. Dürfte dauern. 😉

    1. ich mag mohnblumen auch. sie sind meine liebsten blumen, ich finde das so schön wenn zu dieser jahreszeit aller voller roter farbtupfer ist.
      ich wusste allerdings nicht, dass es verschiedene „sorten“ mohnblumen gibt, zb auch violette.

  3. Oh je, ein ehrenwerter Hintergrund dieses Beitrags. Da merkt man einfach, wie die Schicksale anderer Familien ausschauen. Meine Familie und ich, wir kämpfen auch noch. Alles braucht seine Zeit…

    Meiner Mutter würden sämtliche Fotos gefallen – sie liebt Mohn!

  4. Mohn ist wirklich schön – und so schnell vergänglich – vor allem wenn man ihn von dem Ort, wo er wächst mitnehmen will.

    Das mit deinem Bloggerfreund tut mir leid. Der Familie und allen ihm nahestehenden Menschen wünsche ich viel Kraft. Es ist schön, wenn Menschen, die uns einen Teil unseres Weges begleitet haben nicht einfach so wortlos gehen gelassen werden …

    Mir fällt dazu immer wieder dieses tolle Video ein …

    1. ja, das ist er. ich finde auch, dass mohn unbedingt seinen platz in der natur haben soll und nicht in einer vase.

      ich denke auch, dass es eine schöne geste ist, sich von wegbegleitern online zu verabschieden. das video ist wirklich schön ❤

  5. Mich hat das auch sehr betroffen gemacht, als ich davon gehört hatte und ich denke, dass Chris ein ganz besonderer Mensch war …deine Mohnblumen hätten ihm bestimmt gefallen…

    1. ja, das war er. es tut mir so leid, dass ich die letzte zeit vor allem passiv bei ihm auf twitter mitgelesen habe und nicht mehr geschrieben habe. aber er hatte ja zum glück viele menschen, die ihn unterstützt haben – immerhin…

  6. Das tut mir wirklich Leid. Für Chris. Für seine Frau. Für seine Kinder. Für dich. Für alle. Schön, dass du ihn kennenlernen durftest. Ich füge noch ein Licht hinzu. ❤
    Liebe Grüße,
    Sarah

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