Es war einmal… ein Jahrzehnt und viele Bilder. Ein Rückblick und eine Wahl.

Das Ende des Jahres 2010 naht. Es ist Dezember. Alles steht im Zeichen des Jahreswechsels. Gleichzeitig ist es aber auch das tatsächliche (mathematische) Ende der ersten Dekade des 21. Jahrhunderts. Ich werde immer leicht sentimental zu solchen Anlässen und habe das Bedürfnis, noch einmal über alles zu reflektieren und zu analysieren, was sich entwickelt hat, was sich einfach verändert hat… (und es hat sich alles verändert)

Im ersten Jahrzehnt des 21. Jahrhunderts bin ich – sozusagen – erwachsen geworden. (Soweit ich vor hatte, erwachsen zu werden. In mir steckt ein kleiner Peter Pan und ich bin nicht gewillt, alles aufzugeben, was man so an typisch kindlichem Verhalten an den Tag legen kann.) Diese zehn Jahre waren geprägt von emotionalen Ausbrüchen, Schwämereien, Streitereien, der großen Liebe (vermeintlich) und einem großen Verlust. Ich habe zuviel nachgedacht und zu wenig gelebt, das ist eindeutig zu kritisieren. ABER ich habe in dieser Zeit viel über mich gelernt und kann aus tiefstem Herzen sagen: ich würde nicht zurück wollen. Ich möchte um nichts in der Welt noch einmal 16 sein (eine Zeitschleife des Jahres 2005, das könnte ich mir einreden lassen. Ja, das würde mir gefallen. In diesem Jahr war ich ganz geballt zum ersten Mal über längere Zeit beinahe unbeschwert glücklich. Das ist sonst nicht so selbstverständlich bei mir. Der Endspurt der Maturaballorganisation, das Ende der Schulzeit, die Vorbereitungszeit für die Matura, die wir als Klasse noch so richtig genossen haben, der Schulabschluss, eine richtige Kitsch-Beziehung, das Entstehen einer wunderschönen Freundschaft. Aber wer kann schon in einer Zeitschleife leben?).

Ich bin froh, das sagen zu können, da ich ja eigentlich doch noch jung bin und soviele Leute kenne, die schon damit hadern, nicht noch jünger zu sein. Aber mit all dieser Veränderung bin ich auch aus Dingen herausgewachsen, von denen ich dachte, sie würden für immer Bestand haben. Es sind manche Freundschaften, die mir sehr viel bedeutet haben, auf der Strecke geblieben. Auch die Beziehung hat die Entwicklung von Chrisi zu Tina nicht überstanden. Ich habe in den letzten Jahren viel Zeit und Energie darauf verwendet, an Dingen festzuhalten, die mir in der Hand zerronnen sind. Ich habe gegen Windmühlen gekämpft. Und ich habe irgendwann erkannt, dass aufgeben nicht immer gleich verlieren bedeutet.

Ich habe in den letzten Jahren viel an mir gearbeitet und mir Kritik zu Herzen genommen und die Stärke entwickelt, mich von Dingen zu lösen, die in die Vergangenheit gehören (naja, sagen wir halt. Meistens zumindest). Ich habe für mich beschlossen, dass ich mehr im hier und jetzt als für die Zukunft leben muss und will. Ich habe mein erstes Studium abgeschlossen, das mir zwar fachlich, aber institutionell gar nicht gefallen hat. Ich habe versucht, Dinge, die mich dauerhaft unglücklich machen aus meinem Leben zu streichen.

(Ich sende Ich-Botschaften ^.^) Ich kann sagen, dass ich derzeit, mit meinem Leben (im Großen und Ganzen und soweit ich es beeinflussen kann) zufrieden bin. Ich studiere etwas, das ich gern mache. Ich habe nebenbei ein paar Jobs, die sich im Lebenslauf gut machen und die mir Spaß machen. Ich betreibe meine Hobbies. Ich genieße auch Zeit in Ruhe und alleine daheim. Ich koche und backe. Gelegentlich fahre ich mit dem Auto, auch wohin, wo ich zuvor noch nicht war. Ich besuche Sportkurse. Ich gehe nicht allen Dingen aus dem Weg, die ich noch nicht kenne. Auf die Frage „Wie geht es dir?“ antworte ich mit „Danke, gut eigentlich“ (und nicht, wie früher, mit naja, man lebt halt…). Ich plane ein Erasmus-Semester. Ganz alleine. Ich kann auch glücklich sein. Ganz alleine.

Das Jahr 2010 hat mir gezeigt, dass ich mich selbst manchmal mehr lieben muss als irgendjemand anderen. Und dass ich manchmal einen Schritt tun muss, der mich zu Beginn unglücklich macht, um vorwärts zu kommen. Es hat mich spüren lassen, dass man niemand anderen ändern kann, auch wenn es nur zum Besten von allen beteiligten wäre. Dass man niemanden zwingen kann, etwas zu erkennen, das ein anderer nicht zu erkennen bereit ist. Und dass man daraus die Konsequenzen ziehen muss. Dass man auch alleine eine schöne Zeit haben kann und dass man ein bisschen mehr Fatalismus im Leben braucht. Dass man loslassen muss und vertrauen haben. Dass man nicht dann glücklich ist, wenn man die Dinge macht, die man mag, sondern die Dinge mag, die man macht.

Life is not about waiting for the storm to pass but about how to dance in the rain

Ich war (und bin) nicht so wie alle anderen. Ich bin ein Mädchen, aber ich kann keine Hemden bügeln und keine Torten backen. Ich interessiere mich für Elektrospielzeug zehnmal mehr als für Wohnungsdeko. Ich bin ein Rockergirl. Ich hüpfe gern herum ohne mir über meine Frisur Gedanken zu machen. Ich mag keine Liebeskomödien, dafür schaue ich mir gern skurrille abgedrehte Episodenfilme an. Ich arbeite im Marketing aber trinke keinen Kaffee und bin auch keine Tussi (verdammt, ich liebe Schokolade und Fleisch!). Ich will einen Partner und keinen Geldautomaten. Ich gehe gern im Sommerregen spazieren und mache mir keine Gedanken, ob mir meine Schminke über das Gesicht rinnt. Ich unterhalte lieber die Leute, mit denen ich unterwegs bin als still daneben zu sitzen und den anderen zuzusehen. Ich kann mich selbst in keine Schublade stecken, auch wenn ich das manchmal gerne würde. Das Leben ist nicht schwarz oder weiß. Ich bin stolz darauf so zu sein wie ich bin. Und es hat ganze zehn Jahre gedauert, um das sagen zu meinen zu können.

Man hat vielleicht nicht immer DIE Wahl, die man gerne hätte. Aber EINE Wahl hat man immer.

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Nach diesem geballten supertiefgründigen Input noch etwas zum Schmunzeln… Beim Stöbern in alten Beiträgen bin ich über diesen Größenvergleich gestolpert und dachte mir, mal sehen was sich verändert hat. Am 2. August 2009 waren es noch 14,30 cm. In etwas über 1 1/4 Jahren hat sich da ja einiges getan (;

Jemand dabei, der das auch vor längerem mal gemacht hat? Wie hat es sich bei euch entwickelt? Blöde Spielerei, aber ich finds lustig ^.^

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Ganz zum Schluss gibt es jetzt noch ein Monats-best-of. Eine Zusammenfassung, ein Rückblick. Eine Collage pro Monat (ein Einzelfoto pro Monat auszuwählen ging irgendwie nicht…). Ich würde mich natürlich über Feedback freuen. Was war euer Lieblingsbild? War eures vielleicht nicht dabei? Welches von all meinen Bildern hat euch am meisten beeindruckt?

Jänner 2010:

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Februar 2010:

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März 2010:

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April 2010:

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Mai 2010:

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Juni 2010:

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Juli 2010:

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August 2010:

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September 2010:

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Oktober 2010:

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November 2010:

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Dezember 2010: