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Was ich aus meinem Kontakt mit Pferden fürs Leben gelernt habe.

Bei Seegeflüster las ich unlängst zwei Beiträge zum Thema Pferde, einmal unter dem Titel „Stallgeflüster“ und einmal unter „Mythos Pferdemädchen„. Da die Begeisterung meiner Eltern, Pferdegeruch und Stallmist im Auto herumzukutschieren, endenwollend war und auch noch Christopher Reeves Reitunfall kurz vor meinem ersten Kontakt mit den großen Vierbeinern stattgefunden hatte, waren meine Möglichkeiten, ein „echtes“ Pferdemädchen zu werden, begrenzt – um nicht zu sagen: nicht vorhanden. Dies sollte aber nicht bedeuten, dass meine tiefe Liebe für alles, das Fell und vier Beine hat, jemals wirklich verschwand. Sie war nur tief verschüttet und kam dank meiner Therapie sehr plötzlich wieder zum Vorschein und drang in mein Bewusstsein.

Ich stand vor der Frage: welche Dinge, mit denen ich meine Freizeit verbringe, bedeuten mir wirklich etwas? Bereichern mich? Geben mir Energie? Ich spoilere: die Antwort fiel nicht sehr positiv aus.

Auf einmal begriff ich, dass es da etwas gab, das mir in meinem Leben fehlte – und das war der Kontakt zu Tieren.

Daraufhin begann ich zu überlegen, welche Möglichkeiten ich hatte, trotz meiner haustierunfreundlichen Lebenssituation Tiere in mein Leben zu integrieren und landete bei den Pferden meiner Trauzeugin. Sie selbst besitzt einen Isländerwallach und ihr Vater eine Isländerstute. Da sie mich immer wieder eingeladen hatte, mit ihr zu den Pferden zu fahren, ich mir aber einfach die Zeit dafür nicht genommen hatte (mit Ausnahme des Fotoshootings, auf dem die Bilder entstanden sind), fragte ich sie nun, ob wir nicht gemeinsam mit den beiden spazieren gehen wollten. Da ihr Vater seine Stute aus gesundheitlichen Gründen des Pferdes nicht mehr reiten konnte, war auch sein Interesse an ihr etwas abgeflacht und ich dachte, ich könnte ihr etwas Gutes tun und mit ihr spazieren gehen und sie könnte mir etwas Gutes tun indem sie einfach ein Pferd an meiner Seite war.

Nach ein paar gemeinsamen Spaziergängen bot mir Iris an – wenn ich Zeit und Lust hätte – alleine zu den beiden in den Stall zu fahren. Das war der größte Vertrauensbeweis, den sie mir machen konnte und mein Herz hüpfte. Dennoch: als relativ unerfahrener Pferdemensch ist es eine große Verantwortung, mit einem Tier unterwegs zu sein, das fast das 5-fache von einem selbst wiegt. Und daraus habe ich sehr viel über mich gelernt.

Ein Pferd gibt dir einen Vertrauensvorschuss. Es ordnet sich dir unter und lässt sich von dir führen. Es spürt aber auch sofort jede Unsicherheit und reflektiert dich. Wenn ein Pferd nicht tut, was du willst, spürt es deine Schwäche. Um ein Pferd zu führen, brauchst du keine Gewalt. Du brauchst Selbstsicherheit. Ein Pferd ist groß, aber genauso sensibel. Es respektiert dich, wenn du klar in deinen Anweisungen bist.

Pferde mögen keine Hektik. Wenn du ungeduldig und unentspannt und mit den Gedanken wo anders bist, wird es unruhig. Abläufe dauern so lange wie sie dauern und man kann nur eine Sache nach der anderen machen.

Als ich letztens mit Aradis im Schlepptau durch den gatschigen Wienerwald spazierte, dachte ich darüber nach, wie sehr mich dieses Geschöpf verändert hat. Ein Pferd, das neben oder hinter mir her trottet, gibt mir meine innere Ruhe zurück. Ich kann in diesem Moment nur an diesem Ort sein, mit den Gedanken bei diesem Spaziergang, denn sobald ich abdrifte, tut sie das auch. Ich muss mich auf den Weg fokussieren, denn sie verlässt sich darauf, dass ich sie führe. In dem Moment, in dem wir uns den Weg durch den Wald bahnen, gelten all meine Gedanken nur dem nächsten Schritt – einen Weg zu finden, auf dem sich keiner von uns ein Bein bricht.

Ich bin ganz im Hier und Jetzt, an diesem Ort, bei mir und dem Pferd, das ich am Zügel führe. Und das ist ein unglaubliches Geschenk, denn ich hatte das eins sein mit mir und der Umwelt bereits völlig verlernt. Wenn ich will, dass wir spazieren gehen, bleibt auch das Smartphone in der Tasche, denn sobald ich mit der zweiten Hand mit etwas herumhantiere, machen die 400kg neben mir, worauf sie gerade Lust haben (meistens: stehen bleiben und alles fressen, was in Reichweite ist).

Bei unserem letzten Ausflug wurde mir das so richtig bewusst. Erst der Umgang mit Pferden hat mich (wieder) gelehrt, GANZ zu sein. Ganz da, ganz ich. Dank ihrer sensiblen Reaktion auf mich, habe ich selbst gelernt zu spüren, wann ich unsicher werde und beginne, Unsicherheit auszustrahlen. Sie hat mir gezeigt, dass Respekt durch die Übereinstimmung von Körper und Geist kommt. Wenn ich authentisch bin, wenn ich meine, was ich tue, dann folgt sie mir.

Ich habe gelernt, dass ich zuverlässig sein muss. Wenn ich sie mitnehme, dann ist es meine Verantwortung, sie wieder heil zurück zu bringen. Wenn ich sie besuche, dann gehört das volle Programm dazu. Bevor wir losgehen, muss ich kontrollieren, ob mit ihren Hufen alles in Ordnung ist, ich schmiere ihre offenen Wunden ein, die sie sich durch ihre Fliegenallergie im Sommer aufkratzt und ich stecke bis über beide Ohren in ihrem angeschwitzten und gelegentlich angekacktem Überwurf, den sie wegen der Allergie tragen muss, um ihn ihr nach einem Spaziergang wieder anzuziehen.

Gleichzeitig habe ich selbst gesehen, dass ich dazu in der Lage bin. Ich putze ihre Hufe und lande manchmal bis zum Knöchel im Gatsch. Wenn ich nicht aufpasse, latscht sie mir auf den Fuß, weil da drüben das Gras grüner ist. Aber ich traue mich. Ich traue mich, sie zu holen, ich traue mich, alleine mit ihr in den Wald zu gehen. Ich vertraue ihr, weil ich weiß, dass sie mir vertraut.

Wenn ich sie oft genug besuche, dann erkennt sie mich an meinen Schritten und kommt mich begrüßen. Wenn ich neben ihr stehe, versucht sie aus meiner Tasche die Karotten mit ihrer Nase herauszufummeln und stupst mich dabei mit ihrem Gesicht an.Wenn ich sie länger nicht besuchen komme, zieht etwas in meinem Herz, weil mir etwas fehlt.

Erst letztens sagte jemand (ein an sich sehr intelligenter Mensch) in einer Tischrunde: „Pferde sind doch ziemlich dumme Viecher.“ Ich nahm das überraschend persönlich und sagte nur darauf „Wieviele kennst du denn persönlich?“

Aradis hat mir so viel über mich selbst beigebracht. Vor allem hat sie mir etwas gezeigt, das ich völlig vergessen hatte: mich selbst wahrzunehmen und mir zu vertrauen.

56 Antworten auf „Was ich aus meinem Kontakt mit Pferden fürs Leben gelernt habe. Hinterlasse einen Kommentar

  1. Ich habe mit Pferden eher gar nichts am Hut, aber man nutzt ja nicht umsonst den Kontakt mit Pferden auch therapeutisch. Diese ‚Spiegelsituation‘ finde ich schon sehr spannend.
    Toll, dass du deinem Inneren gefolgt bist.

    • ich verstehe das – der umgang mit tieren und vor allem mit pferden ist schon was spezielles und so wie manche einen „grünen daumen“ haben und gerne mit pflanzen arbeiten, geht es mir mit tieren. für jeden passt etwas anderes. wichtig ist nur, dass man das findet, das zu einem passt. diese dinge und aktivitäten, in denen man in den inneren spiegel schaut und sein wahres ich erkennt.

  2. Ganz wunderbar, deine Erkenntnisse. Pferde sind so unglaublich sensible Tiere. Ich finde sie sehr sympathisch. Kein Wunder, dass sie eingesetzt werden, um Managern zu zeigen, wie sie führen und ob sie es überhaupt können.

    In Bosnien letztes Jahr ist mir etwas ähnlich Wunderschönes widerfahren. Wir waren als kleine Gruppe mit Autos unterwegs und landeten „zufällig“ auf einem unbenutzten Campingplatz, wo eine Herde Pferde graste. Wir hielten an und ich stieg aus und näherte mich langsam und selbstsicher den Tieren. Plötzlich kam der größte Hengst der Herde, ein schöner Rappe, auf mich zu und ließ sich von mir streicheln. Einfach so. Er kannte mich nicht, aber er wusste ganz genau, dass er mir vertrauen konnte. Das war ein unglaublich berührender Moment. Ich war ganz glücklich.

    Ganz liebe Grüße
    Caroline aus Wien

    • liebe caroline, ganz herzlichen dank für deine kommentar und schön, dich hier wieder zu lesen!
      ich denke auch, dass es viel öfter leadership seminare mit tieren geben sollte. obwohl wiederum die frage ist, inwieweit man tieren das zumuten kann. aber ich denke tatsächlich, dass jeder, der mitarbeiterverantwortung hat, einmal von nicht-sprechenden lebewesen feedback über seine ausstrahlung erhalten sollte.

      ich kann mir gut vorstellen, dass das eine wunderbare erfahrung war. das ist auch etwas sehr besonderes, grade weil pferde ja sonst nicht so die schmusetiere sind. hach!! *.*

  3. Das ist ja ganz großartig, was du schreibst und sehr informativ. Es erklärt mir einiges von der Wirksamkeit von „Tiertherapien“: Delphine und Pferde für Kinder, diverse Haustiere für alte Menschen …..

    • ja, das verstehe ich auch erst jetzt, seit ich diese erfahrung selbst gemacht habe. tiere sind einfach immer ehrlich, sie kennen keine „diplomatie“ und kein taktieren. für sie gibt es nur den moment.

  4. Liebe Palaica,

    Du sprichst mir aus dem Herzen und das, obwohl ich mit Pferden näher nichts zu tun habe. Aber meine Tochter wollte als kleines Mädchen reiten und wir führten anfangs ein Pferd mit ihr auf dem Rücken. Tatsächlich futterte es am Wegesrand was es wollte und dann blieb es einfach stehen …. Jetzt weiß ich warum!

    Aber ich habe ja Hunde und mit diesen Tieren habe ich fast exact die gleichen Erfahrungen gemacht. Sie haben mich gelehrt selbstbewußt aufzutreten, vor allem und auch gegenüber Menschen, welche Hundebesitzer gegenüber negativ eingestellt sind. Da ich eine taube Hündin habe, die recht ängstlich ist und gerne einmal bellt aus diesem Grunde, hatte ich reichlich Gelegenheit, mich für dieses Wesen einzusetzen und Menschen sowie anderen Hunden die Stirn zu bieten.

    Übrigens interessant, für mich selbst hätte ich das nie getan, aber z. B. für meine Tochter und die Hunde kann ich da stehen wie ein Fels. Wenn ich beim Spaziergang nicht bei der Sache bin, übernimmt der Hund die Führung und das ist selten gut …. Darum muss ich stets präsent sein und aufrecht gehen, das tut auch der Haltung und dem Rücken gut. …. Ich könnte noch ewig weiter machen ….

    Tiere tun gut, sie sind gut für die Seele und jene die nach draußen müssen auch gut für die Fitness sowie die Gesundheit allgemein.

    Da hast Du ein ganz tolles Thema angeschnitten, liebe Palaica …. ab und an muss man sich daran erinnern, was man da Wertvolles auf vier Beinen an seiner Seite hat! LG Marion

    • liebe marion, das klingt wirklich sehr nach pferd 😀 vor allem sind das ja tiere, die so gebaut sind, dass sie eigentlich rund um die uhr fressen „müssen“. es ist also eine art schutzmechanismus, dass sie jede gelegenheit nutzen, um an futter zu kommen.

      es ist bei hunden sehr sehr ähnlich. ich habe ja nicht allzu viel erfahrung mit tieren, da ich selbst nie welche besessen habe. aber ich gehe mit ihnen sehr bewusst um und bemerke stark, wie sie auf mich reagieren. menschen kommunizieren oft zweideutig und sind gewöhnt, dass trotzdem passiert, was sie möchten, da wir menschen ja trotzdem vorrangig erstmal auf das gesprochene wort reagieren. bei tieren ist das anders. und ich denke genau das ist eine sehr, sehr wichtig lektion.

      danke für deine worte ❤

  5. Ich unterschreibe den Kommentar von Jetamele, eigentlich hab ich mit Pferden auch wenig zu tun, und das obwohl direkt gegenüber von meinem Zuhause ein großer Pferdehof steht 😉 Die Kinder finden das klasse!! Aber ich bin mir auch ganz sicher, dass Pferde zu den Tieren gehören, die eine ganz spezielle Rolle für den Menschen spielen. Tolle Fotos und ein schöner Beitrag voller Respekt und positiver Energie!

    • ach, das wäre ja mein absoluter traum, fußläufig zu nem pferdestall zu wohnen ❤ ❤ *.* aber ja, für viele ist das einfach nicht so eine große sache, grade wenn man als kind den bezug dazu nicht entdeckt hat. aber schön, dass du es deinen kids ermöglichst!
      danke auf jeden fall für deine worte und schön, dass du es nachempfinden kannst, auch wenn deine eigenen gefühle dazu anders sind 🙂

  6. Nach dem Umzug aus meiner geliebten Stadt München raus in die Pampa vor den Toren Augsburgs… ja, da begeisterte ich mich als junge Frau fürs Voltigieren. Später hatte ich zeitweise auch Gelegenheit mit einer Bekannten zu reiten, die drei Pferde besaß. Ich hatte wirklich große Freude damit.

    Liebe Paleica, dass Du dagegen mit den Pferden spazieren gehst, ist sicherlich eine Erfahrung der besonderen Art. Unvergleichlich, bestimmt wundervoll – eine gegenseitige Bereicherung. Und ich finde es toll!

    Mit sonnigen Grüßen, Heidrun 🐴

    • liebe heidrun, das klingt nach meinem absoluten traum. leider hat sich das für mich nie ergeben und ich weiß nicht, ob ich es in meinem alter noch anfangen werde. aber auch das neben den pferden hertrotten ist für mich ein ganz guter kompromiss 🙂 es ist mit sicherheit eine ganz andere art der erfahrung, aber ich genieße es jedes mal.

  7. Das hast Du ja schön geschrieben 😍. Ich gestehe, ich bin kein Pferdefreund … naja, eigentlich sind sie mir gleichgültig …, aber Deine Zeilen lassen mich die Tiere in einem anderen Licht sehen. So ein Perspektivwechsel tut mal ganz gut und erweitert den Horizont 😉

    • dankeschön ❤ ach weißt du, es kann und muss ja auch nicht jeder bezug zu den tieren haben. aber umso mehr freue ich mich, wenn du ein bisschen einen anderen blickwinkel entdecken konntest!

      • Oh, das galt nur für Pferde – zu denen fehlt mir etwas der Bezug 😉. Zu anderen Tieren habe ich so viel Bezug, dass ich sie seit Jahren nicht mehr esse. 🤗
        Aber ich finde halt Deine geschriebenen Zeilen so liebevoll – ich mach mir da immer keine Gedanken drüber bzw. könnte nicht so über Tiere schreiben. Daher finde ich gut, dass ich an Deinen Gefühlen teilhaben konnte.

        LG, Annett

      • ach weißt du, ich wusste auch gar nicht, dass diese worte in mir schlummern. das war lustigerweise ein text, der einfach „passiert“ ist und bei dem ich zum schluss selbst sehr überrascht war, dass ich ihn geschrieben habe. seit ich das thema angerissen habe, fallen mir aber glatt noch so viele andere aspekte ein. spannend, was manchmal zwischen kopf und herz vorgeht.

        und keine tiere essen – es ist toll, dass du diese konsequenz für dich geschaffen hast. ich möchte, was das angeht, acuh stringenter leben, aber bisher fehlt es mir an disziplin dazu 😦

      • Offenbar sind Texte, die „einfach passieren“ mit die besten. Vielleicht weil sie dadurch sehr authentisch sind?

        Egal warum, Deinen Blog lese ich so oder so gern 😜

      • das kann gut sein. vielleicht ist auch das der grund, warum ich texte auch am allereliebsten einfach „passieren lasse“. (leider passieren sie halt nicht immer 😉 )
        oh ach, ganz vielen lieben dank ❤ (ich deinen auch!)

    • dankeschön ❤ ich glaube es gibt auch bei diesen tiefen lieben einfach phasen, wo sie mehr und wo sie weniger vordergründig sind. manchmal geraten sie auch in vergessenheit. irgendwann tauchen sie wieder auf – meistens dann, wenn man sie braucht…

  8. Du hast so recht, liebe Paleica, um ein Pferd zu führen, muss man selbstsicher sein, deutlich sprechen und auch selber wissen, was man eigentlich will! Das musste ich auch erst lernen und es hat einige Zeit gedauert, da ich von Natur aus sehr unselbstbewusst auftrete. Mit meiner Reitbeteiligung klappt es mittlerweile sehr gut, er ist aber auch ein liebes Pferd, das sich leicht unterordnet. Auf der Koppel mit den anderen Pferden habe ich immer noch Probleme mit sehr selbstbewussten Exemplaren. Sie spüren meine Unsicherheit und nutzen das sofort aus. Das kann mitunter ganz schön gefährlich werden. Trotzdem bin ich gerne bei den Pferden, weil ich nirgendwo sonst so sehr im Hier und Jetzt bin. Oft muss ich mich aufraffen loszufahren, habe eigentlich keine Lust… aber wenn ich da bin, ist meist alles gut. Im Herbst möchte ich einen Kurs im Horsemanship belegen und Pferde noch besser verstehen zu können, freue mich schon sehr. „Deine“ Isländer sind wirklich sehr hübsch, vor allem die Bilder von dem Schimmel sind wunderschön.

    • grade da finde ich es besonders schön zu hören, dass es dir offenbar gelungen ist, dein selbstbewusstsein zu schulen. auf jeden fall ist es eine gute sache! und vertrauen gehört nunmal auch dazu.
      ich muss sagen, ich habe gefühlt eigentlich keine angst vor pferden, wenn ich in den stall gehe stört es mich gar nicht, auch mal welche zur seite zu schieben. aber ich hab bisher auch noch keine schelchte erfahrung machen müssen und hatte immer glück, dass sie gut auf mich reagiert haben. im gegensatz zu hunden, wo mir das selbstbewusste auftreten nicht immer so leicht fällt. der kopf weiß, dass das pferd ein fluchttier ist und mich im normalfall niemals angreift, bei hunden ist das anders. aber auch hier macht der kopf so ziemlich alles aus. mein papa hat überhaupt keine angst vor hunden und die reagieren auch alle super auf ihn. ich merke extrem: wenn ich mich unwohl fühle, dann knurren oder bellen sie. da muss man noch viel mehr darauf achten, dass man keine angst hat, was natürlich nicht immer so leicht ist.

      sehr toll was du da vorhast. sowas würde ich ja auch gern mal machen. generell finde ich tiererfahrungen und arbeiten mit tieren einfach spannend.

  9. Wenn man sich die Zeit nimmt und Vertrauen aufbaut, werden sie Freunde fürs Leben, egal was. ob Pferd ob Hund ob Katze oder was auch immer. Ich finde das wunderbar und schön wie Du es beschreibst. Vor allem weil ich weiß, dass es nicht so einfach ist solch Freundschaften zu gewinnen, die auch für den Menschen so unendlich wertvoll sein können.

    LIebe Grüße
    Manuela

    • absolut. es ist glaube ich eine verbindung, die besonders tief geht und auf einer ganz anderen ebene passiert als mit menschen. das passt auch nicht für jeden, aber für jeden, dem es was bedeutet, fehlt etwas, wenn es solche verbindungen im leben nicht gibt.
      ich danke dir sehr für deine worte! ❤

  10. Liebe Paleica, ich bin auch nicht so ein Pferdefreund, finde deine Worte allerdings sehr schön, ein ganz einfühlsamer, ruhiger Text. Wirklich wunderschön! Auch die Bilder dazu, eine wirkliche Harmonie ❤️

    • danke meine liebe! ich finde es sehr schön, dass viele meiner leser, obwohl sie selber keinen bezug zu den tieren haben, diese gefühle und gedanken dennoch nachvollziehen können. das ist toll!

  11. Spontan muss ich an das Sprichwort „Das Glück der Erde liegt auf dem Rücken der Pferde“ denken. Oder in deinem Fall einfach beim Umgang mit Pferden. Ich freue mich für dich, dass du durch Aradis sehr viel über dich selbst lernen konntest und es für dich geschafft hast, im „hier und jetzt“ zu sein und dich pudelwohl zu fühlen.

  12. Den Artikel hatte ich mir echt aufgespart, bis es Zeit war und ich Zeit hatte – und es hat sich echt gelohnt. Was für wahre Worte! Pferde sind so sensible Wesen, sie wissen und fühlen so viel, das ist einfach unglaublich. Eigentlich sind sie ganz klein, diese 500-Kilo-Wesen und doch so groß. Es ist ein unglaublich schöner Beitrag, liebe Paleica, ein wirkliches Glanzstück im Internet. Danke dir dafür – ja Pferde können einem helfen, wieder ganz zu werden. Jedes Tier eigentlich, aber Pferde irgendwie ganz besonders.
    Liebe Grüße an dich

    • liebe andrea, das freut mich sehr ❤ der artikel ist in sehr kurzer zeit entstanden und lag dann doch einige wochen in den entwürfen, bis das gefühl und die stimmung (wieder) dazu gepasst haben. manche dinge wachsen langsam und brauchen den richtigen moment!
      und JA, das sind sie definitiv. pferde sind lebewesen, die den großteil ihres lebens nach dem leben, was sie spüren, glaube ich.
      danke für deine worte ❤

  13. Schau in die Augen der Tiere und sie reden so viel mehr als Menschen. Tiere machen ganz und Tier haben nur den Moment. So lehren sie uns, den Moment zu leben. Ganz. Ganz so, wie es in diesem Beitrag so schön steht. Deshalb kommen sie in meinem Blog so oft vor, die Nutztiere vor allem. Weil ich mit der Welt für sie reden will, weil die Welt nicht ihre Augen liest, nicht im dunklen engen Stall, nicht auf der Schlachtbank.

    • hallo und herzlich willkommen liebe gudrun maria, ich freue mich sehr, dass es dich hierherverschlagen hast und du einen kommentar dagelassen hast ❤ danke für deine einfühlsamen worte, ich finde sie wunderschön. und ja, weißt du ich glaube, wir menschen nehmen uns viel zu wenig zeit für alles nonverbale. jemandem in die augen zu sehen und zu verstehen braucht zeit und zeit verschenken wir so ungern.

      • Danke, liebe Paleica, für die lieben Willkommensworte! Bloggen lohnt schlussendlich nur, wenn wir damit einen Mehrwert in unsere kühle Welt bringen, ein bisschen Licht, Wärme und Information, wo und wie wir etwas bewirken können, das für ALLE, Mensch und Tier und Umwelt gut ist. Das machst du hier ganz wunderbar, ich bekomme Lust, gleich mal wieder ein weiches Pferdemaul zu kraulen oder im Schritt auf einem sanften Pferderücken durch den Wald zu wandern, wenn ich dich lese:)

      • oh ja, damit hast du absolut recht. obwohl ich bei dem begriff „mehrwert“ ein bisschen empfindlich bin, aber ich weiß, was du meinst und dem stimme ich absolut zu! auf jeden fall freut es mich, wenn mein beitrag den wunsch danach triggert, denn das kann ja nur was gutes sein 🙂

  14. Dieser Beitrag ist so inspirierend und ich freue mich so unglaublich für dich! Ich habe mich nachdem ich diesen Beitrag gelesen hatte, hingesetzt und überlegt, welche Freizeitbeschäftigung schon lange brach liegt und eigentlich immer Teil meines Lebens war. Und ich werde mich bald wieder hinsetzen und mich mit diesem Thema beschäftigen, weil es wichtig ist. Aber als ich den Beitrag am Samstag gelesen habe, hatte ich spontan Lust endlich mal wieder zu puzzeln und habe das auch sofort umgesetzt.

    Ich fand diesen Beitrag wirklich unglaublich gut und bewegend und ich habe ihn sehr, sehr gern gelesen.

    • oh liebe barbara, das ist das schönste, was ich dazu hören konnte – jemanden zu inspirieren, in sich zu gehen und etwas zu tun, das er/sie lange vermisst hat. puzzlen ist übrigens eine wirklich tolle beschäftigung!!

      • Ja finde ich auch und das werde ich auch definitiv wieder öfter machen. 💗
        Ich finde deine persönlichen Beiträge, in denen du berichtest, was sich verändert hat und auch deine Gedankenwelt dazu, immer unglaublich inspirierend. Bitte hör niemals auf darüber zu schreiben, es ist so toll zu lesen! 😍

      • ❤ ach ich danke dir so sehr für diesen kommentar, es bedeutet mir so viel, wenn ich mit dem teilen meiner gedanken wirklich jemanden erreichen kann. und ich habe nicht vor, damit aufzuhören. ich kann gar nicht anders als schreiben. mal mehr, mal weniger, mal über dieses, mal über jenes, über inneres und äußeres, aber irgendwas muss einfach immer raus aus meinem kopf!

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