Wenn es hier draußen leise ist, ist es in mir drinnen oft laut. Sehr laut. Wenn es hier draußen zu lange leise bleibt, dann wird es in mir drinnen irgendwann so laut, dass es an einer anderen Stelle einen Knall gibt. Dieser Knall passierte am Abend des 5. Juli bei der konzertanten Aufführung des Musicals „Elisabeth“, vor dem Schloss Schönbrunn. Seit mittlerweile 20 Jahren liebe ich diese Musik (und den Ort noch länger), auch wenn sie lange von meinem Radar verschwunden war. Zu den Konzertkarten kam ich mehr durch Zufall als durch Absicht, dass es stattfand hatte ich bis wenige Tage vorher fast vergessen und dann, am Abend zuvor, meldete sich ins Bewusstsein: du wirst dieses Stück sehen, das dir schon so lange so viel bedeutet, mit der Künstlerin, deren Stimme du schon so lange so sehr liebst – und ich wurde aufgekratzt, nervös, vorfreudig – in einem Ausmaß, das ich schon ewig nicht mehr erlebt hatte. Zur Einstimmung suchte ich auf Youtube das Hauptlied, aus der Uraufführung, 1992, Theater an der Wien. Zum ersten Mal hörte ich sie nicht nur singen, ich sah sie als Elisabeth und in mir passierte etwas. Zum ersten Mal begriff ich wirklich, was dieses Lied bedeutete.

Jetamele hat mich inspiriert. Mit einem wunderschönen High Key Pflanzenmakro. Der Entzug von Farben und die Veränderung von Licht verändern die Aussage eines Bildes enorm, bis hin zu ihrer völligen Transformation. Und daher nutze ich diese Bilderstrecke für einen abstrakten Gedankengang, den ich seit langem hege, über den ich schon schreiben wollte und dann doch wieder den Zugang verloren habe und für den ich nun einen neuen Anlauf wagen möchte.