London Calling: Retro//Vintage Style & schwarzweiß

Es gibt ein Gefühl in mir, das in letzter Zeit ganz stark immer wieder auftaucht. Immer, immer und immer wieder. In meinen Träumen, in der Nacht, in den Dingen des Alltags, abends, auf der Couch, wenn ich in der kalten Novemberluft laufe oder untertags im Büro sitze.

Es frisst sich durch die Oberfläche der Haut, durch die Muskeln und geht durch Mark und Bein. Es hängt an und in mir wie eine Klette, wie eine Mistel in den Ästen der Bäume.

Ich spüre es immer, mal ein bisschen, mal stark, mal ist es lauter, mal ist es leiser. Wenn ich durch die Straßen von Wien spaziere oder wenn ich die Bilder von London bearbeite ist es da.

Sehnsucht

Sehnsucht, wie eine unstillbare Gier, die mich aussaugt. Sehnsucht nach Vergangenheit, nach Zeit, Freundschaft, nach Leben und Schmerz. Sehnsucht nach Zukunft, nach Orten an denen ich noch nie war, Erfahrungen, die ich noch nicht gemacht, Dinge, die ich noch nicht erlebt habe.

Dieses Gefühl füllt mich aus und macht doch keinen Sinn. Ich vermisse etwas, das nicht greifbar ist. Etwas, das ich nicht betiteln kann, weil ich es nicht verstehe, nicht kenne oder vielleicht, weil es keinen Namen hat. Ich bin nicht mehr da und noch nicht dort und wo will ich eigentlich hin? Luft, Luft, soviel Luft um mich und so wenig Zeit, so wenig Flügel um zu fliegen, so wenig Netz, um mich aufzufangen.

Wohin geht die Reise? Ich stehe an einer Kreuzung und weiß es doch nicht. Einzig, dass ich hier nicht für immer bleiben kann, das weiß ich.


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26 Replies to “London Calling: Retro//Vintage Style & schwarzweiß”

  1. Im Herbst/Winter kann ich mir auch immer gut vorstellen, zu verreisen. Vielleicht geht es Dir ja genauso? Wohin möchtest Du denn gern reisen?

    1. oh das wäre schön. leider hab ich zu der jahreszeit eine ganz banale urlaubssperre 😦 😦 😦 wohin ich gerne reisen möchte? das ist eine gute frage. gefühlt grade: überallhin, hauptsache weit weg und ans meer ❤

  2. Meine Sehnsucht gibt es auch, aber sie ist gedeckelt von einem sehr ausgefüllten Alltag. Die Sehnsucht kommt selten durch bei mir, zum Beispiel in stressigen Situationen, da sehne ich mich nach Ruhe, das ist meine häufigste Sehnsucht. Wobei das ja ein Wunsch ist, denn ich habe ja keine Ruhe in dem Moment, aber der Gedanke an diese ist schön. Sehnsucht nach fremden Ländern habe ich auch, aber definitiv nicht allgegenwärtig. Mein sehr hektischer Alltag lässt wenig Raum dafür. Früher war das Gefühl stärker in mir

    1. das ist interessant und auch gut, dass es früher stärker war als jetzt. bei mir sind das auch nur phasen. manchmal kann ich auch ganz im hier und jetzt sein und momentan bin ich überall, nur nicht da.

  3. Wunderschöne Bilder!!! Und das Gefühl kenne ich gut. Eigentlich ist es immer da, aber im Herbst, wenn es trist und düster wird, wird es stärker …

    1. oh es tut sehr gut zu lesen, dass ich damit nicht alleine bin. danke dir dafür ❤ der herbst ist prädestiniert für dieses seltsam melancholische gefühl. das komische ist nur, dass ich das früher genießen und zelebrieren und mich darin zurückziehen konnte, während es mich jetzt erdrückt und lähmt.

  4. Wunderbare Fotos und das, obwohl ich eigentlich kein vintage-Fan bin… Aber ich mags und in Verbindung mit Deinen Worte… Perfekt! Der Satz „Ich stehe an einer Kreuzung und weiß es doch nicht“ hat mich bewegt und tut es immer noch. Ich steh da auch. Aber ich war nie sicherer was die Richtung angeht. Ein Gefühl das ich Dir auch wünsche. Ganz bald!!

    1. ich mittlerweile auch nicht mehr (früher habe ich das immer so toll gefunden) aber grade bei dieser serie hat es mir irgendwie gefallen.
      dankeschön! das hoffe ich. aber ich denke, es muss gerade so sein. ich bin in meinem leben immer irgendwo hingestolpert, von einer option zur nächsten, alles hat sich irgendwie ohne mein zutun ergeben. es ist wohl an der zeit, das selbst in die hand zu nehmen und eine richtung einzuschlagen, die ich dann auch wirklich gehen möchte.

  5. Ich kenne das. Es ist auch ein Gefühl von Vermissen. Irgendwas im Leben. Ich glaube, ich bin nicht dafür gemacht, einfach zufrieden zu sein. Ich bin es viel öfter als früher, aber ich wäre es gerne mehr. Einfach immer. 🙂

    1. das kenne ich so gut, ja, genau. vielleicht ist es auch deswegen, weil zufriedenheit stillstand bedeutet und stillstand ist keine entwicklung und die welt ist einfach zu groß um stillzustehen.

  6. Toller Beitrag mit tollen Bildern und einer Thematik die jeder von uns kennt und ja auch ich könnte in der tristen Zeit den ein oder anderen Trip starten. Dabei muss es sich nicht um wärmere Länder oder Gegenden handeln. Manchmal heisst es einfach nur aus dem Alltag in etwas neues zu entfliehen. Im Moment fehlt uns etwas die Zeit dazu der Alltag ist vollgepackt aber wir haben unsere Liste die es gilt abzuarbeiten 😉 🙂

    Liebe Grüsse
    Andreas

    1. oh ja, das kenne ich gut. einfach mal weg, neue eindrücke sammeln, die zeit verlangsamen, denn genau das tut es: das rasen der minuten bremsen.

  7. Warum? Warum kannst du nicht für immer da bleiben wo du bist? Sehnsucht will dich fort treiben… aber ist Heimkehren nicht mindestens genauso schön?

    🙂
    nossy

    1. weil ich im moment auf dem sprichwörtlichen flur stehe, an einer kreuzung, an der ich eben nicht da und nicht dort bin…

  8. Sehr schöne Fotos! Ich mag das vom Museum, aber die in s/w passen auch gut. Gerade zu deinem Text…
    Ich hoffe du findest den richtigen Weg für dich und triffst eine Entscheidung, mit der du dich wohl fühlst!

    Ich verstehe dich sehr, sehr gut! Gerade vor so einem Kreislauf hatte ich jetzt auch wieder Angst. Zum Glück wurde die Erkältung besser und gut war’s, aber gegen die Angst kann man halt wenig tun. Manchmal holt die einen einfach wieder ein, vor allem wenn man sich eh schon schlecht fühlt. Da ist man dann noch angreifbarer…
    Das mit dem Körpergedächtnis habe ich auch schon gehört und erzählt bekommen. Ich kann das so auch nur bestätigen, aber man hätte dann halt gerne manchmal, dass das viel schneller einfach komplett verschwindet und man ganz seine Ruhe hat… 😉

    Das stimmt wohl, mit so einem Wetter muss man auch in London rechnen. Aber schade findet man es dann trotzdem immer. Eine Stadt lebt dann doch mehr, wenn das Wetter etwas besser ist.
    Allerdings gebe ich dir recht, dass London jetzt wirklich nicht so weit entfernt ist und man da eher mal wieder hin kommt!

    1. danke meine liebe. ja, das hoffe ich auch. es ist nicht immer leicht, die vielen vertstrickungen des lebens zu entwirren und die eigene essenz zu erkennen. zumindest für mich nicht. anderen fällt das leichter.

      ich fände es auch fein, wenn das körper- bzw. schmerzgedächtnis nicht so gut wäre und so eine gute leistung hätte -.- aber man kann es nur nehmen wie es ist und versuchen, gegen kleine misslichkeiten bewusst anzukämpfen und ansonsten tun was geht, um das vertrauen in die physis wieder aufzubauen.

      das glaub ich gern. versifftes grautrübes wetter ist nie schön, auch wenn es an einem ort noch so typisch ist!

  9. Hach die Sehnsucht ist auch mein ständiger Begleiter und ich kann auch nicht immer erklären wonach 🙂 Wahrscheinlich ist sie unser Antrieb etwas zu verändern?

    1. ja, das kann gut sein. verändern, lernen, entwickeln. einfach nicht stehenbleiben, denn dann könnten wir das leben verpassen…

  10. Eine bewegende Fotoserie mit noch bewegender Gefühlsbeschreibung … da wird mir bei mir auch gleich die Sehnsucht geweckt .. aber auch ich kann nicht sagen wonach genau … vielleicht sind wir einfach übersättigt und immer auf der Suche nach NEUEM??? Mein Yagoa-Jahresmotto 2017 ist: Zufriedenheit mir mir selbst zu finden 🙂

    1. ich weiß nicht, ich glaube, es gibt unterschiedliche arten von sich getrieben fühlen. eine sehnsucht, die von innen kommt, eine sehnsucht nach wachstum und nach dem kennenlernen des lebens und der welt und dann gibt es eine sehnsucht, die daherkommt, weil wir immer soviel sehen, das wir nicht kennen und haben – eine sehnsucht von außen. zwischen den beiden zu differenzieren halte ich für wichtig.
      mein wort ist übrigens gelassenheit. ich bin noch ein stück weit weg von meinem ziel, aber wohl etwas näher dran als vor einem jahr.

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