Herbstspuren im Dehnepark: schillernd bunt oder Magic Monday Woche 17

Wir sind nun mitten im goldenen Herbst angekommen, die Blätter werden gelb, rot, braun, die Farben leuchten oder stehen in starkem Kontrast zum grau des Hochnebels über der Stadt und des Tiefnebels über dem Land. Ich bin umringt von diesen Farben, ich staune und will jeden Moment festhalten, bevor der Winter sie alle verschluckt. Um die weniger Herbstbegeisterten von euch ein bisschen auf diese Schönheit aufmerksam zu machen und den in-diese-Jahreszeit verliebten ein Thema dafür zur Verfügung zu stellen, ist es diese Woche im Episodenfilm (wie Conny es am Freitag auf Facebook schon richtig erraten hat):

farbenfroh

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Die Bilder entstanden vorletzten Sonntag, als wir es endlich mal wieder geschafft haben, unser „Wiener Park-Projekt“ weiterzuführen. Die Eindrücke wurden im Dehnepark gesammelt (knappe zwei Stunden haben immerhin drei Fotostrecken beschert ^.^), eine der unzähligen Parkanlagen am Stadtrand. Fünf Hektar groß mit einem Teich in seiner Mitte.

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Neuerdings habe ich mit einem Freund über meine Faszination von der Fotografie gesprochen. Er kann meinen Zugang so gar nicht verstehen, da sein Interesse an Bildern rein die Abbildung der Realität ist. Er mag das Verfremden der künstlerischen Fotografie nicht, das Spiel mit der Tiefenunschärfe, das Betonen von Details, die das Auge in der Form nicht wahrnimmt. Bei mir ist es das Gegenteil: das Entdecken von unscheinbaren Dingen, die soviel Schönheit bergen, die man ansonsten nie gesehen hätte. Während ich in meinem Alltag durch die Welt rase, immer unterwegs von A nach B, immer in der Eile der verstreichenden Zeit gefangen, ist es, als könnte ich beim Fotografieren dieses große Ganze einen Moment lang begreifen. Als könnte ich für diesen Moment, in dem ich im Sucher etwas finde, auslöse, und diesen Augenblick konserviere, die Zeit verstehen und in dieser Zehntelsekunde besitzen. Dieser Moment gehört dann mir, ich habe ihn bewusst erlebt, sogar all sein Licht auf einem Chip gespeichert und ich kann ihn unendlich oft wieder erleben. Der Moment ist nicht verloren, er ist nicht unbemerkt verstrichen, weil ich ihn gesehen habe.

(Es ist Herbst. Meine Gedanken kommen zu mir zurück und lassen sich zu Wörtern formen…)