Kategorien
Neuerscheinung

Auf der Suche

Vor langer Zeit war ich aufgebrochen. Ich bin durch viele Gegenden gestreift, in Sehnsucht, auf der Suche nach dem Gral.

Avalon 1

Gefunden habe ich etwas anderes. Den See. Ich bin sicher, überquere ich ihn, dann finde ich es.

Avalon 2

Das verlorene Reich. Avalon.

Kategorien
Neuerscheinung

Bilder aus der Vergangenheit

Es gibt Dinge im Leben, die geben einem zu denken. Dazu gehört, dass die Fotografin seit sie denken kann mit einer schweren Arachnophobie zu kämpfen hat. Doch das allein wäre noch nichts Erstaunliches. Nein. Aber interessanterweise gibt es trotz der Angst auch schöne Dinge, die mit dem Angstobjekt zu tun haben, die auch mir nicht verborgen bleiben.

Es war Winter, als dieses Foto gemacht wurde. Ein kalter, eisiger Tag im Dezember. Doch garantiert ein Tag, an dem der Achtbeiner nicht zuhause war. Vermutlich ein Tag, an dem er oder sie nicht mehr existiert hatte. Doch der Frost, der Raureif, hat ein Stückchen davon lebendig bleiben lassen. Ein Stückchen Kunst.

Spinnennetz

Ein Stückchen Vergangenheit.

Zapfsaeule

Kategorien
Neuerscheinung

Frühlingserwachen

Leise, leise und ganz vorsichtig erwacht alles aus dem Winterschlaf. Zweige recken und strecken sich, blinzeln vorsichtig ins helle Licht um die ersten Sonnenstrahlen zu erhaschen.

Psssst, das soll nicht durch Worte gestört werden… Ein stiller Streifzug durch die Frühlingslandschaft:
1

Kategorien
Neuerscheinung

Winterimpressionen

Überbleibsel des bunten Sommers, vom Winter konserviert

Hagebutten im Raureif

Kategorien
Neuerscheinung

Drahtseilakt

Das hier ist er, der Zaun. Das verrostete Stahlseil. Festgedreht, stark, alt. Es wirkt morsch und schmutzig bei dem Versuch, Passanten vor dem Sturz über den kurzen aber steilen felsigen Abhang zu bewahren.

Ein Stück Draht

Was es schon alles gesehen haben mag, frage ich mich? Hält es mich? Teste ich, während ich mich vorsichtig dagegen lehne.

Drahtgelenk

Es liegt eingebettet in die Öse – doch wie fest steckt der Pflock in der Erde?

Kategorien
Neuerscheinung

Verdorrte Blume

Eine kleine Blume, die ihre verbliebenen Blütenblätter hungrig der Sonne entgegenstreckt.

Vergangenes Leben

Eine kleine Blume, deren Zeit vorbei ist und die versucht, den letzten Rest Leben zu mobilisieren um noch keine Vergangenheit zu sein, neben dem Pflock eines rostigen Zaunes.

Kategorien
Neuerscheinung

Schattenwerfer

Hier stehen wir – du und ich – am Fuße der Föhre. Auf dieser Bank haben wir gerade Sonne getankt um ein wenig Endorphinausschüttung zu gewährleisten. Wir stehen hier, zusammen.

Wir im Umriss

Doch im umrisshaften Schatten kann man nicht erkennen, ob wir nur zusammen oder miteinander hier stehen…

Kategorien
Neuerscheinung

Ein Stück vom Himmel

Wenn man die vorher detailliert fotografierte Rot(?)föhre hier im ganzen sieht, wie sie ihre Äste zum Himmel streckt, in die endlosen weiten, dann kann man die Freiheit von der ich sprach vielleicht ein bisschen nachvollziehen.

Ein Stück vom Himmel

Aber vorsicht. Auch beim Turmbau zu Babel wollte man gen Himmel streben.

Kategorien
Neuerscheinung

Die Wunde eines Baumes

Der Stamm einer Föhre. Ich weiß nie sicher, ob der Wald hier nun für Rot- oder Schwarzföhren bekannt ist. Ich bin geneigt zu glauben, dass es sich um Rotföhren handelt, da die Rinde einen leichten Rotstich hat.
Föhrenwälder sind wunderbare Wälder. Sie sind hell und freundlich, mal fühlt sich frei und sorglos.
Die Wunde eines Baumes

Doch dann kommt man näher und betrachtet die Details. Man erkennt – auch hier ist nicht alles so gut, wie es scheint.

Kategorien
Neuerscheinung

Bekanntschaft mit dem Spiegelbild

An einem recht sonnigen Frühwinter- (oder war es ein Spätherbst-?)tag traf ich in der Ubahn doch tatsächlich mein Spiegelbild. Nein, ich habe keine Doppelgängerin, so meinte ich das nicht. Aber ich habe jemanden gesehen, der genauso Ubahn zu fahren scheint wie ich selbst. Amüsant sowas, aber auch immer irgendwie beängstigend, wenn man Tiques, die man an sich nur von sich selbst kennt, doch plötzlich bei anderen wieder findet.

Das Mädchen schien in meinem Alter zu sein, sie trug ihre Jeans in die Stiefel gesteckt und eine schwarze Tasche sowie einen schwarzen Mantel. Die Jacke trug sie offen (es war warm in der Ubahn), sie hatte blonde Haare und blaue Augen. Doch das war es alles nicht was sie mir ähnlich machte. Nein – sie beobachtete alle Leute um sich herum. Gekonnt, verstohlen. Ihr Blick folgte denen der anderen Fahrgäste, und wenn sie dann doch einmal aufeinander trafen schaute sie ins Nichts, in die Leere, als ob es dem anderen nur so vorgekommen wäre beobachtet zu werden.  Ich frage mich immer ob so etwas nur mir auffällt, weil ich es selbst schon bis zur Perfektion betreibe oder ob es auch andere merken, die sich die Zeit nicht damit vertreiben über Unbekannte nachzudenken. Aber dieser unbeteiligte Blick wenn das beobachtete Subjekt einen ertappt, der könnte von mir sein. Es amüsiert mich – ich hätte Lust gehabt sie darauf anzusprechen. Besonders als sie sich dann noch unauffällig am Kopf kratzt denke ich mir, hey, du bist ich – in deiner Welt.

Kategorien
Neuerscheinung

Ein Querschnitt durch die persönliche Mediennutzung als Spiegel des Charakters

Ich entferne mich nun zum ersten Mal von meinem Hauptthema, das sich durch diesen Blog ziehen soll – die öffentlichen Verkehrsmittel. Denn über der Thematik des Unterwegs-beobachtens steht die Thematik des Beobachtens. Und gestern gab es in meinem derzeit gewohnten Umfeld ein wenig Beobachtungspotenzial.

Ein neues Fach hatte begonnen – Mediaplanung. Wie üblich durften sich siebenundzwanzig Leute, die einander doch schon mäßig kannten, an einer wiederholten Vorstellungsrunde ergötzen. Allerdings gab es diesmal doch gewisse Aspekte, die des Zuhörens wert waren. Die Lektorin wollte etwas über das Medienverhalten der Kursteilnehmer erfahren. Welche Medien, wann, in welchem Ausmaß, wie. Und – siehe da – man kann Menschen tatsächlich nicht nur an ihrem Musikgeschmack ‚einschätzen‘, nein, auch der Mediengebrauch war so richtig schön ‚typisch‘.
Die Business-fokussierten lesen täglich Presse und Standard, surfen auf ORF.at, schauen die ZiB und abends noch berieselnde Serien. Die High Society Dame konsumiert zusätzlich regelmäßig Magazine. Die Alternative liest keine Zeitung, hört dafür hauptsächlich FM4. Der heillos seltsame verweigert jegliche Werbung und prahlt damit im gleichnamigen Wahlfach. Der vermeintlich Coole ist der Sport-Schauer und die zusätzlich-an-der-Uni-Studierende liest überhaupt lieber Bücher als Zeitungen, schaut beim Frühstück 3sat und arte und benutzt hauptsächlich das Internet als Informationsquelle. Die Abendstudentin, die immer wieder betont wie alt sie nicht alle schon sind hört Radio Arabella und hat das Zeitunglesen aufgegeben.

Kategorien
Neuerscheinung

Das Mädchen mit gefleckten Haaren

Ich startete heute in den dritten Seminartag und war schon recht ermüdend, da es sich um ein eher zermürbendes Seminar handelte. Zudem hatte ich die Aussicht darauf, etwa zwölf Stunden im Rad der Institution gefangen zu sein und war daher dementsprechend motiviert. Allerdings etwas wacher als die Tage zuvor, da ich immerhin den Wecker abgedreht und beschlossen hatte, einfach ein wenig zu spät zu kommen wenn mein Körper den Schlaf braucht.
Ich enterte somit in aller Gemütlichkeit (im Wissen, Stress würde es heute noch genug geben) den ersten Ubahnwaggon und hatte sogar (fast) die freie Sitzplatzwahl. Ich kam dazu, schräg gegenüber von einem Mädchen zu sitzen, dessen Alter einzuschätzen mir schwer fiel. Es musste sich irgendwo zwischen dreizehn und sechzehn bewegen. Der Leser wundert sich vielleicht, warum gerade in DEM Alter ich nicht in der Lage war, dies einzuschätzen. Nun, dies mag daran gelegen sein, dass das Mädchen derart schwarz umrandete Augen hatte, dass ich sie ungeschminkt bestimmt nicht wieder erkannt hätte. Aus ihren Kopfhörern dröhnte laute Musik (sogar bis zu mir her). So alles in allem, mit Ihren Leinenballerinas und dem Vans-Rucksack sowie dem zarten Gesicht hätte sie Avril Lavignes kleine Schwester sein können.
Was mich aber wirklich faszinierte waren ihre Haare. SIhre Naturhaarfarbe schien mittelbraun zu sein, sie trug sie offen mit Strähnen ins Gesicht und sie reichten ihr bis unter die Schulterblätter. Auffällig waren ihre blonden…Flecken. Ich bin es ja gewöhnt, dass Mädchen und Frauen blonde Haarpartien tragen, normalerweise aber längs gestreift. Diese waren nun quer gestreift. Es hatte etwas individuelles an sich, das aber entfernt an Raubkatzenfell erinnerte. Es wirkte unruhig und ich musste immer wieder hinschauen. Je öfter mein Blick sich in ihren Haaren verfing, desto mehr fing ich an nachzudenken, welche Musik wohl in ihren Ohren dröhnte und welche Gedanken ihr durch den Kopf gehen mochten. Was sie um diese Zeit (die Schule müsste längst schon begonnen haben – hatte sie vielleicht Freistunden gehabt?) in der Ubahn trieb und ob sie ihre Eltern belügte.
Sie war sehr hübsch. Ich fragte mich, ob sie das wusste.