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Bayern im Dezember: Neuschwanstein und Gedanken über Reichtum

In letzter Zeit denke ich viel über unterschiedliche Dinge nach. Nicht, dass das bei mir etwas Neues wäre. Nur die Dinge, über die ich nachdenke, verändern sich. Die meiste Zeit in meinem Leben drehte sich die Reflexion über dieses vorrangig um mich. Das hat sich verändert. Vielleicht aufgrund der politischen Situation im (westlichen) Weltgeschehen, vielleicht, weil ich mich durch meine Therapie verändert habe, vielleicht, weil ich älter geworden bin und meine Lebenssituation sich im Allgemeinen einigermaßen stabil anfühlt.

Es beschäftigt mich oft, wie hoch der monetäre Stellenwert im Leben vieler Menschen ist. Geld. Alles dreht sich darum. Man ist zu schlecht bezahlt, man hat zu wenig davon, die anderen verdienen zuviel. Ein permanentes Linsen nach links und rechts, oben und unten. Die Bösen und die Guten werden oft danach eingeteilt, wie dick das Bankkonto ist.

Reich = glücklich.

Ist das wirklich so? Und, vor allem, was ist reich?

Ist es nicht Reichtum, sich kurz vor seinem 30. Geburtstag in den Zug zu setzen, die Grenze zum Nachbarland zu überqueren und Zeit mit Menschen zu verbringen, die wir nur kennengelernt haben, weil wir die Möglichkeit haben, Internet zu benutzen?

Ist es nicht Reichtum, sich an seinem 30. Geburtstag einen Kindheitstraum zu erfüllen, ein Auto geliehen bekommen und das Disneytraumschloss zu besuchen?

Ich bin privilegiert. Ich lebe im Luxus. Ich lebe im Überfluss. Nein, ich kann mir keine Eigentumswohnung in Wien leisten, von einem Haus ganz zu schweigen. Nein, ich kann mir keinen Mercedes G-Klasse leisten. Nein, ich kann nicht erster Klasse nach New York fliegen (naja, einmal vielleicht). Aber ich kann mir eine Waschmaschine kaufen, wenn meine kaputt ist. Jederzeit. Ich kann meine Physiotherapie-Rechnungen bezahlen, die in Österreich nicht von der Krankenkasse übernommen werden. Ich kann auch am Ende des Monats noch – ohne darüber nachzudenken – frisches Obst kaufen. Überhaupt kann ich vom ersten bis zum letzten des Monats essen was ich will (meine Jeans sind da anderer Meinung, aber ihr wisst schon).

Ich kann mir kein Schloss bauen lassen und keine Insel kaufen. Aber ist das Reichtum?

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Reichtum = Freiheit.

Reichtum = Zeit.

Mein österreichischer Pass ermöglicht mir so ziemlich alles, das auf dieser Welt möglich ist. Ich kann gehen, wohin ich will. Ich kann leben, wie ich will. Ich kann sagen, was ich will (im gesetzlichen Rahmen. Ihr wisst schon.) Dennoch sind Unmut und Unzufriedenheit so viel größer als an anderen Orten. Wer viel hat, will immer mehr? Warum?

Ja, ich bin auch oft unzufrieden. Warum? Weil mir die Zeit durch die Finger rinnt. Weil ich nicht weiß, wie ich jemals all das, was ich erleben will, in ein verflucht kurzes Menschenleben packen kann. Weil manchmal alles schiefgeht. Weil sich das Universum manchmal gegen mich verschworen hat. Aber tief in meinem Inneren weiß ich, dass das Blödsinn ist. Manchmal hasse ich es, dass ich selbst entscheiden kann (muss), was ich mit meinem Leben anfange. Manchmal wünsche ich mir, dass mir die Gesellschaft Normen diktiert, damit ich Verantwortung abgeben kann. Weil ich es unglaublich anstrengend finde, zu wissen, dass ich selbst der einzige Mensch bin, den ich für meinen Lebensweg verantwortlich machen kann. Es wäre soviel einfacher zu sagen „Ich würde ja gerne, aber sowas kann man doch als Frau/Österreicher/Europäer/Weißer/… nicht machen.“ Ich muss nicht in einem Job bleiben, den ich hasse. Ich muss nicht in einer Beziehung bleiben, die mich unglücklich macht. Ich muss nicht Teil einer Religion sein, an die ich nicht glaube. Ich muss nichts – außer irgendwann diese Welt wieder verlassen.

Aber! Diese Welt ist mir nichts schuldig. Ich habe nicht GEFÄLLIGST einen Job zu bekommen, in dem ich mich selbst verwirklichen kann. Ich habe kein RECHT auf ein gutes Leben. Ich muss mein Leben zu einem guten Leben machen. Es liegt in meiner Hand. Mein österreichischer Pass eröffnet mir alle Möglichkeiten. Ergreifen muss ich sie gefälligst selbst.

61 Antworten auf „Bayern im Dezember: Neuschwanstein und Gedanken über Reichtum Hinterlasse einen Kommentar

    • dankeschööön! und ja, wir hatten echt glück, immerhin war es der 5. dezember und wir hatten – sehr unüblich für meinen geburtstag – strahlend blauen himmel.

  1. Freiheit und Zeit! DAS sind definitiv mit die größten Schätze überhaupt. Und das muss man sich leider immer wieder bewusst machen. Geld erleichtert das Leben, macht es aber nicht lebenswerter. Und klar, ich würde auch gern im Lotto gewinnen, aber ich kann auch ohne und mach mein Glück nicht vom Geld abhängig. Gerade jetzt spielen diese Überlegungen bei mir eine große Rolle. Entschieden hab ich mich fürs Herz und gegen den Euro… Abwarten… und übrigens, tolle Fotos, tolle Location. Bin sehr gern in der Ecke da „unten“ ;-))

    • sehe ich auch absolut so. obwohl freiheit auch wieder ein diskutierbarer begriff ist, allein wenn ich an das weltberühmte zitat von janis joplin denke. dennoch glaube ich, dass es einer der grundpfeiler ist, der es menschen ermöglicht, ehrlich glücklich zu sein.
      geld ist total super. ohne geld ist alles ziemlich scheiße. aber ab einem gewissen level (und dabei rede ich nicht von 200.000€ jahreseinkommen) macht es mMn für das glücklichsein keinen so großen unterschied, ob es ein bisserl mehr oder ein bisserl weniger ist.
      pro herz ist meistens eine gute entscheidung, glaube ich. zufriedenheit braucht weniger konsum braucht weniger geld.
      danke für die worte zu den bildern!

  2. Wie traumhaft schön ❤ ❤ Sogar mein Hugo ist auf einem Bild verewigt 🙂

    Ich muss sagen ihr hattet wirklich so Glück und du hast so tolle Bilder gemacht. Hach, hach!

    Die Frage nach dem Reichtum … Tjaja.. Ich denke man muss sich schon irgendwie immer wieder mal vor Augen führen, dass wir es insgesamt recht gut erwischt haben. Aber das Thema haben wir ja schon mal erörtert ❤ :* (Weil es nämlich zum Glück dieses Internet gibt….)

    Ich denk an dich!

    • oh jaaaa aber klar! er hat uns doch an diesem tag total gerettet 😀 🙂 ❤
      ja wir hatten das totaaaaale glück, vor allem weil das schloss ja jetzt offenbar eingerüstet ist!

      hihi das stimmt! und ich denke, wir leben echt in einer schwer privilegierten situation. das darf man (ich!) trotz dem ganzen mimimi auch nicht vergessen ^.^

  3. Neuschwanstein will ich auch mal sehen, genauso wie ich mir mal Hochosterwitz einmal von der Nähe aus ansehen will und nicht nur vom Zug. tolle Bilder!
    zu deinen Gedanken: Was ist Reichtum? Mir gehts so wie dir, ich gehöre sicherlich nicht zur oberen Mittelschicht. Allerdings kann ich neben den Grundbedürfnissen, einige Luxusdinge leisten wie eben auch teueres Parfum. Wozu viel Geld, wenn man nicht mehr weiß wohin damit – wobei ich wahrscheinlich mir darum nie Sorgen machen brauche. und Reichtum sind auch innere Ressourcen wie, sich mit selber was anfangen zu wissen und mit der Zeit, die man hat, die Träume und die Fantasy. und die machen es vielleicht auch aus, dass man sich doch ändert. Leider gab es eine Zeit, dass ich glaubte meine inneren Ressourcen alles wettmachen, wenn man unzufrieden ist – anstatt zu merken sie zu nutzen, dass man die Veränderung herbeiführen soll. Aber es ist doch ein Risiko, weil man in ein finanzielles Loch stürzen kann, vor allem, wenn manches der mächtigen im Staat durchgeht.

    • nach hochosterwitz hab ich es auch noch nie geschafft. allein um alles zu sehen, was in österreich schön wäre, wäre ich sicher schon einige jahre beschäftigt. ach, die welt ist so groß.
      ich glaube, dass reichtum eben einerseits ist, keine existenzängste haben zu müssen und andererseits viel mehr im inneren wohnt als im äußeren, was du ja auch ansprichst. man muss einfach wissen, wie man diese ressourcen anzapft. manche können das besser, andere weniger gut. aber es ist gut, das zumindest zu wissen, denn dann kann man auch bewusst dran arbeiten.

      • es gibt soviele schöne Orte in Österreich und anderswo, die ich unbedingt sehen will und wenn ich schon dort war wie Schweden beispielsweise wieder hin will.
        Das mit keine Existenzängste haben ist eine enorme Erleichterung, ich glaube die Existenzängste machen einen psychisch krank. und ja, das mit dem Ressourcen anzapfen ist eine Sache. manchmal ist der Zugang versperrt einfach durch verqueres Denken. Gott sei Dank gibt es ja Leute, die einem da helfen.

      • oh ja, so geht es mir auch!
        existenzängste sind denke ich wirklich eine der größten psychischen belastungen.
        mit den ressourcen hast du definitiv recht. ich glaube, dass wir uns den zumeist selbst versperren. aber zu wissen, dass das passiert, ist ja schon mal ein erster schritt, mit dem man arbeiten kann.

  4. Hallo Paleica,

    das sind wieder herrliche Fotos von einer meiner Lieblingsgegenden, dem Allgäu rund um Füssen. Deine Gedanken kann ich gut nachvollziehen. Wir sind viel in Europa unterwegs und immer wieder froh, in Deutschland (Österreich wäre sich in Ordnung, aber da gibt es kein fränkisches Schäuferle, einer meiner Lieblingsgerichte) leben zu dürfen und v. a. In dieser Zeit. Natürlich heißt das auch, die Freiheit entscheiden zu müssen, da das keiner, Gott sei dank, für einen macht. Viele Grüße aus dem Frühling am Peloponnes.

    • schäuferle mag ich nicht so, von dem her hab ich wohl glück 😉 es ist schön, dass ihr ähnliche erkenntnisse gewonnen habt. ich reise auch wirklich gern, aber wenn ich mir wirklich die realität anschaue, wie an den meisten anderen orten der welt der allgemeine wohlstand, lebensbedingungen, medizinische versorgung, etc. sind, dann kann ich nicht anders als erleichtert zu sein, hier zu leben.

  5. Liebe Christina,
    Deine Frage reiht sich sogleich nach der Frage „Wer bin ich“ ein!
    Du hast sehr feine und durchdachte Antworten gegeben und Deine herrlichen Bilder tun ein übriges uns zu erinnern, dass Geld nicht alles ich, aber ohne Geld ist alles nichts! 😉
    Geld haben bedeutet eine Freiheit leben zu können, die man sich heute wirklich leisten können muss und sich die Zeit dazu ebenfalls nehmen zu können.
    Nicht dass Du denkst ich wäre unzufrieden. Ich weiß, es hätte schlimmer kommen können. 😉
    Guten Wochenstart und lieben Gruß
    moni

    • das stimmt – es ist wohl eine sehr lebensbeherrschende frage!
      und es freut mich dementsprechend natürlich sehr, dass meine antwort zustimmung findet. es sind diese texte, die irgendwie in aller schnelligkeit direkt aus dem herzen kommen…
      ich stimme dir auch zu. geld macht nicht glücklich, aber ohne geld glücklich zu sein ist vermutlich auch schwer möglich.
      und wer ein dach über dem kopf hat und sich keine sorgen machen muss, wo demnächst das essen herkommt, ist wohl schon bei der weitaus reicheren hälfte der weltbevölkerung dabei…

    • das ist es definitiv. zufriedenheit kann auch nachteile haben, denn wir sollten nie aufhören uns zu entwickeln. aber ich denke, dieses bisschen unzufriedenheit sollte eher einen ehrgeiz wecken und keinen neid. denn neid vergällt das leben…

      • ich glaube, man entwickelt sich auch ohne unzufriedenheit. manche dinge entwickeln sich ja einfach auch mit sich ändernden bedürfnissen. wir zum beispiel konnten uns ein kind gut vorstellen, ohne unzufrieden gewesen zu sein vorher. im gegenteil. wir konnten uns das leben ohne kind auch gut vorstellen. 😉 oder ich wünsche mir eine entwicklung zurück in richtugn heimat. ich habe sehnsucht, möchte das, bin aber überhaupt nicht unzufrieden in stuttgart und werde um die zeit hier auch heulen. sind jetzt nur zwei gegenbeispiele, ich denke es gibt viele gründe, ehrgeizig zu sein, sicher auch ein gewisses maß an unzufriedenheit, aber auch etliche andere. ich muss auch sagen, dass ich es gar nicht als nachteilig ansehe, wenn sich jemand nicht entwickelt, weil er zufrieden ist. wo siehst du darin den nachteil? interessiert mich. 🙂

      • klar, ich denke, es gibt solche und solche entwicklungen und vermutlich ist es auch sehr abhängig von der person dahinter. ich denke da eher an unbequeme entscheidungen, für die wir die komfortzone verlassen müssen oder die unsichere veränderungen bringen und die uns angst machen. ich bin so ein mensch, der solche dinge gern vermeidet, solange es irgendwie geht. aber es gibt da natürlich auch ganz andere, die davor keine scheu haben 🙂

  6. tolle Fotos von einem Schloss wo ich selbst schon 3 oder 4 mal war. Weiß es leider nicht mehr genau ! Eines der schönsten Gegenden in der Region ohne Frage aber leider auch sehr überlaufen ! Treffpunkt jeder Asien Reise in Deutschland ! Ein absolutes Muss für diese Menschen !!!!!
    Nun kurz zum Thema „Reich oder Geld“ ! Ich könnte sicherlich auch mehr vertragen keine Frage aber wer kann das nicht ? Viel Geld haben ist ein weit dehnbarer Begriff. Man ist man eigentlich „Reich“ ? mit einem Eigentum, mit allen Luxusgüter die heute einem so angeboten werden, mit tollen Reisewünsche die man sich erfüllen kann ! Ich denke solange man arbeiten muss um durch den Alltag zu kommen ist man nicht reich. Freizeit hin oder her was nützt sie wenn du deine Wünsche nicht erfüllen kannst. Freizeit kostet übrigens auch Geld nun nicht wenig !!!! Was macht man in der Freizeit ? Seinen Hobbys nachgehen ( kosten Geld ) Veranstaltungen besuchen ( kosten Geld ) egal was man tut außer in der frischen Luft spazieren gehen , dies ist bisher noch umsonst.
    Es muss sich alles in einem vernüftigen Rahmen bewegen und dann passt das auch !
    Es gibt da so einen Spruch: Hast du die erste Million mußt du an der zweiten arbeiten usw. und dies muss nicht sein meiner Meinung nach. Ich muss auch keinen Jackpott knacken mit 90 Millionen. Da wird einem nur Angst !!!!!

    • Das war das gute daran, Anfang Dezember dort zu sein, wenn sonst alles abgesperrt ist: es waren wirklich nur wenig Leute unterwegs und wir hatten Platz und jede Menge Zeit, das Schloss zu begutachten.
      Ich weiß nicht, ich denke, Reichtum empfindet jeder anders. Ich finde, dass Reichtum nicht nur über Geld & Luxus zu definieren ist. Klar ist das bei uns eine gängige Definition, aber ich finde, in einem Land zu leben, in dem es im internationalen Vergleich wenig Kriminalität gibt, Grundbedürfnisse, um die man sich keine Sorgen machen muss und die Freiheit, mit seinem Leben anstellen zu können, was man will, schon auch als großen Reichtum.

      • da hast natürlich völlig recht mit deiner Argumentation aber Geld hat und wird immer eine große Rolle im Leben jedes einzelnen einnehmen. Wenn ich mir Deutschland anschaue in den letzten Jahren was die Altersarmut und Kinderarmut betrifft, dann schäme ich mich hier zuhause zu sein. Das Geld ist meiner Meinung nach zum großen Teil falsch und ungerecht verteilt. Erst diese Woche kam ein Bericht,dass die Deutsche Bank wieder einen riesigen Minusverlust eingefahren hat ( hunderte von Millionen) und die Vorstände genehmigen sich Boni in Millionenhöhe. Das kann doch nicht mehr mit rechten Dingen zugehen ! Gleichzeitig hat jedes 3 oder 4. Kind keine warme Mahlzeit am Tag und Rentner sind darauf angewiesen leere Flaschen zu sammeln. Was nützen dir alle Freiheiten wenn man schauen muss um überhaupt über die Runden zu kommen. Für uns ist das normal und auch eine Freiheit jedes Jahr einmal oder mehrmals in Urlaub fahren zu können, ein Auto zu besitzen und sonstige Freizeitaktivitäten betreiben zu können. Wenn du aber Pfandflaschen sammeln musst nützten dir diese Freiheiten recht wenig.
        Ich danke aber für den Kommentar und hoffe dass wir niemals in solch ein Sitiuation kommen und unsere Freiheiten geniessen zu können.

      • natürlich. aber genau deswegen finde ich es auch wichtig, dankbar zu sein und zu sehen, was man selbst hat. gerade weil man diese beispiele sieht und kennt.

  7. Dein Post… meine Gedanken in geschrieben. Ich bin erstaunt.
    Schönen ist das. Man kann auch Reichtum in Worte fassen. Dass du sagen kannst was du willst und ich dir zustimmen, das ist eine Art von Reichtum die uns selten bewusst ist.

    • ich glaube ehrlich gesagt, dass es viele arten von reichtum gibt, die wir als völlig selbstverständlich nehmen, während wir neidisch auf irgendeinen nachbarn linsen, der irgendwo grade mehr hat als wir. das ist etwas, das ich mir versuche abzugewöhnen so gut es geht.

  8. Liebe Christina.
    Gute sehr interessante Gedanken über Reichtum, Freiheit, Zeit, Leben,
    Jedes Wort war sehr lesenswert..
    Und wie wahr die letzten Worte sind
    „Diese Welt ist mir nichts schuldig….“
    Sehr schöne Fotos.
    Herzliche Grüsse
    Elke

    • danke dir für deinen besuch und deine worte, das freut mich sehr ❤ ich glaube wirklich, dass es enorm wichtig ist, das zu begreifen. "die welt" ist neutral. "die welt" hat keine verantwortung uns gegenüber. jeder mensch ist sich selbst verantwortlich…

  9. Wahre Worte, gut gesprochen. 😉
    Ich denke das oft Neid eine große Rolle spielt und das wir in einer Gesellschaft leben in der man immer maximieren, immer besser sein muss und immer mehr optimieren muss. Mehr Reichtum heißt mehr Besitz. Minimalismus bedient eigentlich das Gegenteil und trotzdem gibt es auch in dieser Bewegung genug Leute die den anderen übertrumpfen wollen/müssen.

    In diesem Punkt hat die Menschheit noch einiges zu lernen, denke ich…

    Und wie immer wunderschöne Bilder!

    Lieben Gruß aus Hamburg, nossy

    • dankeschön ❤
      neid ist ein ganz großes thema der menschheit allgemein, glaube ich. ich hatte das thema auch am dienstag mit meinem papa, ich verstehe auch gar nicht so sehr, woher dieser extreme neid kommt in einem land, wo es dem durchschnitt so unglaublich gut geht. dass man so wenig mitbekommen, wieviel besser es einem geht als so vielen anderen auf der welt?
      dass es beim minimalismus auch wieder einen wettbewerb gibt, ist das beste beispiel dafür, dass dem menschen anscheinend einfach nicht zu helfen ist -.-

      danke für deine worte ❤

    • oh dankeschön ❤ das freut mich sehr, dass du das so empfindest. ich weiß ja oft gar nicht, warum ich mich dann für eine bestimmte bilderstrecke entscheide zu den worten, es ist mehr so ein gefühl. umso schöner, wenn auch andere das passend finden.

  10. wow… …na das ist ja mal ein Neuschwanstein! SO habe ich es noch nie gesehen. Finde ich wahnsinnig toll, wie du es schaffst eines der wohl am meisten fotografierenden Objekte einmal in einem ganz eigene Licht darzustellen. Sehr frisch. Sehr cool! Daumen hoch!

    ..ach ja, ‚Reichtum’…

    …wenn du die erste Gleichung rumdrehst und es als Ursache und Wirkung siehst, kommt es dem sehr nahe, was ich unter Reichtum verstehe.. ‚glücklich sein –> Reichtum‘

    • jetzt werd ich aber gleich ganz rot, dankeschön, das ist echt ein schönes kompliment ❤ ich versuche das immer, ein bisschen etwas zu entdecken, das noch nicht alle gesehen haben. und umso schöner, wenn es mir auch manchmal gelingt. obwohl die fotografischen bedingungen an dem tag echt super schwierig waren und ich fast verzweifelt bin und schon dachte, ich krieg kein einziges brauchbares foto…

      und zur umgedrehten gleichung kann ich nur zustimmen 🙂

      • vielleicht war das schlechte Wetter ja auch gerade der Auslöser und die Motivation für die ‚anderen‘ Bilder. Man kennt ja sonst nur die typischen Touri-Fotos. Ich kann mir auch vorstellen, dass der Durchschnittstourist nicht sonderbar stolz auf schlechtes Wetter dort ist… …so bleiben die Bilder dann schön in der Schublade.
        Das wäre doch mal eine Motivation für ungewöhnliche Fotoserien… ….SCHEISSWETER-ATRAKTIONEN .. …Eifelturm, Venedig…. 🙂 😀

      • das kann gut sein 🙂 es war auch ein austesten, ich wusste ja auch nicht, wo und wie man gute perspektiven findet und dann „knipse“ ich einfach drauf los und schaue, was daraus wird ^.^
        ich hab grundsätzlich auch nichts gegen düsteres wetter, aber der einheitsgraue himmel kann es einem schon auch mal schwer machen. und von deinen vorschlägen hab ich schon das eine oder andere. den eiffelturm zum beispiel 😀

  11. Wundervolle Gedanken.

    Sollten wir uns eines Tages tatsächlich mal auf „dem Steg“ treffen, müssen wir über das Thema sprechen.
    Ich möchte dir meine Gedanken dazu hier nicht schreiben, weil ich sonst zu viel in der Öffentlichkeit über mich preisgeben müsste.
    Und für jemanden, der noch so jung ist wie du, sind deine Gedanken sehr weise.* 😉

    *Ich hoffe, das wirkt jetzt nicht überheblich. Das war wirklich nicht so gemeint!

    • das machen wir. du kannst sie mir aber gern privat schreiben, du weißt ja, wo du mich erreichst!
      und nein, ich finde das nicht überheblich. ich könnte natürlich, aber ich glaub eigentlich, dass ich doch weiß, wie du es meinst 🙂 allerdings hatte ich gestern ein kleines aha-erlebnis, woher meine einstellung diesbezüglich kommt. es kommt halt wohl auch immer drauf an, welche lehrmeister man hat, im positiven wie im negativen.

  12. Was für ein wundervoller Text – und so wahr! ❤ Wir haben wirklich das Glück, auf eine gewisse Art und Weise privilegiert zu sein und zu leben. Geld kann einem natürlich eine gewisse "Ruhe" bieten, denn ohne (ausreichend) Einkommen irgendwie über die Runden kommen zu müssen, würde mir schlaflose Nächte bereiten. Dafür haben wir aber auch etwas getan – uns für einen guten Abschluss reingekniet, eine Ausbildung/ein Studium erfolgreich abgeschlossen, wir haben etwas dafür getan und investiert, dass es uns heute so (gut) geht, wie es uns geht und wir uns (nach und nach) unsere (materiellen) Wünsche erfüllen können.

    Dein Satz "Ich muss nichts – außer irgendwann diese Welt wieder verlassen." ist auch so ein bisschen mein Satz. Den führe ich mir immer dann vor Augen, wenn ich der Meinung bin, dass ich etwas jetzt unbedingt noch tun muss (meist unangenehme Erledigungen). Vor ungefähr 2 Monaten habe ich dienstlich am Telefon zu jemandem gesagt "Ich mag das Wort 'müssen' nicht. Denn ich muss nichts, außer irgendwann sterben." Das kam einfach von ganz innen und ich hatte nicht wirklich überlegt. Aber danach dachte ich mir "doch, genau so ist es". Mein Gesprächspartner war da etwas irritiert, glaube ich – und ich kann mich auch nicht mehr an seine Reaktion erinnern.

    Reichtum ist für mich jedenfalls auch Zeit. Reichtum sind Familie und Freunde. Reichtum sind positive Gedanken und dass ich nicht nur im "mimimi"-Modus unterwegs bin (was bei mir glücklicherweise selten vorkommt, bei anderen Menschen leider täglich) und die Freiheit, sich manche Dinge einfach leisten oder gönnen zu können.

    Danke für diesen wundervollen Beitrag und den Denkanstoß, den du mir damit gegeben hast. ❤

    • ja, gell! und natürlich sehe ich das auch so: das einkommen muss reichen, um die (grund)bedürfnisse zu befriedigen, anders würde ich auch niemanden als privilegiert bezeichnen.

      ich denke auch, dass es wichtig ist, sich das vor augen zu halten. das ist das einzige MUSS, das es gibt und das absolut unumgänglich ist. viele andere grenzen macht man sich selbst und lässt sich von anderen diktieren und da muss (haha, schon wieder!) SOLLTE man sich überlegen, welchen preis es hat und welche konsequenzen, es nicht zu tun.

      das mimimimi, das mich permanent umgibt, finde ich auch oft anstrengend. obwohl ich auch immer mal wieder dazu neige, aber das sind phasen. es gibt soviele menschen, die sich immer und permanent benachteiligt fühlen, das finde ich einfach schade und auch problematisch. gut, dass wir uns zumindest große mühe geben, anders zu sein ❤
      danke für deinen kommentar meine liebe!

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