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Wien im Glas: Kirche am Steinhof (Otto Wagner Kirche) oder Remediation der Wiener Vergangenheit

Wenn man erkennt, dass man um sich selbst trauert. Ein selbst, das verloren ist, weil die Menschen verschwunden sind, die es gemacht haben.

Wenn nach 29 Jahren die äußeren Feindbilder auf einmal zerbröckeln und man erkennt, dass der Teufel innen wohnt.

Und an jeder Ubahnstation klebt Erinnerung an früher, an damals.

Zum Verstehen gehört immer auch ein Wollen dazu. Manchmal ein sollen. Und selten sogar ein müssen.

Wien konkret sagt über die Kirche am Steinhof:

Die Kirche zum heiligen Leopold - besser bekannt unter "Kirche am Steinhof" oder "Otto-Wagner-Kirche" - wurde auf Wunsch Kaiser Franz Josephs auf dem 144 ha Areal der Heilanstalt für Nerven- und Geisteskranke am Steinhof für die dortigen Patienten errichtet. Die Kirche ist dem hl. Leopold geweiht. Sie wurde in den Jahren 1904 -1907 nach Plänen von Otto Wagner erbaut.

Auf einem Hang des Wienerwaldes (Gallitzinberg) gelegen stellt die Kirche am Steinhof ein weithin sichtbares Wahrzeichen Wiens und ein Hauptwerk des Wiener Jugendstils dar.

Die Kirche liegt am höchsten Punkt des Geländes der Heilanstalt. Da man so eine Kirche in der Stadt Wien aufgrund heftiger Widerstände nicht bauen hätte können, baute man diese eben in einer Irrenanstalt und selbst da gab es massive Proteste wegen der "Einfachkeit".

Otto Wagner trug auch viel für die Gestaltung des Innenraumes bei: Altäre, Tabernakel, ein hygienischer tropfender Weihwasserspender, Beleuchtungskörper, Beichtstühle und sogar die Messgewänder wurden nach seinen Entwürfen hergestellt. 

Eine besondere Atmosphäre im Innenraum der Kirche entsteht durch die Glasmosaikfenster von Koloman Moser (1868-1918). Mosers Riesenfenster gelten als der Höhepunkt der Glasfensterkunst im Zeitalter des Jugendstils.

Die Fassade ist mit weißem Carrara Marmor Steinplatten verkleidet. Auf der Frontseite sind vier Engel aus Bronze zu finden, die von Othmar Schimkowitz gefertigt wurden. 

Auf den beiden niedrigen Glockentürmen sind Bronzefiguren des hl. Leopold und hl. Severin angebracht. Diese wurden von Richard Luksch gefertigt.

33 comments on “Wien im Glas: Kirche am Steinhof (Otto Wagner Kirche) oder Remediation der Wiener Vergangenheit

  1. Wenn die Welt plötzlich am Kopf steht… Ein toller Beitrag mit wunderschönen Bildern von einer Kirche, bei der ich schon ein paar Mal vorbeigegangen bin, in der ich aber noch nie drin war. Sollte ich mir vielleicht mal ansehen 😊
    Und diese wunderbare Glaskugel… 😍 mein 365 Tage Projekt wird sich sehr über diesen Zuwachs freuen 😄😁

    • dankeaschön ❤ ich hab einmal reingeschaut, sie ist drin unheimlich gold… gefällt mir ehrlich gesagt nicht sooo sehr. aber von außen finde ich sie wunderschön, jugendstil mag ich halt generell sehr gern. und JA mach das. ich LIEBE glaskugeln!

  2. Welch eine schöne und Kirche eher seltener Bauart (für meine Begriffe jedenfalls). Vielen Dank auch für die interessanten Hintergrundinformationen.
    Liebe Grüße. 😉

    • ja, jugendstil war ja doch eher eine kürzere epoche, die vor allem regional denke ich recht eingeschränkt war. ich glaube, wir haben auch nur diese kirche in wien.

  3. Ja. Das ändert die Perspektive auf die Welt, in die Welt, auf seine eigene Beziehung zur Welt.
    Und kann zunächst sehr erschütternd sein.
    Schöne Bilder. Diese Kugel fasziniert, weil auch sie die Perspektive auf den Kopf stellt und irritiert.

    • du sagst es. und das ist es. es ist, also müsste man sich neu zusammensetzen. so, als könnte man über nichts mehr sicher sein. was ich gerade? was ist verkehrt? was steht aufrecht und was auf dem kopf?

  4. Ich mag ja diese Foto/Kugel vs. Hintergrund Vergleiche total gern! Und obwohl ich die Otto-Wagner-Kirche jeden Tag von meinem Balkon aus sehen kann, habe ich es erst letztes Jahr geschafft sie zum ersten Mal zu besuchen! Je näher etwas ist, desto weniger wird es beachtet – it’s a shame!

    • ohhh das kenne ich so gut! ich kann dafür nie dran vorbeigehen und muss immer fotos machen wenn ich dort bin. einfach weil sie mich irgendwie magisch anzieht 🙂

  5. Ich find die Bilder auch sehr genial! Diese Idee mit der kugel / den Fotos ist sooo cool! Muss ich jetzt endlich auch mal probieren 😉

  6. Wie im richtigen Leben, „die Welt steht auf dem Kopf“. Sehr schönes Spiel mit der Kugel und dem Fotos. Gefällt mir!

    LG, Gerd

  7. wunderschön, aber heute denke ich nur an Fußball, einen super schönen Tag wünsche ich dir

  8. Sehr schöne Bilder, wie so oft. 🙂 Ich bin sowieso ein riesiger Fan von Polaroids (in den ersten beiden Bildern) und die Idee mit der Kugel ist auch gut. 😉

    • dankeschön 🙂 es freut mich sehr, dass endlich auch mal jemand die polaroids erwähnt. ich liebe die sooo sehr! und so eine bild-im-bild-sache plane ich schon ewig.

  9. Sehr sehr schöne Zeilen…… Sind das echte, alte Polaroids, die du da vor das Gebäude hältst?

    • Danke liebe Conny. Das waren Tweets von mir aus den letzten Wochen… Ja es sind echte polaroids, aber keine alten. Ich hab sie an dem Tag gemacht wie die Fotos!

      • Ah, verstehe. Deine Gefühle sprechen tief aus diesen Zeilen.

        Trotzdem ist die Idee mit den Polaroids klasse, die Illusion von alt bleibt beim Betrachten 🙂

        • das ist sehr schön zu hören. sie kamen auch von ganz tief drinnen.
          und danke 🙂 ich hatte sowas schon ewig mal geplant.

  10. Wunderschön! ❤ Die Fotos mit der Glaskugel sind besonders schön geworden! 😀 Aber auch die mit dem "Bild im Bild". Du hast richtig gute Einfälle! So entstehen ganz besondere Bilder, die in Erinnerung bleiben.
    LG Susanne

  11. Wirklich tolle Serie (auch das mit den polaroids!) freue mich schon auf mehr, vielleicht auch von amderen orten die du besuchst 😊

    • da gibt es schon einiges mehr, ein paar davon liegen sogar schon in den entwürfen 🙂 ich freue mich, wenn du wieder vorbei kommst!

  12. Die Fotos mit der Glaskugel sind toll geworden! Mal etwas anderes und irgendwie total faszinierend.
    Nach Wien muss ich unbedingt einmal 🙂
    Liebe Grüße
    Jasmin

    • dankeschön! mir macht es auch total spaß, damit zu experimentieren, aber es ist gar nicht so einfach wie ich dachte! wien lohnt sich auf jeden fall, es gibt viel zu sehen – und die kaffeehauskultur zu erleben 😉

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