Fotostopps durch Portugal: Cabo de Roca – am westlichsten Punkt von Europa & [Wort] Aquaholic

Ich weiß noch gar nicht, wieviel Zeit vergehen wird, bis der erste spezifische Beitrag über unsere große Reise dieses Jahr online geht. Ich bin noch relativ weit entfernt davon, selbst genug Distanz und Überblick zu haben, um einzelne Bilder auszuwählen und euch davor zu bewahren, in einer Bilderflut zu ertrinken. Daher gibt es vorerst etwas, das schon länger zurückliegt.

Vor einiger Zeit schrieb ich in einem Kommentar an Markus:

Wasser hat einfach eine besondere Aura. die Geräuschkulisse am Wasser hat etwas, das für mich enorm beruhigend ist und Wasser hat so etwas Metaphorisches. Wenn ich am Wasser stehe, fühle ich mich einfach irgendwie auf einmal mit der Welt verbunden. Aber nicht auf eine smartphone art und weise.

Dazu passend wurde mir das Wort „aquaholic“ geschenkt.

Urban dictionary schlägt folgendes vor:

  • A person who is always & constantly drinking water
  • A person addicted to watersports
  • You go to the beach all the time
  • Someone who is obsessed with keeping fish as pets

Ich bin so frei und definiere es noch einmal ein bisschen für mich selbst: ein aquaholic ist jemand, der eine große Leidenschaft für Wasser hegt. Und so jemand bin ich unbestritten. Abgesehen davon, dass ich tatsächlich gerne Wasser trinke 😉 ist Wasser mein mit Abstand liebstes fotografisches Element. Nichts anderes habe ich so oft und in so unterschiedlichen Variationen und Aggregatszuständen fotografiert wie Wasser. Vermutlich weil Wasser für mich das alchemisch geheimnisvolle Elixier des Lebens ist.

Kein (irdisches) Leben könnte ohne Wasser entstehen. Wir brauchen Wasser, damit unser Organismus überleben kann und wir brauchten Wasser, damit sich Organismen überhaupt erst einmal entwickelten.

Uns so stehe ich mit aller Ehrfurcht am Rande der Klippen und beobachte den gefühlt niemals endenden Atlantik. Am westlichsten Punkt Europas schaue ich auf das offene Meer, in Richtung Amerika. Weniger als zwei Jahre später würde ich auch endlich wieder auf der anderen Seite des Atlantiks stehen und Richtung Portugal sehen – aber davon wusste ich damals noch nichts.

Vor und unter mir liegt eine fabelhafte, zauberhafte Welt, die wir Menschen noch so wenig kennen, die wir noch so wenig erkunden und ergründen konnten, mit magischen Lebewesen, die sich unsere Fantasie nicht fantastischer hätte ausmalen können. Eine Welt, die darin und drumherum so umwerfend schön ist, dass ich nur staunen kann.

Gleichzeitig mache ich Bekanntschaft mit einer Naturgewalt eines anderen Elements: der Wind weht mir so stark ins Gesicht, dass es schwer möglich ist, aufrecht zu gehen. Selten habe ich solche Sturmböen erlebt, die hier an der Tagesordnung zu sein scheinen. Es macht mir einmal mehr bewusst, wie klein und unbedeutend ein so ein Menschenleben für das komplexe große ganze Geschehen auf unserem Planeten ist.

Cabo da Roca ist der westlichste Punkt des Festlands des europäischen Kontinents. Er liegt in Portugal an der Atlantikküste westlich von Lissabon in einer Höhe von 140 Metern über dem Meeresspiegel.