Zentraldfriedhof Herbst und Gedanken über Kopfkult vs. Körperkult

Diese großen, imposanten Friedhöfe sind für mich Orte der Reflexion. Diese Orte zwischen Leben und Tod, wo man der Endlichkeit Einlass in seine Gedanken gewährt, sind die Orte, an denen Platz ist über die Dinge dazwischen nachzudenken, die Dinge, die die Fugenmasse des Lebens sind. Zu dieser Fugenmasse gehören für mich Erwartungen von außen, gesellschaftliche Zwänge und Erwartungen von innen.

Auch, wenn mir der Grundstein dieses Gedankens nicht direkt auf dem Friedhof gekommen ist sondern daheim in der Küche, als ich das Muster meiner Arbeitsplatte betrachtete, passt er für mich zur Weite und manchmal drückenden Stille des Friedhofs. Denn es geht darum, dass wir Dinge tun und welches Gefühl wir dabei haben, weil uns von außen ein Gefühl oktroyiert wird.

Manche von euch möchten jetzt vielleicht den Zeigefinger erheben und sagen: aber das ist doch lächerlich. Wen interessiert’s, was die Leute denken? „Wir kommen und wir gehen ganz allein“ singt Reinhard Mey. Also ist es unser Leben, unsere Verantwortung, wir müssen mit unseren Entscheidungen leben. Dennoch sind wir wie einzelne Bäume, jeder für sich anders, die zusammen einen Wald ergeben, denn wir leben immer in einem sozialen Umfeld.

Und ich möchte euch recht geben, denn ich finde, man sollte sein Leben nach seiner Façon leben. Aber ich gehöre nicht zu denen, die es schaffen, darüber zu stehen. Ich wünsche mir Anerkennung von außen. Das ist vielleicht nicht sehr rühmlich, aber realistisch betrachtet werde ich das nie ganz loswerden.

Und nun komme ich zum Punkt: mein Leben dreht sich in vielen Aspekten darum, Erkenntnis zu erlangen. Erkenntnis über mich selbst, über die Menschen, über unser Dasein, über die Welt. Ich möchte verstehen, warum wir auf gewisse Arten agieren, ich möchte mein Leben bestmöglich leben, das beste herausholen. Ich verwende Zeit darauf Dinge zu lesen und ich investiere Geld, um mich selbst besser zu kennen und mich von unliebsamen Mustern zu befreien. Ich sitze Abende lang mit Freunden in irgendeiner Wiener Lokalität und kaue Dinge von hinten nach vorne durch, so lange, bis ich sie verstanden habe und ich sie aufarbeiten und abschließen kann.

Diese Prozesse brauchen Zeit, sie brauchen Geduld und sie brauchen Kraft und Energie. Ich behaupte, dass ich mich dadurch sehr viel weiterentwickelt habe, dass ich dadurch ein anderer Mensch geworden bin, der sein Potenzial besser nutzen und sein Leben bewusster leben UND der gleichzeitig auch andere Menschen bei dieser Suche unterstützen kann. Gleichzeitig hat dieser Prozess einen großen Nachteil: er ist nach außen hin nicht sichtbar. Oder doch, aber verkehrt herum. Diese Phasen sind anstrengend bis manchmal schmerzhaft und im Gegensatz zu körperlicher Betätigung führen sie bei mir zum Gegenteil: ich esse. Ich nehme zu. Und anstatt stolz zu sein, was ich geschafft habe, gibt es im Grunde nur Frust und Urteil darüber, dass das nach außen hin sichtbare nicht perfekt ist. Und dann frage ich mich: warum gibt es die Anerkennung nur dafür, in eine gewisse Konfektionsgröße zu passen, nicht aber über eine Errungenschaft psychischer Prozesse? Warum sind Zeitschriften voll von Ratschlägen, wie man schlanker wird aber nicht, wie man innere Ruhe finden kann? Oder schon, aber immer erst, nachdem man schlanker geworden ist. Und warum habe ich so oft das Gefühl, dass egal was für ein Mensch in meiner Haut steckt, egal wie schlau, lustig, erfolgreich und klug ich auch immer wäre, letztlich nur die Zahl auf der Waage zählt?

Ja, ich gebe zu, dass das natürlich jetzt alles ein wenig überspitzt, überzeichnet und übertrieben ist. Dennoch ärgert, schmerzt und frustriert es mich, dass dieses lächerliche kleine Detail, dieser Splitter meines Ichs, in der Welt da draußen von so großer Bedeutung ist. Dass man aus allen Richtungen Männer- und Frauengespräche hören kann, die über Haut lästern, die nicht straff genug ist während all die Summe dessen, das sich innerhalb dieser unstraffen Haut befindet, einen Menschen soviel mehr ausmacht.

Veröffentlicht von

Internetmethusalem. Schütze Aszendent Jungfrau, Freudianer, Tolkienist, Freizeitfetischist, zwanghaft neurotisch, begeisterungsfähig, Kommunikationsjunkie, Träumermädchen. Ein Kopf voll Gefühl, ein Herz voll Gedanken.

63 thoughts on “Zentraldfriedhof Herbst und Gedanken über Kopfkult vs. Körperkult

    1. dankeschön. und ja, was bringt es? gute frage. ich glaube, es ist einfach ein menschliches streben, sein dasein so gut wie möglich zu gestalten – wie auch immer „gut“ für einen aussieht.

      1. Das ist sicherlich FÜR SICH SELBST eine feine Sache, da stimme ich dir vollkommen zu, doch nicht, wenn es darum gehen soll, ANDERE zufrieden zu stellen damit, vor allem, wenn das auch noch „ausartet“ in einen gewissen Perfektionismus, der dann kein Eustress mehr ist, sondern nur noch purer Distress!

        1. das problem ist, wenn das „für sich selbst“ sich einfach nicht und nicht emotional von außen entkoppeln lassen kann. ich schrieb im 2. oder 3. absatz, dass mir bewusst ist, dass das nicht rühmlich ist, aber über manche sachen kommt man nicht weg, steht man irgendwie nicht drüber, auch wenn man jahrelang dafür kämpft.

  1. Sehr schön anzusehen und noch wichtiger deinen Gedanken zu folgen. Lesens- und sehenswert! Liebe Grüße, Andreas

  2. Du schaust dir das Muster deiner Arbeitsplatte an und benutzt Worte wie „oktroyiert“????!!!
    Liebes, du machst mir Angst! 😀

    Wie immer schöne und passende Fotos zu gelungenen Worten.

    Wir leben in einer oberflächlichen Zeit, in der das Anderssein verdächtig und ungewollt ist. Man muss sich ja schließlich vergleichen können um seinen Stand in der Gesellschaft verifizieren zu können.

    Liebe Paleica, sei doch eine Rebellin und Pfeif‘ auf Konventionen. Sei du und gefalle dir einfach.
    Nimm dich und dein vorübergehendes Leben nicht so wichtig oder versuche einen tieferen Sinn zu suchen. Den gibt es nicht.
    Genieß‘ einfach die kurze Zeit die du hast und atme das Leben durch beide Nasenlöcher ein.
    Irgendwann werden dein Verlobter* und du vielleicht ein Kind haben und ich denke, dann hast du auch deinen Sinn gefunden – auch wenn es mit der inneren Ruhe dann auch nichts wird. 😀

    PS: Ich leihe dir meinen Accent: -> ´ <-

    * Am Beißholz rumkau. 😀

    1. haha liebster applejünger, du würdest dich wundern, wo überall ich das wort oktroyiert benutzen kann 😛 es ist ein großartiges wort. es sieht geschrieben nur immer so geschwollen aus.
      und weißt du, ich gebe dir ja recht. ich wäre das gerne. ich kann aber nicht so leicht. ich weiß, dass es keinen tieferen sinn gibt. der einzige tiefere sinn ist das jetzt und jeder moment, den man verschwendet hat, weil man nach etwas ungreifbarem gesucht hat, ist für immer verloren.
      und ja, das mit den kindern. das ist wieder ein eigenes thema.

      ich hätte aber einen c-accent nach unten gebraucht 😉

  3. Die Welt ist oberflächlich, ist Werbung, alles will verkauft werden. Die Welt kennt dich nicht, nichts von dem was in dir ist, was sich verändert. Das kennen deine Freunde, deine Familie, deren Urteil ist wichtig. Und über deren Urteile und Ansichten kannst du mit ihnen reden, reflektieren.
    Ich kenne dich kaum, finde dich aber gut so wie du bist. Punkt.
    Danke für deine Gedanken und für deine Bilder.
    Gruß
    Jörg

    1. danke lieber jörg, für deine worte. ja, das stimmt. die welt, die will verkaufen. aber es mutieren immer mehr „normale“ menschen zu verkäufern, die diese werte irgendwie zu verinnerlichen scheinen und auch das macht traurig.

      1. Das ist auch mein Eindruck, in vielerlei Hinsicht wird die Welt oberflächlich und die Menschen in ihnen, auch Bekannte, tragen dazu bei.Allzeitige Verfügbarkeit von allem, ein fettes Leben ohne existenzielle Probleme und die Angst davor dieses zu verlieren. Der Öffentlichkeit nicht standzuhalten, auch überall mitreden zu wollen/zu müssen? Da wünsche ich mir fast die Zeit zurück, als ich noch mit einem guten Freund um die Ecken gezogen bin und mir alles andere egal war….

  4. Liebe Paleica, ich glaube, der springende Punkt ist der, dass wir selbst denken, wir müssten den äußeren gefühlten oder proklamierten oder angeblichen (gesellschaftlichen, medialen etc.) Erwartungen entsprechen. Wenn wir aufhören, uns das einzureden, werden wir lernen, zu schätzen und zu lieben, was wir sind. Im Innern fängt es an.
    Und die Anerkennung von außen kommt (dann) von ganz alleine. Selbstakzeptanz ist eine ganz wichtige Sache. Das Außen mit all seinen Wirren und Ansprüchen und Einbildungen wird es immer geben, aber wie wir mit uns selbst umgehen, darauf kommt es an.
    Ich bin sehr beeindruckt von all deinem Inneren, was du uns hier preisgibst.
    Und mein Bild von dir ist ein Wunderbares. 😉

    1. du hast absolut recht – aber es ist einfach leichter gesagt wie getan. und phasenweise ist es auch okay und dann gibt es eben wieder momente, wo mich ein pubertärer frust überkommt – und in denen entstehen diese texte dann. weil ich wütend bin, dass oberflächlichkeit so toleriert wird und dass sich menschen nicht schämen dafür, so zu sein sondern das auch noch witzig und lässig und sonstnochwas finden.

      vielleicht ist es auch nur ein gespenst in meinem kopf, ich weiß es nicht. aber das gespenst ist immer schon da und ich werde es einfach nicht los. ich weiß auch, dass es lächerlich ist. aber was soll man machen – gefühle kümmern sich oft nicht darum, wie wir sie bewerten – ob es uns gefällt oder nicht, sie sind eben da. mit vielen von ihnen lernen wir zu leben und andere führen letztendlich irgendwie immer eigenregie.

      1. Ja, absolut, das fällt manchmal leichter und sehr oft schwerer. Ich kenne das sehr gut.
        Trotzdem glaube ich, es ist der einzige Weg. Sobald ich mich über die anderen aufrege, übernehme ich eigentlich schon die Sichtweise, die ich ihnen vorwerfe, selbst.
        Ach, Gespenster haben wir alle im Kopf, glaube mir. Aber Gespenstern tritt man man besten entgegen, indem man ihnen ins Gesicht guckt und die Zunge raus streckt ;).
        Aber klar, es ist ein Rauf und Runter mit all den inneren Stimmen, die in uns arbeiten. Ich glaube, wenn wir es schaffen, die Stimmen zu stärken, die uns selbst wohlgesonnen sind, damit sie zunehmend lauter werden als die anderen, dann ist schon einiges gewonnen.
        Gefühle sind selbständig, aber wir können herausfinden, welche Gedanken ihre Auslöser sind. Und das hat viel mit Bewertungen zu tun. Das findet im Kopf statt. 🙂
        Das ist ein Prozess, der Zeit und Kraft kostet, es dauert. Aber wenn man will, dann wird es.
        Und weißt du, ‚pubertärer Frust‘ ist so schlecht nicht, denn er zeigt dir, was in dir arbeitet. Wenn du es schaffst, dir das bewusst zu machen, bringt dich dein pubertärer Frust zum Wachsen.

        1. ja, da hast du sicher recht. es ist halt einfach ein hehres ziel, sich davon wirklich abgrenzen zu wollen, einfach, weil wir immer in einem sozialen verbund leben und man sich damit immer von anderen differenzieren muss, was einfach anstrengend ist. zumal hat man nciht immer das selbstbewusstsein dazu.

          damit hast du auch recht. wenn man die inneren stimmen ein wenig im griff hat, kriegt man nämlich auch die sache mit dem essen meist wieder auf ein vernünftiges level. es ist halt alles miteinander verknüpft.

          du hast damit übrigens sicherlich auch recht. den pubertären frust zu unterdrücken bringt nix. manchmal muss man ihn einfach rauslassen und trotzig auf den boden aufstampfen. und sich dann überlegen, wie man mit der sache umgehen will.

          1. Klar ist das ein hehres Ziel, aber es lohnt sich, das nicht aus den Augen zu verlieren, denn es geht einem besser damit. Und jedes Mal, wenn man das merkt, bekommt es mehr Kraft! 🙂
            Ich sag ja, es ist ein Prozess. 🙂
            Ja, alles ist verknüpft, aber man kann eigentlich nur bei sich selbst beginnen. Und weitermachen. Es gibt ja immer wieder Phasen im Leben, in denen das schwerer und dann auch wieder leichter fällt, vielleicht hört es nie ganz auf. Aber letztlich müssen wir allein vor allem mit uns selbst bis ans End gehen. Da ist es doch netter, wenn man sich gut mit sich anfreundet und als erster beginnt, sich zu nehmen, wie man ist 😉
            Ich weiß, weise Worte, gelingt mir auch nicht immer. Aber ich bleib dran!
            Liebe Grüße zum Wochenende!!!

            1. ja, das stimmt schon. ach, immer diese prozesse. kann nicht einfach mal was einfach gehen? 😛
              und auch damit hast du sicherlich recht. ich weiß es sogar. leider ist das echt verdammt schwer, vor allem phasenweise. nett zu sich selbst sein, das ist schwerer, als man glaubt.

  5. Also erstmal zu den bildern… Ich durfte ja selbst auch mal diese Ruhestätte begutachten und war damasl auch hin und weg… Kann mir sehr gut verstehen, dass dieser Ort für Dich eine Art inspiration darstellt. Ist auf eine gewisse Art und Weise sehr atmosphärisch dort… Und klar, Deine Worte bringen es wie so oft auf den Punkt. Und wir sind auch hier auf einer sehr ähnlichen Schiene unterwegs… Und das find ich gut. bleiben wir so, wie wir sind und werden 😉

    1. geben wir uns mühe 🙂 und danke, mal wieder. es ist wirklich ein schöner ort, ich könnte dort ewig über die wiesenweichen wege spazieren. irgendwie hat der zentralfriedhof eine sehr spezielle energie.

  6. Hmm, ja, find ich ziemlich überspitzt. Ich muss sagen, es gefiel mir, wie Du einstiegst, aber dann die Conclusio: Es geht nur um die Zahl auf der Waage? Echt? Nein.
    „You have to be popular“, um mit Glinda aus Wicked zu sprechen – du kannst mit der „richtigen“ Zahl auf der Waage dennoch unpopulär sein. Nein, das hängt nicht zusammen. So überhaupt nicht, glaub mir. Als Mensch, der sein ganzes Leben lang eher am unteren Rand des Normalgewichts unterwegs war, aber jahrelang gemobbt und ausgeschlossen wurde, weiß ich da durchaus, wovon ich spreche. Popularität ist ein komplexes Konstrukt. Es stimmt… es geht nicht darum, wie und wer du bist innen. Es geht nur um außen – aber das ist mehr als nur das Gewicht oder die Figur.

    1. liebe ilona, ich habe vielleicht bei dem text nicht ganz die richtigen worte gefunden oder es sind auch einfach subjektive erlebnisse, die einen prägen. ich hatte zum glück zumindest als jugendliche nie so ein problem, aber ich hatte schon damals immer das gefühl, nicht zu passen. nicht einmal unbedingt, weil es mir persönlich von jemandem gesagt wurde, sondern weil es immer und überall ein thema ist. das fazit aus dem medialen umfeld ist so oft: es ist egal was du machst oder bist, hauptsache schlank. wenn man gespräche in der ubahn mithört, wie sich viele männer über ihre frauen- und bettgeschichten austauschen, und minitiös darüber reden, wo das gegenüber schwachstellen und problemzonen hat, selbst was im bekanntenkreis geredet wird….. es kotzt mich an, dass es so gesellschaftlich akzeptiert wird, frauen immer wieder auf das zu reduzieren, sowohl im beruf als auch privat und das habe ich einfach schon zu oft mitbekommen. und ich kann nicht anders, als es auch persönlich zu nehmen. vielleicht kenne ich im großen auch die falschen menschen, aber es vergeht kein treffen, egal mit wem auch immer, bei dem dieses thema nicht aufpoppt – und meist nicht von meiner seite.

      wenn zb eine weibliche führungsperson nicht schlank ist, dann kannst du sicher sein, dass es rundherum normal ist, über ihr gewicht zu reden – nicht aber über ihre fähigkeit. es ist einfach immer ein thema. überall. und das finde ich einfach nur ätzend. ich habe ja geschrieben – klar betrifft das vorwiegend fremde. und klar SOLLTE einem das egal sein. aber das ist es mir nunmal nicht. leider.

      1. „wenn man gespräche in der ubahn mithört, wie sich viele männer über ihre frauen- und bettgeschichten austauschen, und minitiös darüber reden, wo das gegenüber schwachstellen und problemzonen hat, selbst was im bekanntenkreis geredet wird…“

        Das kenne ich ganz anders: Wenn ichjemanden über die Figuren anderer Frauen reden höre – dann Frauen. Von Männern höre ich immer eher, dass die sich da bei weitem nicht so detaillliert austauschen, wie Frauen untereinander.
        Wenn die Führungsperson übrigens ZU schlank ist, wird auch darüber geredet. Dann ist sie magersüchtig, ein Hungerhaken, sieht aus wie ein KZ-Häftling oder „lieber hab ich n paar Kilo mehr, als dass ich mir ständig den Finger in den hals stecke“.
        Ätzende Sprüche gibt es immer, sobald man von der „Norm“ abweicht – egal in welche Richtung, egal wie. Deswegen war ich über diese sehr einseitige Conclusio deines Artikels irgendwie überrascht. Sie war verblüffend „platt“ für einen Artikel von dir.

        1. ich kenne es leider von beiden. und das von beiden seiten unglaublich bösartig, so, dass es mir alles zusammenzieht. und es sind keine einzelfälle, die so reden und urteilen. es mag an meinem umfeld liegen, aber sowohl die jungs in meiner schule damals – die ich über die mädels auch heute noch entfernt kenne – als auch viele männer, die mir im arbeitsumfeld begegnen, verhalten sich leider extrem sexistisch und abwertend, wenn es um etwas rundere frauen geht. das hat mich oft verletzt und sehr geprägt.
          im gegensatz dazu ist meine mutter stark untergewichtig (mMn schon in einem nicht mehr ganz unbedenklichen Bereich) und wird von allen Seiten beneidet, gelobt und bewundert für ihre schlanke Figur.

          Ich will nicht sagen, dass es das nicht umgekehrt GIBT. Das gibt es bestimmt. Die Fotojägerin hat genau über diese Thematik auch früher ab und an auf ihrem Blog geschrieben und das tat mir beim lesen im herzen weh. Ich hab es bloß selbst (noch) nie in diese richtung erlebt und kenne es nur von der anderen seite. Aber grade von Frauen kann ich mir sehr gut vorstellen, dass da viele gehässige Sprüche kommen, die unbestritten fehl am Platz sind – obwohl ich mehr oder weniger zu garantieren wage, dass aus denen meist der Neid spricht (das habe ich auch selbst schon über dritte gehört). ich seh das förmlich vor mir und ich weiß, wieviel boshaftigkeit da dahinter stecken kann. aber unterm strich bleibt wieder eines: die beurteilung nach figur und gewicht oder fassen wir es weiter: nach äußerer erscheinung.

          ich habe darüber mal einen artikel zu schreiben begonnen, der vielleicht letztendlich besser geworden wäre als dieser hier. aber irgendwie ist er nicht fertig geworden und so kam halt dieser text allein aus einer frustration heraus. hin und wieder muss ich einem unbedachteren gefühl luft machen und ich gebe zu, dass ich hier sicher nicht von allein seiten beleuchtet sondern aus einem trotzigen verärgert-sein geschrieben habe.

  7. Wenn du dir eine Erkennbarkeit einer inneren Wandlung wünschst, muss diese den demoskopisch messbar sein? Erhoffst du dir eine Bewertung durch Außenstehende, die Kategorie A von 7 auf 8, B von 5 auf 9 und C leider stagniert, bemisst? Ist es nicht eigentlich so, dass unsere innere Entwicklung sich unmittelbar in der Gesamterscheinung niederschlägt. Also im Komplettpaket Paleica. Es ist dann weniger die Zahl die einem um die Ohren gehauen wird, als vielmehr das Lächeln eines Fremden. Eine Wertschätzung einer privaten oder beruflichen Arbeit. Dein Blick auf die Welt.
    Als Anerkennung einer erlernten Verbesserung, gibt es merkwürdigerweise auch manchmal Ablehnung einzelner, weil vielleicht auch Neid mitschwingt. Auch ein Indikator.
    Ich meine klingt banal, aber dieser unbewusste Spiegel den die Mitmenschen für einen bereithalten, ist schon eine tolle Sache für eine innere Standortbestimmung.

  8. Tja, was soll ich sagen, Paleica. Die Zeitungen mit den vielen Diäten verkaufen sich super, sie suggerieren: ich habe eine Lösung für dein Gewichts-Problem und da viele immer nach dem Idealgewicht streben, wird es auch gekauft. Es gibt auch Magazine, die andere Themen behandeln, es sind nicht so viele.

    Sich selbst hinterfragen ist gut, zu viel davon ist contraproduktiv. Manchmal ist man einfach anders und das ist dann so, aber auch das muss man erkennen und für sich akzeptieren.

    1. vor allem suggerieren die zeitungen: du hast ein problem, selbst wenn du es noch nciht wusstest. du kannst doch nicht ernsthaft mit dir zufrieden sein? mit zufriedenen menschen lässt sich nämlich leider wesentlich weniger geld machen.
      manchmal ermüdet und zermürbt es mich einfach, dass die ganze welt „da draußen“ über diese oberflächlichen, unnützen „vorsätze“ redet – das war auch der grund, warum das thema an die oberfläche gekommen ist. wären andere vorsätze nicht viel wichtiger? ich will traurigen menschen trost spenden. ich will alten menschen zeit schenken. das wären doch mal wertvolle vorsätze. und nicht: ich will abnehmen und schön sein!

      1. Ja, da stimme ich voll zu. Hier steht einzig und allein die Oberfläche im Fokus. Viele definieren sich aber über das Äußere. Du weißt selbst was zielgruppenspezifische Ansprache ist. und scheinbar gibt eine Menge Menschen, die genau das interessiert.

        Und ein zweites Ja, denn es wird einem suggeriert, dass man einem Ideal zu entsprechen hat. Auch wenn man das vielleicht nicht so sieht. Marketingstrategie zur Verkaufssteigerung und es funktioniert, denn sonst würde es nicht gekauft 😉 Mit der Zeit kommt bei einigen die Erkenntnis, dass das Leben nicht aus Öberflächlichem besteht, wie gesagt nur bei einigen 😉 Bei Menschen sind mir Äußerlichkeiten vollkommen egal.

        1. Ja, das weiß ich leider. Und ich frage mich immer wieder, wann jeder normalsterbliche Erdenbürger der westlichen Welt zu einer Ich AG geworden ist… denn im Grunde, wenn man sich diverseste Magazine anschaut, geht es immer nur darum, sich selbst zu promoten. Nicht nur am Arbeitsplatz, sondern bei Freunden, in der Liebe, einfach überall.

          1. Durch meine Tochter kann ich dir sagen, dass es bei den Kindern Formen annimmt, dass kann man sich kaum vorstellen. Selfies, Musical.ly, YouTube – alles für Bestätigung. Wer da gar nicht mitmacht ist draußen. Da vermittelst du deinem Kind Werte, bis es auf andere Kinder trifft, die zeigen, dass alles anders gemessen wird.

            1. wir haben dahingehend eh schon mal gesprochen. diese entwicklung macht mir ehrlich angst, auch im hinblick, einmal selbst kinder zu haben. man kann sie davor glaube ich kaum beschützen…

  9. Vielleicht kennst Du wirklich einfach nur die falschen Leute, denn ich habe solche Erfahrungen bislang nicht gemacht, nicht unter Bekannte, nicht unter Fremden und auch nicht im Business.

    Vielleicht ist es zum Teil auch ein Generationsproblem oder auch einfach nur ein Problem der heutigen Zeit, weil man ständig und überall in den Sozialen Medien sieht, wie man bzw. frau aussehen sollte, wie man sich ernähren und fit halten sollte. Und das ist natürlich nicht alles, denn es wird auch bewertet, durch Herzchen und Likes, die im Grunde bedeutungslos sind oder es zumindest sein sollten. Gelegentliche Anerkennung von außen mag ja durchaus schön sein, doch das richtige Maß scheint in den letzten Jahren irgendwie verloren gegangen zu sein. Ich frage mich schon seit Jahren, wie viel davon genug ist und seit wann das eigentlich so wichtig ist.

    Die Fortschritte und Entwicklung des eigenen Inneren kann man meiner Meinung nach nur ganz allein für sich selbst beurteilen, denn andere können eben nicht in einen hinein schauen, können niemals alles von einem wissen, und letztendlich nur die eventuell daraus folgenden, wahrnehmbaren Taten beurteilen. Und selbst dann ist es im Grunde egal, was sie davon halten, solange es für einen selbst das Richtige oder auch nur das einzig Mögliche ist.

    1. ich könnte mir tatsächlich vorstellen, dass das in naturwissenschaftlich akademischen kreisen möglicherweise besser ist. in meinem sehr wirtschaftslastigen umfeld ist das leider wirklich ununterbrochen ein thema und die facebookpostings, die mir auf meiner klarnamenseite über berufliche kontakte reingespielt werden, sind schlicht und ergreifend zum teil unter aller sau. vor allem auch, wie populär diese postings sind, wie oft sie geliked und geteilt werden. es kristallisiert sich für mich jetzt allerdings erst in den kommentaren heraus, worum es mir eigentlich wirklich gegangen ist.

      es stört mich dieses gesellschaftlich anerkannte oberflächlichkeit und diese in meinen augen wirklich nicht sehr guten wertevorstellungen.

      mit dem richtigen maß stimme ich dir absolut zu. es ist ja grundsätzlich was gutes, sich selbst und seinen lebensstil zu hinterfragen, mit guter ernährung konfrontiert zu sein und beim 3. burger in einer woche ein schlechtes gewissen zu haben. aber dieses ununterbrochene beschalltwerden vom perfekten körper, das macht mich ganz gaga und sichtlich acuh viele meiner freunde – wenn ich mir ansehe, welche wunderschönen menschen mit furchtbaren minderwertigkeitskomplexen herumlaufen.

      das sehe ich auch so – niemand kann diese inneren prozesse beurteilen. zum glück. aber es wäre schön, wenn man offener über diese dinge reden würde, wenn therpien, coachings, etc. in der öffentlichkeit nicht immer noch einen komischen beigeschmack hätten, wenn an neujahr nicht gefragt wird: und, willst du nächstes jahr abnehmen? sondern: und, wirst du zeit in eine gesunde psyche investieren?

  10. So sehr ich die „Mir ist egal was Andere über mich denken“ Einstellung gerne vertreten würde, so einfach ist es dann doch nicht. Ich glaube es ist ganz natürlich, dass wir nach Anerkennung oder sogar Bewunderung streben und das ist – bis zu einem gewissen Grad – auch wichtig für unser Selbstbewusstein. Nur anerkennende Worte oder Blicke bekommt man schneller über Äußerlichkeiten, leider… Ich bin froh über die ganzen Bewegungen gegen den Magerwahn und für ein positives Körpergefühl und ich glaube dass sich da in Zukunft noch viel tun wird!

    1. oh ja, das denke ich auch. ich beneide all jene, die das wirklich schaffen aber ich glaube, so richtig davon differenzieren können sich wohl nur die wenigsten.
      und im kern ist das wohl genau das, worum es mir eigentlich ging. manchmal schreib ich einen text und weiß, dass er nicht ganz ausdrückt, was ich meine, aber ich komm der sache in meinem kopf nicht näher – erst durch die kommentare kann ich mich dann annähern. und das ist es auch gewesen – der frust und die traurigkeit darüber, dass man anerkennung, nach der mensch nun immer mal wieder strebt, nur über so oberflächlich-bedeutungsloses bekommt und das auch noch mehr oder weniger salonfähig ist, anstatt, dass sich die menschen, die diese parameter anlegen, wenigstens schämen und es im stillen tun müssten.

  11. Liebe Paleica,
    warum es bis heute keinen Gradmesser für geistige, seelische Entwicklung, emotionale Intelligenz oder gar Weisheit gibt, ist mir schleierhaft. Es wäre echt schön und gerecht, denn wie du sagst, man sieht keinem auf den ersten Blick die innere Entwicklung an oder nur in den seltensten Fällen. Ich denke aber, dass dein Entwicklungsstand schon bemerkt wird von deinem Umfeld und insgeheim auch geachtet oder bewundert wird. Man steckt nur selbst so tief in seiner Haut, dass man es nicht wahrnimmt.
    Liebe Grüße
    Nora

    1. liebe nora, es erleichtert mich zu lesen, dass es auch anderen so geht. ich frage mich, wann endlich die auseinandersetzung mit seelischen themen kein quasi-tabuthema mehr ist sondern eines, das „salonfähig“ ist. denn wem außer einem selbst nützt es, schlank zu sein? während viele menschen davon profitieren, wenn man sich mühe gibt, ein besserer mensch zu sein.
      das uenge umfeld und die bedeutenden menschen wissen und bemerken es, das ist klar. aber dann geht man irgendwo anonym oder ist in einem umfeld, wo man nicht gekannt wird und spürt, wie man gemustert und beurteilt wird. und es fällt schwer, das zu ignorieren.

  12. Hi
    Na da hast du dich aber wiedermal an ein schwieriges Thema herangewagt. Bin das muß ich zugeben ein wenig zwiegespalten beim dem Thema. Einerseits soll bin ich ja der Meinung das jeder so Leben soll wies ihm Spaß macht. Anderseits sind dann ja doch viele mit sich unzufrieden.
    Ich für mich ist und war zu viel Gewicht ja eigentlich nie ein Thema, im Jugendalter eher das Gegenteil… und glaub mir als Klassenkleinster und schmächtigster hat mans auch nicht einfach.
    Die Abreibungen von damals sich mittlerweile lange her. Aber ich denke das in uns Menschen dann irgendwie doch manchesmal der Alphatrieb der Tiere durch kommt. Dieses auf Schwächere losgehen ist eines der grauslichsten Eigenschaften des Menschen. Da reicht oft eine Hakennase, ein paar Kilos zuviel oder zu wenig, ein Sprechfehler oder eine Erbkrankheit. Andere schlecht machen um selber besser dazustehn. Ein wirksames Mittel gegen solche Angriffe ist denke ich ein gehörige Portion Selbstbewusstsein und ein wenig Taktik, z.B. wenn jemand einen blöden Witz über mich macht schiebe ich einen noch viel lustigeren über mich selbst hinterher… meistens hat man dann die Menge auf seiner Seite. Muß aber zugeben das funktioniert eher nur in der Männerwelt, Frauen sind das meistens mehr hintenrum was das betrifft.
    Was das Frustessen betrifft, wenn es sich in Maßen hält macht das jeder mal… ich liebe dunkle Schokolade, ist manchmal wie Medizin ;). Regelmäßiges Frustessen würde aber bedeuten das du regelmäßig frustriert bist was ja gar nicht gut ist… in dem Fall würde ich sagen, Ursachenbekämpfung wäre angesagt.

    Was Medien, Idealfigur etc. betrifft, glaube mir die Leute vor der Kamera oder auf der Bühne haben genau die selben Problemzonen und Selbstzweifel wie du und ich.
    Man sieht die halt im Fernsehn oder Internet nicht ;).

    Alles Liebe
    Peter

    1. lieber peter, ja, es ist ein heikles thema und sichtlich auch ein kontroverses, zu dem auch die meisten ihre persönlichen erfahrungen haben, die sich zum teil auch stark von meinen unterscheiden. ich hab auch an den kommentaren stark gemerkt, dass der artikel irgendwo subjektiver ist als manche andere und vielleicht auch unvollständiger. aber bei emotionalen themen, die seit jungen jahren prägen, fehlt manchmal die distanz, um wirklich „gut“ zu formulieren.

      ich kann mir durchaus vorstellen, dass es bei männern da grade andersrum ist. ich kenne das lustigerweise auch von meinem freund (da hab ich das zum ersten mal gehört), der eine zeitlang in der schule ein wenig in richtung bodybuilding unterwegs war (jaja, da kannte ich ihn zum glück noch nicht, haha!) – wenn man da unter männern gefragt hat „hast du abgenommen“, war das wahrhaftig eine beleidigung.

      Mit dem Selbstbewusstsein hast du unbestritten recht, nur woher nehmen? Natürlich kann ich mich nach außen hin gegen solche Angriffe verteidigen. Ich bin auch von Haus aus mit einer Portion Sarkasmus ausgestattet und nehme den Menschen meist den Wind aus den Segeln, indem ich das auf selbstironische Weise anspreche. Aber innen tut es trotzdem weh und das kann ich nicht vermeiden.

      Auch mit der Ursachenbekämpfung hast du recht. In meinem Fall ist es jetzt speziell so, dass ich durch die ganzen Probleme der letzten Jahre, die meinen Rücken und mein Immunsystem betroffen haben, 10kg zugenommen habe. Es war einfach kein Platz, mich um die Banalität des Gewichts zu kümmern, ich musste halt mit allen Mitteln schauen, wieder auf die Beine zu kommen und Essen hat für mich dummerweise immer einen gewissen Therapiefaktor. Und da kam dann eben auch der Frust: die letzten Jahre waren zum Teil für mich wirklich schwierig und anstrengend und haben mich so unendlich viel Zeit, Kraft, Energie und auch Geld gekostet, um wieder einigermaßen auf die Beine zu kommen. Und alles, was gefühlt nach außen hin bleibt, sind 10kg mehr auf den Rippen. Es mag ein subjektiver Blödsinn sein, aber so ist das nunmal mit Gefühlen 😉

  13. Liebe Paleica, gib dir Zeit dafür und fokussiere die Zahl nicht. Frag dich was wäre anders wenn die Zahl eine andere wäre? Wäre da wirklich so viel anders? Wären deine Probleme kleiner dadurch?

    1. nein, dass es damit nichts zu tun hätte, ist ganz klar. einfach der wohlfühlfaktor und die zuneigung zu sich selbst wären eine andere und auch das hat einen gewissen wert.

      1. Da hast du vollkommen Recht, das wünsche ich dir auch von ganzem Herzen…ich kenne das von mir selber aber am Ende ist es eher Erwartung als Wunsch. Ich musste auch erst lernen das Zuneigung zu sich selbst nichts mit dem Gewicht zu tun hat.

        1. ja da hast du recht. wobei es ein zweischneidiges schwert ist, weil es halt auch darauf ankommt, warum das gewicht so ist wie es ist. hab gestern noch länger mit einer freundin drüber geredet und es ist halt so, wenn man aus den falschen gründen isst, weil das essen eine ersatzbefriedigung für etwas anderes ist, dann entwickelt man leider oft einen gewissen selbsthass, weil man sich ja selbst schon allein deswegen schlecht behandelt – und da entsteht schnell eine ziemlich unerfreuliche spirale.

  14. im Dezember waren die ganzen genannten Frauenzeitschriften voll mit Kekserlrezepte, die Weihnachten versüßen und kaum ist Weihnachten vorbei, kommen sie die ganzen Diättipps. Ich erlebe es selber. Wieviele Frauen sowas kaufen. und Ruhe finden ist nicht das, womit Geld gemacht wird. Obwohl es genug Ratgeber gibt, die glauben sie wissen es.
    Ich kenne diese Plage, da ich leider in meiner Gewichtsklasse – sehr oft schief angesehen werde. Mir hat mal ein wildfremder Bursche das Eis aus den Händen gerissen, weil das brauchst eh nicht, da du eh zu fett bist. Oder man kann sich Vorträge anhören, wie die XYZ-Diät so hilft, weil bei mir geht ja momentan nix weiter beim Abnehmen. Letzteres finde ich fast noch frecher, da diese Person weiß, dass ich im letzten Jahr einiges abgenommen habe und auch gehalten habe. Ich brauche ihre Tipps aus diversen Frauenzeitschriften nicht.

    1. O.o Ooookay, das ist ja heftig. abgesehen davon sind doch diese zeitschriftendiättipps ohnehin sinnlos und ungesund. es hoffen halt alle drauf, dass es irgendwann ein wundermittel gibt „weiteressen und trotzdem abnehmen“. das gibt es nicht – aber auch mit der wahrheit lässt sich kein allzu gutes geld verdienen. dennoch, unabhängig davon, ist es die oberflächlichkeit, die mich ankotzt. die bewertung nach einer reinen äußerlichkeit, von der niemand weiß, was dahinter steckt. es wären wohl viele essstörungen schon alleine deswegen weg, weil der zwang, schlank sein zu müssen, nicht da wäre.

  15. Ich glaube es niemanden der ohne Anerkennung von außen leben kann.Wir brauchen das doch alle, so hin und wieder ein positives feedback für das was wir tun…..
    Wichtig ist, dass es von den richtigen Menschen kommt. Von Freunden die mich gut kennen, von ihnen nehme ich auch negatives entgegen oder Familie, Menschen die mir und denen ich wichtig bin.
    Bei allen anderen versuche ich gut gemeinte Bemerkungen, Kritik oder persönliche Äußerungen als das zu sehen was sie sind – oberflächlich 🙂
    Das Zu- und abnehmen hängt doch auch immer davon ab, wie ich mich gerade fühle? Fühle ich mich schlecht esse ich Schokolade und Kekse und fühle mich danach gleich noch schlechter, das ist so ein gnadenloser Kreislauf und es ist schwer sich dem zu entziehen.Bin ich gut drauf, denke ich nicht an das Essen und komme auch schon mal einen Tag ohne aus. Ich versuche immerhin ein bisschen Sport zu treiben, denn ein paar muskeln unter dem Speck sind für meinen Rücken gut 🙂
    Schönes Wochenende!

    1. das gefühl hab ich auch. wobei, vielleicht gibt es den einen oder anderen, aber für die meisten ist es glaube ich schon ein relevanter faktor.
      und natürlich ist kritik von fremden oberflächlich. aber kannst du dich wirklich davon abgrenzen? mich verletzt es leider dennoch. aber es ist ja nichtmal so, dass das etwas ist, das wirklich in der realität passiert. aber allein, dass im kopf eingepflanzt ist, dass das kommen könnte, ach, es ist überraschend schwer, das in worte zu fassen.
      und JA, natürlich hängt das von der psyche ab. da die letzten 3 jahre für mich psychisch extrem fordernd waren, hat scih das leider auch stark auf der waage niedergeschlagen. und wenn man so lange in diesen ungesunden gewohnheiten steckt, wird es auch schwieriger, sie wieder abzulegen.

  16. Da fasst Du sehr viel wahres sehr kurz zusammen. Ich glaube, dass wir so viele Antreiber aus unserer Kindheit mitbekommen haben. Und bei sehr viel Bewusstheit lassen sie sich enttarnen und umgehen. Aber im Automatikmodus kommen sie dann doch wieder hoch.

  17. Sehr schöner Blog, schöne Beiträge die ich mir immer gerne durch gelesen habe und Bilder die ich mir gerne angeschaut habe. Dank dafür.

    Lg Martina

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