Girls-Roadtrip in den Süden: Meerweh in Piran

Unlängst bei Jim Kopf zitierte ich Sartre:

Der sensible Mensch leidet nicht aus diesem oder jenem Grunde, sondern ganz allein, weil nichts auf dieser Welt seine Sehnsucht stillen kann.

Ich kenne es schon lange, dieses geflügelte Wort doch erst vor einiger Zeit konnte ich seine wahre Bedeutung nachvollziehen. Meine Freundin hingegen schrieb es schon vor 18 Jahren auf ihre Uboot-Nickpage, was mir heute deutlich sagt, dass sie damals schon einiges mehr von der Welt verstanden hatte als ich.

Heute ist die Sehnsucht ein Gefühl, das so in mir verwachsen ist, dass ich nicht mehr weiß, wie sich ein Leben ohne anfühlt. Sie schlich sich ein, irgendwann, zwischen Piadine und Eis in Florenz, zwischen dem Bedürfnis nach Beständigkeit und dem Wunsch nach Veränderung. Manchmal, da erfüllt sie mich so vollends, dass sie mir die Luft aus den Lungen drückt, manchmal ist sie nur eine kleine Fußnote am Rande des Tages.

Es ist die Sehnsucht danach, der Mensch zu sein, der ich bin, sobald der Berufsalltag auf Pause gestellt wurde, ich meine Sachen packe und mich in Richtung eines Zieles begebe. Ob dieses Ziel nun die Hohe Wand, die Adria oder der Pazifik ist, ist dabei belanglos. Es zählt nur eines und das ist das „Draußen“. Ich bin ein „draußen“-Mensch. Ich mag „drinnen“ nicht so sehr.

„Draußen“, da bin ich die ich sein will, da bin ich die, die ich sein kann. „Drinnen“ bin ich die, die ich sein soll, die ich sein muss.

Und dann gibt es diese kleinen Flecken Erde, diese Bruchteile an Lebenszeit, an denen ich draußen, ganz und die bin, die ich sein kann und will. Hier, in Piran, am Strand, da war so ein Moment. Ein Moment, dessen Erinnerung mich mit soviel Freude erfüllt, weil ich ihn erleben durfte, weil ich mich daran erinnern kann und er immer noch mit sanfter warmer Brise in meinem Kopf nachhallt, aber auch mit Schmerz, weil diese Momente so kurz, so klein, so wenige sind und ich so unersättlich daran.