Analog am Zentralfriedhof: kreuz und quer & Gedanken zu Begegnungen

Am Wahlwochenende waren der Herzjunge und ich bei wechselhaftem Wetter am Zentralfriedhof. Ich hatte mal wieder eine Analoge dabei und habe euch ein paar unwirkliche Eindrücke aus der Vergangenheit in die Gegenwart mitgebracht.

Kamera: Contax 167 MT || Film: Kodak Portra 160

Ob Begegnungen, die nicht passieren, einfach so nicht passieren, weiß ich nicht. Aber Begegnungen, die passieren, passieren nie einfach so.

Ich habe in fast 29 Jahren rückblickend eines immer wieder festgestellt: alle Begegnungen in meinem Leben hatten ihren Sinn. Das habe ich nicht immer gleich erkannt. Manche wollte ich nicht gehen lassen, bei anderen habe ich mir gewunschen, sie nie getroffen zu haben. Sie haben mir die hellsten und dunkelsten Stunden beschert, mich lachen und weinen gemacht.

Ich habe oft lange dafür gebraucht, den Sinn in einer Begegnung zu sehen und den Platz mancher Personen in meiner Biografie zu erkennen. Bisher ist es mir noch immer gelungen, manchmal früher, manchmal sehr viel später.

Ich habe lange gebraucht, zu akzeptieren, dass immer diese Menschen ins Leben treten, die ich gerade anziehe. Dass ich mich verändere und darum nicht alle für immer bleiben können, weil ich nicht mehr zu ihnen passe oder sie nicht mehr zu mir. Dass sie sich verändern – und dasselbe passiert.

Wenn du verlierst, verliere nie die Lektion.

Dalai Lama

Auf seinem Lebensweg begegnet man unendlich vielen Menschen, Individuen, Persönlichkeiten. Von allen können wir etwas lernen und aus allen Begegnungen etwas mitnehmen – zumindest für uns selbst. Manche Begegnungen sind nichts anderes als eine Lektion. Sie lassen uns unsere Grenzen erkennen, unsere Stärke – oder unsere Schwäche. Sie sind dazu da uns zu zeigen, was uns wichtig ist, worauf es uns ankommt und was wir dafür zu investieren bereit sind – oder eben auch nicht.

Sie bedeuten Knotenpunkte in unserem Leben, Weggabelungen, an denen wir uns entscheiden müssen, dafür oder dagegen, weiterzugehen oder umzudrehen. Sie sind die Trigger, die uns dazu zwingen, etwas zu verändern, uns unsere wahren Gefühle bewusst machen, zu kämpfen. Sie bringen uns zum Lächeln, zum Grübeln, dazu, uns selbst in Frage zu stellen, neu zu bewerten und letztlich: ein Stückchen näher zu uns.