Die letzten Sonnenstrahlen in Schönbrunn Pt. II: monochrom & [Wort] gravitätisch

Der Lieblingsort an einem herrlichen Herbsttag, als die Sonne schon tief stand aber noch wärmte, bevor sie zu weit weg war.

Es zieht mich immer und immer und immer wieder an diesen Ort und ich muss jedes Mal wieder Bilder davon mitbringen. Es langweilt mich nie – falls es euch das eines Tages (oder vielleicht schon heute) tut, dann tut es mir leid, aber ich kann einfach nicht anders.

Die liebe Moni hat mir ein Wort geschenkt, das für mich irgendwie zu diesem Ort passt.

gravitätisch

Der Duden sagt:

mit [steifer] Würde; würdevoll; ernst und gemessen
  • mit gravitätischer Miene
  • in gravitätischem Ernst
  • gravitätisch schreiten

Wenn ich mich über das Gelände des Schlosses bewege, spüre ich diese gravitätische Energie irgendwie rundherum. Die Menschen sind beeindruckt und ehrfurchtsvoll und auch ich kann nicht umhin als immer und immer wieder kurz die Luft anzuhalten, wenn die Kulisse vor mir auftaucht.

Fast kann ich die Geister der Kaiser und Kaisergattinnen sehen, wie sie gravitätisch an mir vorbei schreiten. Wie sie sich durch die Wege kutschieren lassen und mit Sonnenschirmen auf Bänken am Wegesrand sitzen.

Und auch wenn diese Zeit heute lang vorbei ist, färben sowohl die Eleganz, aber auch die steife Etikette noch ein wenig ab. Es wachsen edle Rosen und Bäume und Büsche werden nach einem gewissen Muster gestutzt. Doch zwischendurch finden sich Zeichen von Alltag und Gegenwart, verdorrte Blüten und gefallene Blätter.