Das waren die 00er-Jahre… ein pathetischer Post.

Okay, der Titel ist vielleicht etwas melodramatisch, das geb ich zu. Aber ich fühle mich auch grade etwas melodramatisch. Deswegen bin ich auch one of those melodramatic fools (na, wer hat’s gesagt?). Denn die 00er-Jahre gehen zu Ende (ja, ich kenne die Diskussion, dass das neue Jahrzehnt erst mit dem Einser anfängt, ich seh das aber nicht so) und somit auch die erste Dekade meines Lebens, in der ich mich so im großen und ganzen erwachsen gefühlt habe (auch wenn ich es bis heute nicht bin). Es war emotional bestimmt die turbulentere meiner beiden Lebensjahrzehnte. Es war die, in der aus Nina Christina (ein aussprechungstechnisch bedingter Spitzname) und in Folge auch Paleica wurde…

[Achtung, enorme Textflut. Ich hoffe, ihr lest es trotzdem gerne]

Im Facebook gibt es etwas Wunderbares. Nämlich die App „My Year in Status“ und es ist wirklich eigenartig, so ein zusammengestückeltes Sammelsurium an Gedankenfetzen vor sich zu haben, das man im Laufe von 365 Tagen fabriziert hat. Ich kann mich noch an fast jede Aussage erinnern, die ich dort getätigt habe, liebevoll durchdacht und ausformuliert, möglichst deutlich für die wirklichen Freunde, möglichst kryptisch für die Höflichkeitskontakte.

Das Jahr Nullneun war ein Jahr der emotionalen Hochschaubahn der Sonderklasse. „Himmelhochjauchzend und zu Tode betrübt“ prägt dieses Jahr so sehr wie kaum ein anderes. Es ist viel Spannendes passiert mit mir und meinem Leben. Ich habe mich total geändert und bin teilweise wieder in alten Trott verfallen, ich war glücklich und verzweifelt, habe mich alt und jung gefühlt, frei und gefangen – die Gegensätze waren permanent präsent.

Ich bin stolz, meinen Abschluss gemacht zu haben, wollte ich doch so oft in letzter Sekunde das Handtuch werfen. Doch dieser Abschluss stellt mich gleichzeitig vor eine Art Vakuum, was die neuen Lebensziele angeht. Wohin will ich denn nun wirklich? Wie komme ich da jetzt hin? Wird eine Baustelle abgeschlossen, tut sich eine neue auf. C’est la vie, Mesdames et Messieurs. Ich bin nun endlich Inhaberin meiner eigenen Vier Wände in der Bundeshauptstadt und dabei mich in mein neues Leben einzugewöhnen. Im Großen und Ganzen könnte man wohl sagen, ich beginne schließlich, das Leben zu lernen. Die neue alte Beziehung bringt Schönes und Schwieriges mit sich und wird wohl auch im kommenden Jahr noch die eine oder andere Prüfung zu bestehen haben.
Ich habe begonnen, mit dem Universum zu kommunizieren (oder einfach Inneres nach außen zu projezieren). Ich habe gelernt, dass es ums Loslassen geht (was nicht heißt, dass ich das Loslassen gelernt hätte).

2009 hat Petra Pan den ersten Fuß aus Nimmerland gesetzt.

Wers geschafft hat, jetzt noch geistig anwesend zu sein, dem sei noch eine kleine Zusammenfassung der Episodenfilmentwicklung im Jahre oh nine gegönnt:

Am Jahresbeginn wars eher ruhig, ich hatte nicht gerade zu sehr vielen Themen etwas zu sagen und das was ich zu sagen hatte kanntet ihr bald. Es gab viele Gedankenfetzen (ebenso kryptisch gehalten versucht wie die Statusnachrichten) zu den veränderten Blickwinkeln und das P52, sonst war es ruhig zwischen den Erzählsträngen. Erst im Frühjahr hat dann meine Bloggersaison so richtig begonnen, und zwar mit dem wunderbaren Projekt ‚Farbe bekennen‘. Zum ersten Mal habe ich wirklich regelmäßig (nämlich täglich) gebloggt. Dabei habe ich den Ursache-Wirkungszusammenhang von Input und Output so richtig deutlich am eigenen Leib gespürt. Mit diesem Projekt hat sich auch der ‚typisch Paleica…‘-Stil gefestigt. Makros wurden zum Hauptbestandteil des Blogs und ich begann, die Farben und Formen vor der geistigen Linse zu sehen. Gleichzeitig liefen auch schon das ABC-Projekt und natürlich nach wie vor das P52. Und so ist 09 vergangen, mit weit über hundert Beiträgen und mehreren tausend Kommentaren. Mein erstes ganzes vollständiges richtiges Bloggerjahr.
Hier im Anschluss möchte ich allen meinen Kommentatoren und Mitlesern danken, denn ohne das Mitwirken der Blogosphäre wäre der Episodenfilm nicht das Hobby, das er ist. Schön, dass ihr da wart und dieses Jahr mit mir geteilt habt. Vielleicht werden wir ja auch im neuen Jahr wieder Seite an Seite bloggen.

Die Textflut geht weiter, denn kurz möchte ich zu den ganzen bearbeiteten und abgeschlossenen Projekten des Jahres etwas sagen:

  • das P52 hat mich von Anfang bis Ende des Jahres begleitet und mich angespornt, die Fotografie stets als Begleiter zu betrachten, da es immer präsent war. Es hat mir wahnsinnig viel Spaß gemacht und ich bin stolz auf mich, denn egal wieviel zu tun war oder auch wie wenig mir das Thema einmal gelegen sein möge, ich habe zu jedem einzelnen (und bis auf 1 Ausnahme) immer pünktlich gepostet.
  • das Projekt Farbe bekennen hat meine Blogfreude so richtig entfacht und meinem fotografischen Auge ganz neue Perspektiven eröffnet.
  • Das ABC-Projekt hat mich lange begleitet und mir beim Motiv suchen sehr viel Spaß gemacht. Besonders die gefinkelten Buchstaben haben es mir angetan. Aber auch sonst gabs da vieles, das mir gefallen hat.
  • die Schönen Momente im Herbst und Winter laufen ja noch bis ins Frühjahr hinein. Eine wunderbare Idee, da ich besonders den Herbst so gerne hab und es immer schade finde, dass alle diese Jahreszeit verdammen, nur weil sie den Sommer beendet (der mir persönlich eh immer viel zu heiß ist). Man beginnt, auch in der düsteren und grauen Jahreszeit nach sehenswerten Details zu suchen um sie zu präsentieren und so die Schönheit der vermeintlichen Trostlosigkeit zu sehen.
  • Rock’n’Picture war ja zuerst im ursprünglichen Zuckerzwetschkenfee-Blog. Der Versuch, zwei Blogs parallel zu führen hat nicht ganz geklappt, was ich schade finde, da ich so gerne Musik teile und finde. Aber der Zeitaufwand ist einfach zu groß, denn manchmal reichen die Minuten und Stunden schon nicht für den Episodenfilm.
  • das BeeLeica-Projekt war ein wunderbares Gemeinschaftsprojekt von Bee und mir. Es lief ’nur‘ vier Wochen und schreit nach Wiederholung. Hier möchte ich noch einmal die inoffiziellen ‚Sieger‘ des Projektes küren: der Stiller, der den ersten fehlerfreien Tipp abgegeben hat und Ruthie, die den Grundstein dafür gelegt hat. Auch alle anderen die mitgeraten haben waren super, denn viele haben wöchentlich 5 von 7 Bildern auf Anhieb erraten und das ist schon toll! Es zeugt von zweierlei Dingen: erstens, dass ihr ganz brav meinen Blog verfolgt, was mich persönlich sehr freut, und zweitens, dass es vielleicht doch etwas gibt, dass ‚mein‘ Stil ist, was mich mindestens genauso stolz macht (wenn ich mal für mich selbst ein wenig lobhudeln darf).
  • Cam Unsharp ist kein regelmäßiges Projekt, sondern einfach eine wirklich hübsche Idee von der Freidenkerin. Denn manchmal wandern Bilder in den Papierkorb, die durchaus sehenswert sind, wenn auch ‚anders‘ als die Bilder, die man sonst als ‚gute Bilder‘ titulieren würde. Es lässt viel Spielraum für Interpretationen und Gefühle.
  • die Neverending Story war kein Foto-, sondern ein Schreibprojekt. Es hat wirklich Spaß gemacht, immer zu warten, was die anderen Teilnehmer aus dem eigenen Cliffhanger oder dem der Mitschreiber machen, was grade passiert wenn man selber dran ist. Irgendwie ist es dann aber wieder eingeschlafen. Leider konnten wir nie herausfinden, was tatsächlich mit Ronny, Marie, Tascha, Luzi Ver und Co passiert ist.
  • das Projekt Augen in der Großstadt ist leider etwas familiärer ausgefallen als ich gehofft habe. Trotzdem hat es mir persönlich sehr viel Spaß gemacht und ich bin auch vom Endprodukt wirklich wahnsinnig begeistert. Deswegen möchte ich es euch allen an dieser Stelle zeigen:

So, nach rund eintausendzweihundert Wörtern entlasse ich euch aus diesem Rückblick. Abschließend würde ich mich freuen, wenn ihr mir ein bisschen schildern würdet, wie ihr den Episodenfilm wahrnehmt und was euch zu Paleica09 einfällt.