Vor meinem 29. Geburtstag nahm ich an einer Blogparade teil, in der es um das dritte Lebensjahrzehnt ging. Wie man es wahrnimmt, wie man es empfindet, wie es einem damit geht – je nachdem, wo man grade steht und in welcher Phase man sich grade befindet. Ich kann dem Text auch heute noch Vieles abgewinnen, obwohl sich in den letzten 2,5 Jahren eine Menge verändert hat (kaum zu glauben, dass diese Worte nun schon wieder so weit zurückliegen). Wie stehe ich also zur „großen 3“ wie ich sie für mich genannt habe, etwas über ein Jahr nachdem ich begonnen hatte, sie mit mir herumzutragen?

2017 hat mit einem doofen grippalen Infekt begonnen – der aber immerhin dazu geführt hat, dass ich die Gelegenheit hatte, schon kurz nach Mitternacht in den ersten Minuten des neuen Jahres ein lange gehegtes Fotovorhaben umzusetzen: ein Feuerwerk zu fotografieren. Aus diesem Grund gibt es die Bilder für diesen Jahresrückblick seit 364 Tagen. Am 10.1. beschloss ich, in diesem Jahr eine Gegenüberstellung zu machen. Ich schreibe im Jänner, was ich mir für dieses Jahr hoffe und wünsche und stelle den Beitrag im Dezember fertig und kann direkt sehen, was sich aus meinen Wünschen und Vorsätzen und Hoffnungen entwickelt hat.

Es gibt ein Gefühl in mir, das in letzter Zeit ganz stark immer wieder auftaucht. Immer, immer und immer wieder. In meinen Träumen, in der Nacht, in den Dingen des Alltags, abends, auf der Couch, wenn ich in der kalten Novemberluft laufe oder untertags im Büro sitze.

Es frisst sich durch die Oberfläche der Haut, durch die Muskeln und geht durch Mark und Bein. Es hängt an und in mir wie eine Klette, wie eine Mistel in den Ästen der Bäume.

Der Herbst ist da, der Sommer nur noch eine vage Erinnerung. Das Laub leuchtet in allen Farben und Vieles davon liegt schon braun in den Bordsteinkanten oder wird raschelnd vom Wind über die Straßen geweht. Es wird nicht mehr allzu lange dauern, bis die ersten Straßen beleuchtet und die ersten Schaufenster geschmückt werden und die Weihnachtszeit in den Fokus rückt. Doch bis dahin schwelge ich noch in sommerlichen Erinnerungen, diesmal in Graustufen, denn das Gefühl der heißen Sonne auf der Haut ist schon seit einigen Wochen verblasst.

Ein Weilchen ist es schon her, dass ich euch die Getting Ready Bilder für unsere standesamtliche Trauung gezeigt habe. Mittlerweile ist es schon fast mitte Oktober, dieser wunderbare Tag schon mehr als ein Viertel Jahr her und sogar unsere große Feier schon vorbei. Ich bin immer noch total glücklich, in Nina eine Freundin zu haben, die gleichzeitig Fotografin ist und mir die Fotobegleitung dieses Traumtages geschenkt hat, denn so kann ich ihn visuell unterstützt in der Erinnerung immer wieder erleben ❤

Weil mir grade danach ist, gibt es ausnahmsweise was sehr Ungewöhnliches: ganz aktuelle Bilder!

Am 2. Septemberwochenende traf sich das „Team Baumkuchen“ (ja, das ist eine etwas andere Konstellation als das Team Braut, wer sich nun wundert!) um 11:15 – also einer moderaten Zeit – im 6. Wiener Gemeindebezirk, um ein paar gemeinsame Stunden in der ungarischen Bundeshauptstadt zu verbringen. „Poltern“ sagen manche. Ich sage: Quality Time mit Freunden verbringen. 6 Menschen wurden mit den Gepäckstücken auf 2 Autos verteilt und dann ging es auch schon los.

Obwohl ich in den letzten Monaten mein wundervolles Wörter-Projekt so fürchterlich habe schleifen lassen, sind doch immer wieder ganz ganz wunderbare Schätze in meinen Posteingang eingetrudelt. Ich merke nun, dass der Sommer vorbei ist, dass der Herbst beginnt, sich in all seiner Pracht aufzubauen, denn die Gedanken, die im Sommer Urlaub in den tiefsten Tiefen meiner Synapsen gemacht haben, kommen – wie jedes Jahr – wieder zurück. Heute geht es um den wundervollen Begriff:

Herzblut

den mir die liebe Karina geschenkt hat.

Manche von euch haben vielleicht vor einiger Zeit das Posting über mein erstes Unterwassererlebnis gelesen. Für alle anderen: ich hatte Zeit meines Lebens so viel Angst vor lebenden Gewässern, dass es mir nicht möglich war, die traumhafte Unterwasserwelt mit eigenen Augen zu sehen. Ich habe es 2015 tatsächlich geschafft, mich dieser Angst zu stellen und arbeite jetzt Stückchen für Stückchen daran, mich meinem Traum zu nähern, diese Welt selbst zu erkunden. Heuer in Kroatien war es wieder so weit.

In meiner Suchbegriffliste, die das Dashboard von WP.com ausspuckt, befand sich einige Zeit lang folgende Frage:

Ist es dumm, die Vergangenheit nicht loszulassen?

Dass jemand über dieses Keyword auf den Episodenfilm gestoßen ist, fand ich irgendwie interessant und dachte, ich könnte diese Frage doch auch einfach aus meiner Sicht beantworten. Und irgendwie lustigerweise passt dieser Beitrag auch ganz perfekt zu einer wunderschönen Idee, auf die mich Lovisa vom Schwedenlichterblog aufmerksam gemacht hat. Denn sie fordert uns auf, die Lichtmomente unserer Kindheit zu zeigen.