Pabuca: Autumn

Diese Woche möchte ich bei Pabuca auch wieder dabei sein. Es gibt ein Thema, zu dem ich soviel zu sagen habe und doch grade nicht den perfekten Beitrag parat. Wien und Herbst ist so eine Sache. Wenn man ihn erwischt, dann ist er wunderschön. Aber irgendwie wartet und wartet man, die Blätter sind grün und wollen sich nicht verfärben – und auf einmal ist alles kahl. Dieses Spiel spiele ich nun schon das 2. Jahr in Folge und hoffe, eines Tages vielleicht doch den richtigen Moment zu erwischen. Auslassen wollte ich es dann aber doch nicht, weil es ja mein liebstes Thema ist. Nun bekommt ihr drei Bilder, die diesmal alle mit dem Apfel festgehalten wurden.

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Die düsterste Seite der Jahreszeit. Feuchte Luft und Nebel, der im Himmel hängt. Allerseelen auf den Steinhofgründen – dazu kommt noch ein ausführliches Posting.

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Der Teich im Dehnepark. Bunte Spiegelungen und Enten, die das Leben verkörpern. Am Ufer die toten Blätter, die den bevorstehenden Winter einläuten.

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Eines meiner liebsten Bilder diesen Herbst. Die bekannten Alleegänge in Schönbrunn, nach wochenlangem warten endlich in feurigem orange und sonnigem gelb, die trotz grauem Tag aus sich heraus leuchten.

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Und weil der Beitrag nicht so lang und doch etwas düsterer als erwartet wurde, möchte ich an dieser Stelle gern noch auf etwas anderes hinweisen…

Ich habe lange überlegt, ob ich diesen Artikel hier posten soll oder nicht. Manch einer von euch hat ihn vielleicht schon gelesen, aus meinem Facebook-Stream oder vielleicht von viel früher, er ist nicht neu, hat aber erst letzte Woche meinen Weg gekreuzt. Er passt gar nicht zu den bunten und fröhlichen Farben auf den Bildern, sehr wohl aber zur Melancholie des Herbstes. Ansonsten will ich darüber nicht viele Worte verlieren, nur soviel: überlegt euch vorher gut, ob ihr in lesen wollt. Eines kann ich jedenfalls versprechen: wer sich gerade über kleine Nichtigkeiten des Alltags geärgert hat, wird es danach nicht mehr tun.

„Mami, kannst du mich loslassen?“

Wenn ihr euch jetzt fragt, warum ich so eine Geschichte mit euch teilen wollte, wo dies doch sonst ein Ort des Positiven sein sollte… weil vermutlich jeder von uns – so auch ich – die Tendenz hat, sich über Kleinigkeiten fürchterlich aufzuregen. Sich zu verlieren in Schwierigkeiten des Alltags, die einem Tage, manchmal Wochen verderben, obwohl sie – im Ganzen betrachtet – völlig unwichtig sind. Ich persönlich brauche manchmal solche Geschichten, um mir wieder bewusst zu werden, wie wertvoll das Leben ist, wie gut es uns geht, trotz kleiner Wehwehchen, trotz kleiner Unzulänglichkeiten… ich will nicht behaupten, dass es bei jedem von euch so ist, ich weiß, einige von euch haben mit ihren eigenen, fast übermenschlichen Dramen zu kämpfen und die will ich damit auch nicht schmälern. Nur den Frust über Nichtigkeiten und wie er wertvolle Lebenszeit stehlen kann, den will ich relativieren.