Vor meinem 29. Geburtstag nahm ich an einer Blogparade teil, in der es um das dritte Lebensjahrzehnt ging. Wie man es wahrnimmt, wie man es empfindet, wie es einem damit geht – je nachdem, wo man grade steht und in welcher Phase man sich grade befindet. Ich kann dem Text auch heute noch Vieles abgewinnen, obwohl sich in den letzten 2,5 Jahren eine Menge verändert hat (kaum zu glauben, dass diese Worte nun schon wieder so weit zurückliegen). Wie stehe ich also zur „großen 3“ wie ich sie für mich genannt habe, etwas über ein Jahr nachdem ich begonnen hatte, sie mit mir herumzutragen?

…diese Worte gebrauchte ich Ende September 2016, als versuchte, zum Ausdruck zu bringen, wie sehr ich diese großen und ruhigen Naturlandschaften liebe. Ich hatte mich an diesem Tag von der Zugspitze und dem Eibsee verzaubern lassen und war vollgefüllt mit Glücksgefühlen und hatte „die Füße im Laub, den Kopf in den Wolken“ – meine Beschreibung zwischen völligem geerdet sein mit der Natur und federleichtem Herzen. Nach dem großen „Ja“ am Wolfgangsee wurde dieses Zitat zu einem geflügelten Wort, an das ich immer denken muss, wenn ich grade an einem dieser zauberhaften Schauplätze sehe.

„Ist bloggen noch zeitgemäß?“ fragt die Autorin von indeedsunshine.de. „Ein Blog ist das Arschgeweih eines Portfolios“ konstatiert der Stilpirat. „Schreibt bitte wieder mehr Kommentare in Blogs“ raten socialmedia-betreuung.de. „Von Fake Accounts, müden Lesern und verloren gegangener Blog Motivation“ schreibt die Supermom-berlin.de. Öha. Ich erkenne hier Müdigkeit und Verdrossenheit und Frust über die Entwicklung, die die Bloggerwelt genommen hat und es überrascht mich überhaupt nicht.

Da mir gerade #ausGründen die Worte fehlen, möchte ich euch Bilder zeigen, für die große Worte glaube ich nicht unbedingt angebracht sind. Während unseres Londonaufenthalts haben wir die Warner Brothers Studios – also die Harry Potter Drehorte besucht. Dort darf man alles fotografieren und das habe ich sehr intensiv getan. Und hier für euch mitgebracht.

Nach dem traurigen Start in dieses Jahr, den ich mir auch hier ein klein wenig von der Seele schreiben musste, ist es Zeit, sich den schönen Dingen des Lebens zuzuwenden und laut und bewusst JA zu sagen zu den Dingen, die mich glücklich machen. Der perfekte Anlass dazu ist Michaels Fotoparade #FoPa Net, die 2017 in die zweite Runde geht! Nachdem ich es dieses Jahr endlich geschafft hatte, beim 1. Teil mitzumachen, will ich mir auch den zweiten nicht entgehen lassen, auch wenn der fotografisch wesentlich inaktiver war, als die ersten 6 Monate 2017. Der Weihnachtsurlaub hat mich allerdings mit traumhaftem Winterwetter tatsächlich nochmal ein bisschen rausgerissen, danke dafür an das wunderschöne Salzkammergut.

2017 hat mit einem doofen grippalen Infekt begonnen – der aber immerhin dazu geführt hat, dass ich die Gelegenheit hatte, schon kurz nach Mitternacht in den ersten Minuten des neuen Jahres ein lange gehegtes Fotovorhaben umzusetzen: ein Feuerwerk zu fotografieren. Aus diesem Grund gibt es die Bilder für diesen Jahresrückblick seit 364 Tagen. Am 10.1. beschloss ich, in diesem Jahr eine Gegenüberstellung zu machen. Ich schreibe im Jänner, was ich mir für dieses Jahr hoffe und wünsche und stelle den Beitrag im Dezember fertig und kann direkt sehen, was sich aus meinen Wünschen und Vorsätzen und Hoffnungen entwickelt hat.

Ich mag Spiegelungen. Und besonders mag ich die, die unter dem Hashtag #puddlegram bekannt geworden sind. Lacken (Pfützen), in denen sich irgendwas Hübsches spiegelt. Außerdem mag ich Bokeh. Und verschwimmende Lichtpunkte, die mag ich ganz besonders. Das ist für mich Weihnachten und das ist für mich die Möglichkeit, manchmal auch mitten im Jahr irgendwo auf der Welt einen Weihnachtsmoment zu erleben. Weil Weihnachten, das ist auch sowas, das man im Herzen trägt.

Wie manche von euch vielleicht da oder dort mitbekommen haben, fällt mein alljährlicher Jubeltag in den Dezember. 2016 gab es einen großen Runden und nach einigen Überlegungen, wie der verbracht werden sollte, landete ich kurzerhand recht spontan in Augsburg, zu Besuch bei meiner liebsten Lieblingsheldin. Neben Spaziergängen durch die Stadt, einem Ausflug nach Neuschwanstein und vielem guten Essen war natürlich auch ein wenig Zeit gewesen, um der Kamera Auslauf zu gönnen. Da sich der Tag nun bereits ein weiteres Mal gejährt hat, befand ich es für an der Zeit, endlich die Bilder rauszurücken.

In Wien gibt es so genannte „Stadtwanderwege„. Die meisten davon sind eher fernab der klassischen Touristenpfade und es geht darum, in einer zusammengestellten Runde die Stadt kennenzulernen. Da eben diese Stadtwanderwege vermutlich eher den Wiener als Zielgruppe haben, der gern am Wochenende den Trubel hinter sich lässt, vermisse ich auch Routen innerhalb der Stadt. Darum haben sich der Herzjunge und ich in der Vorweihnachtszeit selbst einen ausgedacht.

Ende Oktober, nach einigem Zittern dank eines richtig fiesen grippalen Infekts, schafften es der Herzmann und ich dann doch, das Flugzeug der British Airways zu besteigen und in unser kleines Minimoon-Abenteuer zu starten (die „große Reise“ soll ja im April/Mai stattfinden (mehr möchte ich noch nicht verraten), aber so ganz sang-, klang- und reiselos wollten wir die „große Feier“ dann doch nicht vorbeigehen lassen.). Wir verbrachten also ein verlängertes Wochenende in London – eine Stadt, zu der wir mittlerweile richtig viel Bezug aufgebaut hatten, obwohl ich es in den 30 Jahren meines Daseins auf diesem Planeten bisher noch nicht geschafft hatte, sie zu besuchen.