Erinnerungen an Norwegen: Wasser und Landschaften in Graustufen & Wenn Veränderung spürbar wird

Manchmal, da tut man etwas und merkt, dass es anders ist. Eine kryptische Beschreibung für ein einfaches Erlebnis: als meine wunderbare Freundin Nina mich fragte, ob ich gemeinsam mit einer anderen ihrer Freundinnen die Eröffnungsrede zu ihrer Vernissage halten würde, sagte ich zu, obwohl ich wusste, dass sich diese Aufgabe weit außerhalb meiner Komfortzone befindet. Trotzdem war für mich aus zweierlei Gründen sofort klar, dass ich nicht nein sagen würde: Nina hatte ebenfalls ihre Komfortzone überwunden, als sie sich bereit erklärte, die Fotos für meine standesamtliche Hochzeit zu machen UND nicht umsonst habe ich „MUT“ als meinen Begriff für 2018 gewählt. Doch wie würde das laufen, wo vor fremden Menschen zu sprechen doch eine meiner größten Ängste ist?

Aus jetziger Sicht kam dazu noch ein vermutlich glücklicher Umstand: ich hatte davor sehr wenig Zeit, mir Gedanken darüber zu machen, wie es werden würde. Ich wollte Nina nicht enttäuschen, wusste aber, dass ich alles recht spontan auf die Füße würde stellen müssen. Ich bereitete mich vor, wie ich es von früher gewohnt war: Allgemeines Gerüst, Notizen, kleine Stichwortkärtchen, Wohlfühloutfit. Ich ging alles zweimal durch, bemerkte, dass ich einmal doppelt so lang sprach als das andere Mal und beschloss, das Endergebnis der Stimmung, der Situation und ein bisschen auch dem Zufall zu überlassen.

Als ich auf den erhöhten Stufen stand, zitterten meine Waden, ich war heillos dankbar für die Notizzettel, an denen ich mich „festhalten“ konnte – aber ich hatte sowohl meine Stimme, meine Atmung, meinen Stand und meine Augen recht gut im Griff. Das war eine neue Erfahrung, zumal eine emotionale Rede schon im Zwiegespräch für mich als leidenschaftlicher Schreiberling manchmal eine Herausforderung ist. Doch ich merkte, dass das Publikum bei mir war, an den richtigen Stellen lachte und als Nina dann noch ein paar Tränen zerquetschte, glaubte ich auch selbst daran, dass ich es ganz gut hinbekommen hatte.

Als ich dieser Aufgabe zusagte, hatte ich keine Ahnung, wie sie letztlich laufen würde. Für viele von euch mag das lächerlich, kindisch und unverständlich sein – aber mir haben Präsentationen und Reden bisher nicht nur Bauchschmerzen, sondern auch Alpträume oder gar schlaflose Nächte beschert. Sie waren immer mein „Endgegner“. Ich schrieb lieber zwei Wochen an einer Seminararbeit, als mich einmal mit einer Gruppe zusammenzusetzen und fünf Minuten ein Thema vor dem Plenum zu präsentieren. Ich musste immer Shirts zum Wechseln mitnehmen, da ich vor Panik so zu schwitzen begann, dass ich mich umziehen musste. Es war ein Horror und ich war richtig, richtig schlecht. Obwohl ich wusste, dass ich es könnte, hätte ich keine Angst. Was für ein schreckliches Paradoxon. Dennoch konnte ich diese Angst nicht überwinden.

Nun musste ich seit Jahren keine Präsentationen in einem ähnlichen Rahmen mehr halten – bis vor etwa einem Jahr in meinem ersten Semester an der Uni. Die bekannte Nervosität, mit der ich gerechnet hatte, blieb dieses Mal aus. Zum ersten Mal sprach ich normal und ohne Panikzustände vor einer größeren Gruppe – schob dies aber auf die Tatsache, dass der Herzmann mit von der Partie gewesen war. Doch zum ersten Mal spürte ich, dass nichts wirklich Schlimmes dabei sein muss, zu reden und vor allem: angeschaut zu werden. Wahrscheinlich war diese eine kleine Erfahrung nötig, um Ninas Bitte nachzukommen, die für mich dennoch nochmal ein ganz anderes Kaliber war. Immerhin war es einer der wichtigsten Abende in ihrem Leben, an dem ich meine Redezeit nicht nur wie sonst einfach irgendwie überstehen wollte, sondern ich wollte es schaffen, ihr etwas mitzugeben und den Gästen ein Bild von ihr zu zeichnen und zu vermitteln, warum es so toll ist, dass wir alle an diesem Abend genau dort standen. Für mich eine Mammutaufgabe, die ich geschafft habe.

Warum erzähle ich euch diese Geschichte? Weil ÄNGSTE, der Umgang mit ihnen und die Möglichkeit, sie zu überwinden, für mich ein großes Thema ist. Es ist ein großes Thema, von dem ich weiß, dass so unglaublich viele Menschen damit zu kämpfen haben (egal, wie die Angst auch heißen mag) und weil es mir selbst immer geholfen hat, von anderen zu lesen, die ihnen die Stirn geboten haben.

Wenn man etwas tut, das einem immer irre viel Angst gemacht hat und man auf einmal schafft, es gut zu machen, kann man spüren, wie man innen drinnen wächst. Wie etwas Verletztes heilt, wie etwas Schwaches stärker wird. Und ich habe mich gefragt: wie ist das möglich?

Als ich eines der vielen Seminare zum Thema Präsentationstechnik und Rhetorik in der FH absolvieren „durfte“, machte ich es so schlecht, dass der Vortragende in der Pause zu mir kam und mich fragte, warum ich denn so ein Problem damit hätte, denn wenn ich vorne stehe und spreche wirkt es, als würde mir jemand einen Revolver in den Rücken halten und damit drohen, abzudrücken. Ich werde das niemals vergessen. Es war für mich eine Horrorsituation und dann kam – vor den Augen der anderen – so etwas. Auch wenn er es gut gemeint hat, richtete er damit mehr Schaden an, als es nützte. Ich vermied alle Gelegenheiten, vor mehreren Menschen den Mund aufzumachen und nahm so ziemlich alles auf mich, um Präsentationen zu vermeiden. Und irgendwann, eines Tages, gefühlt ohne etwas dafür getan zu haben, ist die Angst nicht völlig verschwunden, aber in ein tragbares Maß geschrumpft, das vermutlich eher als „Lampenfieber“ durchgeht. Und das ist eine Wow-Erfahrung für mich gewesen.

Doch was ist passiert? Etwas ganz Einfaches und doch mitunter eines der kompliziertesten Dinge der Welt: ich hatte über die Jahre Selbstvertrauen gewonnen und da ich mich so einer Aufgabe so lange nicht stellen musste, nahm ich die Entwicklung und Veränderung als extrem krass war. Es war kein Schritt für Schritt, keine Gewöhnung, keine langsame Adaption. Es war damals furchtbar und auf einmal war es eigentlich ok.

Und was will ich damit sagen? Wenn wir uns mit uns selbst beschäftigen, dann erscheint dieser Weg steinig und manchmal auch völlig sinnlos, weil wir im Alltag nicht sehen, was sich verändert. Es ist hart und anstrengend und mühselig, oft will man am liebsten alles hinschmeißen und fragt sich „wozu das alles?“. Und dann stolpert man in eine Situation, aus der man selbst nur mit Erstaunen zurückbleibt, weil man auf einmal sieht: DARUM. Ich habe mich in den letzten Jahren so sehr verändert und auch, wenn ich nach wie vor oft in alte Muster zurückfalle, sind die neuen stark und lassen sich nicht unterkriegen.

Wenn ich im Rahmen meiner Therapie von Ängsten und Blockaden sprach, sagte meine Therapeutin oft „aber so sind Sie nicht auf die Welt gekommen“. Ich stimmte ihr zu und doch hat es lange gebraucht, bis mir die Tragweite dieser Erkenntnis bewusst geworden ist. So sind wir nicht auf die Welt gekommen. Wir wurden nicht geboren, um uns zu fürchten, um zu misstrauen und an uns zu zweifeln. Wer also sind wir wirklich, abseits all der anerzogenen Muster und Ängste, die wir inhaliert und verinnerlicht haben? Mein Weg ist, der Mensch zu werden, als der ich geboren wurde. Mit all meinen Talenten, Interessen, Fehlern, Schwächen und Unzulänglichkeiten. Wir verändern und entwickeln uns und das ist gut und richtig. Dennoch können wir als Kinder Vieles, das wir im Laufe der Adoleszenz (gezwungen werden zu) verlernen. Diese Fähigkeiten möchte ich wieder haben. Ich will essen, wenn ich Hunger habe. Ich will wissen, wann ich meinem Körper zuviel zumute. Wann ich Nähe brauche, welches Bedürfnis meines ist und welches jemand anderem gehört. Indem ich die Aktivitäten in meinem Leben verändert habe, habe ich mich verändert. Ich habe mehr von dem Wesen freigelegt und sein gelassen, als das ich mich selbst sehe. Das muss nicht besser oder schlechter sein als die Person, die ich lange war, aber sie ist echter, authentischer und ich fühle mich wohler in ihrer Haut. Nur so konnte ich meine Angst vor lebenden Gewässern überwinden. Nur so habe ich keine Angst, mich vor anderen Menschen zu zeigen und vor ihnen zu reden. Nur so kann ich MEINE eigenen Entscheidungen treffen.

Verfasst von

Internetmethusalem. Schütze Aszendent Jungfrau, Freudianer, Tolkienist, Freizeitfetischist, zwanghaft neurotisch, begeisterungsfähig, Kommunikationsjunkie, Träumermädchen. Ein Kopf voll Gefühl, ein Herz voll Gedanken.

51 Kommentare zu „Erinnerungen an Norwegen: Wasser und Landschaften in Graustufen & Wenn Veränderung spürbar wird

  1. Feine, einfühlsame Selbstreflexionen, garniert mit zauberhaft schönen Schwarzweißfotos …

    Hier Landschaftsszenerien, dort Seelenszenarien…
    Hier habe ich sehr gerne gelesen und geguckt!

    Liebe Morgengrüße vom Lu

    1. vielen dank für deine worte ❤
      bei diesem post ist etwas spannendes passiert: ich habe mit den alten bildern gespielt und als ich die aufnahmen der nordsee ohne farbe zu bearbeiten probiert habe, war auf einmal der gedanke zu diesem posting da. assoziationsketten sind schon was schönes 🙂
      hab einen guten start in die woche!

    1. dankeschön! ich fand es total spannend, meer und landschaft mal wieder in graustufen zu probieren. oft passt das ja gar nicht, weil viel zuviel bildinformation drin ist, zu wenig vordergrund und überhaupt. aber hier fand ich es sehr schön.

  2. Wunderbare Bilder!!!! Ganz toll. Und passend.
    Redeangst kann sehr tiefgehend sein. Ich kenne eine Studie, in der sich offenbarte, dass bei einem großen Prozentsatz der Rednerinnen Todesängste ursächlich waren. Alte Koppelungen, die nur schwer einfach so aufzulösen sind. Ganz spannend.
    Toll, dass du einen Weg gefunden hast durch die Auseinandersetzung mit dir. Und Nina wird sich sehr gefreut haben!!! (Ich mag gar keine emotionalen Reden halten (Präsentationen schon, auch wenn es aufregend ist), aber bei persönlichen, emotionalen Reden würde ich jedes Mal in Tränen ausbrechen 😀 … hach.)
    Also: Chapeau!! 😉

    1. dankeschön ❤
      ich habe das auch schonmal gehört. ich glaube sogar, dass der hier erwähnte dozent das erzählt hat. aber das ist doch eigentlich total verrückt. woran mag das liegen? daran, dass man so auf dem präsentierteller steht?
      ich bin auch sehr froh darüber, dass das besser geworden ist. mit sachlichen präsentationen geht es mir schon eine weile besser und auch damit, in einer größeren (mir unbekannten) gruppe den mund aufzumachen. aber das persönliche und emotionale war echt nochmal ein großer schritt. tränen sind bei mir zum glück nicht so eine gefahr, aber ich kann so schnell sprechen, dass ich mich nicht einmal mehr selbst verstehe 😉

  3. Freie Rede gehört auch zu meinen großen Ängsten.
    Ich bin so froh, dass ich sowas nicht beruflich machen muss. Ich finde es toll, dass du für deine Freundin über deinen Schatten gesprungen bist. Das ist genau das, was eine Freundschaft ausmacht!

    Liebe Grüße!

    1. dankeschön ❤ ja ich denke auch, dass das in freundschaften wichtig ist. gleichzeitig hat sie mir auch die möglichkeit gegeben, das zu tun und mir einen vertrauensvorschuss gegeben. aber ohne die entwicklung der jahre zuvor hätte ich es dennoch nicht gekonnte. es war so ein bisschen eine "mutprobe" für mich, ein endpunkt von etwas, etwas, mit dem ich abschließen kann. das ist ziemlich wunderbar.

  4. Oh, ganz wunderbar, was du da schreibst. Ich kenne das gut aus eigener Erfahrung. Durch das Tun und den Mut kann man seine Ängste überwinden, wie du es so erfolgreich geschafft hast. So habe ich auch schon selbst Ängste abbauen können. Durch das wiederholte Machen. Wie stark unser Selbstvertrauen wird, wenn wir eine Angsthürde überwunden haben. Es ist großartig.

    Durch Selbstreflexion können wir immer mehr erkennen, was da unter unseren zahlreichen Masken und Schichten versteckt ist. Die Ur-Idee unseres „Ich bin“ wird dann frei, wenn wir auf unsere Bedürfnisse hören, uns mit den Menschen umgeben, die uns fördern und stärken, mit den Dingen beschäftigen, die unsere Seele freudig stimmt und auch unsere „Schatten“ anerkennen und dazu stehen. Dann können wir auch immer mehr unsere ERLERNTEN Ängste abbauen, die nur dazu dienen, uns zu blockieren. Angst an sich ist ja OK, wenn sie uns vor realen Gefahren warnt.

    Danke für deine Offenheit!

    Herzensumarmung <3,
    Caroline

    1. es ist wirklich was ganz besonderes. aber gleichzeitig auch eine ganz besondere herausforderung. es bedarf viel geduld und immer genau der richtigen menge konfrontation und eines gewissen sicheren rückzugorts. aber WENN man es schafft ist es umso toller.

      deinem zweiten absatz kann ich nur uneingeschränkt zustimmen, inklusive der begrifflichkeiten, die du gewählt hast ❤

  5. es kostet Überwindung, aber man packt das, habe über 20 Jahre Vorlesungen und Seminare vor Lehrern gehalten und war bis zum letzten Auftritt immer aufgeregt, Klaus

    1. ein bisschen lampenfieber ist sicher sogar förderlich, weil man unter anspannung oft besser funktioniert. nur irgendwann überschreitet man einfach diese grenze…

  6. Wie schön zu lesen und wie stolz du sein kannst! Ich hätte mir nach dem Abi auch nie vorstellen können, einen Beruf auszuüben, bei dem man ständig vor Leuten stehen muss. Nun, es ist anders gekommen, allerdings nicht ohne den Weg, der dazwischen lag.
    Liebe Grüße
    Christine

    1. genau das ist es nämlich. veränderungen passieren nicht von heute auf morgen und so werden sie erst möglich. für mich ist es jetzt auch manchmal notwendig, wenn auch in anderem rahmen als früher und so hat sich das ganze eigentlich mehr zufällig nach und nach ganz logisch ergeben, so dass auch der „klassische“ rahmen mittlerweile ok geworden ist. welch eine erleichterung.

  7. Schöne Schwarz Weiß Fotos von Norwegen und dazu deine Reflexion zu Präsentationen halten. Ich denke auch, dass wir zunehmend mutiger und selbstbewusster werden, je öfter wir frei Reden und präsentieren. Das Lampenfieber ist trotzdem leider oft nicht wegzubekommen
    LG Andrea

    1. ich denke, es hilft nicht nur, die sache an sich zu wiederholen, es muss vor allem auch im hintergrund etwas passieren, wenn es – wie bei mir – eine richtige angst ist und mehr als das „normale“ lampenfieber. aber man kann es schaffen. und lampenfieber muss auch gar nicht immer schlecht sein.

  8. Ein feiner, stiller und tiefer Text über Mut und Angst. Ich kann dir beides nachfühlen. Sowohl die Angst frei zu sprechen als auch den Wunsch für Nina es doch zu tun. Es ist ein weiter Weg Selbstbewusstsein aufzubauen und ein noch weiterer mutig zu sein.
    Gerade als erwachsener. Da wird manches was als Kind leicht war, plötzlich schwer.
    😘
    Neben den Worten die so gut verstanden habe waren es die schönen Bilder, die ich einfach nur toll finde.

    1. oh ja, genau so ist es. viele dinge kann und macht man als kind ganz selbstverständlich und auf einmal hat man sie verlernt.
      ich danke dir auch an dieser stelle wieder von herzen für deinen kommentar, der sich so nah anfühlt.

  9. Wow, tolle Erfahrung die Du da gemacht hast. Das sind die Momente die Dich definitiv immer weiter voran bringen. Schön das es eine solche Gelegenheit gab und Glückwunsch das Du Dich überwinden konntest. Eine tolle Kombination, Mut und Freundschaft, Überwindung und Entwicklung. Und passend dazu die Bilder… Ich bin begeistert!

    1. oh ja, das stimmt! aber es muss viel passieren im hintergrund, dass man damit weiterkommt, das habe ich auch gesehen. ich freu mich auch sehr darüber und kann damit getrost die „mut challenge“ für april als erfolgreich verbuchen 😀 die bilder haben diesmal lustigerweise ganz stark den text getriggert. als ich an der s/w-bearbeitung gesessen bin hatte ich das wort „veränderung“ im kopf und schwups, entstand der text.

  10. Norwegen…noch so ein Sehnsuchtsland, in welchem ich noch nicht war…;-). Sehr schöne Bilder.
    Ich muss mich auch erst überwinden, vor Publikum zu sprechen. Da kommt es auch sehr darauf an, wie vertraut mir die Zuhörer sind. Ich denke, das ist aber auch eine Übungsfrage…;-). Meist bin ich vor dem Vortrag sehr aufgeregt…und stehe ich erst mal am Podium, dann ist das so, als hätte man bei mir einen Knopf betätigt…;-). LG Lotta.

    1. ich war schon dort, aber für mich ist es immer noch ein sehnsuchtsland 🙂 dankeschön, es war echt traumhaft dort.
      das ist super wenn das bei dir klappt. bei mir war es immer so, dass ich in dem moment, als ich vorne stand, völlig die sprache verloren habe. es hätte mir passieren können, dass ich nichtmal mehr meinen namen richtig sagen kann. das war echt schlimm. ich hatte sowas sonst nie, vor prüfungsangst und ähnlichem bin ich ja immer verschont geblieben, aber da hat die panik richtig zugeschlagen. daher ist das wirklich eine enorme erleichterung, dass sich das verändert hat.

  11. Ein tolles Beispiel für etwas mit dem jeder wohl irgendwie zu kämpfen hat und genau wie bei dir tut es mir gut darüber zu lesen, wie andere ihre Komfortzone verlassen haben 🙂 Wenn man etwas für Freunde macht, ist das noch ein Stück motivierender und fühlt sich wahrscheinlich weniger lästig als eine Uni-Präsentation, aber trotzdem – tolle Leistung! Und ja, ich finde es auch schade wieviel wir vom kindlichen „Mut“ verloren haben und mir kommt vor es wird immer schlimmer als besser :/

    1. es freut mich, wenn ich damit recht hatte! und ja, du sagst es. für freunde ist es irgendwie nochmal wertvoller, sich zu überwinden und vor allem: die aufgabe auch entsprechend gut zu lösen. weil da hat man dann immerhin nicht nur selbst was davon ^.^
      so kommt es mir auch vor. allerdings arbeite ich da grade sehr dran und im moment glaube ich geht es bei mir endlich auch mal wieder in die andere richtung. einfach mal machen, weniger denken – für grübler und planer wie mich eine spannende challenge 🙂

  12. Erinnert mich an einen Dozenten in meinem ersten Semester. Nachdem mein erstes Referat ganz gut gelaufen ist, sagte er mir hinterher, dass ich das ja echt gut gemacht hätte, das hatte er Anfangs gar nicht erwartet.
    Das blieb auch haften, dass ich auf Leute offenbar einen inkompetenten Eindruck mache…

    1. :-O wow, das ist ja mal eine ansage, die vor allem in meinen augen von einem inkompetenten dozenten zeugt, denn so etwas sollte man echt nicht in der form ausdrücken…

  13. Ein schön selbstreflexierender Beitrag! Ich halte es auch für extrem wichtig, sich mit seinen Änsgten stets auseinanderzusetzen, davon habe ich selbst leider auch genug. Aber alles braucht seine Zeit und manches geht auch nicht nur dadurch weg, dass man mehr Selbstvertrauen aufbaut, sich der Situation stellt und diese meistern kannst. Wie du schon sagtest, ein bisschen von der Angst ist geblieben, wenn auch im normalen Rahmen.
    Ich bin in den letzten 14 Tagen 7 Mal geflogen, trotz extremer Flugangst bzw Platzangst. Es war jedes Mal der gleiche Horror, ich habe es jedes Mal geschafft (ist ja auch nicht so, als würde man aus der Situation rauskommen, wenn man wollte 😉 ) und dennoch würde ich frewillig so schnell nie wieder in ein Flugzeug steigen.

    1. ich glaube, dass wir alle menschen, die viel spüren und reflektieren, von ängsten begleitet sind. sie haben auch ihren nutzen und ihren zweck, aber wir müssen sie wohl einfach anschauen und hinterfragen und uns ihnen manchmal eben auch stellen.
      ich will mir aber gar nicht vorstellen, wie es einem geht, wenn man noch in diesem angstzustand ist und so arg damit konfrontiert ist. das ist auf jeden fall eine große leistung!

      1. Ja das glaube ich dir auch! Ja das stimmt. Danke dir ich bin auch froh es überlebt zu haben, das war für mich die schwerste und schlimmste Zeit seit Jahren.

      2. das glaube ich gern. trotzdem hoffe ich, dass du auch schönes mitnehmen konntest und dass dir die zeit helfen wird, künftig besser mit solchen situationen klarzukommen!

  14. Oh Liebes, ich kann dich so gut verstehen und so gut nachvollziehen wie du dich vor der Rede gefühlt haben musst.

    »Wenn man etwas tut, das einem immer irre viel Angst gemacht hat und man auf einmal schafft, es gut zu machen, kann man spüren, wie man innen drinnen wächst. Wie etwas Verletztes heilt, wie etwas Schwaches stärker wird.« Das hast du so unglaublich schön beschrieben. 💗

    Wie oft ich schon an dem Punkt war, alles hinzuschmeißen. So viel Arbeit, so viel Weg. Für was? Wozu? Und jetzt komme ich langsam an den Punkt und kann schon kleine Aspekte des „darum/dafür“ spüren. Es ist hart, es ist anstrengend, es kann einem den Schlaf rauben, aber es lohnt sich. Auch wenn ich mir bei jedem neuen Anfang das selbe denke. 😅

    Oh wow! Der letzte Absatz hat es echt nochmal richtig in sich. So heroisch, motivierend und Feuer entfachend. Ich weiß nicht wie ich es anders beschreiben soll. Bei manchen Punkten davon, kann ich schon nicken und andere sind mir noch verschlossen. Aber ich weiß, dass dieser Punkt auch irgendwann kommen wird. Und ich danke dir, dass du mir immer wieder auf’s Neue zeigst, dass es sich lohnt weiter zu kämpfen. 💖

    1. ich liebe es, was du in diesem absatz schreibst unter meinem text. es gibt kein besseres gefühl, als endlich das „darum“ zu spüren und ich freu mich so für dich, dass du es spüren kannst!
      und danke für deine worte ❤ das verrückte ist, dass man sich sein leben lang nicht vorstellen kann, so zu empfinden und irgendwann denkt man daran und dann ist es einfach so. ohne meine therapie wäre dieser prozess aber bestimmt nicht in der form passiert also du bist auf dem bestmöglichen weg ❤

      1. Geht mir genauso. Ich denke ohne die Therapie und auch ohne unsere Gespräche wäre ich wohl noch nicht an diesem Punkt angelangt. Auch auf die Gefahr hin mich zu wiederholen, aber hör bitte niemals auf diese Beiträge zu schreiben! Ich bin mir sicher, sie helfen nicht nur mir, sondern auch noch ganz vielen anderen. 😘

      2. ❤ das mache ich nicht. zu wissen, dass ich durch das teilen meiner gedanken und erfahrungen auch andere menschen in ihrem prozess unterstützen kann, ist das größte und wunderbarste geschenk, das es für mich gibt!

  15. Ich krieg bei den Gedanken eine Presentation zu halten, sofort Schweißausbrüche. Meine ängste sind meistens, was wenn ich was zwischen den Zähnen habe? Was wenn mein Hosentür offen ist? Schweißflecken?… dann red ich immer schneller und verhapschel mich und so geht es weiter.
    Ich schreib auch lieber 2 Wochen Arbeit, als Gruppenprojekt. Hab sogar einen Communication kurs online gemacht, weil ich so Bammel vor dem Public Speaking hatte😂

    1. ich kenn diese gefühle sooo gut, mir ist es auch ewig so gegangen. ZUM GLÜCK ist das heute großteils anders. trotzdem schreib ich nach wie vor lieber arbeiten 🙂 also: i feel you!!

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