Obwohl ich in den letzten Monaten mein wundervolles Wörter-Projekt so fürchterlich habe schleifen lassen, sind doch immer wieder ganz ganz wunderbare Schätze in meinen Posteingang eingetrudelt. Ich merke nun, dass der Sommer vorbei ist, dass der Herbst beginnt, sich in all seiner Pracht aufzubauen, denn die Gedanken, die im Sommer Urlaub in den tiefsten Tiefen meiner Synapsen gemacht haben, kommen – wie jedes Jahr – wieder zurück. Heute geht es um den wundervollen Begriff:

Herzblut

den mir die liebe Karina geschenkt hat.

Ich stelle fest, dass ihr noch so wenig über unsere traumhafte Kroatien-Reise gesehen habt, obwohl sie nun schon wieder so eine Ewigkeit zurückliegt. Der Sommer ist bereits vorbei, die ersten braunen Blätter säumen die Gehsteigkanten, die Luft riecht rauer, aber die Erinnerung an die warme Jahreszeit ist noch so frisch, dass die noch warmen Septembersonnenstrahlen uns bei geschlossenen Augen noch ein Weilchen in diesen Modus zurückversetzen. Wenn ich mir die Bilder anschaue, die ich von unserem Roadtrip durch Dalmatien mitgebracht habe, wird mir auch gleich wieder ganz warm ums Herz.

Manche von euch haben vielleicht vor einiger Zeit das Posting über mein erstes Unterwassererlebnis gelesen. Für alle anderen: ich hatte Zeit meines Lebens so viel Angst vor lebenden Gewässern, dass es mir nicht möglich war, die traumhafte Unterwasserwelt mit eigenen Augen zu sehen. Ich habe es 2015 tatsächlich geschafft, mich dieser Angst zu stellen und arbeite jetzt Stückchen für Stückchen daran, mich meinem Traum zu nähern, diese Welt selbst zu erkunden. Heuer in Kroatien war es wieder so weit.

Der August geht dem Ende zu und wenn der August vorbei ist, dann ist es auch der Sommer – ganz offiziell. Denn auch wenn der Kalender etwas anderes sagt, ab September fühlt sich die Welt nach Herbst an und das Jahr geht irgendwie in seinen Endspurt. Und ich kann es wieder einmal kaum glauben. Wie ist das möglich, dass dieses 2017 nun schon in so großen Stücken hinter uns liegt? Ich weiß es nicht – es war doch gerade noch Frühling, die Bäume waren kahl, die Luft kalt und in der Luft war noch der herbe Geruch des Winters zu erfühlen. In Prag fror ich noch in der Winterjacke und auf einmal tauschte ich sie gegen Bikini in Kroatien, wir sagten ja, kletterten auf Berge, tauchten in den See und nun stehen wir da: am Ende des Sommers.

Eine mittlerweile bekannte Einleitung: schwer zu glauben, wie lange die Entstehung dieser Bilder schon her ist. Aber es trifft nunmal immer wieder zu. Ein Jahr und drei Monate liegt unsere Österreich-Tour schon zurück. Es ist unfassbar, wieviele Dinge sich in diesen 15 Monaten geändert haben und wie anders vieles jetzt ist. Und ich spreche nicht davon, dass wir verheiratet sind – denn abgesehen von unserem „Titel“ ist da alles wie gehabt 😉

Seit Jahren planen wir es schon – unserer nächsten Nachbarhauptstadt einen Besuch abzustatten. Während alle um uns herum schon die Augen verdrehen, weil offenbar jeder von ihnen schon öfter dort gepoltert hat als ich Finger an einer Hand trage, habe ich selbst die Grenze in dieses Nachbarland des Ostens noch nie überschritten. Da es bekanntlich hilft, Ideen umzusetzen, wenn man sie plant, habe ich dem Herzmann zu Weihnachten einen Gutschein genau dafür geschenkt. Hin- und Rückfahrt mit dem Twin City Liner nach Bratislava. Und aus Zeitmanagementgründen traf es sich perfekt, diese Tour an das große Ja anzuhängen. Darum, ohne viele Worte, ein kleiner Spaziergang.

Mein Hamburg-Kurzurlaub ist ja schon eine Weile her. Genau gesagt liegt mein erster Besuch in der Hansestadt bald sechs Jahre zurück – das war noch meine Zeit vor Lightroom. Darum dachte ich, ich durchforste die Bilder vom ersten Urlaub mit dem Herzmann nochmal und schaue, ob sich vielleicht eine Neuauflage lohnt. Hamburg war 2011 unser erster gemeinsamer Urlaub und hat in unserer Biografie daher eine gewisse liebevolle Sonderstellung.

Ende September letzten Jahres hatten der Herzmann und ich die Gelegenheit, am Heimweg einer Preisverleihung für seine Dissertation, dem sich bereits lang auf der Bucket List befindlichen Königssee einen Besuch abzustatten. Die Landschaft war schlichtweg traumhaft, das Rundherum – um ehrlich zu sein – weniger. Und darum passen diese Bilder auch perfekt zu diesem Gefühl, dem ich heute Luft machen muss.